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Erziehung zur sozialistischen Moral


Erziehung zur sozialistischen Moral

Sascha’s Welt,

57c1a03025ad4Schon Friedrich Engels wies darauf hin, daß „die Moral stets eine Klassenmoral“ ist. Und er erklärt: „entweder rechtfertigte sie die Herrschaft und die Interessen der herrschenden Klasse, oder aber sie vertrat, sobald die unterdrückte Klasse mächtig genug wurde, die Empörung gegen diese Herrschaft und die Zukunftsinteressen der Unterdrückten.“ [1] Vor allem in Kriegs- und Umbruchzeiten, in schwierigen Situationen, wie Verfolgung, Haft und Folter, bei familiären Katastrophen, sowie während des Übergangs von einer Gesellschaftsordnung zur anderen erweist es sich, ob ein Mensch den moralischen Anforderungen, die an ihn gestellt werden, standhält oder nicht. Es sind dies Prüfungen, denen der Charakter eines Menschen unterworfen ist.

Und sie waren nicht zuletzt auch nach der Konterrevolution 1989 ein Prüfstein, inwieweit es uns in der DDR gelungen war, unser Konzept der Erziehung zur sozialistischen Moral auch im Einzelfall zu verwirklichen. Man muß zugeben, daß dies nicht immer gelang. Bekanntlich ist es die Umwelt, die den Menschen formt. Doch selbst noch so widrige Umstände führen nicht zwangsläufig dazu, daß ein mutiger mit einemmal zu einem feigen oder ein empfindsamer zu einem rücksichtslosen Menschen wird. Bestimmte Anlagen waren vorher schon vorhanden. Was müssen wir also anstreben und was kann man erwarten? 

Leitsätze über das Wesen der Erziehung zur kommunistischen Moral

Es ist notwendig, den Inhalt der kommunistischen Moral etwas eingehender darzulegen.

  • Die bürgerlichen Gelehrten behaupten, daß die Moral ewig sei und sich nicht verändere. In der Regel wird die Moral von ihnen mit der Religion in Verbindung gebracht und als irgendeine besondere „Gottesgabe“ betrachtet.
  • Die Klassiker des wissenschaftlichen Kommunismus, Marx, Engels, Lenin und Stalin, haben nachgewiesen, daß es keine ewigen und unveränderlichen moralischen Normen gibt. Die Bedingungen der gesellschaftlichen Produktion bestimmen auch die Sittlichkeit der Menschen. Selbst im gleichen Zeitabschnitt ist die Moral der verschiedenen Gesellschaftsklassen unterschiedlich.
  • In der bürgerlichen Gesellschaft kann man eine Moral antreffen, die noch aus der Feudalzeit stammt, ebenso eine bürgerliche und eine proletarische Moral. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Voraussetzungen zur Bildung einer allgemeinen menschlichen Moral geschaffen.

Was sagt Lenin über die kommunistische Moral?

In seiner Rede vor dem III. Komsomolkongreß hat W. I. Lenin den Fragen der Erziehung zur kommunistischen Moral einen großen Platz eingeräumt. W. I. Lenin hat in kategorischer Form allen Verleumdern, die die Kommunisten der Unmoral bezichtigen und behaupten, daß die Kommunisten jede Moral ablehnen, eine Abfuhr erteilt.

In welchem Sinn verneinen wir die Moral, verneinen wir die Sittlichkeit?“ fragt Wladimir Iljitsch und gibt sogleich die Antwort. „In dem Sinn, in dem die Bourgeoisie sie predigte, die diese Sittlichkeit aus den Geboten Gottes ableitete. Hier sagen wir natürlich, daß wir nicht an Gott glauben und sehr gut wissen, daß die Geistlichkeit, die Gutsbesitzer und die Bourgeoisie im Namen Gottes redeten, um ihre Ausbeuterinteressen durchzusetzen. Oder anstatt diese Moral aus den Geboten der Sittlichkeit, aus den Geboten Gottes abzuleiten, leiteten sie sie aus idealistischen oder halbidealistischen Phrasen ab, die stets ebenfalls auf etwas hinausliefen, das den Geboten Gottes sehr ähnlich sah.“ [2]

Lenin lehrt, daß wir wohl die bürgerliche Moral, aber nicht jede Moral ablehnen.

Der dunkle Schatten der bürgerlichen Moral

In der bürgerlichen Gesellschaft, das heißt unter den Bedingungen des Privateigentums an Produktionsmitteln, kann es unter den Menschen keine wirkliche Lebensfreude geben, sondern nur einen schlechten Abglanz von Lebensgenuß, weil das ganze Fühlen der Besitzenden durch Selbstsucht, Hartherzigkeit, Haß und Konkurrenzneid vergiftet ist. In dieser Gesellschaft kann auch keine Rede von einer allgemeinmenschlichen Moral sein. Die Moral der bürgerlichen Gesellschaft ist der Politik der Bourgeoisie unterworfen. Die Politik des Bürgertums aber ist auf die verstärkte Ausbeutung der Werktätigen, auf die Entfachung des Nationalhaders und auf die Vorbereitung von Eroberungskriegen gerichtet.

Die Unmoral der imperialistischen Gesellschaft

Der Faschismus verneint jede Moral. Hitler sagte zynisch: „Ich befreie den Menschen vom Gewissen. Davon halten mich keine Erwägungen moralischer Art ab. Ich betreibe eine Gewaltpolitik und beunruhige mich nicht eines Ehrgefühls wegen.“ Zeitgenössische Ideologen des amerikanischen Imperialismus rechtfertigen die bürgerliche Amoral (Ablehnung der Moral) etwas spitzfindiger, aber nicht minder zynisch. So findet es zum Beispiel der Philosoph John Dewey ganz natürlich, daß die bürgerliche Klasse in bezug auf die Wahl der Mittel zur Erreichung ihrer Ziele „nicht zu gewissenhaft“ sei. Dewey bemüht sich, mit allen Mitteln die Arbeiter davon zu überzeugen, daß sie sich mit der in der kapitalistischen Gesellschaft bestehenden Ordnung auszusöhnen haben.

Die Verrohung der Gesellschaft

Unter der Herrschaft der Imperialisten wird in das gesellschaftliche Leben moralische Zersetzung hineingetragen, die sich auch auf die Jugend erstreckt. Das sehen wir heute ganz deutlich am Beispiel der USA, wo die Jugend moralisch verkommt. Da; wird durch die Propagierung des Krieges und der Anwendung der Atombombe, die Vorführung „spannender“ Verbrecherfilme, die Verbreitung von pornographischer Literatur und Detektivromanen, das Lynchen der Neger und die Verfolgung fortschrittlicher Menschen begünstigt. Es ist klar, daß unter solchen Bedingungen das Anwachsen der Jugendkriminalität und die Erziehung engherziger Egoisten gefördert wird, die nur eigennützige Interessen vertreten und sich vor der Macht des Dollars beugen.

Die revolutionäre Moral der Arbeiterklasse

Im Verlauf des Klassenkampfes entwickelt sich das Bewußtsein des Arbeiters. Die Lehre des Sozialismus gibt die wissenschaftlichen Grundlagen und enthüllt die Gesetzmäßigkeiten dieses Kampfes. Im Verlauf des Klassenkampfes, im Prozeß der revolutionären Tätigkeit bildet sich die kommunistische Moral, die Moral der Fortschrittlichsten, vollkommen konsequent revolutionären Klasse – des Proletariats. „Wir sagen: sittlich ist, was der Zerstörung der alten Ausbeutergesellschaft dient und dem Zusammenschluß aller Werktätigen um das Proletariat, das die neue kommunistische Gesellschaft errichtet.“ [3]

Was sind die Ziele der Kommunisten?

Die Kommunisten stellen sich die edelste Aufgabe, die Menschen von Unterdrückung und Gewalt, von den schrecklichen, verheerenden Eroberungskriegen zu befreien und die Bedingungen für eine allseitige Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit zu schaffen. Diese Ideale drücken die Sehnsucht und die Wünsche der überwältigenden Mehrheit der Menschen aus. Um aber eine solche Gesellschaft aufzubauen, muß ein entschlossener Kampf gegen alle diejenigen geführt werden, die die Schaffung neuer, wahrhaft menschlicher Verhältnisse stören.

Der Kampf um die sozialistische Moral

Der Kampf um die kommunistische Moral ist letzten Endes der Kampf um die allgemein menschliche Moral. Bei der Erziehung zur kommunistischen Moral gehen wir von den Aufgaben des Aufbaus der kommunistischen Gesellschaft aus, lassen wir uns von der Politik unserer Partei und der Sowjetregierung leiten. Die Jugend muß man so erziehen, daß sie jeden Schritt ihres Unterrichts, ihrer Erziehung und Bildung mit dem unablässigen Kampf der Werktätigen gegen die alte Ausbeutergesellschaft verknüpft.

Der Kampf gegen die Überreste der alten Ordnung

W. I. Lenin wußte sehr gut, daß die neue Gesellschaft von Menschen errichtet werden muß, die sich noch nicht von den Überresten der alten Gesellschaft befreit haben.

Die alte Gesellschaft beruht auf dem Prinzip: entweder du raubst den anderen aus, oder er raubt dich aus; entweder du arbeitest für den anderen oder er für dich; entweder bist du Sklavenhalter, oder du bist Sklave. Und es ist begreiflich, daß die in dieser Gesellschaft erzogenen Menschen sozusagen mit der Muttermilch diese Sinnesart, diese Gewohnheiten (привычка) und Begriffe einsaugen: entweder Sklavenhalter oder Sklave oder Kleineigentümer, kleiner Angestellter, kleiner Beamter, Intellektueller, kurzum ein Mensch, der sich nur um sich selbst kümmert und den der andere nichts angeht.“ [4]

Die Veränderungen im Bewußtsein

Die Vollendung des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft und der allmähliche Übergang zum Kommunismus stellen mit aller Entschiedenheit die Frage der Ausrottung der Reste des Kapitalismus im Bewußtsein der Menschen. Die kapitalistischen Reste im Bewußtsein der Menschen werden im Verlauf des sozialistischen Aufbaus, der von der Politik unserer Partei gelenkt wird, immer mehr beseitigt. Diese Politik ist mit der weiteren Verstärkung der Erziehungsarbeit sowohl der erwachsenen Bevölkerung als auch der heranwachsenden Generation verbunden.

Welche Chancen bietet die sowjetische Gesellschaft?

  1. Unser sowjetisches Lehen, die sozialistischen gesellschaftlichen Verhältnisse, stellen einen mächtigen Faktor in der Erziehung zur kommunistischen Moral dar. Die sozialistische Sowjetordnung hat die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt, ein so erniedrigendes Gefühl wie den Rassenhaß zunichte gemacht, die Vorurteile über das geistige Unvermögen der Frauen hinweggefegt und ihre rechtlose Lage in der Familie und in der Gesellschaft aufgehoben. Die Sowjetordnung erzieht die Menschen zu echten Patrioten mit einem hochentwickelten Gefühl der nationalen Würde, erzieht sie zu bewußten, mutigen Menschen, die an die Gerechtigkeit unserer Sache glauben.
  2. Das Streben, für das Wohl der Heimat und für ihr weiteres Aufblühen zu arbeiten, ist die wichtigste moralische Eigenschaft der Sowjetmenschen. Die Liehe zu.angespannter, schöpferischer Arbeit ist eines der wesentlichsten Elemente der kommunistischen Sittlichkeit. Die Arbeit ermöglicht die Entwicklung aller Fähigkeiten (способность) des Menschen. Diejenigen, die es verstehen, gut und fruchtbringend zu arbeiten, genießen bei uns allgemeine Achtung und Anerkennung. Produktives Arbeiten und Schaffen wurden zum unwandelbaren Prinzip der kommunistischen Moral, zur Norm des Verhaltens des sowjetischen Menschen.
  3. Nur bei bewußter Diszipliniertheit ist eine hochproduktive Arbeit möglich. Das ist der Grund, weshalb W. I. Lenin der Erziehung zur bewußten Disziplin als einem Teil der kommunistischen Erziehung besondere Bedeutung beimaß. In seiner Rede vor dem III. Komsomolkongreß wies W.I. Lenin darauf hin, daß der kommunistische Jugendverband eine gut zusammengeschweißte und disziplinierte Organisation sein muß; nur unter dieser Voraussetzung kann er die Jugend vereinen und organisieren. Die Disziplin wird im Kampf, in der Arbeit und im Lernen geschaffen.

Was kann die Schule dazu beitragen?

Das Vermächtnis Lenins wird durch unsere Schule verwirklicht. Sowohl während des friedlichen Aufbaus als auch in den Jahren des schweren Kampfes gegen die deutschen faschistischen Eindringlinge hat sich unsere Jugend ihres großen Vaterlandes würdig gezeigt. Heldentum, grenzenlose Ergebenheit gegenüber der Partei und dem Genossen Stalin, unbeugsamer Wille und Hartnäckigkeit, Selbstaufopferung für die gemeinsame Sache, Prinzipienfestigkeit, beharrliche Arbeit an sich selbst sind die Eigenschaften, die unsere Jugend charakterisieren und infolgedessen die Arbeit unserer Schule kennzeichnen, in der die Leninschen-Stalinschen Grundsätze der Erziehung verwirklicht werden.

Was verlangt der sozialistische Staat?

Die Stalinsche Verfassung setzt die Pflicht eines jeden Bürgers der UdSSR zur Verteidigung seines Vaterlandes fest; sie spricht von der Pflicht zur Arbeit, vom ehrlichen Verhalten gegenüber dem sozialistischen Eigentum und von der Pflicht, die Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens einzuhalten. Die kommunistische Sittlichkeit verlangt Aktivität, sie verpflichtet zum Kampf. Die ganze Tätigkeit der größten Männer unserer Zeit, Lenins und Stalins, spiegelt ihre leidenschaftliche Liebe und glühende Hingabe an das Volk, die Unerbittlichkeit im Kampf gegen die Feinde der Werktätigen, ihre Prinzipientreue und die tiefe Überzeugung von der Richtigkeit ihrer Sache wider.

Wissenschaftliche Grundlagen, Aufgaben und Ziele

Diese Überzeugung beruht auf den festen wissenschaftlichen Grundlagen der marxistiseh-leninistischen Lehre. Die marxistisch-leninistische Wissenschaft gibt uns klare Ziele und Überzeugungen, rüstet zum Kampf für alles Fortschrittliche aus, erfüllt die gesamte Tätigkeit des Menschen mit herrlichen Emotionen; „…ohne menschliche Emotionen gab es niemals, gibt es und kann es kein menschliches Streben nach Wahrheit geben“ {5]. Die Schule muß ihre Arbeit so aufbauen, daß sie ganz auf die Erziehung der Schüler zur kommunistischen Moral gerichtet ist. Bei der Vermittlung der Kenntnisse (знание) an die Schüler, bei der Bildung ihrer kommunistischen Überzeugung hat die Schule ihnen auch die Gewohnheiten (навык) des kommunistischen Verhaltens anzuerziehen. Die sittliche Erziehung umfaßt einen breiten Aufgabenkreis. Wir kommen besser zu seiner Verwirklichung, wenn wir zunächst die wichtigsten pädagogischen Forderungen klarstellen, deren Einhaltung den Erfolg des erzieherischen Einflusses auf die Kinder sichern soll.

Die Zielstrebigkeit

Die Aufgaben der Erziehung zur kommunistischen Moral werden von uns um so erfolgreicher gelöst, je mehr Energie und Standhaftigkeit wir darauf verwenden. 

Was ist sozialistische Moral?

Genosse Stalin gibt uns eine erschöpfende Charakteristik aller Eigenschaften, die den neuen Menschen – den Funktionär Leninschen Typus – auszeichnen. In seinen Reden und Vorträgen werden folgende Grundzüge hervorgehoben, die die wesentlichsten Eigenschaften der Menschen mit bolschewistischem Charakter darstellen:

Prinzipienfestigkeit, Klarheit des Geistes, Vielseitigkeit in der Orientierung, Furchtlosigkeit im Kampf, Liebe zum Volk, Hingabe an. die sozialistische Heimat und an die Revolution, die Fähigkeit (уменье), seine Kraft freiwillig in den Dienst für die Gesellschaft zu stellen, Unerbittlichkeit gegenüber den Feinden, Initiative, Schöpfergeist, das Gefühl für das Neue, revolutionärer Elan mit Sachlichkeit verbunden, die Fähigkeit (уменье), Theorie und Praxis zu verbinden, Härte, Zielstrebigkeit, Standhaftigkeit, der leidenschaftliche Wunsch, immer den Sieg zu erringen, Organisiertheit in der Arbeit, Ehrlichkeit, Wahrheitsliebe, Selbstkritik, Bescheidenheit und sorgsames, auf­merksames Verhalten gegenüber den Menschen.

Eine neue, gesunde Einstellung zur Arbeit

Den Grundzug des neuen Menschen, des Mitglieds der kommunistischen Gesellschaft, stellt sein neues, kommunistisches Verhältnis zur Arbeit dar. Unter den Bedin­gungen der sozialistischen Gesellschaft wird die Arbeit für jeden gesunden Menschen ein Bedürfnis; bei uns ist die Arbeit keine schwere Bürde. Die Arbeit wird nicht unter Zwang ausgeübt, sondern sie bereitet Freude, sie wird, wie Genosse Stalin sagte, ,,zu einer Sache der Ehre, des Ruhmes und des Heldentums“. Das kommunistische V erhäl tnis zur Arbeit ist mit dem Bestreben des Menschen verbunden, der Gesellschaft soviel wie möglich zu geben und bewußt für den gemeinsamen Nutzen mit maximaler­Produktivität zu arbeiten.

Ehrlichkeit und Ehrenhaftigkeit

Das kommunistische Verhältnis zur Arbeit verlangt vom Arbeiter feste Organisiertheit, Ordnung und Disziplin. M.I. Kalinin hielt die Fragen des neuen Verhältnisses zur Arbeit für die Grundfragen der Erziehung des Menschen der sozialistischen Gesellschaft. „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: ,Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen‘.“ [6] M. I. Kalinin hielt es für notwendig, das sozialistische Verhältnis zur Arbeit von Kindheit an anzuerziehen, die Kinder zu lehren, die Arbeit zu lieben, sich ihr gegenüber ehrlich zu verhalten, ,,…stets eingedenk der Tatsache, daß ein Mensch, der lebt und sich nährt, ohne zu arbeiten, daß ein solcher Mensch die Früchte fremder Arbeit verzehrt“. [7]

Die sozialistische Disziplin

Ein unerläßlicher Bestandteil der kommunistischen Erziehung ist die Erziehung zur bewußten Disziplin. Disziplin und Fortschritt der Schüler sind unmittelbar voneinander abhängig. Den Fragen der Erziehung zur bewußten Disziplin und Organisiertheit hat unsere Partei der Bolschewiki immer außerordentliche Aufmerksamkeit geschenkt. Ohne Organisiertheit und ohne eiserne, bewußte Disziplin in den Reihen der Partei wäre die einmütige Geschlossenheit aller Werktätigen der sozialistischen Gesellschaft um die Partei undenkbar. Disziplin ist eine der Grundvoraussetzungen für die Erziehung zu einem kommunistischen Verhältnis zur Arbeit.

Quelle:
B.P. Jessipow und N.K. Gontscharow: Pädagogik, Lehrbuch für pädagiogische Lehranstalten. Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1953,  S.255-258 und S. 28f..

Zitate:
[1] Friedrich Engels: Hern Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring). In: Marx/Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1975, Bd. 20, S.88
[2] W.I. Lenin: Ausgewählte Werke. Band II, Dietz Verlag, Berlin 1952, S.788.
[3] Lenin: Ausgewählte Werke. Band II, Dietz Verlag, Berlin 1952, S.790.
[4] W.I. Lenin: Ausgewählte Werke. Band II, Dietz Verlag, Berlin 1952, S.791.
[5] W.I. Lenin: Sämtliche Werke. Band XVII, Verlag für Literatur und Politik, Wien, Berlin 1929, S.410.
[6] Verfassung (Grundgesetz) der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. SWA-Verlag, Berlin 1947, Artikel 12, S.10.
[7] Kalinin: Über kommunistische Erziehung. Dietz Verlag, Berlin 1951, S.51.
 

Kurze Nachbemerkung: Hier geht es keinesfalls darum, besserwisserisch irgendwelche Lehrsätze aufzustellen, nach denen sich nun jeder zu richten habe. Im Gegenteil – die Autoren haben sich Gedanken gemacht, wie man die pädagogische Arbeit verbsssern kann, und sie geben den Lehrern und Erziehern Empfehlungen für ihre Arbeit. Die Geschichte der Sowjetunion hat gezeigt, daß sich gerade in den anstrengendsten Phasen des sozialistischen Aufbaus und während des Großen Vaterländischen Krieges massenhaft ein großartiges Heldentum etnwickelte. Einfache Menschen wuchsen zu überdurchschnittlichen Leistungen heran. Sicherlich gab es auch hier und da Versager und Feiglinge, doch der Mut der Kommunisten riß viele mit und überzeugte auch die Schwächeren, daß im Kollektiv schier Unmögliches möglich werden kann und auch wurde.

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