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Zum Abriss des Palastes der Republik


Zum Abriss des Palastes der Republik

 

Brigitte Queck

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Palast der Republik – 1975

Nach Worten von namhaften Architekten war der Palast der Republik nicht nur auf Grund seiner einzigartigen Glasstruktur von außen, aber auch von innen ein großartiges Bauwerk des 20. Jahrhunderts, das seinem Namen, Palast der Republik, nämlich der DDR, alle Ehre machte.

Schon im Foyer luden weiche Sessel, die sich um eine wunderschöne meterhohe gläserne Blume gruppierten, zum Verweilen ein.

An den Wänden überall Bilder von neuzeitlichen bekannten Malern.

Wenn man nicht in eines vom Foyer abführenden kleineren, bzw. mittleren Gaststätten, die allesamt geschmackvoll eingerichtet waren, strebte, ging man über den wie Samt aussehenden Teppichboden über eine Treppe nach oben, die zu beiden Seiten gläsern war, also problemlos den Blick nach unten gestattete. Auch in den jeweiligen Etagen, in der immer eine andere Farbe dominierte, angefangen von den Teppichen, über die Vorhänge, bis zu den Tapeten und Stuhlbezügen, konnte man Kunstwerke unserer DDR-Maler bewundern.

Im Palast der Republik gab es quasi alles, was das Herz begehrte und das Schöne daran war, dass die Preise nicht von denen außerhalb des Palastes abwichen.

Da der Palast der Republik auch riesengroße Glasfenster hatte, war ein wunderschöner Blick auf die umliegende Umgebung Berlins möglich.

Das Großartigste aber war der Theatersaal, dessen Zuschauersitze, ebenfalls mit Samt ausgeschlagen waren und vom Parkett aus fließend nach oben verliefen, so dass man von jedem Platz aus einen guten Blick auf die Bühne hatte.

Die Innenarchitekten hatten dafür gesorgt, dass der Theatersaal innerhalb kurzer Zeit in mehrere Säle verwandelt werden konnte, in denen während der Wochentage Theaterstudenten und Schüler, im Unterschied zur heutigen Zeit, unter Anleitung von ausgebildeten Tanz-und Musikpädagogen kostenlos tanzen und musizieren konnten.

Auch die Karten fürs Theater waren für jeden Bürger unseres Staates erschwinglich und kosteten nur ca. 20 DDR-Mark.

Ja, es war ein Palast für die Bürger unseres Staates, die die DDR jeden Tag mit ihrer Hände Arbeit attraktiver und schöner gestalteten.

Als nicht nur in der UdSSR mit Gorbatschow und später Jelzin an der Spitze, auch bei uns die Konterrevolution gesiegt hatte, war es wohl für die meisten Menschen ein Stich ins Herz, als die nicht vom Volke gewählte Volkskammer im Jahre 1990 fluchtartig den Saal im Palast der Republik verließ, weil besonders „wohlmeinende“ Berater aus dem Westen die Meinung in Umlauf setzten, dass der Palast asbestvergiftet sei.

Die nun folgende „Abstimmung“ in der nunmehr vom Bürgertum vertretenen „Volkskammer“ für den Abriss des Palastes der Republik war dann nur noch der Schlussakkord der Hetze westlicher Politiker und ihrer willigen Helfer gegen diesen Palast des Volkes.

Hätte doch allein sein weiteres Bestehen über die sogenannte Einheit Deutschlands hinaus gezeigt, welche Kraft und Stärke in einem vom Volk und für das Volk errichteten Gebäude steckt, in dem nicht das Geld diktiert, sondern die Kunst für das Volk.

Der Abriss des Palastes der Republik war ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung der DDR, die diesen Palast mit errichten half.

Es wird nicht vergessen, dass das ICC (International Congress Centre) in Charlottenburg immer noch steht, in dem 4 Mal mehr Asbest verbaut wurde und in dem bis heute größere und kleinere internationale Kongresse stattfinden!

Jeder Baufachmann weiß, dass Asbest, sicher verbaut, völlig ungiftig ist!

Warum also wurde der Palast der Republik abgerissen?

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Palast der Republik – 1977

Nun, in einem Staate, in dem sich alles „rechnen muss“ hätte dieser Palast, so wie er in unserem Arbeiter-und Bauernstaat angelegt war, gar nicht unterhalten werden können.

Mit anderen Worten: Nicht der Asbest war schuld am Abriss, sondern die Gesellschaftsordnung der heutigen Bundesrepublik, in dem die Diktatur der Bourgeoisie herrscht, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer weniger Geld für das tägliche Leben besitzen.

Den Ausweg aus der gegenwärtigen, nicht mehr tragbaren, wirtschaftlichen und politischen Situation können wir nur selber finden, indem wir uns auf unsere Kraft besinnen und GRUNDLEGENDE POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN herbeiführen.

Im Englischen würde es heißen: „Yes , we can!“

Im Deutschen muss es heißen: „Leute, lasst uns endlich etwas verändern!“

Schließlich haben wir 40 Jahre Diktatur der Arbeiter und Bauern erlebt, in der das Volk im Mittelpunkt stand.

Geschrieben auf der Grundlage des ND-Interviews mit dem Schlossbauherrn Manfred Rettig über den Palast der Republik

Siehe auch: (Hier!)

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