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Ist die Vereinigung der Kommunisten möglich?


Ist die Vereinigung der Kommunisten möglich?

Sascha’s Welt

Die wichtigste Aufgabe der kommunistischen Bewegung muß es sein, die marxistische Weltanschauung in das Bewußtsein der Arbeiterklasse hineinzutragen. Heute ist ein Großteil des Proletariats nicht als Klasse organisiert, lebt von kleinbürgerlichen Illusionen, ist mit ebensolchen Bedürfnissen verseucht, hat weder einen Klasseninstinkt, und schon gar nicht ein entwickeltes Klassenbewußtsein. Klassensolidarität wird ausschließlich in seltenen Protestfällen aufgebracht. Wäre es da nicht besser, die Kommunisten könnten sich irgendwie einigen? Der nachfolgende Text ist kennzeichnend für die Situation in Rußland. Dabei gibt es aber durchaus auch Parallelen zur Lage der Kommunisten in der BRD. Die Frage ist doch: Unter welchen Bedingungen ist eine Vereinigung aller Kommunisten möglich, und unter welchen Bedingungen nicht?

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Ist die Vereinigung der Kommunistischen Parteien möglich?

Ljubow Pribytkowa

Irgendwie nach dem Frühling, hat so ein Irkutsker Professor, ein Physiker und KPRF-Anhänger, meine publizistischen Artikel „Wie die Anhänger von Kara-Mursa Karl Marx überwinden“ und „Der Nationalismus ist ein Übel“ gelesen. Und er war, wie schon früher, nicht völlig einverstanden mit mir. Und als er dann meinem „Offenen Brief an Oleg Schenin“ gelesen hatte, sagte er: „Man muß die Kommunisten vereinigen, und Sie kritisieren nur und kritisieren, sowohl Sjuganow, als auch Kara-Mursa, und jetzt Schenin. Sie verursachen nur Schaden!“

Eine kommunistische Partei wird dringend gebraucht

Es hätte sich nicht gelohnt, über den Artikel zu streiten, wenn es um ein Gespräch zweier alter Freunde gegangen wäre. Aber die Frage der Vereinigung der Kommunisten schwebt schon seit langem in der Luft und hat prinzipiellen Charakter. Sie betrifft den Zustand der kommunistischen Bewegung in unserem Land, die schwach, unentwickelt, isoliert ist und nur ungenügend mit der internationalen kommunistschen Bewegung verbunden. Es gibt bis heute kein Bündnis der kommunistischen Parteien nach dem Typ einer dritten Internationale (der Komintern). Obwohl unter den Bedingungen der imperialistischen Globalisierung, des Strebens der USA, dieses internationalen Terroristen № 1 und der Umwandlung unseres Planten in ein Konzentrationslager, dafür doch die schärfste Notwendigkeit besteht.

… gemeinsam sind wir doch eine Kraft!

In heutigen Rußland gibt es etwa zehn Parteien, die sich kommunistisch nennen. Der Wunsch der alten Kommunisten, die ein Leben lang unter der Sowjetmacht gelebt haben, die nicht bereit sind, die heutige bürgerliche, volksfeindliche Macht anzuerkennen, ist natürlich die Vereinigung. Sie verstehen nicht, warum die Kommunisten in verschiedene kleine Parteien auseinandergelaufen sind, die noch nicht einmal registriert sind. Warum können sie denn nicht in die eine, schon registrierte KPRF eintreten. Einzeln können wir kaum etwas machen, doch gemeinsam sind wir eine Kraft.

Wäre denn die Vereinigung aller Kommunisten nicht sinnvoll?

Auf den ersten Blick erscheint das alles ganz logisch. Aber vom Wunsch bis zur Verwirklichung in der Praxis ist es eine riesige Distanz. Es gibt viele Wünsche, die nicht erfüllbar sind, wenn keine Möglichkeit zu ihrer Verwirklichung gibt. Und solange das nicht geht, bleiben selbst die vortrefflichsten Absichten taube Blüten, aus denen die heißbegehrten Früchte nicht hervorgehen. Doch wenn wir uns von den poetischen Bildern der Realität zuwenden, muß man die Frage stellen und versuchen, darauf eine Antwort zu finden: Ist die Vereinigung der kommunistischen Parteien heute möglich?
Diese Frage beunruhigt viele, weil sie mit den schärfsten Problemen der Gegenwart verbunden ist. Um die Spontaneität in der entstehenden Arbeiterbewegung zu überwinden, ist eine kommunistische Partei vom Leninschen Typ, eine revolutionäre Kampfpartei erforderlich.

Wie ist die derzeitige Situation in Rußland?

Es ist heute schon fast unbestreitbar, daß in der UdSSR eine Konterrevolution geschehen ist, und nicht eine Okkupation, wie einige behaupten. Die Sowjetmacht, die Arbeitermacht wurde von inneren Feinden gestürzt, und nicht von aggressiven Nachbarn erobert. Heute befinden sich alle nationalen Reichtümer des Landes in den Händen von 2 % der Bevölkerung – der Klasse der Besitzenden, der Bourgeoisie. Sie hält auch die politische Macht in ihren Händen. Und sie schuf sich einen Staatsapparat. Es gibt die Staatsduma (als Gesetzgeber) und die russische Regierung (als Vollstrecker), und es gibt ebensolche Organe auch auf kommunaler Ebene.

Der bürgerliche Staat – ein gewaltiges Machtinstrument

Die Staatsduma verfaßt Gesetze und erzeugt das bürgerliche Recht. Sie erhebt den Willen der herrschenden Klasse zum Gesetz. Nicht umsonst erhalten die Abgeordneten der Staatsduma ein millionenschweres Jahreseinkommen – im Schweiße ihres Angesichts schützen sie die Interessen der Bourgeoisie. Doch wer zahlt, der kann auch die Musik bestellen. Die Bourgeoisie hat sich einen riesigen Apparat geschaffen, der ihre Rechte schützt. Auch er ist Bestandteil dieser Staatsmaschine. Und sie verbraucht enorme Summen für die Gerichte, die Staatsanwaltschaft, die Polizei, die Sondereinheiten (wie OMON, SOBR, FSB und andere), um die Rechtsordnung im Land zu abzusichern, d.h. um die mit den Machthabern und dem Regime Unzufriedenen im Zaum zu halten. Hinzu kommt, daß man nicht merken darf, daß immer mehr Geld für den Strafvollzug verwendet wird, und daß der Kampf gegen die Protestierenden immer härter wird. Das Land geht allmählich in einen Polizeistaat über.

Die herrschende bürgerliche Ideologie

In der geistigen Sphäre dominiert immer mehr die bürgerliche Ideologie. Manchmal hört man, die Machthaber besäßen keine Ideologie. Was für eine Dummheit! Im Westen gibt es über hundert Forschungsinstitute, und nun auch Dutzende in Rußland, in denen Tausende Soziologen und Politologen die Unerschütterlichkeit des Kapitalismus als eine Ordnung zu rechtfertigen suchen, die der menschlichen Natur am meisten entspricht. Sie beweisen, daß die Herrschaft der imperialistischen Monopole in der Wirtschaft unvermeidlich ist, und daß es notwendig ist, die „Demokratie“ (natürlich die bürgerliche!) mit allen Mitteln bis hin zu Waffengewalt, auch in anderen Ländern der Erde anzupflanzen. Sie propagieren die Ideen des Militarismus und des Krieges. Seltsamerweise rechtfertigen sie für das 21. Jahrhundert auch den Kolonialismus und Rassismus. Und sie beweisen die Ineffektivität des gesellschaftlichen Eigentums und die Unmöglichkeit der Gleichheit auf der Erde. Die bürgerliche Ideologie ist vom Antikommunismus durchdrungen.

Die Vernichtung der sozialistischen Moral

In Rußland hat die Bourgeoisie in der Wirtschaft und in der Politik gesiegt, aber sie hört nicht auf, gegen den Kommunismus einen ideologischen Kampf zu führen, und sie fühlt sich nicht in Sicherheit. Dabei hilft ihr der psychologische Krieg, der sich nach dem Zerfall des Sozialismus nur noch mehr gesteigert hat. Ihr Ziel ist es, die noch vorhandenen ethischen und moralischen Fundamente der sowjetischen Menschen gänzlich zu zerstören. Rundfunk und Fernsehen sind dabei ihre mächtigsten informativen Waffen. Sie arbeiten verstärkt an der Formierung eines bürgerlichen Bewußtseins, und in die Köpfe der Menschen werden sogenannte allgemein menschliche Werte und die Idee der Unantastbarkeit des Privateigentums eingeschlagen. Den Resten der sowjetischen Weltanschauung und kollektiven Moral setzen sie ihre religiöse Mystik, die Moral des Individualismus, die Konsumpsychologie und den Kult der Habgier und des Profits entgegen.

Ströme von Lügen und Verleumdungen

Die offizielle Presse, die Rundfunk- und Fernsehprogramme sind buchstäblich von Antikommunismus und Antisowjetismus zerfressen. Vom bunten Bildschirm her grinsen und lachen einem unaufhörlich die Speichellecker der Macht und der Geldsäcke entgegen, die sogenannte schöpferische Intelligenz, die Lenin noch um die vorige Jahrhundertwende treffend den „Kot der Nation“ genannt hatte. Ströme von Lügen und Verleumdungen ergießen sich über unsere sowjetische Vergangenheit – wenn man sonst schon nicht die von Sorgen und unlösbaren lebenswichtigen Problemen gequälten Menschen überzeugen kann.

Nicht der Name einer Partei entscheidet, sondern das Programm

Unter solchen Bedingungen, wo eine Gegenpropaganda so dringend nötig ist, um die Arbeiterklasse aus ihren kleinbürgerlichen Träumen zu wecken und zum Kampf aufzurufen, ist die Vereinigung der Kommunisten besonders wichtig. Aber dennoch muß es nicht ein- und dasselbe bedeuten, wen sich jemand als Kommunist bezeichnet. Und das betrifft auch die Parteien. Wenn man einen Esel einen Schafbock nennt, so werden ihm davon noch lange keine Hörner wachsen. Das heißt aber auch, bevor man sich vereinigt, muß man sich von gewissen Dingen trennen. Das Wesen der Partei besteht doch nicht in ihrem Namen, sondern in ihrem politischen Grundsatzprogramm, in ihren Zielen und Ideen, die ihre Führer verkünden. Außerdem beschließen Parteien ja auch über die Menschen. Und bei einigen Parteien, wenn man an die Wurzel geht, wie beispielsweise bei der KPRF, ist nur noch dem Name kommunistisch.

Studiere den Marxismus! Lies Marx, Engels und Lenin!

Natürlich muß man junge Menschen, die sich auf den Pfad des Kampfes begeben, darüber aufklären, wer wer ist, und das ist nicht so einfach. Doch wenn sich einer Kommunist nennt, dann muß man ihm sagen: Wende dich dem Marxismus zu, der Wissenschaft über den Kommunismus. Lies die Bücher von Marx, Engels und Lenins. Studiere ihre Werke mit dem Bleistift. Und das ist nicht leicht. Aber es gibt keinen anderen Weg.

Der Marxismus ist nach wie vor aktuell

Es sind inzwischen schon anderthalb Jahrhundert vergangen, doch der Marxismus ist und bleibt die führende und die progressivste Theorie der Gegenwart. Marx und Engels haben die allgemeinen Entwicklungsgesetze der Natur, der Gesellschaft und des Denkens erschlossen. Sie haben die objektiven Gesetze des gesellschaftlichen Seins formuliert, und dem Proletariat seine revolutionäre Vorbestimmung gewiesen. Deshalb ist ihre Lehre nicht nur eine proletarische Ideologie, sondern auch eine Wissenschaft. Die Zeit des Marxismus ist nicht vorbei. Der Kapitalismus ist noch nicht in die Geschichte übergegangen. Er hat lediglich eine höhere Stufe der imperialistischen Entwicklung beschritten. Er hat einen globalen Charakter angenommen und an Aktualität nicht verloren.

Der Schlüssel zum Verständnis der Welt

Der dialektische und historische Materialismus, der von zwei großen Deutschen geschaffen wurde, ist eine philosophische Methode zur Erkenntnis der sozialen Zusammenhänge – eine bessere hat die Menschheit noch nicht erfunden. Das ist eigentlich der „Goldene Schlüssel“ im Erkenntnisprozess, der viele soziale Türen öffnen kann, wo man bis zu den Tiefen des Wesens der gesellschaftlichen Erscheinungen vordringen kann, und wo man lernen kann, bei den historischen Ereignisse in der Welt der Ideen die Spreu vom Weizen zu sondern.

Das Ziel ist eine von Ausbeutung freie Gesellschaft

Nicht weniger als vor hundert Jahren sind heute die Worte Lenins aktuell: „Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Praxis geben“. Und die Verbindung von Arbeiterbewegung und marxistischer Theorie ist eben deshalb für die Kommunisten so wichtig, da nur die Arbeiterklasse eine Avantgarde und die revolutionäre Hauptkraft der kapitalistischen Gesellschaft sein kann. Ihr strategisches Ziel muß die sozialistische Revolution sein, weil es nur mit ihrer Hilfe möglich ist, eine neue, kommunistische Gesellschaft aufzubauen, die frei von Ausbeutung, frei von Unterdrückung des Menschen vom Menschen und frei von Ungleichheit und Ungerechtigkeit ist.

Bürgerlichen Staat zerbrechen – Produktionsmittel werden Volkseigentum

Die sozialistische Revolution ist dazu berufen, die bürgerliche Staatsmaschine zu zerbrechen – und nicht, sie zu verbessern oder zu verändern, sondern zu zerbrechen. Sie muß einen Staat der Diktatur des Proletariats schaffen. Die Bourgeoisie als Klasse ist zu liquidieren, das Privateigentum an Werkzeugen und Produktionsmitteln ist aufzuheben und die Bourgeoisie von Banken, Grundbesitz, von Fabriken und Betrieben, von Gruben, Bergwerken und Transportmitteln zu enteignen. Der gesamte nationale Reichtum des Landes muß gesellschaftliches Eigentum werden.

Materielle Gewalt kann nur durch materielle Gewalt beseitigt werden

Um einen neuen Arbeiter- und Bauernstaat aufzubauen, muß man die Welt der Gewalt, der Unterdrückung und Ausbeutung bis auf den Grund zerstören, wie es in der unsterblichen „Internationale“ besungen wird. Dazu ist eine bewaffnete Kraft notwendig, die stärker ist, als die bürgerliche Macht.

Man muß endlich die Illusion über den Haufen werfen, daß man durch Wahlen, und durch parlamentarische Gesetze, durch Reden und flammende Aufrufe die Besitzer dazu zwingen kann, den Werktätigen das Zusammengeraubte zurückzugeben. Auf einem friedlichen Weg wird eine gründliche qualitative Umwälzung der Gesellschaft kaum möglich sein. Der Kapitalismus ist ein furchtbares, unmenschliches System. Der Kapitalismus – das ist Ausbeutung und Unterdrückung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Nationalismus und Rassismus, Aggression und Krieg, Hunger und Elend. Gegen ihn muß man auf Leben und Tod kämpfen. Die materielle Gewalt kann nur durch materielle Gewalt beseitigt werden. Das ist eine absolute Wahrheit!

Das Wesen des Marxismus ist revolutionär!

Die marxistischen Ideen müssen das Ziel jeder kommunistischen Partei, jeder revolutionären Partei der Arbeiterklasse sein. Diejenigen, die deren Aktualität anerkennen, müssen sich unter diesen Banner vereinigen. Aber teilen denn auch alle, die sich Kommunisten nennen, diese Ideen? Fast alle schwören sie auf die Richtigkeit des Marxismus. In der „Sowjetskaja Rossija“ und in der „Prawda“ erscheinen stets an Geburtstagen von Marx, Engels oder Lenin irgendwelche Artikel. Auch die runden Jubiläen der Parteitage der RSDAP, des Manifests der Kommunistischen Partei usw. werden nicht vergessen. Doch die Führer der KPRF haben es nicht versäumt, im Zusammenhang mit einer angeblich veränderten Realität auch Korrekturen, Ergänzungen und Veränderungen zum Marxismus anzubringen, Und dabei haben sie soviel zur Erneuerung beigetragen und ihn einer solchen Revision unterzogen, daß nichts mehr übrig blieb. Aufgrund ihrer politischen Halbbildung erkennen viele einfache Kommunisten das nicht. Andere wiederum halten diese Abtrennung des Marxismus von seinem revolutionären Wesen durch ihre Führer für eine schöpferische Weiterentwicklung.

Die sogenannten „linksorientierten“ Wissenschaftler

Die Bekanntschaft mit Mitgliedern der KPRF gibt Grund zur Behauptung, daß die Mehrzahl der einfachen Mitglieder dieser Partei und die Parteifunktionäre aufgehört haben, zu lernen. Sie sind der Auffassung, daß jene zehn Phrasen und die Reste, an die sich erinnern, als sie mal vor fünfzig Jahren beim Studium Marxismuskurse besucht hatten, ausreichen. Was braucht man mehr! Und die sogenannten „linksorientierten“ Wissenschaftler kranken in der Regel ohnehin an professioneller Einseitigkeit. In ihrer Geisteswelt verträgt sich ihr umfangreiches Wissen in der theoretischen Physik, der Mathematik, der Biologie nicht mit ihrer politischen Kurzsichtigkeit, ihrer bürgerlichen Naivität und moralischen Hilflosigkeit.

Sjuganow – ein talentierter Demagoge

Ein klassischer Revisionist des Marxismus heute ist Gennadi Sjuganow, der ständige Vorsitzende der KPRF. Sein langjähriger Stammsitz in der Duma hat ihn schon zu einem Profi-Politiker werden lassen. Er verfügt über oratorische Fähigkeiten. Seine Reden sind schön und häufig auch zündend. Er ist ein talentierter Demagoge, ein formidabler Schriftsteller. Er bringt ein dickes Buch nach dem anderen heraus, in denen es ganz und gar nicht nach Kommunismus riecht. Auf einer Seite zitiert er Lenin und Marx, auf der anderem äußert er diametral entgegengesetzte Ideen. Es wäre leichtfertig, diesen Menschen des Mangels an politischem Wissen zu verdächtigen. Er ist überzeugt, und seine antimarxistische Arbeit macht er bewußt.

Wie Sjuganow das Bewußtsein der Menschen manipuliert

Auf der Tribüne der Duma klagt er schonungslos die russische Macht an. Er deckt ihre Fehler auf. Mit Sachkenntnis sagt er ihr, wie man sie korrigieren muß, um den russischen Staat (der übrigens ein bürgerlicher Staat ist!) zu verbessern und zu vervollkommnen, damit er stärker wird. Die Nähe zu den Leitungsstrukturen hat ihn auch zu einem begabten Konjunkturritter gemacht. Die Gewohnheit, unter dem Joch der Staatsmacht zu leben, zwingt ihn und seine nächsten Helfer dazu, das öffentliche Bewußtsein der Menschen verschiedener sozialer Schichten geschickt zu manipulieren, damit es bis zu den nächsten Wahlen lebendig bleibt.

Das „Suganowtum“ – ein ideologischer Gemischtwarenladen

Auf der Webseite der „Chlebnikow“-Universität (www.prometej.info) veröffentlichte der bekannte Soziologe W. A. Saprykin einen wissenschaftlichen Artikel: „Rechter Opportunismus – Hauptwaffe der Bourgeoisie im Kampf gegen die Einheit der kommunistischen und Arbeiterbewegung“. Und er stellte fest, daß das Elaborat von Ideen, die der oberste „Kommunist“ Sjuganow aus orthodoxer Religion, subjektivem Idealismus und modernen westlichen Gesellschaftskonzeptionen entnommen hat, völlig zurecht abwertend als „Sjuganowtum“ bezeichnet wird.

Der Herr Sjuganow ist ein erstaunlicher Allesfresser. Er ist sowohl für den Sozialismus als auch für die orthodoxe Religion, für die Autokratie und für die Volksherrschaft. Er ist für die Vereinigung der weißen und roten Idee. Für die einheimische Warenproduktion und für eine vielfältige Wirtschaft. Er ist nicht gegen das Privateigentum. Er ist für die Kolchose und für die Farmwirtschaft. Er ist gegen die Oligarchen, aber für Chodorkowski. Und mit dem Marxismus will er anscheinend nicht brechen. In seinen Artikeln verweist er auf Marx und Lenin, doch alle Meilensteine des Marxismus-Leninismus hat er hinausgeworfen. Zum 150. Jahrestag des „Manifests der Kommunistischen Partei“ brachte die KPRF in hoher Auflage eine schöne neue Ausgabe heraus. Doch das Vorwort und die Einleitung schrieben die antikommunistischen Professoren Alexander Degtjarew und Wladimir Mironow, indem sie diese Ausgabe besudelten. Einen Marxisten hat man für diese Arbeit offenbar nicht gefunden.

Bis zur Unanständigkeit feige und gesetzeshörig …

Einmal war ich auf einer Sitzung des Irkutsker Stadtkomitees der KPRF mit der Bitte aufgetreten, den im Dezember 2002 verhafteten jungen Kommunisten in der Odessaer Strafsache Nr.144 eine materielle und moralische Unterstützung zu geben. Und ich berichtete darüber, welchen Folterungen sie in den ukrainischen Gefängnissen ausgesetzt sind. Man hörte sich das an und sagte natürlich, daß dafür kein Geld da sei, da in der Partei hauptsächlich Rentner seien. Ein paar Tage später verteilte ein Mitglied des Komitees auf der Maidemonstration einen vervielfältigten Artikel von A. A. Sinowjew und prahlte mir gegenüber, daß ein der KPRF angehörender Unternehmer Tausende dafür zugeschossen habe. Ich war empört. Für die Broschüre des Antikommunisten Sinowjew hatte sich Geld gefunden, aber für die Unterstützung revolutionärer Kommunisten war kein Geld da. Und es wurden natürlich auch keine Protestbriefe geschrieben. Wie kann man einer solchen Partei beitreten, in der bei weitem keine einfachen Mitglieder nicht einmal schwarz und weiß voneinander unterscheiden können, geschweige denn kommunistisch von antikommunistisch? Und noch dazu sind sie bis zur Unanständigkeit feige und gesetzeshörig.

Die KPRF – eine opportunistische, kleinbürgerliche Partei

Das Sjuganowtum ist Revisionismus in der Theorie und rechter Opportunismus in der politischen Praxis. Die KPRF orientiert sich nicht auf das Proletariat als revolutionäre Hauptkraft der Gesellschaft. Das Objekt ihrer Propagandaarbeit ist das Volk auf der Straße. Man setzt die Hoffnung auf die sozial orientierten Unternehmer, das kleine Business. Man macht im Volk Stimmung gegen die Oligarchen, verteidigt aber die Interessen des Kleinbürgertums. Lenin hatte tausendmal recht, als er sagte, daß der Kapitalismus aus der kleinbürgerlichen Privatproduktion geboren wird. Doch Lenin ist natürlich keine Autorität für diese opportunistische, kleinbürgerliche Partei.

Schwadronieren auf der Duma-Tribüne

Den Klassenkampf haben die Sjuganowanhänger auf Streikposten und Demonstrationen reduziert. Die KPRF konzentrierte sich dabei auf alle möglichen Protestaktionen, auf Reformforderungen, auf Zugeständnisse und Vereinbarungen. Ihre ganze Politik ist sozialreformistisch, versöhnlerisch. Den Gipfel des Kampfes bildet die parlamentarische Arbeit, die Reden auf der Duma-Tribüne und Einträge von Verbesserungen in den bürgerlichen Gesetzen, mit deren Hilfe Sjuganowsche Fraktion sich erhofft, den Kapitalismus zu verbessern, ihn volkstümlicher zu machen.

Sjuganow: „Rußland hat die Nase voll von Revolutionen“

Die Sjuganowleute verschweigen bewußt das Vorhandensein antagonistischer Klassen im Land und die Unvermeidlichkeit des ökonomischen, politischen und ideologischen Klassenkampfes zwischen ihnen. Sie haben auf revolutionäre Methoden des Kampfes verzichtet. Über allem steht die bekannte Sjuganowsche Phrase, die mehrfach gesagt wurde, daß Rußland schon zur Genüge Revolution gehabt habe. Die Notwendigkeit einer sozialistischen Revolution lehnt die KPRF ab und sie verzichtet auf die marxistische Idee einer Diktatur des Proletariats.

Rußlands „Linke“ – gewöhnlicher bürgerlicher Nationalismus

Den Kern des Marxismus, die Theorie vom Klassenkampf, warf Sjuganow als überflüssig hinaus. Ständig schreibt er über die Leiden des russischen Volkes, gerade so, als ob die Konterrevolution und der Zerfall der UdSSR nicht auch den werktätigen Völkern anderer Nationalitäten großes Leid zugefügt hätten. Er hört nicht auf, über irgendwelche russischen Fragen und russische Ideen zu schwatzen, was er für Patriotismus hält. Im seinem Buch „Rußland und die Russen“ schreibt er, daß die Lebensinteressen Rußlands darin bestünden, daß sich alle russischen Menschen und alle diejenigen Völker, die sich mit deren historischem Schicksal verbunden fühlen und die Rußland für ihre Heimat halten, auf deren Boden, unter den Fittichen und dem Schutz einer einheitlichen starken Staatsmacht versammeln. Diese wortgewaltige Tirade kann man für Geschwätz halten, sie ist aber typisch für Sjuganow, und sie klingt nach Spinnerei. Deshalb sagen wir hier ohne Emotionen über den Sjuganowschen Patriotismus, daß er ein gewöhnlicher bürgerlicher Nationalismus ist, der sich manchmal als Sozialchauvinismus darstellt.

Rußland braucht eine kommunistische Partei Leninschen Typs

Da die Arbeiterbewegung nicht ohne revolutionäre Theorie sein kann, muß es die wichtigste Aufgabe der kommunistischen Bewegung sein, die marxistische Weltanschauung in das Bewußtsein der Arbeiterklasse hineinzutragen. Heute ist ein Großteil des russischen Proletariats nicht als Klasse organisiert, lebt von kleinbürgerlichen Illusionen, ist mit ebensolchen Bedürfnissen verseucht, hat weder einen Klasseninstinkt, und schon gar nicht ein entwickeltes Klassenbewußtsein, und Klassensolidarität wird ausschließlich in seltenen Protestfällen aufgebracht.

Deshalb braucht Rußland dringend eine kommunistische Partei Leninschen Typs, die Lenin zufolge erklären würde: „Krieg den Opportunisten und Sozialchauvinisten, sie sind Verräter“. Die Opportunisten sind unsere Feinde. Von ihnen muß sich die kommunistische Bewegung befreien, gegen sie muß man kämpfen und darf man sich nicht mit ihnen vereinigen.

Siehe auch:

Die Überwindung des Anti-Stalinismus – Eine wichtige Voraussetzung für die Wiederherstellung der kommunistischen Bewegung als einer einheitlichen marxistisch-leninistischen Bewegung
hier und hier.

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6 Gedanken zu „Ist die Vereinigung der Kommunisten möglich?“

  1. Ja, auch in DE bräuchte es wieder eine KPD! Ohne Zweifel! Obwohl wir in DE leider nicht die Bedingungen vorfinden (lange kommunistische Tradition und Erfahrung), so ist es angesichts der weltpolitischen Lage mehr als Notwendig eine organisierte Kraft des Proletariats zu haben, die sich wehren kann gegen die z.Z. gefuehlte unbesiegbare Macht des Hegemons und seines Vasalls. Anders als in Russland sehe ich allerdings keine streunenden Parteizirkel, die sich zusammenschliessen wollten oder könnten.
    Wir haben wohl viele fähige Menschen, die sich selber als links bezeichnen wuerden, aber schon bei dem Begriff „Marxismus“ oder sogar „Leninismus“ die Nase ruempfen. Vielleicht gibt es andere Erfahrungen?
    Ich bin der Ueberzeugung, genau wie Ljubow Pribytkowa, dass es keine wirkliche Veränderung durch den Parlamentarismus geben kann. Aber ich denke, dass wir das Parlament benutzen muessen, fuer eine effektive Propaganda fuer eine neue KPD. Ich wuesste nicht, wie man ansonsten die Massen erreichen könnte. Hierzu fällt mir dann die Initiative von S. Wagenknecht ein, die eine linke Sammlungsbewegung initiieren will.
    Vielleicht hat Jemand Ideen hierzu?

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    1. Hallo, Horst,
      Zustimmung zu deiner Einschätzung, auch zu deiner Aussage mit dem Parlament.
      Die Linke (PdL) macht zwei entscheidende Fehler. 1. sie verleugnet den Marxismus-Leninismus und die Erfahrung des Klassenkampfes bis 1953 und wird schon so zu einer revisionistischen, keiner revolutionären Partei. 2. In Parlament ja, aber nicht mitregieren (eine revolutionäre Maxime), denn, man kann in einer Klassengesellschaft nur die Politik der herrschenden Klasse macht und das ist, wie der „Osten“ beweist – tödlich. Sollte die PdL eigentlich wissen, zu mindestens analysieren.
      Bei der PdL kann man folgendes feststellen: Kritik am System – Wahlerfolg – Mitregieren – Absturz in die Bedeutungslosigkeit – langsam aber stetig.
      Richtig ist, rein ins Parlament, Öffentlichkeit schaffen, aber nicht irgendwo mitregieren!!! Ich kann nicht im BT die Politik kritisieren und in Thüringen die selbe Politik machen. Dadurch hat sich die PdL völlig unglaubwürdig gemacht und hunderttausende Wähler an die AfD verloren.
      Von der „linke Sammlungsbewegung“ halte ich gar nichts. Das wird ein Palaver- und Diskutier-Club, mehr nicht. Nur eine starke revolutionäre, marxistische-leninistische Partei, kann die „Linken“ „sammeln“!

      Dazu folgende Zitate von Marx:

      „Die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.“
      „Der Staat ist politisches Machtinstrument der ökonomisch herrschenden Klasse einer Gesellschaft.“
      „Der Staat ist die „öffentliche Gewalt zur Unterdrückung in der Klassenherrschaft“, die „Maschine der Klassenherrschaft“, das „nationale Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit“.“ (Texte zur französischen Revolution)
      Gruß Sascha

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      1. Moin, Sascha, vielen Dank fuer Deine Antwort, die ich im Wesentlichen teile. Ich denke nicht, dass wir eine Änderung der bestehenden Verhältnisse im Parlament erreichen, schon gar nicht ueber eine wie auch immer geartete Regierungsbeteiligung.
        Worum es meiner Meinung nach geht, ist aus dieser Starre heraus zukommen.
        Ich will hier wirklich keine Werbung fuer Wagenknecht machen, aber sie ist die einzige in DE, die nennenswerten Zugang zu Medien hat um das Volk zu erreichen.
        In Italien hat D. Losurdo eine neue PCI gegruendet. Ich weiss so gut wie nichts darueber, nur, dass er es getan hat. In Griechenland hat man die Syriza. In Spanien hiess die Partei Podemo (o.ä.). Alles vielleicht nicht das „Non Plus Ultra“, aber man kann aus Fehlern lernen.
        Denkst Du, dass es möglich ist in DE eine KPD, die ihren Namen zu Recht trägt mittelfristig ins Leben zu rufen? Ich glaube eher nicht.
        Meine Gedanken zu besagter Sammlungsbewegung sind die, dass etwas Neues auch immer die Chance bietet „mitzumischen“. So sehr ich Deinen Blog (sagt man wohl) gut finde, so sehr habe ich Zweifel, ob er ausreicht, d.h. genuegend Menschen findet, die mitmachen. Da sehe ich das Experiment „Sammlungsbewegung“ als etwas Positives, die hilfreich sein könnte, Ideen und Aktionen zu sammeln und zu vervielfältigen. Ich bin auf Deine Ideen gespannt.
        Gruss Horst

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        1. Hallo, Horst,
          ich versuche laufend auf deinen Kommentar zu antworten, aber ständig kommt mir was dazwischen. Deshalb nur ganz kurz.
          Die Starre bekommt man nicht mehr aus den Menschen raus. Zu sehr hat der Chruschtschowsche Revisionismus und die Demagogie der herrschenden Klasse, den Kommunismus desavouiert. Das Verschwinden der soz. Länder kommt erschwerend hinzu.
          Hört sich pessimistisch an, ist es aber nicht.
          Der Kap./Imp. selbst wird dafür sorgen, das sich das Bewusstsein der Menschen ändert. Wir alle kennen seinen Entwicklungsweg. Zugegeben, dazu müssen die Menschen in die Barbarei gehen, aber anders wirst du ein Umdenken bei der breiten Masse nicht mehr erreichen. Die Losung: Revolution statt Krieg, Sozialismus statt Barbarei funktioniert nicht mehr. Wenige denken noch an Sozialismus und noch wenigere an Revolution. An B. Brecht denken: Wenn erst der Bauch kommt und dann die Moral, ändert sich nichts in der Gesellschaft. In dieser Zeit leben wir.
          Zusammenfassen kann ich sagen, dass aus meiner Sicht, eine „Sammlungsbewegung“ nicht zu Stande kommen wird, und wenn, dann bringt diese „Sammlungsbewegung“ nichts, da zu viele Ideologien aufeinandertreffen würden. Es ware wie schon geschrieben, aus meiner Sicht, ein Diskutier-Club.
          Wenn sich Parteien, die sich kommunistisch nennen, eine gewisse Grundkenntnis des M-L haben, noch nicht einmal über die historische Einordnung der Zeit von 1917 – 1953 und dann bis 1989/90, einig sind; sie als Stalinismus abqualifizieren und den bürgerlichen Revisionismus nach dem Munde reden, dieses Mal von ganz weit links, (s. Kurt Gossweiler – Die Überwindung des Anti-Stalinismus–Eine wichtige Voraussetzung für die Wiederherstellung der kommunistischen Bewegung als einer einheitlichen marxistisch-leninistischen Bewegung) wie sollen da linke Gruppen einen Konsens finden.
          Jedoch, vielleicht ist es möglich, denn linke Gruppen haben oft nicht so verknöchert Macht- und Denkstrukturen wie diese revisionistischen „kommunistischen“ Parteien.
          Schauen wir mal.
          Gruß Sascha

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  2. Moin, Sascha, jetzt muss ich gestehen, dass ich leider versäumt habe nach weiteren Nachrichten hier in Deinem Block nachzuschauen. Darum antworte ich so spät.
    Ja, Du schreibst mit Recht, dass es sich um ein Diskutier-Zirkel handeln wuerde. Doch worin siehst Du das Problem? Wir haben alle Argumente der Welt, um unentschlossene Menschen zu ueberzeugen von unserer Sichtweise der Dinge. Das Problem ist aus meiner Sicht, dass es vertane Liebesmueh ist sich einer fertigen Partei anzuschliessen. Es sei denn jemand kann sie aus dem Hut zaubern. Du machtest eine Andeutung hinsichtlich linker Gruppen?
    Ich denke, dass Menschen, die sich fuer den Kampf gegen den Imperialismis als das höchste Stadium des Kapitalismus engagieren wollen, die muessen nicht auch gleichzeitig alle meine anderen Positionen teilen. Wenn es wichtig wird, kann man solidarisch auf Grundlage gemeinsamer Kämpfe und Aktionen auch ueber Stalin und die Verleumdung seitens der Herrschenden diskutieren. Doch dies als Voraussetzung zu machen beschneidet uns doch vieler Menschen, die ansonsten vielleicht mitmachen wuerden.
    mit sozialistische Gruessen
    Horst

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    1. Hallo, Horst,
      ich bin gegen eine Sammlerbewegung, weil das Grundsätzlich zum Scheitern verurteilt ist.

      „Wir haben alle Argumente der Welt, um unentschlossene Menschen zu ueberzeugen von unserer Sichtweise der Dinge.“

      Horst, du kannst keinen überzeugen, der im Kapitalismus sozialisiert wurde und nur Demagogie über den Kommunismus, bzw. die Versuche ihn aufzubauen (z.b den sogenannten Stalinismus) gehört hat, manipuliert wurde und indoktriniert ist, zumal es genauso viele linke Reaktionäre (Revisionisten) gibt, wie rechte gibt; die alle in einer Liga spielen; die einen von links die anderen von rechts.

      Bei einer Sammlerbewegung wäre der Ausgangspunkt hunderte Organisationen, die alle unterschiedliche Vorstellungen vom Kommunismus bzw. vom Weg zum Kommunismus haben würden und diese Verstellungen dann erst einmal ausdiskutieren wollen. Diese vielen Organisationen zu einem Punkt zu führen, an dem sie sich einig sind, über den Weg zum Kommunismus bzw. dem Kommunismus selbst, ist ein unmögliches Unterfangen. Das zeigt die Parteien-Teilungsgeschichte. Zum Schluss würden selbst die Gemeinsamkeiten zerredet und nichts würde dabei heraus gekommen sein. Zeit wäre vergangen, mehr nicht! Das zeigen die Vergangenheit und die Erfahrung.
      Das ist auch völlig normal so. Auf Grund von Bildung, Herkunft, Sozialisation, Interessen und anderen Einflussfaktoren, müssen die Vorstellungen unterschiedlich sein; sie anzugleichen aber, ein Ding der Unmöglichkeit.
      Der richtige Weg ist, nach meiner Meinung, eine Avantgarde erarbeitet ein Konzept, ein Manifest, für eine Kommunistische Partei heutiger Zeit aus, so wie Marx und Engels das Manifest der Kommunistischen Partei 1848 ausgearbeitet haben. So kann z.b. auch dieses Manifest auf die heutige Zeit weiterentwickelt werden. Nur eine Avantgarde kann alle Punkte die beachtet werden müssen, erfassen, analysieren und in das Manifest einarbeiten, (der „kleine Mann“ ist dazu nicht in der Lage) so wie es eben Marx, Engels und Lenin gemacht haben.
      Wenn das Manifest dann fertig ist, muss es veröffentlicht werden und alle die diesem Manifest für richtig halten und zustimmen, schließen sich dieser Bewegung an oder lassen es. Nur so, davon bin ich überzeugt, kann eine neue revolutionäre marxistisch-leninistische Partei und eine weltweite Organisation entstehen.
      Wir haben doch mit den Werken der Klassiker ( Manifest, Womit beginnen?, Was tun?) einen genügend großen Erfahrungsschatz um neu starten zu können, da brauchen wir doch das Rad nicht schon wieder neu erfinden, das nicht rund wäre, sondern viereckig.
      Zum Schluss.
      Weiterhin glaube ich, das es die Feinde des Kommunismus sind, bürgerliche Linksliberale, die eine Diskussions-Club wollen, um dieser revolutionären Bewegung von vornherein die Spitze zu nehmen, weil sie genau wissen, dass das alles in die Hose geht. Ignazio Silone hat doch nicht um sonst formuliert: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“.“ Diese ganze Diskussion um die Sammlerbewegung (und hier muss man sich die Befürworter genau ansehen) ist zwar nicht der Faschismus, der Anti-Kommunismus, in Form von Opportunismus und Revisionismus, schon – es ist Reformismus.
      Rote Grüße
      Sascha

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