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Über die Wahrheit, Fälschungen, Lügen und der bürgerlichen Geschichtsklitterung an Hand der „Katyner Sache“


Über die Wahrheit, Fälschungen, Lügen und der bürgerlichen Geschichtsklitterung an Hand der „Katyner Sache“

Ich stimme mit den Wissenschaftlern und Philosophen über ein, die schreiben:

„Es gibt eine Wirklichkeit, die objektiv vorhanden ist und völlig unabhängig von uns Menschen existiert. Aus den Wirkungen dieser Wirklichkeit, die wir beobachten und analysieren können, schaffen wir uns ein Bild dieser Wirklichkeit und dieses Bild ist dann unsere individuelle Realität und wird zur „subjektive Wahrheit“ dieser vorhandenen, objektiven Wirklichkeit.
Diese individuelle Realität oder subjektive Wahrheit, als Abbildung der Wirklichkeit ist dann wahr, wenn sie mit der vorhandenen, objektiven Wirklichkeit übereinstimmt und sie ist falsch/unwahr, wenn sie nicht mit der vorhandenen, objektiven Wirklichkeit übereinstimmt. Sie ist immer relativ bezogen auf unseren bisherigen Wahrnehmungen der vorhandenen, objektiven Wirklichkeit, d.h. sollten sich Wahrnehmungen ändern oder neue hinzukommen, muss unsere individuelle Realität und subjektive Wahrheit, neu angepasst werden, um wieder so gut wie menschenmöglich mit der vorhandenen, objektiven Wirklichkeit übereinzustimmen.“

Soweit die Theorie.

Wie sah es oder wie sieht es, in der Praxis aus?

Marx schreibt: „Die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der (Klassen)Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht“, d.h. diese Klasse bestimmt auch, was Wahrheit und was Lüge ist, unabhängig der Wirklichkeit, „die objektiv vorhanden ist und völlig unabhängig von uns Menschen existiert“ (s.o.).

Diese herrschende Klasse hat aber auch kein Interesse daran, wenn es um die Wahrheit geht, sich der vorhandenen, objektiven Wirklichkeit wenigsten so weit wie möglich, anzu nähern. Die „Wirklichkeit“ der herrschenden Klasse ist immer klassenbezogen, so wie die Wirklichkeit, der unterdrückten Klasse, ebenfalls klassenbezogen ist. Allein aus dem Klassenbezug der Wirklichkeit, lässt 1. die Aussage ableiten, das es freie Wissenschaften nur in einer klassenlosen Gesellschaft gibt und 2. lässt sich sich der Wahrheitsgehalt von Aussagen erkennen.

Dieser Klassenbezug trifft ganz besonders auf die Geschichtsschreibung zu, denn Grundlage jeder Ideologie ist die Geschichtsschreibung, besser das Geschichtsverständnis der Klasse. Marx und Engels haben das, mit dem Manifest der Kommunistischen Partei, bewiesen. Zum ersten Mal war zu lesen: Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft (das heißt, genau gesprochen, die schriftlich überlieferte Geschichte) ist die Geschichte von Klassenkämpfen. …

Mit dem bürgerlichen Geschichtsverständnis, wird nicht die vorhandenen, objektiven Wirklichkeit erforscht und aufgeschrieben, sondern die Wirklichkeit wird verfälscht, mit Lügen und Behauptungen angereichert, denn dieses Verständnis dient nicht zur Abbildung der Wirklichkeit in der Geschichtsschreibung, sondern einzig und allein dem Machterhalt der herrschen Klasse. Anders ausgedrückt: Es wird Geschichtsklitterung bis zum Exzess, betrieben. Nur wenige Geschichtsgelehrte sind heute nicht in diesen Exzess verwickelt und stellen ihre Reputation über den herrschenden Zeitgeist.

Sehen wir uns ein Beispiel an.

2007 erschien das von den bürgerlichen Massenmedien hochgepriesenen und in hohen Auflagen gedruckt Buch von Beevor über Stalingrad. Abgesehen von dieser Lobpreisung, die für die gekauften Vasallen und Lakaien der herrschenden Klasse gängige Praxis ist, bleibt die Frage: Wie hoch ist der Wahrheitsgehalt dieses Buches?

Der schwedische Autor Mario Sousa hat sich mit dieser Frage beschäftigt und hat festgestellt, dass „dieses Buch durchweg auf den Lügen der Nazis basiert und eine grobe Fälschung der Geschichte ist“.

In einem kurzen Abschnitt, den Verbrechen der Nazis in Katyn betreffend,

schreibt Mario Sousa: (Mario Sousa: Lügen über Katyn)

bevoor„Ich hatte anfangs die Absicht, eine kurze Rezension zu schreiben. Aber das war nicht leicht. Es stellte sich bald heraus, dass das Buch über „Stalingrad“ von Beevor eine Hetzschrift gegen die Sowjetunion ist, Seite um Seite voller Lügen, eine Gesamtfälschung der Geschichte. Um alle diese Lügen zu widerlegen, müsste man mehrere Bücher schreiben. Eine Rezension, die sich mit nur einigen der gröbsten Lügen befasst, würde viele Zeitungsspalten füllen. Und obwohl die vorliegende Rezension auf ein Minimum reduziert wurde, ist sie schon doppelt so lang, wie ich mir vorgestellt hatte…“

Das Massaker von Katyn

„Eine andere der gelegentlichen Lügen von Beevor bezieht sich auf das Katyner Waldgemetzel in der Nähe von Smolensk. In seiner Verleumdungskampagne gegen die Sowjetunion muss Beevor natürlich ein Kapitel dem NKWD widmen, diese Organisation, die beschuldigt wird, eines der schrecklichsten Verbrechen begangen zu haben. Beevor schreibt, „dass sich eine andere Abteilung des NKWD, aufgestellt durch Berija, im Herbst 1939, mit feindlichen Kriegsgefangenen befasste. Ihre erste Hauptaufgabe sei die Liquidation von mehr als 4.000 polnischen Offizieren im Wald an Katyn“ gewesen.

Solch eine ernste Behauptung verlangt eine Erklärung, aber dazu ist Beevor nicht fähig. Er nimmt seine Information direkt von Hitler!

Die Existenz einer großen Zahl von Massengräbern polnischer Offizieren wurde am 13. April 1943 von der Propaganda-Abteilung von Hitler und Goebbels bekannt gegeben. Die Nazis beschuldigten die sowjetische Regierung, die Ermordung von 15.000 polnischen Offizieren organisiert zu haben. Das Katyner Gebiet war seit 1941 unter deutscher Okkupation. Während dieser zwei Jahre der Okkupation erwähnten die Nazis nie irgendwelche Gemetzel in der Nähe von Katyn. Doch genau in jenen zwei Jahren hatten die Nazis Millionen von Menschen in Konzentrationslagern und in den besetzten Ländern (darunter auch in der Sowjetunion) ermordet. Warum wollte man „das sowjetische Gemetzel“ von 15.000 Menschen ausgerechnet im April 1943 publik machen?“

Was war der Grund für die Lügen der Nazis?

„Man muss wissen, dass dieses Gemetzel am 13. April – nur einen Monat nach der großen nazistischen Niederlage von Stalingrad am 2. Februar – bekanntgemacht wurde. Die Nazis brauchten ein Stück der Propaganda. Der britische Außenminister Eden, brachte am 4. Mai 1943 zum Ausdruck, dass die Nazistischen Mörder von Hunderttausenden von Polen und Russen, die Geschichte der Ermordung von Katyn brauchten, um die Einheit der Verbündeten (Alliierten) zu zerstören. Mit dieser Aussage war zunächst einmal Schluss mit der Nazistischen Lügengeschichte des Katyner Waldgemetzels.

Aber während des kalten Kriegs gegen die Sowjetunion erschienen erneut Anschuldigungen über das angeblich sowjetische Gemetzel im Katyner Wald. Dieses Mal kam es nicht von der Gestapo, sondern von den Vereinigten Staaten und von Großbritannien. Diese Anschuldigungen wurden später durch die Konterrevolution in der Sowjetunion, durch Gorbatschow und Jelzin erneuert. Es wurde eine Kommission geschaffen, um die Frage noch einmal zu untersuchen, und um zu herauszufinden, wer das Gemetzel im Katyner Waldes ausgeführt hatte. Der sowjetisch-polnische Untersuchungsausschuss und später die russisch-polnische Kommission, konnten keine Beweise für eine sowjetische Beteiligung finden, obwohl sie schlechterdings so tun wollten. Die Ergebnisse der Kommission zeigen, dass die polnischen Offiziere, die in Katyn starben, mit deutschen Waffen ermordet worden waren, und dass die Opfer ungefähr 4.000, nicht 15.000 waren, wie Hitler sagte.“

(Anm.: Trotzdem nahm das russische Parlament eine Erklärung an, wonach die Schuld für das Massaker der ehemaligen sowjetischen Führung, unter Stalin, zugeschrieben wird – Anti-Kommunismus bis zur Gleichmacherei mit den deutschen Nazis. An diesem Tag zog Goebbels endgültig in Moskau ein. Hitler hatte es nur bis vor die Tore Moskaus geschafft. Dank dieser Konterrevolutionäre und Verräter wohnt Goebbels direkt im Parlament.
Prof. Wiktor Iljuchin nannte diese Erklärung „unpatriotisch“, weil sie den Interessen des Landes zuwiderlaufe.)

Der Betrug durch die schwedischen Übersetzer

„Die schwedische Übersetzung stimmt mit dem englischen Original nicht überein! In der schwedischen Ausgabe (Historiska Medien, 2000 S. 99) heißt es, dass 15.000 polnische Offiziere in Katyn ermordet wurden. Doch in der ursprünglichen Ausgabe (Penguin Books, 1999, S. 86) steht, dass 4.000 polnische Offiziere in Katyn umgebracht wurden. Ist es Antony Beevor, der diese Aussage trifft, oder ist es der schwedische Redakteur? Irgendwie zeigt sich daran, wie seriös ihre Geschichtsbücher sind!

bevoor-stalingrad

So weit die Aussagen von Mario Sousa.

Geschichtsklitterung in Reinkultur!

Bei der Beschäftigung mit dem Thema Katyn, bin ich dann auf folgende Artikel gestoßen:

Über die Nazimorde im Wald von Katyn
KATYN – Note der Sowjetregierung an die Regierungen der USA (1951)
Geschichtsfälscher
Waren die Dokumente über Katyn gefälscht?
Wahrheit und Lüge über Katyn
Katyn – eine antisowjetische Fälschung
Nach einmal: Katyn – Wahrheit und Mythos
Der lange Schatten des Joseph Goebbels
Europäischer Gerichtshof: Lügen über Katyn entlarvt!
Elena Prudnikowa: Die Story der Fälscher
Professor Iljuchin wurde ermordet

In diesen Artikeln wird zweifelsfrei nachgewiesen, dass 1. Anti-Kommunismus immer gleichzeitig mit Geschichsklitterung und Geschichtsrevislionismus zu tun hat und 2. im heutigen Russland die Geschichte genauso geklittert wird wie sie schon über Jahrzehnte in den sogenannten Demokratien geklittert wird, bis hin zur Archivfälschung und Auftragsmord.

Waren es nicht die revisionistischen Verräter, Gorbatschow, Jelzin und Medwedew die 1. die Archive geöffnet, 2. die Dokumente gefälscht und dann an Polen übergeben und 3. weinerlich die Schuld der Sowjets anerkannt haben. Wie sich herausstellte waren dann alle übergebenen Dokumente gefälscht.

Sascha schreibt auf seinem Blog: Sascha’s Welt, im seinem Artikel: Fälscher im Russischen Staatsarchiv, den ich hier vollständig wiedergeben möchte, weil er in ganz besonderer Weise, die Geschichtsklitterung durch gekaufte Vasallen und Lakaien der herrschenden Klasse darstellt und aufzeigt, dass die bürgerliche Geschichtsschreibung (besser Klitterung), vor allen Dingen, die des 20. Jahrhunderts auf „Goebbels“-Lügen und Nazi-Demagogie beruhen. Und das die Auftragsgeben der Geschichsfälschungen auch vor Mord nicht zurück schrecken.

Fälscher im Russischen Staatsarchiv

2. August 2013

ilyuhin-katyn-1Genosse Prof. Iljuchin auf einer Pressekonferenz im Mai 2010

Vor etwas mehr als einem Jahr (2010) deckte der Jurist und Duma abgeordnete Prof. W. I. Iljuchin die großangelegten Fälschungen im russischen Staatsarchiv auf. Diese Fälschungen bezogen sich vor allem auf die goebbelsschen Lügen um die „Katyner Sache“, die angeblich von Stalin angewiesene und vom sowjetischen Geheimdienst NKWD durchgeführten Ermordungen polnischer Offiziere im Wald von Katyn. Prof. Iljuchin konnte an Hand von Dokumenten, Stempeln und Fälscherwerkzeuge beweisen, dass diese Fälschungen unter dem damaligen Präsidenten Jelzin geschahen. Als Iljuchin sich dann mit den Aktivitäten Putins im Zusammenhang mit der Vernichtung der Sowjetarmee befasste und ein offizielles Tribunal forderte, kam seine Tochter unter mysteriösen Umständen bei einem Verkehrsunfall ums Leben, und am 19. März 2011 starb dann „plötzlich und unerwartet“ Iljuchin selbst an Herzversagen. (Man kann auch sagen: Er wurde heimtückisch ermordet!)

Eine erste Erklärung Prof. Wiktor Iljuchins zu den Fälschungen im Kreml im Mai 2010 „Plumpe Fälschungen geheimer Dokumente im russischen Staatsarchiv“ (russ.):

Danach fand eine offizielle Pressekonferenz zur „Katyner Sache“ statt. Hier noch einmal der Bericht von dieser Pressekonferenz:

Am 18. Juni 2010 fand in der Staatsduma der Russischen Föderation eine Pressekonferenz mit dem Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der KPRF S. N. Reschulskij und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees der Staatsduma für Gesetzgebung und staatlichen Bau W. I. Iljuchin statt.

Wir erinnern daran, dass Wiktor Iljuchin die Arbeitsgruppe der Fraktion der KPRF zur Untersuchung der Umstände sogenannten „Katyner Sache“ in der Staatsduma leitet. Zu dieser Kommission gehören unabhängige Forscher, Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Die Kommission hat eine umfangreiche Arbeit geleistet, deren vorläufige Ergebnisse am 19. April an dem von der Fraktion der KPRF organisierten „Runden Tisch“ in der Staatsduma vorgestellt wurde. Im Ergebnis der Untersuchungen wurde der Dokumentarfilm „Das Polnische Kreuz Russlands“ produziert, den man auf der Website der KPRF anschauen kann. Wie Sergej Nikolajewitsch Reschulskij darlegte, streben die Abgeordneten eine erneute parlamentarische Untersuchung zu den jetzt vorliegenden Tatsachen an.

Die Teilnehmer des „Runden Tisches“ kamen zu dem Schluss, dass die früher von der russischen Staatsanwaltschaft geleitete Untersuchung der „Katyner Sache“ voreingenommen war, und die Schlussfolgerungen der Generalstaatsanwaltschaft folglich nicht den Tatsachen entsprechen. W. I. Iljuchin äußerte sich empört über die „unverschämte“ antirussische Version, welche seinerzeit von dem nicht unbekannten Goebbels eingeführt worden war, dass angeblich sowjetische Tschekisten die polnischen Kriegsgefangenen erschossen haben sollen, und nicht die deutschen Faschisten.

Wo sind die übrigen Leichen?

Die Expertise bewies (und diese Tatsache verneint auch die polnische Seite nicht), dass die polnischen Kriegsgefangenen mit deutschen Waffen und deutschen Geschossen erschossen wurden. Die Hände der Gefallenen waren nicht Hanfschur gefesselt, wie das zu jener Zeit in der UdSSR üblich war, sondern mit Papierschnur, die in Deutschland hergestellt wurde. Die Leichen trugen warme Kleidung, obwohl nach der Version Goebbels und der modernen Sowjetfeinde, die Mitarbeiter des NKWD die Erschießung angeblich im Mai 1940 vornahmen. Deshalb ist unsere Version wahrscheinlicher, dass die Deutschen die Erschießungen im Spätherbst 1941 durchführten. Der Ort der Erschießung in der Nähe einer Autostraße und eines Pionierlagers ist deshalb zweifelhaft, dass im friedlichen Jahr 1940 dort begonnen werden sollte, Massenerschießungen zu veranstalten. Zu verschiedener Zeit wurden aus den Gräbern etwa 6.000 Leichen exhumiert, doch die polnische Seite hält uns für schuldig am Tod von 21.700 Personen. Doch wo sind die übrigen Leichen?

Eine zweifelhafte „Notiz Berijas“

Die Anti-Sowjetisten verweisen auf eine Notiz Berijas Politbüro des ZK der Allunions-KP(b), wo er vorschlägt, die obengenannte Anzahl polnischer Kriegsgefangener zu erschießen. Aber Schriftexpertise hat ergeben, dass diese Notiz aus irgendeinem Grunde auf verschiedenen Schreibmaschinen hergestellt wurde, und dass zu jener Zeit diese Schriftführung nicht zugelassen war. Auf dem Beschluss des Politbüros gibt es weder eine Unterschrift noch ein Siegel. Noch etwas, aus irgendeinem Grunde befindet sich auf dem Auszug aus dem Beschluss das Siegel der KPdSU (das Staatsarchiv machte dieses Dokument vor kurzem nach einem Hinweis D. Medwedews bekannt).

Die Siedlung der Fälscher

Nach Aussagen W. I. Iljuchins gibt es einen Zeugen, der behauptet, dass Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Apparat B. Jelzins eine spezielle Gruppe geschaffen wurde, die sich mit der massenhaften Fälschung von Dokumenten beschäftigte und sich in den ehemaligen Wochenendhäusern der KPdSU in der Siedlung Nagornyj aufhielt. Das es diese Gruppe möglicherweise noch heute gibt, schloss der kommunistische Abgeordnete nicht aus.

Das gefälschte Lenin-Testament

„In 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erinnerte das Staatsarchiv an einen großen Flohmarkt“, sagte W. I. Iljuchin. Insbesondere wurde bekannt, dass im Gefolge von Jelzin von dem anti-sowjetischen Wendehals D. Wolkogonow aus dem Geheimen Staatsarchiv Hunderte von Dokumenten in die Kongressbibliothek der USA entführt wurden. Schon jetzt ist bewiesen, dass die Belege, nach denen J. W. Stalin angeblich ein Agent der zaristischen Ochrana gewesen sei, das sogenannte Testament W. I. Lenins sowie die Dokumente, die mit dem Verzicht Nikolais II. verbunden sind, in dieser Zeit gefälscht wurden. W. Iljuchin stellte die rhetorische Frage: „Wem kann man in unseren Archiven noch glauben?“ und zog daraus die Schlussfolgerung, dass man auf staatlicher Ebene eine Untersuchung dieser Tatsachen im Rahmen eines Straftatbestandes einleiten muss, wobei alle Materialien dem Gericht zu übergeben seien, das dann einen endgültigen Beschluss zu fassen habe.

Iljuchin: „Wir fürchten um sein Leben…”

Die auf der Pressekonferenz anwesenden Vertreter der polnischen Massenmedien und der anti-sowjetischen russischen Organisation „Memorial” gerieten darüber buchstäblich aus dem Häuschen. Sie versuchten erfolglos, den Kommunisten mit ihren Fragen in die Sackgasse zu führen, was ihnen jedoch nicht gelang. Am meisten interessierten sich die Anti-Sowjetisten dafür, warum auf der Pressekonferenzen nicht der Zeuge vorgestellt wurde, welcher über die geheime Gruppe in der Siedlung Nagornyj berichtet hatte. „Wir fürchten für sein Leben“, antwortete W. I. Iljuchin. „Der Zeuge wird der Untersuchung vorgestellt, sobald sie auf staatlicher Ebene durchgeführt wird.“ Wiktor Iljuchin sagte auch, dass auf die Teilnehmer seiner unabhängigen Kommission Druck ausgeübt werde und ihnen offiziell vorgeschlagen worden sei, sich von diesen oder jenen Anträgen loszusagen. Was die Position der russischen Staatsmacht betrifft, eine Schuld der ehemaligen sowjetischen Führung für die Erschießung der polnischen Kriegsgefangenen anzuerkennen, nannte Wiktor Iljuchin sie „unpatriotisch“, weil sie mit den Interessen des Landes zuwiderlaufe.

Das polnische Volk ist ein stolzes Volk, das niemals vor jemandem etwas zu bereuen hat,“ sagte W.I. Iljuchin. „Doch es sollte die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in polnischer Gefangenschaft umgekommenen Rotarmisten eingestehen. Nach unseren Einschätzungen kamen damals etwa 120.000 Rotarmisten in polnische Gefangenschaft, von denen etwa 80.000 – 85.000 gefoltert wurden und starben.“

Nach der Pressekonferenz wurden den Journalisten die gefälschten Abdrücke, die Blanko-Formulare aus den 30er-40er Jahren, sowie die echten Petschaften und Stempel, die für die Herstellung der Fälschungen verwendet wurden, zur Begutachtung vorgestellt. Dies alles hatte der betreffende Zeuge aus der Siedlung Nagornyj der unabhängigen Kommission zur Verfügung gestellt. Er übergab einen ganzen Band hergestellter falscher Dokumente, darunter der Dokumente über eine angebliche Zusammenarbeit des NKWD mit der Gestapo. Wie die Expertise belegte, steht auf der Unterschrift Müllers ein gefälschter Stempel, und die Unterschrift Berijas ist gefälscht.

Leider haben die offiziellen Massenmedien, in erster Linie die großen Fernsehanstalten, die Taktik des Verschweigens der Ergebnisse der Untersuchung fortgesetzt, obwohl es unumstößlich ist, dass die von ihr bekannt gemachte Information sensationell ist. Leider sind das die Spielregeln, nach denen die sogenannte „unabhängige bürgerliche Presse“ verfährt.

… und die gleichen Spielregeln gelten für die bürgerliche Geschichtsklitterung – nicht zur Kenntnis nehmen ,verschweigen, verdrehen, lügen, entstellen, fälschen und alles mit ein paar Halbwahrheiten kaschiert, als Wahrheit verkaufen.

Zum Schluss noch einen Artikel in gleicher Sache.

Der kommunistische Ankläger Prof. Iljuchin ist tot

20. November 2015

Wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag kam Wiktor Iljuchin unter ungeklärten Umständen ums Leben. Man kann heute davon ausgehen, dass es ein Auftragsmord war.

Der studierte Jurist aus einer Kleinstadt in der Nähe von Pensa hatte viele Jahre als Generalstaatsanwalt der UdSSR gearbeitet und sich u. a. mit der Aufklärung der Nazi- und Kriegsverbrechen befasst. Bis zuletzt war er als kommunistischer Abgeordneter in der Staatsduma tätig und vertrat die Interessen der russischen Arbeiterklasse. Inzwischen sind fünf Jahre seit seiner Ermordung vergangen, ohne dass die Täter jemals gefunden und zur Verantwortung gezogen werden konnten.

Prof. Iljuchin hatte den Beweis erbracht, dass die „Dokumente“ der Nazis über Katyn Fälschungen waren. Dies ist eine sehr wesentliche Tatsache, denn sie zeigt ein weiteres Mal, dass die deutschen Kriegsverbrechen in der Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 noch lange nicht verjährt und erledigt sind.

Zum Tode von Professor Iljuchin

Pawel Barabanschtschikow, Pensa

profiljuchinAuf Kommunisten-online am 22. März 2012 – Heute vor einem Jahr, am 19. März, kam Genosse Iljuchin ums Leben. Der Tod trat plötzlich und unerwartet ein, der offiziellen Version nach – auf Grund von Herzversagen. Aber bis heute wissen wir nicht, und vermutlich werden wir es niemals erfahren, wieso dies einem bis dahin vollkommen gesunden Menschen geschieht, der sich niemals über sein Herz beklagte, und der noch kurz vor seinem Tode zu einer planmäßigen medizinischen Untersuchung war. Viele sehen die Merkwürdigkeiten um das plötzliche Ableben Prof. Iljuchins im Zusammenhang mit seinem kompromisslosen politischen Kampf.

Am 10. Februar 2011 fand in Moskau auf Beschluss der Gesamtrussischen Offiziersversammlung ein Militärtribunal zur Verurteilung der destruktiven Tätigkeit Putins statt. Die Seite der Anklage vertrat der Duma-Abgeordnete und Kommunist Wiktor Iljuchin, der auch die Anklagerede hielt. Das Militärtribunal fasste den Beschluss, dass ein weiterer Verbleib Putins im Staatsdienst für undenkbar gehalten wird, und seine Tätigkeit einer sorgfältigen Untersuchung durch Rechtsschutzorganen zu unterziehen sei.

Die Merkwürdigkeit besteht darin, dass zwei Tage vor dem Tode Iljuchins die Antworten fällig waren auf Fragen, die die Abgeordneten im Ergebnis des Tribunals an den FSB und den Präsidenten gerichtet hatten. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass weder vom Präsidialamt noch von der Regierung zur Beerdigung von Wiktor Iljuchins an die Adresse seiner Familie ein Wort der Kondolenz übermittelt wurde.

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