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War der Untergang des Sozialismus vorhersehbar?


War der Untergang des Sozialismus vorhersehbar?

Klare Antwort: Ja, natürlich war er vorhersehbar!

(Diejenigen Zentristen, die mich wegen dieser Aussage kritisieren (und beleidigen), nehmen es bei Kurt Gossweiler unkritisiert hin, dass er den Untergang des Sozialismus minutiös vorhersagte; zwar erst nach der sognannten Wende, ich schon seit der 60er Jahre.
Seine ganze Revisionismusforschung ist eine nachträgliche Vorhersage des Untergangs des Sozialismus. Man muss es nur verstehen, zwischen den Zeilen zu lesen und die Lücken zu schließen, die er aus Parteidisziplin offenlassen musste!
)

ddr-broschüreEr war vorhersehbar – hätten die, die sich heute Kommunisten nennen, in Wirklichkeit aber immer noch Revisonisten und Zentristen sind, das Wissen der Klassiker beherzigt, dann hätten sie sehen können wie groß die Abweichungen vom Marxismus-Leninismus auf allen Gebieten waren. Aber nichts haben sie beherzigt. Ab 1956 hörte mit dem Chruschtschowismus der Marxismus/Leninismus/Stalinismus auf zu existieren.

Es stand alles in den Büchern: über Klassenkampf; über die Fehler die Kommunisten machen können; über die Gefährlichkeit des Revisionismus z.b. – es war alles bis ins Kleinste analysiert und aufgeschrieben (nannten sie selbst nicht den Sozialismus –  wissenschaftlich?!) und es gab Stalin, der vorgemacht hatte wie der Aufbau des Sozialismus geht (der aber musste ja als erster desavouiert werden und bezeichnend ist, dass er bis zur Konterrevolution und darüber hinaus, von keiner „kommunistischen“ Partei rehabilitiert wurde), – und trotzdem scheiterte der Versuch den Sozialismus weiter aufzubauen jämmerlich und kläglich. Noch schlimmer, es waren jene „Kommunisten“ die heute lautstark wieder das Wort führen, die den Kapitalismus, leitend oder durch Teilhabe/Mitgliedschaft, wieder restaurierten und Millionen Menschen den Kapitalismus überantworten; jene Kommunisten, die heute solche Pamphlete schreiben:

„Wir begegnen heute auf Schritt und Tritt Leuten, die sich mit marxistischen Phrasen schmücken, die angeblich den Revisionismus bekämpfen wollen, die aus den Werken der Klassiker des Marxismus-Leninismus zitieren und seitenlange Erklärungen abgeben, warum dies oder jenes so oder anders gewesen sei, als man bisher gewußt habe, warum die DDR scheitern mußte oder warum Marx bisher falsch verstanden worden sei. Sie erklären uns die politische Ökonomie, sie erklären uns die DDR, und sie wissen auch, warum der Sozialismus, so wie er war, nicht funktionieren konnte… Wer sind diese Leute? Es gab sie und es gibt sie immer noch. Es sind Zentristen.“ [sic]

Er beschreibt sich selbst – denn er ist der Zentrist! Für ihn sind nur die anderen die Zentristen, er allein ist nach wie vor – der Kommunist. Er hat aus dem Untergang des Sozialismus nicht gelernt und wird es auch nie lernen, wie viel andere Revisionisten und Zentristen auch.
(Dann wird lang und breit erklärt was Zentrismus ist.)

Warum schreiben Revisionisten solche Pamphlete?

Weil sie,

  1. als Mensch schäbige sind; sie müssen mit Lügen und ungerechtfertigen Anschuldigungen diffamieren, (war schon in der DDR so, wenn du keine Klassenfeind bist, machen wir dich dazu);
  2. weil sie keine Argumente mehr haben. Sie können den Untergang des Sozialismus keinen mehr erklären, ohne ihre Schuld daran einzugestehen und das wollen sie nicht. Deshalb glorifizieren sie jetzt das, was sie zerstört haben und dreschen wieder auf andere ein, die nicht ihrer Meinung sind.
  3. Weil sie nichts anders gelernt haben und nicht anderes können.
  4. weil sie schon in der DDR Revisionisten waren (nicht alle, aber zu viele) und es immer so gemacht haben.
  5. weil sie aus dem Untergang des Sozialismus immer noch nichts gelernt haben und am Chruschtschowismus festhalten!

Sogar mit Stalin haben sie sich wieder versöhnt, damit sie die Lüge aufrecht halten können, der Chruschtschowismus, der sich in der Sowjetunion zum Gorbatschowismus und in der DDR zum Revisionismus unter Honecker entwickelte, den sie immer noch vertreten und wieder hinter Lügen verstecken, – die Fortsetzung des Marxismus/Leninismus, sei.

Heute nach der Konterevolution, erfüllen sich Stalin Wort, der wenige Monate vor seinem Tod vorausgesagt hatte: sobald er sterbe, werde man sein Grab mit viel Schmutz überhäufen, doch letztendlich werde der Wind der Geschichte das alles wegwehen.

Heute kommt dieser Wind auf – der Wind der freien Meinungsäußerung.

Mit dieser freien Meinungsäußerung kommen diese Revisionisten natürlich nicht klar und da weder ihr logisches und schon gar nicht ihr dialektisches Denken ausgebildet ist, zitieren sie solche Sätze:

„Zentrismus: international verbreitete, verdeckte und darum besonders gefährliche Abart des Opportunismus. In der deutschen Arbeiterbewegung bildete sich der Zentrismus als zweite opportunistische Strömung neben dem Revisionismus heraus, als sich die Auseinandersetzungen zwischen Marxisten und Revisionisten über Grundfragen der Strategie und Taktik der Arbeiterpartei in der imperialistischen Epoche im Zusammenhang mit der Revolution in Rußland (1905-07) zuspitzten.“

1. versuchen sie damit andere Menschen in die antikommunistische Ecke zu drängen
(… wie in der späten DDR. Für Alles und Jeden haten sie Bezeichnungen, nur für ihren schäbigen Revisionismus den sie machten, nicht, den nennen sie heute immer noch Sozialismus; alles wie bei den Katholiken, sind sie die Hüter der reinen Lehre) und;
2. übersehen aber, dass sie mit ihrem Revisionismus (schuld sind immer die anderen) nicht viel besser waren und sind, als die Zentristen, die es in der DDR, neben den Revisionisten genauso gab. Der Untergang des Sozialismus in der DDR, hatte viele Väter und Mütter!

Ich schrieb oben: „Weil sie schon in der DDR Revisionisten waren und es so immer gemacht haben!“

Schon in der DDR unterdrückten sie mit Repressalien jede andere Meinung, die nicht die ihre war, – diffamierten und sperrten ein -, von dieser, ihrer Meinung wissen wir heute, dass sie revisionistisch, und damit antikommunistisch war, und in den Untergang geführt hat. Demagogische verschleierten sie hinter Phrasen wie: „Es geht um die historische und um die aktuelle Wahrheit. Es geht darum, zu erkennen, daß der Sozialismus besser ist als der Kapitalismus.“ – dass ihr Sozialismus schon lange Revisionismus war und daran zu Grunde ging.

Aber nicht nur das. Heute belügen sie mit Pamphleten wie: „Die eigene Meinung“ die Menschen wieder, wo jeder DDR-Bürger wusste und weiß, dass es in der DDR, je größer die selbstverschuldeten Schwierigkeiten durch den Revisionismus wurden, keine Meinungsfreiheit gab. Es waren mehr Trugbilder als Realitäten! (Wie schrecklich weit Erich Honecker dem Denken und Fühlen der DDR-Bürger und von denen insbesondere der Jugend entfernt war ….“  Gossweiler).

Den Zusammenhang herzustellen, zwischen dem Untergang des Sozialismus und der Unterdrückung der kritischen und selbstkritischen Meinungsbildung, sind Revisionisten nicht in der Lage. Wie sollen sie auch, diffamieren sie auch heute noch, kritische und selbstkritische Analysen als bösartig, die „die DDR delegitimieren“ und als „ein Machwerk der Konterrevolution“.

Die DDR hat sich selbst, mit ihrer Politik, delegitimieren!

Sie haben nichts gelernt und ihnen zu folgen, bedeute der Lüge, dem schönen Schein, zu folgen und wieder in den Untergang zu rennen!

Die Frage z.b. zu stellen, warum Kurt Gossweiler erst nach der Konterrevolution seine Werke veröffentlich hat, kommt in ihrem Gloriendenken über die DDR nicht vor. Aus Kurt Gossweilers Werken nehmen sie nur das, was ihnen zu ihren Lügen und ihren Revisionismus passt oder lügen ihn einfach um.

Jürgen Lloyd beschreibt z.b. in: Zur antifaschistischen Strategie der KPD in der Weimarer Republik, in Dokumentation des Symposiums für Kurt Gossweiler, (offen-siv 5-2018), die Arbeit Kurt Gossweiler und die Situation, warum Gossweiler eine einmal verfasste Analyse nicht veröffentlichte und setzt ein Zitat von Gossweiler voraus, das auch zu historischen Untersuchungen über den Revisionismus passt. (Das nur nebenbei):

„Eine historische Untersuchung, ganz besonders eine Arbeit über die faschistische Diktatur würde ihre Aufgabe nicht erfüllen, wenn sie sich nicht darum bemühte, aus der Geschichte Schlussfolgerungen abzuleiten, die helfen können, Antwort auf die brennenden Fragen der Gegenwart zu geben.“
(Kurt Gossweiler (2009): Der Putsch der keiner war, Die Röhm-Affäre 1934 und der Richtungskampf im deutschen Faschismus, PapyRossa, Köln 2009, S.431. Der Text der Dissertationsschrift von 1963 wurde erstmals 1983 veröffentlicht)

Dieses Zitat – es stammt aus Kurt Gossweilers Dissertationsschrift zum sogenannten „Röhm-Putsch“ – markiert einen grundsätzlichen Anspruch, der in meinen Augen für Kurt und seine Arbeit kennzeichnend ist: Theoretische Arbeit, akribische Arbeit, sorgfältige, kritische und selbstkritische Wissenschaft stellt keinen Selbstzweck dar. Sie muss Antwort auf praktische Fragen liefern. Ohne dass sie auf gesellschaftliche Praxis bezogen ist, würde die Theorie ihre Aufgabe verfehlen.
(Frage: Warum „wusste“ das keiner in der SED?)

Dann schreib Jürgen Lloyd zu (Kurt Gossweiler (2001): Zur Strategie und Taktik der SPD und KPD in der Weimarer Republik, verfasst 1957, auch erst veröffentlich in der Schriftenreihe der KPD Heft 78 I u. II (Januar 2002) […]
„Kurt hat sie 1957 als Studie für die Parteibildungsarbeit zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung angelegt, dann jedoch, nachdem er sie mit einigen Genossen diskutiert hatte, davon Abstand genommen, sie zu veröffentlichen.

Der Grund war, dass Kurt Gossweiler Beifall von der falschen Seite befürchtete. Nämlich von Seite derjenigen, die im Zuge der willfährigen Distanzierung von der eigenen Geschichte durch so manche Genossinnen und Genossen nach dem 20. Parteitag der KPdSU sich über Material freuten, mit dem sie ihre Distanzierung von der Geschichte der Thälmannschen KPD füttern wollten.

In seiner Untersuchung hatte Kurt nämlich auch gewissenhaft und selbstkritisch die Schwächen und Fehler in der Politik der KPD analysiert und benannt. Doch hier zeigt sich der Anspruch von Kurt Gossweiler an seine wissenschaftliche Arbeit.

Denn diese Untersuchung war zur Stärkung und Verbesserung des Kampfs der Kommunistinnen und Kommunisten gemacht worden.

Und das ist etwas anderes als das feige Herausstehlen aus der eigenen Geschichte und die von Kurt kritisierte Bereitschaft, die Leistungen der KPD auf dem Altar des Antistalinismus zu opfern. Diesen Bemühungen Material zu liefern hat er abgelehnt.

Seine Thesen zum Vergleich der antifaschistischen Strategie der Sozialdemokratie und der Kommunisten sind schließlich erst nach der Konterrevolution veröffentlicht worden, als

… Kurt zu Recht davon ausgehen konnte, dass der mögliche Nutzen zur Formulierung und Präzisierung einer Strategie der Kommunistinnen und Kommunisten im antifaschistischen Kampf – also das Ziel, zu dem er seine Untersuchung angefertigt hatte – nun wieder wichtiger wurde, als der mögliche Beifall von falscher Seite.

Und zu Recht:

Der Verfall strategischen Denkens in der kommunistischen Bewegung war und ist so weit fortgeschritten, dass das Wasser, welches Gossweilers Kritik an der Politik der KPD in der Weimarer Republik auf die Mühlen der Revisionisten leiten könnte, diese heute bestenfalls rückwärts laufen lassen würde.“

Zu solcher Analyse sind Pamphletschreiber natürlich nicht in der Lage, daher bestreiten sie die Vorhersehbarkeit von Ereignissen.

Warum wehren sich, nach meiner Meinung nach, nun diese Pamphletschreiber gegen diese historische Tatsachen und der Vorhersagemöglichkeit, durch eine nüchterne, kritische und selbstkritische Analyse? Antwort:

  1. weil sie weder kritisch noch selbstkritisch denken gelernt haben. Für sich selbst (das galt auf für die SED), machte sie immer alles richtig; Fehler nur immer ihre Gegner und wenn sie keine Gegner hatten, schufen sie sich, mit ihrem Scheuklappendenken, eben welche (s.o.).
  2. Sie haben die größte Möglichkeit der Arbeiterklasse, bei vollem Bewusstsein in den Sand gesetzt, eine nie wiederkommende Gelegenheit völlig verspielt.

Sie hatten alles – und haben alles verspielt.

Dass überhaupt anzuerkennen bzw. zu verinnerlichen, ist für sie unmöglich – sie belügen und betrügen sich selbst und andere weiter. Über den Untergang der DDR hinaus – bis zu ihrem eigenen Untergang!

Aber lassen wir weiter klügere Kopf, als ich es bin, die Historie beurteilen.

Beschäftigt man sich mit Klaus Hesse, Kurt Gossweiler und anderen, so stellt man fest, dass sie alles präzise analysiert haben und die Gründe nennen können: wann, wie und warum, der Sozialismus untergegangen ist.

Bleibt die Frage, wann sie zu diesen Erkenntnissen gelangt sind? Und;

Warum diese Erkenntnisse nicht in Ideologie der kommunistischen Parteien eingeflossen sind?

Ich glaube Renate Schönfeld gibt in „Kurt Gossweiler – Biografisches“, und Conny Renkl in „Die Theorie von Fraktionen im Monopolkapital; oder: Wie entsteht politischer Wille und Handeln des Staates?, (Dokumentation des Symposiums für Kurt Gossweiler, offen-siv 5-2018) eine Antwort auf diese Fragen, wenn sie schreiben:

„Kurt hatte bereits seit 1956, seit dem 20. Parteitag der KPdSU, auf dem Chruschtschow die verheerende Rede gegen Stalin und damit gegen die Oktoberrevolution und den Sozialismus gehalten hatte, einen lang anhaltenden scharfen Blick darauf und auf alles, was sich in dieser Richtung zeigte entwickelte.“

Diesen Blick hatten noch andere Kommunisten, die aber von den Revisionisten kalt gestellt wurden.

„Vielleicht hätte die Konterrevolution 1989 nicht so einfach siegen können, wenn die kommunistischen und Arbeiterparteien auf Kurt Gossweiler gehört hätten. Statt: vom Revisionismus durchsetzt, von der Friedensfähigkeit des Imperialismus im Allgemeinen zu schwärmen und die Aggressivität des deutschen Imperialismus im Besonderen zu unterschätzen. Und vielleicht hätte die Linke in Westdeutschland besser dem Siegeszug des deutschen Imperialismus widerstanden, wenn sie statt in der Friedensbewegung mit ihrem Hauptstoß gegen den US-Imperialismus aufzugehen, sich stärker dem Aggressionskurs des Monopolkapitals im eigenen Land widersetzt hätte.“

Der Untergang des Sozialismus war vorhersehbar – aber dazu hätten die Genossen der SED, ihre Selbstherrlichkeit und ihre „Scheuklappen“ ablegen müssen.

Nachbemerkung: Bei der Analyse des Chruschtschowschen Revisionismus in den sozialistischen Ländern muss man, meiner Meinung nach, auf drei Ebenen vorgehen.
Einmal ist da der Revisionismus in der KPdSU, seit dem 20. PT., dann ist da der Revisionismus der, von KPdSU abhängigen und in Folge des Revisionismus, immer mehr unterdrückten, kleinen Bruderparteien und da ist drittens der Tito Revisionismus, der schon gleich nach 1945 begann. Macht man diese Unterscheidung nicht, tut man den kleinen Bruderparteien großes Unrecht.
Natürlich gab es auch in den kleinen Bruderparteien Revisionisten, die hätte es aber nicht gegeben, wenn die KPdSU auf dem Kurs von Lenin und Stalin geblieben wäre.
Weiterhin muss man, meiner Meinung nach, die Entwicklung des Revisionismus über die Zeit betrachten. Da ich aus der DDR komme, verknüpft ich einigen Beispielen aus der Geschichte der DDR (nachzulesen bei Kurt Gossweiler):

  1. Chruschtschows Flugplatz-Erklärung von 1955, Versöhnung mit Tito;
  2. XX. Parteitages mit der Stalin-Verdammungsrede (wahrscheinlich geschrieben von westlichen Geheimdiensten) durch Chruschtschow;
  3. Die Tilgung Stalins Namen aus dem Bewusstsein der DDR-Bevölkerung ab 1956;
  4. Die Zerstörung des Verhältnisses zu China durch die Attacke auf dem XXII. Parteitag gegen Enver Hodsha und die KP Chinas 1961;
  5. Die Umbenennung der Stalin-Allee und Stalin-Stadt 1961, n.m.M., Beginn des DDR-Revisionismus, weil die SED-Führung dem Druck aus Moskau, im Zuge des 22. PT. nicht mehr standhalten kann und weil die Revisionisten in der Partei immer mehr Macht erlangen;
  6. Cuba-Krise von 1962, in der Chruschtschow, angeblich aus Sorge um die Sicherheit Cubas Fidel sowjetischen Raketen aufschwatzte, ohne die Folgen zu bedenken;
  7. Der Sturz Chruschtschows im Oktober 1964 und die Lügen danach über seinen Abgang;
  8. Der Machtantritt Breschnew und seine Erklärung; dass sich die Partei weiterhin von den Beschlüssen des XX. Parteitages und der nachfolgenden Parteitage, – die alle den Stempel Chruschtschows trugen! – leiten lassen werde.
  9. Die kriegerischen Grenzauseinandersetzung am Amur 1969;

Das bedeutet: Die Fortsetzung des Revisionismus und die Stalinverdammung.

  1. Die Chruschtschowsche und Gorbatschowsche „Entspannungspolitik“ mit Geheimgesprächen und der „Gipfeldiplomatie“;
  2. Die Vorbereitung und Durchführung des KSZE-Prozesses und dem Abschluss des Helsinki-Abkommens;
  3. Die Billigung des gemeinsamen Dokumentes von SED und SPD vom August 1987.

An diesen 12 Beispiele revisionistischer, antistalinistische und damit antikommunistischer Politik läßt sich ablesen, dass es den Revisionismus bis 1989/90 im gesamten sozialistischen Lager gab.

War die DDR noch bis 1971 auf dem Weg den Sozialismus aufzubauen, wobei die Zeit von 1956 bis 1971 als Zwischenzeit zu sehen ist, indem der Sozialismus mit dem Revisionismus kämpfte, so wich sie danach immer mehr von diesem Weg ab; trotz aller guten Vorsätze. Sie degenerierte immer mehr, in Folge des Revisionismus im ganzen sozialistischen Lager, und ihr Untergang war unausweichlich.

„Man kann sich nur wundern darüber, dass es Kommunisten gibt, die nicht erken-nen können, dass die Sowjetunion der Chruschtschow, Breshnew und Gorbatschow, die wie ein morsches Haus zusammenbrach, eine ganz andere Sowjetunion war als jene, die die allerhärteste Prüfung, die es je in der Geschichte für einen Staat und eine Gesellschaftsordnung gab, siegreich bestand.“
Kurt Gossweiler

Und – nein, ich bin kein Antikommunist, aber auch kein DDR-Revisionist, sondern war schon immer – ein Suchender, ein Suchender nach der Wahrheit. Denn eines habe ich in meinem Leben gelernt:

Vertraue denen, die nach der Wahrheit suchen, und misstraue denen, die sie gefunden haben.

André Gide

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2 Gedanken zu „War der Untergang des Sozialismus vorhersehbar?“

  1. Danke, daß du mir die Augen öffnest.
    Es ist für mich ncht immer leicht, altgewohntes neu zu betrachten. Aber das will ich lernen.

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    1. Du schreibst: „Danke, daß du mir die Augen öffnest.“
      Ich kann keinem die Augen öffnen und will es auch gar nicht. Jeder muss selbst denken. Aber das machst du ja schon. Ich gebe hier nur das weiter was mich ein Thälmann-Kommunist gelehrt hat. Ich hatte in dieser Hinsicht viel Glück und viel Pech.

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