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Verschwörungen, Mordkomplott: FBI und US-Justizministerium im Kreuzfeuer


Verschwörungen, Mordkomplott: FBI und US-Justizministerium im Kreuzfeuer

logo-nachtwächter, 24. Januar 2018

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Die letzten Tage waren in Bezug auf die Beobachtung der Gemengelage in Übersee recht interessant. Die US-Regierungsbehörden ließen zahlreiche Mitarbeiter aufgrund des Government Shutdowns am Montag noch daheim, seit Dienstagfrüh ist jedoch wieder Regelarbeitszeit angesagt.

Die US-Medien lieferten sich über das Wochenende eine regelrechte Schlammschlacht über die Frage, wer für den „Shutdown“ verantwortlich war – US-Präsident Trump oder der Oppositionsführer Chuck Schumer – und auch im Gezwitschernetzwerk kam es zu einem (wohl letztlich manipulierten) Rennen um das stärkste Rautezeichen: #SchumerShutdown vs. TrumpShutdown.

Nachdem die Mehrheit der republikanischen US-Senatoren die Regierungsgeschäfte offenhalten wollten und die Mehrheit der Demokraten sich dem entgegenstellte, stellt sich für noch nicht vollkommen hirngewaschene Beobachter dieser (links?)medialen Farce jedoch gar nicht erst die Frage nach der Verantwortung. Nebenbei, der „Shutdown“ fand sein Ende, nachdem 30 Senatoren der demokratischen Partei am Montag die Seiten gewechselt und der Zwischenfinanzierung bis zum 8. Februar 2018 zugestimmt hatten.

Am Donnerstag der vergangenen Woche wurde der Ruf nach der Freigabe eines 4-seitigen #Memos des Geheimdienstkomitee-Vorsitzenden des US-Kongresses, Devin Nunes, unüberhörbar, weil sich reihenweise Senatoren bestürzt über dessen Inhalt geäußert hatten und auf mehreren Fernsehsendern und im Gezwitschernetz die sofortige Freigabe und rechtliche Konsequenzen forderten. #ReleaseTheMemo wurde zum mit Abstand stärksten Trend im Gezwitschernetzwerk, bevor von Twitter eingegriffen und dem Trend Einhalt geboten wurde.

Interessant ist in diesem Fall eine Randnotiz zu dem Rautezeichen #ReleaseTheMemo, denn es wurden nicht nur 677.000 Twitter-Nutzer mittels ePost von Twitter kontaktiert und darauf hingewiesen, dass man offenbar einer „russischen Trollfarm“ aufgesessen sei und dass „mit Russland in Verbindung stehende Twitter-Konten Überstunden machen“, um „Devin Nunes und WikiLeaks zu helfen“ – WikiLeaks hat übrigens eine Belohnung von $ 1 Million für das Memo ausgeschrieben, – sondern Facebook und Twitter wurden hochoffiziell und schriftlich mit Nachdruck gebeten, etwas gegen die virtuelle „russische Bedrohung“ zu unternehmen.

So hat die US-Senatorin Dianne Feinstein für den Bundesstaat Kalifornien zusammen mit dem Kongressabgeordneten Adam Schiff einen öffentlichen Brief verfasst, in welchem sie, adressiert an Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Twitter-Chef Jack Dorsey, um dringende Unterstützung gegen #ReleaseTheMemo betteln.

Da Feinstein und Schiff führende Köpfe der Demokraten sind, darf getrost davon ausgegangen werden, dass auf der linken(?) Seite des US-Polittheaterensembles offenbar die Angst umgeht und die Verbündeten in den Kampf gefordert werden.

Dass die demokratischen Senatoren den „Government Shutdown“ zugelassen haben, hat zumindest im linken Medienspektrum einen Großteil der Aufmerksamkeit von der mit dem Rautezeichen verbundenen Forderung nach der Freigabe des #Memos abgelenkt.

Man kratzt sich allerdings als Beobachter dieses ganzen Schmierentheaters am Kopf und fragt sich, warum wohl einmal mehr das längst zu Staub verfallene Narrativ „russischer Bots/Hacker“ ausgegraben wird, anstatt sich auf den möglichen Inhalt des 4-seitigen Papiers zu konzentrieren?

Die durchaus dramatischen Aussagen verschiedener Kongressabgeordneter, welche das #Memo gelesen haben, sprachen bereits am Donnerstag und Freitag vergangener Woche Bände und es herrschte helle Aufregung um die mögliche Überwachung Trumps durch die Obama-Administration während des US-Wahlkampfes 2016. Nun wurde die Aufregung noch weiter befeuert, da offenbar bereits am Tag nach der Wahl geheime Treffen von hohen Beamten der ausgehenden Administration abgehalten wurden, wie dem Kongress zugänglich gemachte Textnachrichten von zwei FBI-Mitarbeitern nahelegen.

Wie der Justizminister Jeff Sessions am Montag verlautbaren ließ, haben Peter Strzok und Lisa Page über 50.000 Textnachrichten miteinander ausgetauscht und er, Sessions, werde keinen Stein ungewendet lassen. Der Grund dafür ist wohl, dass das FBI angeblich alle Textnachrichten des Zeitraums vom 14. Dezember 2016 bis 17. Mai 2017 (an welchem Reiner-mäßig Robert Mueller die Ermittlungen der angeblichen „geheimen Absprachen mit Russland“ übernahm) „verloren habe – dies aufgrund eines Fehlers in einem Speichersystem des FBI für Textnachrichten.

Der Kongressabgeordnete John Ratcliffe fand sich auf Fox News, zusammen mit seinem Kollegen Trey Gowdy, zum Gespräch ein und nach der Durchsicht der vorhandenen Textnachrichten zwischen Strzok und Page äußerten sich die beiden Juristen verwundert über gewisse Inhalte und Formulierungen:

.@RepRatcliffe on 5-month gap discovered in new FBI texts: „For former prosecutors like @TGowdySC & myself…it makes it harder & harder for us to explain away one strange coincidence after another.” https://t.co/jTCsiBqaVi pic.twitter.com/yPKVEJoG91
– Fox News (@FoxNews) 23. Januar 2018

Ratcliffe: „Man wundert sich schon, noch einmal, es ist ein seltsamer Zufall …
Es ist möglich, dass diese fehlenden Textnachrichten vielleicht wirklich verlorengegangen sind, vielleicht ist das nur ein weiterer, seltsamer Zufall. Das Problem ist, für ehemalige Anwälte, wie den Vorsitzenden Gowdy und mich, welche beim Justizministerium und beim FBI gearbeitet haben, wird es schwieriger und schwieriger uns einen Zufall nach dem anderen zu erklären.
Was die Voreingenommenheit angeht, wissen wir, dass Strzok und Page eine ausgeprägte Voreingenommenheit gegenüber Trump haben und das ist auch in Ordnung, solange sie es an der Tür ablegen und ihre Arbeit tun. In den Tausenden von Textnachrichten, welche wir durchgesehen haben, lernten wir aber heute, dass sie das vielleicht nicht getan haben. Es gibt gewiss eine Faktenbasis für die Frage, ob sie aufgrund (ihrer Voreingenommenheit) gehandelt haben.
Wir wissen von den Absicherungsmaßnahmen, auf welche sich (in den Textnachrichten) bezogen wurde, bei dem Versuch Donald Trump als Präsident zu verhindern. Heute lernten wir, dass unmittelbar nach seiner Wahl eine
„Geheimgesellschaft“ von Leuten aus dem Justizministerium und dem FBI gegründet worden sein mag, dazu gehörten Page und Strzok, welche gegen ihn (den Präsidenten) arbeiten wollten.“

Demnach ist inzwischen bekannt geworden, dass es gewisse „Absicherungsmaßnahmen“, eine Art Plan-B gegeben hat, für den Fall, dass Hillary Clinton wider Erwarten die Wahl verlieren sollte. (Zitat „Q-Anon“: „They never thought she would loose“ – „Die hätten niemals gedacht, dass sie verlieren würde“)

Weiter sollen Peter Strzok und Lisa Page also Teil einer „Geheimgesellschaft“ (gewesen?) sein, welche Trump von seinem eben erst errungenen Thron am Kopfende des Tisches stoßen wollte und möglicherweise nach wie vor will.

Interessanterweise wird dieser Gedanke auch von „Q-Anon“ gezielt vorangetrieben, indem er gestern erst (mit Eintrag Nr. 597) einen weniger kryptischen Hinweis auf einen seiner eigenen Einträge vom 15. November 2017 (Nr. 153) gab, in welchem es hieß:

Why, hours after the election, did seven people travel to an undisclosed location to hold a very private & highly secured/guarded meeting?“
Übersetzung: „Warum reisten, nur Stunden nach der Wahl, sieben Leute zu einem geheimgehaltenen Ort, um dort ein sehr privates & hochgesichertes/-geschütztes Treffen abzuhalten?“

Dass dieser Hinweis mittels eines Bildschirmfotos von einem Eintrag eines Anonymous gegeben wurde, statt einfach auf den Eintrag direkt zu verweisen (wie bisher üblich), wird gewiss gute Gründe haben. Darüber hinaus hatte „Q-Anon“ bereits tags zuvor (mit Eintrag Nr. 583) die folgende Frage in den Raum gestellt:

What would happen if texts originating from a agent to several [internals] discussed the assassination (possibility) of the or member of his family?“
Übersetzung: Was würde geschehen, wenn Texte, welche von einem Agenten an mehrere Interne stammen, die (mögliche) Ermordung des (Präsidenten) oder von Mitgliedern seiner Familie diskutiert hätten?“

Verlorengegangene Textnachrichten, eine verschworene „Geheimgesellschaft“, ein mögliches Mordkomplott, ein #Memo über die Machenschaften von Mitarbeitern des FBI und Justizministeriums, … offenbar wird die US-Herde also im Moment gezielt darauf vorbereitet, dass die Machenschaften der Dreibuchstabendienste keineswegs integer sind, sondern einer klaren, unrühmlichen Agenda folgen, deren Drahtzieher bisher noch nicht ins Licht der Wahrheit gezerrt wurden.

Eine Reihe hochkomplexer und sehr interessanter Handlungsstränge laufen derzeit zusammen. Folglich wird es Zeit, ausreichend Getränke und Knabbersachen griffbereit zu halten, denn der Hauptfilm dürfte recht bald beginnen. Wir warten auf das #Memo.

Alles läuft nach Plan …

Der Nachtwächter

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