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Faschisten zerschlagen die Gewerkschaften – 02.05.1933


Faschisten zerschlagen die Gewerkschaften. Besetzung der Gewerkschaftshäuser, Beschlagnahme des Gewerkschaftseigentums, Verhaftung der Funktionäre – 02.05.1933

Genauso erging es dem FDGB der DDR nach 1989.

fdgbFreier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB): einheitliche, auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus tätige gewerkschaftliche Organisation der in der DDR herrschenden Arbeiterklasse; Mitglied des -> Weltgewerkschaftsbundes seit 1949. Arbeit und Aufbau des FDGB begannen am 15. 6.1945 mit dem Gründungsaufruf des vorbereitenden Ausschusses zur Bildung freier Gewerkschaften.

Der 1. Kongreß fand vom 9.-11. 2.1946 statt. Mitglieder sind Arbeiter, Angestellte und Angehörige der Intelligenz (1987: 9,5 Mill.). Vorsitzender des Bundesvorstandes: H. Tisch.

Der FDGB setzt in Anwendung der Lehren aus der Geschichte der deutschen und der internationalen Arbeiterbewegung und der Lehre Lenins über die Rolle der -> Gewerkschaften beim Aufbau des Sozialismus die Kampftradition der deutschen Gewerkschaftsbewegung fort. Als größte Klassenorganisation der Arbeiterklasse entfaltet sich der FDGB bei der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der DDR als Schule des Sozialismus, Motor des sozialistischen Wettbewerbs und Vertreter der Interessen der Werktätigen. Er vertritt die materiellen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeiter und Angestellten sowie der Intelligenz der DDR, indem er für die ständige Verbesserung ihrer materiellen und kulturellen Lebensbedingungen, für die Entwicklung ihrer sozialistischen Persönlichkeit auf der Grundlage der ununterbrochenen Vervollkommnung der gesellschaftlichen Produktion wirkt.

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Friedrichroda, FDGB-Erholungsheim „August Bebel”

Der FDGB anerkennt die führende Rolle der -> Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Auf der Grundlage der in der Verfassung der DDR garantierten Rechte nimmt er aktiv am Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der DDR und am Kampf für die Erhaltung und Sicherung des Friedens teil. Im Sinne des proletarischen Internationalismus setzt er sich unablässig für die Stärkung des WGB, für die Aktionseinheit der internationalen Gewerkschaftsbewegung ein. Er übt politisch-moralische und materielle -> Solidarität mit allen Arbeitern der Welt, die um ihre nationale und soziale Befreiung kämpfen. Er entwickelt und festigt die vielfältigen Beziehungen zu anderen Gewerkschafts-Organisationen. Er vertieft die Freundschaft zur Sowjetunion und arbeitet besonders eng mit den Sowjetgewerkschaften und den anderen Bruderorganisationen der sozialistischen Staatengemeinschaft zusammen.

Für seine Tätigkeit stellt sich der FDGB folgende Aufgaben: Einbeziehung der Mitglieder in die schöpferische Teilnahme arn sozialistischen Aufbau; Mitwirkung an der Leitung und Planung in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit den Organen der Staatsmacht und der Wirtschaftsführung; Organisierung des -> sozialistischen Wettbewerbs; Unterstützung der Tätigkeit der Neuerer und Rationalisatoren im sozialistischen Wettbewerb (-> Neuererbewegung); Einflußnahme auf die sozialistische Sozialpolitik und besonders auf die Verbesserung der -> Arbeits- und Lebensbedingungen; Durchsetzung der Vorschläge der Arbeiter; Abschluß von -> Betriebskollektivverträgen; Mitarbeit in der -> Arbeiler-und-Bauern-Inspektion der DDR; Herausbildung sozialistischer Lebensgewohnheiten; aktive Förderung der -> Bewegung „Sozialistisch arbeiten, lernen und leben”; Verwirklichung der Einheit von hoher wissenschaftlich-weltanschaulicher und beruflich-fachlicher Bildung der Werktätigen; Entwicklung des Klassenbewußtseins der Arbeiterjugend in Zusammenarbeit mit der FDJ; Entwicklung eines regen geistig-kulturellen Lebens (-> Kultur- und Bildungsplan); volle Verwirklichung der Gleichberechtigung und Entwicklung aller Fähigkeiten der Frau; Teilnahme an der Ausarbeitung und Durchsetzung des sozialistischen Rechts; Verbesserung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes; Leitung der -> Sozialversicherung; Organisierung des -> Feriendienste des FDGB; Verwaltung der Kassen der gegenseitigen Hilfe.

Der FDGB ist nach den Prinzipien des -> demokratischen Zentralismus aufgebaut. Er vereinigt 16 Industriegewerkschaften (IG) und Gewerkschaften.

Es gilt der Grundsatz „Ein Betrieb – eine Gewerkschaft”. Alle Gewerkschaftsfunktionäre, -leitungen und -vorstände werden von unten nach oben gewählt und sind ihren Mitgliedern gegenüber rechenschaftspflichtig. Beschlüsse und Richtlinien der übergeordneten Leitungen sind bindend. Die Gewerkschaftsleitungen und -vorstände sind zur Entfaltung der innergewerkschaftlichen Demokratie verpflichtet.

Das Fundament der Gewerkschaften bilden die Grundorganisationen. Sie umfassen alle Mitglieder, die in einem Betrieb, einer Einrichtung (-> Betriebsgewerkschaftsorganisation), einer Schule (Schulgewerkschaftsorganisation) oder einer Ortsgewerkschaftsorganisation (Handwerksbetriebe) tätig sind.

Höchstes Organ ist der -> FDGB-Kongreß, der den Bundesvorstand wählt. Der FDGB ist mit einer (der zweitstärksten) Fraktion in der Volkskammer der DDR vertreten.

Die höchste gewerkschaftliche Auszeichnung ist die Ehrenmedaille „Für hervorragende und verdienstvolle Gewerkschaftsarbeit in der DDR”.

Der FDGB gibt als Tageszeitung die „Tribüne” und folgende Zeitschriften heraus: „Gewerkschaftsleben” und „FDGB-Rundschau”.

Dem FDGB wurde zweimal der „Karl-Marx-Orden” verliehen; auf dem 10. FDGB-Kongreß wurde er mit dem Orden „Großer Stern der Völkerfreundschaft” ausgezeichnet.
(Kleines Politische Wörterbuch, Dietz Verlag, 1988, S. 280)

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Quedlinburg, FDGB Erholungsheim „Fritz Heckert“

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