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Massaker am Golan. UN-Blauhelme sahen tatenlos zu. Ist Nichteinmischung ein Verbrechen?


Massaker am Golan. UN-Blauhelme sahen tatenlos zu. Ist Nichteinmischung ein Verbrechen?

Sascha’s Welt,

FalterWie die österreichische Zeitung „Falter“ enthüllt, haben österreichische UN-Blauhelmsoldaten tatenlos zugesehen, wie syrische Polizisten in einen Hinterhalt von Kriminellen gerieten, ja schlimmer noch, sie ließen die Syrer wissentlich in den sicheren Tod fahren. Bei diesem Massaker, das sich bereits im September 2012 ereignete, wurden neun syrische Polizisten von Banditen ermordet.  Und die Österreicher sahen dabei zu, ja – sie filmten sogar diesen Mord. Auf einem Video ist die Tat zu sehen und man hört, wie sie mit zynischen Bemerkungen dieses Massaker kommentieren, das sie hätten verhindern können. Sie hätten es verhindern können, wenn sie ihre syrischen Kollegen gewarnt hätten. Doch sie haben geschwiegen. Ein Whistleblower hatte die Redaktion der Zeitung „Falter“ davon informiert…

Inzwischen befaßt sich auch die Staatsanwaltschaft mit diesem Fall. Die Frage ist: Haben die UN-Blauhelmsoldaten damit Beihilfe zur Ermordung der Syrer geleistet oder hatten sie dazu sogar einen Befehl?

Quelle: Falter

Hier ist das Video von „Falter“, das diesen Vorfall auf den Golan-Höhen dokumentiert:


Was sind die UNO-Truppen?

Es sind Streitkräfte, die auf Ersuchen des Sicherheitsrates von Mitgliedstaaten der UNO freiwillig zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit zur Verfügung gestellt werden. Die völkerrechtliche Grundlage dafür bildet der Artikel43 der UNO-Charta. UNO-Streitkräfte werden zur Trennung der kämpfenden Seiten und zur Überwachung von Waffenstillstands- bzw. Friedensregelungen eingesetzt. Sie tragen in der Regel ihre nationalen Uniformen und einen blauen Helm mit der Aufschrift „UN“.

So jedenfalls lautet die offizielle Erklärung, die dem Taschenlexikon für Zeitungsleser von 1988 zu entnehmen ist. Weiter wird dort festgestellt:

Seit Bestehen der UNO wurden 14mal UNO-Kontingente in Konfliktgebiete entsandt. Dabei gelang es imperialistischen Kräften, UNO-Streitkräfte für ihre eigennützigen Interessen zu mißbrauchen (wie 1950 im Korea-Krieg, 1960 in Kongo). 

Quelle: Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S. 246. (Hervorh. v. m. – N.G.)

Siehe auch: der Standard: Tote am Golan

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