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Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Suhl


(Anm: Heute beginne ich mit einer neuen Serie, die meine Heimat: Die DDR – an Hand der Bezike, abbildet. Der erste Bezirk ist der Bezirk Suhl. Die Artikel sind der Roten Fahne entnommen, die hier als pdf-Dateien vorliegen.)

Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Suhl

Dahier is je e Betrieb, wie Freidachnammidaach in dar Marchstraßn (Hier ist vielleicht was los)

logo-die-rote-fahne  Die Rote Fahne – 2018-01

bezirk-suhl-ddr
Wikipedia: Bezirk (DDR)

meine-heimat-ddrUnser südlichster und waldreichster Bezirk war mit 3.856 km² der kleinste, hatte 548.900 Einwohner in 216.400 Wohnungen, die z.B. in Suhl, Ilmenau, Sonneberg, Meiningen, Bad Salzungen oder Schmalkalden zwischen Rhön, Thüringer Wald dem Werratal lebten. Im einstigen Armenhaus wurde Ende der 80er Jahre über 10 Mal mehr produziert und gebaut, 7 Mal mehr transportiert, doppelt so viel Milch pro Kuh gemolken und 6 Mal mehr gekauft. Es gab fast fünf Mal so viel Ärzte wie 1952.

Die Bruttoproduktion betrug 3% der DDR, 6% der Waldfläche der DDR war hier zu finden. Es war das zweitgrößte Erholungsgebiet, es gab Naturschutzgebiete (UNESCO Biosphärenreservat Vessertal) und ganz wichtig, 50% der Erzeugnisse des Bezirkes Suhl waren Konsumgüter. Sie wurden in den Betrieben Kali (VEB Kalibetrieb „Werra“), Elektrotechnik/Elektronik (VEB Elektrowerke Suhl, VEB Robotron Zella-Mehlis, VEB Mikroelektronik „Anna Seghers“ Neuhaus Rennsteig), Maschinen- und Fahrzeugbau (VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl, IFA Kombinat für Zweiradfahrzeuge, Thuringia Sonneberg Kombinat für Glas-und Keramikmaschinenbau), Werkzeug und Kleineisenwaren (VEB Schrauben- und Normteilewerk Hildburghausen, Werkzeugwerk Schmalkalden) Glas- und Keramik (VEB Henneberg Porzellan Ilmenau, VEB Glaskeramische Werke Sonneberg), Spielwaren (Kombinat Spielwaren Sonneberg), Holz- und Kulturwaren, Kleinkrafträder, Sportwaffen, Zündkerzen, elektrisch betriebene Küchengeräte, Staubsauger (Kombinat Elektrogerätewerk Suhl), Rasierklingen, wartungsfreie Kühlmittelpumpen, Hartmetalle (VEB Hartmetallwerk Immelborn), Laborthermometer (VEB Technisches Glas Ilmenau), Möbel (Thüringer Möbelkombinat Suhl) und Turn- und Sportgeräte (Kombinat Sportgeräte Schmalkalden)… hergestellt.

Danach lechzte nicht nur unser Herz. So mancher Liter Erdöl, Busse, Bananen, Kaffee wurde durch den Export ermöglicht und trug zum guten Ruf der DDR bei. In Erinnerung bleibt dieser Bezirk auch den vielen Erholungssuchenden, ob im Urlaub ( jährlich 570.000

FDGB Ferienschecks) oder zur Kur (Bad Liebenstein oder Bad Salzungen). Seit dem VIII. Parteitag gab es fast eine halbe Millionen Kuren im Bezirk Suhl, darunter über 60.000 für

Kinder. 1989 arbeiteten 10.000 Arbeitskollektive nach Kultur- und Bildungsplänen, in 1.150 Volkskunstgruppen (Lehrerkabarett „Die Hinterwäldler“, Dorfensemble Wölferbütt, Jugendensemble Sonneberg, Folklorezentrum Suhl) wirkten 16.000 Werktätige.

Es gab 58 Kultur- und Klubhäuser (2,5 Mio. Besucher/Jahr); 47 Filmtheater (3 Mio. Besucher/ Jahr), 579 Bibliotheken mit 2 Mio. Büchern, Schallplatten…, 200.000 besuchten das Meininger und das Suhler Theater, sowie das Naturtheater Steinbach-Langenbach (jährlich 360 Vorstellungen!), das Puppentheater Meiningen, die Suhler Philharmonie (90.000 Besucher) mit Singakademie und Knabenchor.

Suhl war ein international anerkannter Kunsthandwerkbezirk (Holz und Glas); nicht vergessen der Oberhofer Rennsteiggarten (4.000 Pflanzen) – bedeutenstes landeskulturelles Zentrum des DDR Kulturbundes. In 4 Talsperren steckten wir 126 Mio. Mark für den den Hochwasserschutz an der Werra.

Seit 1982 wurden 60 Abwasserbehandlungsanlagen in Betrieb genommen…. Na und den längsten DDR Eisenbahntunnel (3.039 km) zwischen Oberhof und Gehlberg, steilste Standseilbahn der Welt in Oberweißenbach, die Zucht von Haflinger in Merane, in Suhl die Schul- und Volkssternwarte mit Zeiss-Kleinplanetarium.

Sonneberg hatte die höchstgelegene DDR Sternwarte und die größte Gewürzmühle der DDR. Großartige Ringkämpfer und Sportschützen kamen aus dem Bezirk Suhl. Der Wintersport war das Aushängeschild des Bezirkes – Oberhof (Rennschlitten, Skispringen auf einer 70m Schanze, Biathlon und Skilanglauf). 160 Medaillen wurden für die DDR bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften errungen. Unvergessen sind Lesser, Recknagel, Werner, Grimmer, Schumann, Rinn, Meinhard-Nehmer, Hoppe-Schauerhammer, Ulrich, uva. – Wir waren und sind stolz auf euch. Auf unseren kleinsten Bezirk war eben Verlass und darauf ein Wanderlied mit Herbert Roth.

Cornelia Noack

Das Rennsteiglied
(Herbert Roth, 1951)

Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch
das Land, den Beutel auf dem Rücken, die
Klampfe in der Hand.

Ich bin ein lustger Wandersmann, so völlig
unbeschwert, mein Lied erklingt durch Busch
und Tann, das jeder gerne hört.

Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft
gegangen Vöglein sangen Lieder.
Bin ich weit in der Welt, habe ich verlangen,
Thüringer Wald nur nach Dir.

Durch Buchen, Fichten, Tannen so schreit ich
in den Tag, begegne vielen Freunden, sie sind
von meinem Schlag.
Ich jodle lustig in das Tal, das Echo bringt’s
zurück. Den Rennsteig gibt’s ja nur einmal
und nur ein Wanderglück.

Diesen Weg. . .

An silber klaren Bächen sich manches
Mühlrad dreht, da rast ich wenn die Sonne so
glutrot untergeht.
Ich bleib, so lang es mir gefällt und ruf es allen
zu: Am schönsten Plätzchen dieser Welt,
da find ich meine Ruh.

Diesen Weg. . .

Musik: Herbert Roth, Text: Karl Müller,
(C) Hardt Musik Verlag 1951

 

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