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Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Dresden


(Anm.: Heute setze ich die Artikelreihe über die Bezirke der DDR fort. Die Artikel sind der Roten Fahne entnommen, die hier als pdf-Dateien vorliegen.)

Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Dresden

hammorni gnadsch’n – hammars deigsl’t, Golleschen (haben nicht gekleckert – haben’s gemeistert, Kollegen)

logo-die-rote-fahne  Die Rote Fahne – 2018-02

bezirk-dresden-ddr
Wikipedia: Bezirk (DDR)

meine-heimat-ddrStark war nicht der August, sondern ihr, die 1.759.000 Einwohner, welche auf 6.738 km2 in Städten wie Dresden, Görlitz, Bautzen, Riesa, Pirna oder Freital lebten, arbeiteten (911.200 berufstätig/10,6% IBP), liebten – sich im Südosten der DDR, an der Grenze zur VR Polen und der CSSR in 17 Kreisen und 594 Städten und Gemeinden.

Die alte Geschichte kannten wir aus dem grandiosen Fernsehmehrteiler „Preußens Glanz und Sachsens Gloria“, die der Weimarer Republik und des Faschismus aus dem Geschichtsunterricht. Das Resultat der Bombardierung Dresdens am 13.2.1945 war 35.000 Tote, 75.000 Wohnungen verbrannt, 100.000 beschädigt, 40 Krankenhäuser/ Kliniken, 68 Kulturstätten und 70% der Industrieanlagen vernichtet… Folgerichtig jagte man im Herbst 1945 mit der Bodenreform die Großgrundbesitzer, Nazis und Kriegsverbrecher von den Äckern, stellte am 7.4.1946 mit der Bildung der ersten Parteiorganisation der SED in Sachsen die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse her und 77,6% der wahlberechtigten Bevölkerung entschieden über die entschädigungslose Enteignung von 1.861 Nazi- und Kriegsverbrecherbetriebe.

Am 1. Oktober 1945 konnte die Schule und 1946 die Technische Hochschule Dresden wieder mit dem Unterricht beginnen. 1950 wanderten Arbeitskräfte in Industriestandorte wie Berlin, Bez. Cottbus und Frankfurt (O) ab. Um Bautzen und Kamenz lebten gleichberechtigt – ihr Kulturgut pflegend – unsere Bürger sorbischer Nationalität. Das kulturelle Erbe (Zwinger, Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe, Semperoper, Meißener Porzellanmanufaktur, Schloß Pillnitz und die Moritzburg…) wurden nach der Zerstörung durch angloamerikanische Bomber mühevoll wieder aufgebaut. Mit „Karbid und Sauerampfer“ begann der Wiederaufbau.

380.000 Arbeitskräfte waren in über 500 Betrieben beschäftigt (Robotron, Stahlund Walzwerk in Riesa, Arzneimittelwerk, Transformatoren- und Röntgenwerk, Forschungszentrum Mikroelektronik, Elektromat, Robotron-Elektronik, Verpackungsmaschinen, Elektromaschinenbau in Dresden; Edelstahlwerk in Freital; Porzellanmanufaktur in Meißen, Zellstoff und Papier aus Heidenau, Kunstseide aus Pirna; Zinnerz aus Altenberg, Kombinat Fortschritt in Neustadt, Kunstblumen aus Sebnitz, Waggons aus Görlitz, Bautzen und Niesky, Textilien aus Neugersdorf, Braunkohle aus Hagenwerder, der Robur aus Zittau… und Wein und Sekt aus dem Elbtal). Seit dem VIII. Parteitag wurden 342.000 Wohnungen neu gebaut oder modernisiert. Dadurch wurden die Wohnbedingungen für über die Hälfte der Einwohner des Bezirks verbessert. Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 400.000 ha = 6,4% der DDR-Nutzfläche im dicht besiedelten Industriebezirk. In den Gegenden um Meißen, Riesa, Großenhein und Bautzen gab es die besten Bedingungen für den Ackerbau. In den Mittelgebirgskreisen wurden Rinder gezüchtet, aus dem Elbtal um Dresden und dem Umland von Zittau kam Obst und Gemüse. Das war der 5. Platz und beim staatlichen Aufkommen der DDR – bei Speisefisch waren es 19% und bei Milch 9%. 91% der Beschäftigten in der Landwirtschaft hatten einen Berufs-, 9% einen Hoch- oder Fachschul- und 75% einen Facharbeiterabschuß. 60% der Schafwolle, 1/3 der Eier, Obst und aller Honig sowie Kaninchen kamen aus privater Nebenwirtschaft. Die Eisenbahnstrecken Berlin-Dresden-Prag, Dresden-Görlitz waren die Hauptschlagadern im internationalen Verkehr. Mit 203 km je 100 km² hatte der Bezirk das dichteste Straßennetz der DDR. Ein Allgemeinmediziner betreute ambulant 459 Einwohner; 1.312 Patienten hatte ein Zahnarzt; 17.000 Krankenhausbetten standen zur Verfügung, von 1.000 Kindern bis zu drei Jahren hatten 835 einen Krippenplatz, es gab 16.850 Ferierabend- und Pflegeheimplätze.

47.000 Lehrer, Erzieher und technische Kräfte arbeiteten in Polytechnischen Schulen, sowie in Ober- und Berufsschulen (250 verschiedene Berufe und 50 mit Abitur). Es gab die Technische Universität Dresden und die Militärakademie „Friedrich Engels“, die Medizinische Akademie, die Hochschule für LPGen in Meißen, die Technische Hochschule Zittau, Fachschule für Binnenhandel, die Staatliche Fachschule für Künstlerischen Tanz (Palucca-Schule), das Institut für Lehrerbildung Bautzen und die Ing. Schule für Maschinenbau in Dipoldiswalde, die Ingenieurschule der Lebensmittelindustrie… die Semperoper, die Landesbühne Sachsen mit der Felsenbühne Rathen, das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen und das „Gerhart-Hauptmann Theater“ Görlitz/Zittau, die Sächsische Landesbibliothek mit über 2 Mio Bestandseinheiten, die bedeutendste wissenschaftliche Allgemeinbibliothek. Der FDGB-Feriendienst vergab jährlich 21.000 Reisen, die Tageskapazität von Campingplätzen lag bei 22.000. Entschuldigt, Sport paßt nicht mehr hier rein, was auf der Rennschlitten- und Bobbahn in Altenberg los war bleibt unvergessen. Kunst kommt von Können und damit konnte der Bezirk Dresden sich sehen lassen. Bis bälde.

C. Noack

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