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Dummheit, Trägheit, Ignoranz…?


Dummheit, Trägheit, Ignoranz…?

Sascha’s Welt, 9. März 2018

tropkowWenn man frühmorgens das Radio anschaltet, dann könnte man den Eindruck gewinnen, daß es außer Wettermeldungen, den neuesten Blitzern, Bucherscheinungen und dem allgemeinen Bla-bla der Moderatoren nichts wichtigeres auf der Welt gäbe. Nun gibt es allerdings genügend ernsthafte Dinge und auch einigen Grund zur Besorgnis. Doch das verschweigt uns der „Heimatsender“ geflissentlich. Kann man die Gegenwart so einfach ignorieren? Oder aber die Geschichte? Man kann… Ein Leser hatte sich nach der Lektüre  des Artikels von Sergej Alexejew: Die Tat des Obersergeanten Massalow“ einmal an die entsprechenden Bundesbehörden gewandt, auch um nähere Auskünfte zu erhalten. Ist doch die Tat des damaligen Obersergeaten Masalow keineswegs eine Geringfügkeit, die keiner Erwähnung bedürfte. Immerhin wurde die Rettung eines Kleinkindes durch einen sowjetischen Soldaten mit einem überlebensgroßen Heldendenkmal geehrt. – Die Antworten der Behörden sind bezeichnend…

Der Leser schrieb:

Sehr enttäuscht bin ich, sogar traurig, daß niemand eine Lesermeinung dazu abgab. Macht mich sehr nachdenklich, geht es doch hier um das Menschliche der sowjetische Soldaten. Ich wollte jedoch noch mehr wissen. Deshalb wandte ich mich

  • an das Bundesarchiv – Außenstelle Ludwigsburg,
  • an das Institut für Zeitgeschichte in München und
  • an das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam

habe um Auskunft gebeten und ihnen mein Anliegen unterbreitet. Hier mein Text:

„in einem Lesebuch der 3. Klasse in der DDR fand ich die Geschichte des Obersergeanten Massalow. Die sowjetische Armee lag einen Kilometer vor Berlins Zentrum. Massalow rettet eine kleines deutsches Mädchen, trotz Dauerbeschuss der Wehrmacht. Ich lege die Geschichte bei.
Warum schreibe ich Ihnen dies. Mich interessiert ob je ein deutscher Soldat, der auf sowjetischem Gebiet im Einsatz war, eine vergleichbare, unter den gleichen Bedingungen (Dauerbeschuss der sowjetischen Armee), ein sowjetisches Kind gerettet hat. Mir sind nur die Gräueltaten bekannt, die deutsche Soldaten an sowjetischen Kindern begingen.
Können Sie mir bei meiner Suche helfen. Wenn nein, an welche Stelle könnte ich mich wenden, die mir bei meiner Suche helfen können.“

Von allen Stellen bekam ich eine Antwort. Hier die wichtigsten Ausschnitte der Antworten:

1) Antwort vom Bundesarchiv – Außenstelle Ludwigsburg:

„Zu meinem Bauern können wir Ihnen in Bezug auf die von Ihnen
aufgeworfene Frage nicht weiterhelfen. Sie könnten sich ggf. an das
Institut für Zeitgeschichte in München sowie das Zentrum für
Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam wenden.“

2) Institut für Zeitgeschichte – Stellvertretende Bibliotheksleiterin – 80636 München:

„[..] leider können wir Ihnen nicht viel weiterhelfen. Es könnte sein, dass es in Einzelfällen ähnliche Rettungsaktionen deutscher Soldaten gegeben hat, allerdings ist das angesichts der Grausamkeit der deutschen Armee gegenüber der sowjetischen Zivilbevölkerung nicht sehr wahrscheinlich (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Sowjetischer_Krieg#Vernichtungspl%C3%A4ne_und_Mordbefehle und die dort genannte Literatur).

In der in der Bibliothek des IfZ vorhandenen Literatur sind jedenfalls keine derartigen Fälle eigens dokumentiert. [..]“

3) Ansprechstelle für militärhistorischen Rat Potsdam:

„[..] Das ZMSBw betreibt vorrangig Grundlagenforschung zur deutschen Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts, verfügt über eine umfangreiche Bibliothek, hat jedoch kein Archiv. Originalakten stehen nicht zur Verfügung, so dass wir nicht in jedem Fall weiterhelfen können.

Leider konnte ich, nach eingehender Recherche, keinen mit den von Ihnen beschriebenen Ereignissen direkt vergleichbaren Fall finden. [..]“

Die Antworten sprechen für sich! Und dabei wäre es ein Leichtes gewesen, über Google etwas über die Geschichte dieser sowjetischen Heldentat herauszufinden…

Dummheit, Trägheit, Ignoranz…

ist die Reaktion so einiger deutscher Zeitgenossen auf die Geschichte des 20.Jahrhunderts. Immerhin hat man sich nun doch in drei Instituten einmal mit der Geschichte dieses Falls auseinandersetzen müssen. Und das ist nun doch ein Erfolg!

Ruhm und Ehre den Helden der Sowjetunion!

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Denkmal für die Befreier von Berlin im Tereptower Park. Das berühmte Monument stellt einen sowjetischen Soldaten dar, der ein kleines Mädchen auf dem Arm hält. Auf dem gebiet des Treptower Parks befinden sich die Gräber von 7.200 sowjetischen Soldaten, die ihr Leben für die Befreiung Deutschlands vom Faschismus geopfert haben. Die Heldentat des Obersergeanten Masalow gab das Sujet für das Denkmal, das von dem berühmten sowjetische Bildhauer S. Wutschetitsch geschaffen wurde. Hier noch einmal die Geschichte:

Sergej Alexejew: Die Tat des Obersergeanten Massalow

Nachbemerkung:

Es ist in der Tat erschreckend, mit welcher Geschichtsklitterung und Nazi-Demagogie die Menschen, in der westlichen „Wertgemeinschaft”, verblödet wurden und werden. Oft findet man blütenreine Geschichtsklitterung des deutschen Faschismus, kultiviert für den „Kalten Krieg“, durch die westlichen Geheimdienst, als heutigen festen Bestandteil der westlichen Geschichtsschreibung(fälschung) und Ideologie.

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