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Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Cottbus


Die Deutsche Demokratische Republik im Spiegel ihrer Bezirke – Bezirk Cottbus

…een Tüsch uffzwee Beene, geht gornich, wa? …ein Tisch auf zwei Beinen, das geht gar nicht, stimmt es?

logo-die-rote-fahne  Die Rote Fahne – 2018-04

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Wikipedia: Bezirk (DDR)

meine-heimat-ddrWir machen warm, so haben ich den Bezirk Cottbus, 8.262 km² groß, bestückt mit 884.900 Einwohnern, in 14 Kreisen und der kreisfreien Stadt Cottbus, zwischen unterem Spreewald, Oberlausitzer Heideland, Elbe, Neiße an der Grenze zur VR Polen in Erinnerung. Standen da nicht Ortsnamen zweisprachig auf den Orts- und Straßenschildern? Manches Muttchen trug scheinbar alle ihre Röcke mit einmal. An Festtagen und im Spreewald sah man die prächtig gekleideten Frauen, mit bestickten und in Falten gelegten Kleidern, mit hochgesteckten Kopftüchern. 50.000 DDR Bürger, Niederlausitzer sorbischer Nationalität, lebten hier in 9 Kreisen. Der Bezirk entstand 1952 aus ehemals rückständigen Randgebieten deutscher Länder und Provinzen, war als arme Streusandbüchse bekannt. Es gab Hunger in den Katen. Die Menschen betrieben Schafzucht, arbeiteten als Woll- und Leineweber, als Tuchmacher. Das Brennmaterial für die Glashütten war zuerst Holz. 1850 wurden die Braunkohlegruben Bohnsdorf, Döbern und Guben erschlossen. Das Proletariat entwickelte sich (März 1870 – Lohnstreik von 2000 Textilarbeitern). In Forst, Cottbus, Calau, Finsterwalde und Guben bildeten sich sozialdemokratische Gruppen, 1919 wurde in Mühlberg/Elbe die erste KPD Ortsgruppe gegründet. Unser Präsident, Wilhelm Pieck, wurde 1876 in Guben geboren (seit 1961 trug die Stadt seinen Namen). Friedrich Adolph Sorge -1849 revolutionärer Kämpfer, Generalsekretär der Internationalen Arbeiter-Assoziation in den USA, Kampfgefährte von Marx/Engels.

Willi Budich – Mitbegründer des Spartakus- und Roten Soldatenbundes, „Roter General“ und Funktionär der Kommunistischen Internationale waren Bürger des späteren Bezirkes Cottbus.

K.Liebknecht verteidigte 1905 Bergarbeiter in Cottbus vor Gericht und war von 1916 -1918 in Luckau eingekerkert.

Cottbus entwickelte sich nach dem II. WK zum Braunkohle Förder-, Verarbeitungsbetrieb. Es entstanden in Cottbus, Senftenberg, Welzow, Hoyerswerdaer Gaskombinat, Schwarze Pumpe (100% BHT Koks – einmalig in der Welt ersetzte er Steinkohle, 70% der DDR Siebkohle, 52% Brikett für die DDR) und Verstromungsgebiet.

Das Kraftwerk Jenschwald 3.000 MW/Lübbenau/Vetschau/Boxberg 3.520 MW (82% Stadtgas der DDR) alles von 90.000 Werktätige hergestellt. Die chemische Industrie befand sich im Chemiefaserwerk Guben, im Synthesewerk Schwarzheide. Lausitzer Glas wurde in Weißwasser; in Cottbus Textilien und Automatisierungsanlagen hergestellt.

Schwermaschinen in Lauchhammer, Schweißtechnik in Finsterwalde; Farbfernseherröhren in Tschernitz; Robotron-Elektronik in Hoyerswerda; Spreewaldkonserven in Golßen. In Cottbus gab es die Hochschule für Bauingenieure, Ing. Schulen für Bergbau und Energetik in Senftenberg, für Textiltechnik in Forst, für Glastechnik in Weißwasser. Es gab 32 POS und eine EOS mit Sorbisch-Unterricht, Fachschulen für Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern und Bauingenieure.

Der Rinderbestand war der höchste in der DDR. 31 Polikliniken, 44 Ambulatorien, 99 staatliche Arztpraxen, 65 Zahnärzte, 284 Gemeindeschwestern sorgten für die Gesundheit der Bevölkerung. Ein Arzt betreute 460 Einwohner. Außerdem gab es 1 Bezirks- und 17 weitere Krankenhäuser mit 6.773 Betten, 21.350 Kinderkrippen und Dauerheimplätze, 12 Betriebspolikliniken und 16 Landambulatorien.

9499 Lehrer unterrichten 115.000 Schüler (Wert der Unterrichtsmittel/Schulen

225.000 Mark). 65 staatliche oder gewerkschaftliche Kulturhäuser, 12 hauptamtliche

Jugendclubs, 3 Freizeitzentren, das Theater der Stadt Cottbus, das Theater der Bergarbeiter in Senftenberg, 2 staatliche Orchester, das Kunstmuseum, die Stadthalle mit 1.500 Plätzen sorgten für die kulturelle Bildung der Menschen. Es fanden jährlich 200 Saal- und 250 Klubveranstaltungen im Haus der Bergarbeiter Hoyerswerda, im Kulturhaus des VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe statt. 30 Museen im Bezirk, die Parks in Branitz, Muskau und Kromlau, der Tierpark Cottbus, sowie die Pioniereisenbahn luden zur Erholung und Freizeitgestaltung ein. Das Sorbische Volkskunstensemble, 500 Volks-, Heimat und Dorffeste, der Rosengarten in Forst sorgten für kulturelle Abwechslung.

Auch der Sport kam nicht zu kurz 181.000 DTSB Mitglieder tummelten sich auf 793 Sportplätzen in 321 Sporthallen und 97 Schwimmeinrichtungen. Die Sportler Ackermann, Hoffmeister, Heßlich, Drogan und Kroll kamen aus dem Bezirk Cottbus.

Die DDR hatte ein Herz für ihre Sportler und dankt ihnen für ihren Einsatz, Ich danke

für mein Studium und alles drum herum.

Widdersahn macht Freede

C. Noack

Anm.: Der bekannte Schriftsteller Ehm Welk lebe von 1934 – 1940 in Lübbenau im Spreewald.
1934 wurde er wegen des Artikels gegen Goebbels: „Herr Reichsminister, ein Wort, bitte” in der „Grünen Post” verhaftet und kurzfristig in das KZ Sachsenhausen eingeliefert.
1935 wurde er gezwungen nach Lübbenau im Spreewald zu ziehen und erhielt ein Schreibverbot für politischer Bücher.
1940 zog er nach Neuenkirchen bei Stettin.

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