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Der Ernst der Situation


Der Ernst der Situation

Sascha’s Welt, 14. April 2018

apokalipsisUm den Ernst der derzeitigen internationalen Lage zu verstehen, ist es unumgänglich, sich mit den unterschiedlichen Informationsquellen zu befassen. Was davon zutreffend ist und was nicht, ist für Laien auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Wie seriös sind eigentlich die Aussagen von Politikern und welchen Medien kann man überhaupt noch glauben? Wir zitieren hier eine Qelle, die sehr zurückhaltend argumentiert, während sich einige Politiker und einige der großen, einflußreichen europäischen Massenmedien, bedenkenlos in den Chorus der hysterischen Kriegsbefürworter einreihen. Hier werden dagegen nicht vorgefaßte Meinungen verbreitet, sondern nüchterne Feststellungen getroffen. Hier werden Fragen gestellt, Zusammenhänge aufgeführt und Gesetzmäßigkeiten erläutert.

Niemand hat eine Vorstellung, wie der Krieg zwischen den USA und Rußland ausgehen könnte. Es könnte der letzte Krieg der Menschheit sein.

GFPGERMAN FOREIGN POLICY ist ein Nachrichtenportal, das keiner der heute im Focus stehenden widerstreitenden Seiten angehört. Sehr gut versteht man in der Redaktion, daß die dem Imperialismus abtrünnigen Staaten oder Politiker nicht mit den landläufigen, im Westen gebräuchlichen Begriffen wie „Schurkenstaaten“, „Regime“ oder „Machthaber“ zu erklären sind, sondern einzig und allein mit Begriffen des dialektischen und historischen Materialismus. Ohne die Leninschen Erklärungen („Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. In: Lenin, Werke, Bd.22, 1960, Berlin/DDR. S. 189-309.) kommt man hier keinen Schritt weiter…

GERMAN FOREIGN POLICY schreibt:

BERLIN (Eigener Bericht) – Die Bundesregierung lobt die völkerrechtswidrigen Angriffe ihrer engsten Verbündeten auf Syrien und bekräftigt ihre Unterstützung für den westlichen Kriegskurs. Die Bombardements am frühen Samstagmorgen durch die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens seien „erforderlich und angemessen“ gewesen, erklärt Kanzlerin Angela Merkel. (Ist sie noch bei Verstand??? N.G.)
Tatsächlich handelt es sich bei der Attacke, die als Strafaktion für einen angeblich von syrischen Truppen verübten Giftgasangriff deklariert wird, um eine Machtdemonstration des Westens im ersten Land des Nahen Ostens, in dem der Westen die Vorherrschaft an Rußland verloren hat. Syrien ist bereits der vierte Staat, den der Westen mit völkerrechtswidrigen Kriegshandlungen überzieht; damit haben die westlichen Mächte in der internationalen Politik endgültig das Recht durch das „Recht des Stärkeren“ ersetzt. US-Präsident Donald Trump hatte darauf gedrängt, in Syrien auch russische Ziele zu attackieren; damit stand die Welt am gestrigen Samstag kurz vor einem unkontrolliert eskalierenden Krieg zwischen den zwei größten Atommächten.

LENIN schreibt:

Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. (LW, Bd.22, S.305)

Parasitär!

Woher sollten solche Staaten wie die USA, wie England und Frankreich, aber auch die BRD, ihre Daseinsberechtigung auch beziehen, wenn nicht aus der Eroberung zusätzlicher Rohstoffquellen und Absatzmärkte, aus der Ausbeutung fremder Arbeitskräfte, um der stagnierenden Entwicklung im eigenen Land und den rasant zunehmenden sozialen Probleme, endlich Einhalt bieten zu können – Eroberungen, von denen man sich eine Lösung der drohenden Krise verspricht.

In all diesen mächtigen Staaten (vor allem USA, GB, Frankreich, BRD, aber auch in Rußland) regiert die Monopolbourgeoisie. Und die Produktionsverhältnisse sind längst zu Fesseln einer weiteren Entwicklung der Produktivkräfte geworden. Wie 1989 die Annexion der DDR diese Fesseln eine zeitlang zu sprengen vermochte, so erhofft die Monopolbourgeoisie denselben Effekt auch von einer Inbesitznahme der syrischen Erdölquellen und einer Unterwerfung des syrischen Volkes. Ganz zum Leidwesen der US-amerikanischen Milliardäre waren die russischen Oligarchen schneller an der Quelle, was ganz zwangsläufig in einer kriegerischen Auseinandersetzung münden mußte.

Was geschah folglich?

GERMAN FOREIGN POLICY beschreibt das so:

Die Bombardements vom Samstagmorgen (am 14. April 2018) wurden durchgeführt, bevor die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zumindest eine offizielle Bestätigung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes vornehmen konnte – eine Mißachtung elementarer rechtlicher Regeln, denen zufolge nur Beweise, nicht aber unbewiesene Beschuldigungen Strafmaßnahmen auslösen können. (Wer gibt überhaupt irgendjemandem das Recht Strafmaßnahmen auszuüben??? Syrien ist ein souveräner Staat! N.G.)
Zudem ist Syrien mittlerweile der vierte Staat nach Jugoslawien (1999), Irak (2003) und Libyen (2011), den die westlichen Mächte mit völkerrechtswidrigen Angriffskriegshandlungen überziehen; damit haben sie in den internationalen Beziehungen endgültig das Recht durch das „Recht des Stärkeren“ ersetzt. Diese Tatsache legt den Zynismus der Behauptung offen, man müsse das Völkerrecht gegen Rußland durchsetzen, da dieses unter Rechtsbruch die Krim übernommen habe. Tatsächlich dient das Völkerrecht dem Westen, auch Berlin, längst nicht mehr als Richtschnur für eigenes Handeln, sondern vor allem als Instrument, um – nicht selten defensive – Maßnahmen gegnerischer Staaten zu delegitimieren.
(Nürnberg 1945: Der Angriffskrieg ist ein Verbrechen! N.G.)

Weltkrieg?

Was hat den Ausbruch eines dritten (und wohl letzten) Weltkriegs gerade noch verhindert? Dazu stellt GERMAN FOREIGN POLICY unmißverständlich fest:

Dabei steuern die westlichen Aggressionen immer stärker auf das Auslösen eines Kriegs zwischen Großmächten zu. Am gestrigen Samstag konnte eine weitere Eskalation nur dadurch verhindert werden, dass – vor allem auf Druck von US-Generälen – die Bombardements auf rein syrische Ziele beschränkt und vorab Rußland mitgeteilt wurden. Vor allem US-Präsident Trump hatte gefordert, auch russische Ziele anzugreifen. Hätte er sich durchgesetzt, befände sich die Welt in diesen Stunden vermutlich in einem kaum kontrollierbaren Waffengang zwischen den größten Atommächten.
Besorgte Stimmen selbst in Trump nahestehenden US-Medien haben gestern offen vor einem Dritten – und wohl letzten – Weltkrieg gewarnt. Es muß davon ausgegangen werden, daß sich Situationen wie gestern in Zukunft wiederholen werden. Einflußreiche US-Politiker wie etwa Senator Lindsey Graham fordern – wie zuletzt Trump – bereits eine Verschärfung der Aggressionen gegen Rußland. Graham hat zudem über eine Ablösung der US-Generäle spekuliert, deren Druck es zu verdanken ist, daß Moskau rechtzeitig über die Ziele der Bombardements informiert und damit von Gegnschlägen zur Selbstverteidigung abgehalten wurde.
(Der Baptist und Psychologe Graham hat das Zeug zum Massenmörder! N.G.)

Quelle: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7579/ (gekürzt, N.G.)

Verhindert den Krieg!

Siehe auch: Auf dem Weg in den Weltkrieg (I + II)

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