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Der Koreakrieg und die Folgen


Der Koreakrieg und die Folgen

Sascha’s Welt, 19. März 2018

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USA-Okkupanten in Seoul 1951

Manchmal muß man die Verbrechen des USA-Imperialismus wieder in Erinnerung rufen. Wir haben erfahren, was Faschismus ist. Wir wissen, was in der Nazizeit geschah. Und wir wissen auch, daß einige der Hauptkriegsverbrecher vom Nürnberger Gericht dafür zur Verantwortung gezogen wurden. Sie wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Doch damit war die Geschichte nicht zuende. Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus flüchteten eine große Anzahl Nazi- und Kriegsverbrecher in den Westen (und u.a. mit Hilfe der katholischen Kirche über die „Rattenlinie“ nach Südamerika). Und das Morden ging weiter. Die Liste der USA-Kriegsverbrechen ist lang: Hiroshima/Nagasaki, Philippinen, Vietnam, Korea – und in jüngster Zeit: Bosnien, Irak, Libyen, Syrien – um nur einiges zu nennen. Die herrschende Klasse, das sind die Besitzer der Produktionsmittel, es sind die Milliardäre und Multimilliardäre, von denen es in jedem kapitalistischen Land einige gibt. Auch in der BRD. Sie sind die Schuldigen! Doch die Verantwortlichen wurden bisher nicht bestraft. Hier nun einige Fakten über den Koreakrieg:

Der Koreakrieg

Drei Jahre dauerte dieser Krieg. Vier Millionen Menschen mußten ihn mit dem Leben bezahlen, davon fast drei Millionen Koreaner, fast eine Million Chinesen. Auch 33.629 Amerikaner starben während der Kämpfe, einige hunderttausend wurden verwundet. Unter den Verwundeten befand sich auch der Sohn des Allen Welsh Dulles. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung, verlor das Gedächtnis, siechte in einem Sanatorium dahin.

Korea litt schwer

Der Chef der Luftstreitkräfte für den Fernen Osten, General Emmer O’Donnell, erklärte im „Mac-Arthur-Hearing” beinahe triumphierend:

„Fast die gesamte Halbinsel (ist) ein einziger großer Schutthaufen. Alles ist zerstört. Nichts Nennenswertes ist stehengeblieben … Es gab in Korea keine Ziele mehr.”

Der General irrte sich. Bis zum letzten Tag des Krieges wurde vor allem die KDVR bombardiert. Über eine Million Einsätze flogen die „Thunderjet”, die „Panther”, die „Skyraider”. Sie warfen soviel Bomben ab, wie während des zweiten Weltkrieges in Europa abgeworfen worden waren. Das bereits Zerstörte wurde immer wieder aufs neue zerstört.

Die USA verloren ihren ersten Krieg

Der Krieg verbrauchte eine Menge amerikanischer Generale. Einer nach dem anderen erlitt Niederlagen und mußte gehen: Der großsprecherische MacArthur, das „strategische Genie” Ridgway, der „Durchreißer” Mark W. Clark, der „Haudegen” Maxwell D. Taylor, der „Dandy” van Fleet. Sie begriffen nicht, daß die verachteten Koreaner nicht nur standhielten, sondern sie das Laufen lehrten. Sie erhielten von den Soldaten der Koreanischen Volksarmee und den chinesischen Volksfreiwilligen handfeste Lektionen. Das „Zurückrollen des Sozialismus” fand nicht statt. Die USA hatten ihren ersten Krieg verloren.

Die Folgen der Niederlage

Die Niederlagen brachten auch für andere Konsequenzen. Trygve Lie, der Generalsekretär der Vereinten Nationen und Vertrauensmann der USA, trat von seinem Amt zurück. Er konnte die Kritik nicht mehr ertragen. Mißachtung der UN-Charta, Dienstmann des Außenministers der USA, Verwandlung des Generalsektetariats in eine Filiale des Weißen Hauses … das waren noch die zahmsten Vorwürfe gegen Lie. Die Situation in der UNO veränderte sich, die „amerikanischen Jahre” waren vorbei. So. verließ er den seiner Meinung nach „unmöglichsten Posten der Welt”.

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Südkorea blieb okkupiert

Präsident Truman wurde abgewählt. Sein Gegner, General Dwight D. Eisenhower, gewann die Wahlen, weil er den Amerikanern versprach, den Krieg in Korea so schnell wie möglich zu beenden. Li Syng Man, der „schreckliche alte Mann”, der noch kurz vor dem Waffenstillstand im Juli 1953 zu einem neuen „Marsch nach Norden” aufgerufen hatte, konnte sich noch einige Jahre mit amerikanischer Unterstützung halten. Dann jagte ihn der Volkszorn der Südkoreaner davon. Wohin ging er? Dorthin, wo er hergekommen war: in die USA. Genauer gesagt: Er ließ sich wieder auf Hawaii nieder. Die Amerikaner, die in Südkorea blieben, sorgten für ihm ebenbürtige Nachfolger.

Die Kriegsgewinnler in den USA

Doch es gab auch Leute, die meinten: „Korea war ein Segen. Es mußte einfach ein Korea geben, entweder hier oder sonstwo.” Dieser Ausspruch stammt von General James. van Fleet, einem der Niederlagengenerale. Er dachte dabei wohl an seinen Chef, den Verteidigungsminister Louis Johnson, einen Vertreter der Flugzeugindustrie. Aber der Profit kam auch anderen zugute.Der Dulles-Klient Rockefeller verdiente unter anderem an der Hubschrauberfirma Piasecki, deren Aktien in den Kriegsjahren von 2 auf 30 Dollar stiegen. Im übrigen ließ sich in den Ausgaben des „Wallstreet-Journals” dieser Jahre ständig ablesen, wer am Korea-Krieg verdiente.

-General Motors erhielt einen Millionen-Auftrag für die Herstellung von leichten Panzern;

  • Willys, der Jeep-Hersteller, mußte seine Produktion vervierfachen;
  • die International Harvester Comp .. hatte plötzlich reichlich Aufträge für Panzerspähwagen.
  • Die Gewinne von General Electric verdoppelten sich.
  • Die Gewinne von Standard Oil, der United Steel Corporation, von Du Pont, dem Sprengstoffhersteller, stiegen steil nach oben.
  • Die US Army kaufte schon in den ersten Kriegsmonaten für zwei Milliarden Dollar „Metallwaren”; hinter dieser harmlosen Bezeichnung verbargen sich Panzer und Geschütze. Die Gesamtsumme belief sich bei Kriegsende auf rund 18 Milliarden Dollar.

Das „Wallstreet-Journal” hatte schon recht, wenn es seinen Lesern mitteilte:

„Der Krieg in Korea ist ein außerordentlich einträgliches Busineß für die USA-Monopole.”

Ein Segen war der Krieg auch für gewisse andere Leute. Großbritannien erhöhte sofort sein Rüstungsbudget auf 3,6 Milliarden Pfund. Die britische Rüstungsindustrie jubelte.

Die Kriegsgewinnler in der BRD

Die westdeutsche Zeitschrift „Capital” gab etwas später zu: „1950 kurbelte der Korea-Krieg die deutsche Nachkriegskonjunktur an – zu solch behendem Lauf, daß sich die Welt über die (west)deutsche Wirtschaft wunderte.” So sprachen jene, für die der Krieg in Korea ein Segen war. Aber er hatte auch Folgen, die jene Leute nicht gern sahen…

Friedensbewegung: Das Volk ging auf die Straße…

So entstand eine Friedensbewegung, wie es sie noch nie gegeben hatte. Ihre Aktivitäten richteten sich vor allem gegen die Kriegspläne der NATO, gegen die Remilitarisierung in der BRD, gegen die Reaktivierung ehemaliger faschistischer Generale, gegen, Atomtod und Kriegstreiberei. Die internationale Friedensbewegung hatte wesentlichen Anteil, daß am 27. Juli 1953 in Panmundschom am 38. Breitengrad, an dem der Überfall begann, der Waffenstillstand unterzeichnet wurde. Ein Sieg, der Geschichte machte.

Quelle:
Kurt Rückmann: Die geheimen Regisseure. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik. 1988, S.105-108.

Siehe auch:
Die Hintergründe des Koreakrieges 1950-1953
Braucht Nordkorea Atomwaffen?

oder unter dem Suchwort: „Korea”, auf dieser Seite.

 

Der User Weber kommentiert:

Hier drei Pressemeldungen aus DDR-Zeitungen:

Westmächte für Atombombe
„Carlo (ADN). Auf der 21. Jahreskonferenz des Internationalen Roten Kreuzes in Monte Carlo, an der Vertreter von 57 Nationen teilnahmen, wurde der Antrag der Sowjetunion, die Anwendung von Atombomben sowie bakteriologischen und chemischen Waffen zu ächten, von den Vertretern der Westmächte abgelehnt.“
Neues Deutschland, Do. 19. Oktober 1950

oder:

Italiens Volk über USA-Pestkrieg empört
Kundgebungen in Livorno und Mailand / Protest an UN-Sicherheitsrat
Rom (ADN Der bakteriologische Krieg der USA-Imperialisten in Korea hat unter dem italienischen Volk eine Welle der Empörung hervorgerufen. Kulturschaffende von Turin forderten den UN-Sicherheitsrat auf, diejenigen, die das Abkommen über das Verbot der Anwendung bakteriologischer und chemischer Waffen verletzen, zu bestrafen.
Die Gewerkschaftsorgansationen von Neapel haben im Namen ihrer Mitglieder gegen die bakteriologische Kriegführung Protest erhoben. In Livorno, Mailand und anderen Städten des Landes fanden Kundgebungen statt, auf denen die Werktätigen ihrer Entrüstung über dieses neue Verbrechen der USA-Imperialisten Ausdruck verliehen. Der Protestbewegung schlössen sich Ärzte, Juristen, Wissenschaftler und Kulturschaffende des Landes an.
Prag (ADN). In Schreiben an die Organisation der Vereinten Nationen und an den Weltfriedensrat protestierten tschechoslowakische Wissenschaftler, die kürzlich in Brno zu einer Konferenz zusammengekommen waren, gegen die bakteriologische Kriegführung der amerikanischen Interventen in Korea.
Neues Deutschland, Do. 13. März 1952

oder:

„New York (R. Eig. Ber.). „Wall Street Journal“ das Organ der Hochfinanz der USA. veröffentlicht eine Übersicht über die Reingewinne einiger amerikanischer Trusts und Monopole für das Jahr 1951. Folgende Firmen sind die großen amerikanischen Korea- Kriegsgewinnler (Reingewinn in Milliarden Dollar): General Motors 7,46, Standard Oil of New Jersey 3,86. U.S.Steel Comp. 3,52, Du Pont 1,63. Diese monopolkapitalistischen Unternehmungen sind die Haupt-Waffenlieferanten für die USA-Interventionstruppen in Korea. Standard Oll und Du Pont liefern die Füllungen für Napalmbomben und chemische Waffen.“
Berliner Zeitung, Do. 18. September 1952

 

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