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Die revisionistische Linie des 20. Parteitags der KPdSU (1956) und die grundlegenden Fehler der berechtigten Kritik der KP Chinas (1963) – Fußnoten


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Fußnoten:

[1] Siehe GDS Nr. 21 „Nieder mit den konterrevolutionären Prozessen in China! Unterstützen wir die revolutionären Volksmassen in China!“, April 1981.

[2] Vgl. dazu GDS Nr. 7 „Kritik an der revisionistischen Linie des XI. Parteitags der KP Chinas“, Februar 1978. Selbstkritische Anmerkungen zu dieser Stellungnahme siehe in GDS Nr. 9 „Einige brennende Probleme der Entwicklung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und die Notwendigkeit einer Kritik der Dokumente der ,Großen Polemik’„, April 1979. Diese Selbstkritik betrifft die Punkte, daß in der Frage des Klassenkampfes und der „Bourgeoisie als Klasse“ sowie in der Frage des innerparteilichen Kampfes und des „Kampfes zweier Linien“ die Gesetzmäßigkeiten und Möglichkeiten sowie Prinzipien einerseits und die konkrete Lage in China in dieser Stellungnahme noch nicht genau auseinandergehalten wurden.

[3] Vgl. dazu Anhang zu Teil C, 3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping, S. 432.

[4] Vgl. dazu die in den Jahren 1980 bis 1984 in vier Teilen abgedruckte Kritik des Buches von Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“ in GDS Nr. 19, 22, 29, 33.

[5] Siehe dazu GDS Nr. 23, „Offene Debatte oder Vertuschung der Widersprüche? – „Supermachtstheorie“ und „Mao Tse-tung-Ideen“ contra Leninismus“, Juni 1981.

[6] Vgl. dazu Anmerkung 1: Neueinschätzungen erfordern gründliche Analyse und objektive Beweise. S. 505.

[7] Anhand der Überprüfung der Taktik der Bolschewiki in der Frage des Boykotts der Duma erläuterte Lenin in allgemeingültiger Weise dieses Prinzip:

„Man wird vielleicht fragen, welchen Nutzen es hat, sich mit dieser Frage zu befassen. Geschehenes läßt sich nicht ungeschehen machen. Jedoch wäre ein solcher Einwand in Bezug auf eine Taktik von gestern offensichtlich unhaltbar. Wir haben stets die Taktik von Leuten verurteilt- und als Marxisten müssen wir das-die ,von der Hand in den Mund’ leben. Die Erfolge des Augenblicks genügen uns nicht. Überhaupt genügen uns Berechnungen für die Minute oder den Tag nicht. Wir müssen uns stets kontrollieren durch das Studium der Kette der politischen Geschehnisse in ihrer Gesamtheit, in ihrem ursächlichen Zusammenhang, in ihren Ergebnissen. Durch die Analyse der Fehler von gestern lernen wir die Fehler von heute und von morgen vermeiden.“ (Lenin: „Aus dem Tagebuch eines Publizisten“, 1917, Werke Band 26, S. 35; Hervorhebung im Original.) Das kritische Studium des „25-Punkte-Vorschlags“ wie aller Dokumente und Standpunkte der „Polemik“ dient uns eben dazu, „die Kette der politischen Geschehnisse in ihrer Gesamtheit, in ihrem ursächlichen Zusammenhang, in ihren Ergebnissen“ zu begreifen und aus der Analyse der Fehler von gestern zu lernen, die Fehler von heute und morgen zu vermeiden.

[8] Es ist klar, daß es neben dem „25-Punkte-Vorschlag“ und den neun Kommentaren der KP Chinas noch eine Anzahl anderer wichtiger Dokumente der Großen Polemik gibt. Vgl. dazu im Anhang zum Teil E den Punkt: 3. Zu den Artikeln der KP Chinas gegen die modernen Revisionisten der KP Frankreichs, KP Indiens, KP Italiens und der KP der USA 1962/1963,S. 490. Von Seiten der PdA Albaniens gibt es eine lange Reihe von grundlegenden Dokumenten zur Großen Polemik. Obwohl international weniger verbreitet und bekannt als die chinesischen Stellungnahmen; spielten sie bei der ideologischen Profilierung vieler junger kommunistischer Organisationen und Parteien eine wichtige Rolle. Dazu zählen insbesondere die oft in Broschürenform verbreiteten Artikel „Über die Thesen des X. Parteitags der Kommunistischen Partei Italiens“ (17./18.11.1962), „N. Chruschtschow entfaltete offen das Banner der Spaltung und des Verrats (Zum Offenen Brief des ZK der KPdSU vom 14. Juli [1963])“ (4.10.1963), der Artikel „Die gefährlichen Manöver der Chruschtschow-Gruppe im Zusammenhang mit dem sogenannten Kampf gegen den ,Personenkult’ muß man bis zum Schluß enthüllen“ von 1964, die beiden Albanisch-Chinesischen Deklarationen vom 8.1.1964 und vom 11.5.1966, die Rede des Genossen Hysni Kapo in der Parteihochschule des ZK der KP Chinas (Mai 1966), die Rede des Genossen Enver Hoxha am 16.11.1960 auf der Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau, vor allem aber sein historischer Bericht auf dem 5. Parteitag der PAA am 1.11.1966. Schließlich haben auch andere Parteien gewichtige grundsätzliche Stellungnahmen veröffentlicht und international weit verbreitet. Wir erinnern nur an den Beschluß des ZK der KP Brasiliens vom 27.7.1963 „Antwort an Chruschtschow“ oder an die „Antworten des ZK der KP Japans an das ZK der KPdSU“ vom Juli und August 1964. Positionen der PAA, aber auch anderer Parteien und Organisationen wurden, thematisch bezogen, an verschiedenen Stellen in die vorliegende Arbeit einbezogen.

[9] Ein wichtiger Grund für den langen Zeitraum zwischen dem Beginn und dem Abschluß der Arbeit an der Polemik liegt darin, daß diese Arbeit mehrfach „durchkreuzt“ wurde von ideologischen und politischen Entwicklungen, die unbedingt unsere Stellungnahme erforderten. Vor allem war das die prinzipienlose 180-Grad-Wendung der PAA und ihrer Anhänger in der Frage der Einschätzung Mao Tse-tungs seit 1978. Nachdem die PAA jahrzehntelang die KP Chinas und deren langjährigen Vorsitzenden Mao Tse-tung als kommunistisch propagiert hatten, erklärte sie diese mit übelsten Methoden plötzlich als von Anfang an revisionistisch. Die Zurückweisung dieser im Grunde aus dem Arsenal der Chruschtschow-Revisionisten stammenden Attacken erförderte große Anstrengungen im ideologischen Kampf und in der theoretischen Analyse, zumal andererseits international eine Strömung auftauchte, welche unter der Flagge sogenannter „Mao-Tse-tung-Ideen“ nicht wirklich die Verdienste Mao Tse-tungs und der KP Chinas im Kampf gegen den Imperialismus und Revisionismus verteidigte, sondern vor allem seine Fehler verteidigte und systematisierte, um Kernpunkte des wissenschaftlichen Kommunismus über die Diktatur des Proletariats und die Kommunistische Partei anzugreifen. Ergebnisse dieser Auseinandersetzung ist vor allem eine ausführliche Analyse des Werks Mao Tse-tungs (Siehe GDS Nr. 24, 37) sowie eine ausführliche Kritik an Enver Hoxhas Buch „Imperialismus und Revolution“ (Siehe GDS Nr. 19,22,29,33).

[10] Vgl. dazu Rot Front Nr. 8-10: „Die Gründung der SED und ihre Vorgeschichte (1945-1946)“, Berlin 2000.

[11] Vgl. dazu ausführlich die Stellungnahme von GDS „Der XX. Parteitag der KPdSU 1956: Entscheidender ideologischer Wendepunkt zur Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und zur imperialistischen Konterrevolution“, GDS-Flugblatt 7-8/1996, in: Politische Stellungnahmen 1995-1996 zu Themen und Fragen des revolutionären Kampfes und des wissenschaftlichen Sozialismus in Flugblättern und Plakaten von Gegen die Strömung, März 1997.

[12] Chruschtschow. „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 46.

[13] Ebenda, S. 43.

[14] „Entschließung des XX. Parteitages der KPdSU zum Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU“, ebenda, S. 168.

[15] Chruschtschow: „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 24.

[16] Ebenda, S. 38.

[17] Ebenda, S. 22.

[18] Programm der KPdSU, angenommen am 31. 10. 1961 auf dem XXII. Parteitag der KPdSU, zitiert nach „Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“, Nachdruck Berlin 1971, S. 496.

[19] Ebenda, S. 505.

[20] Siehe Anmerkung 2.: Zum sogenannten „Geheimbericht“ Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956, Seite 506.

[21] Zur Frage der antirevisionistischen Opposition in der KPdSU bzw. UdSSR siehe „Programmatische Erklärung der Revolutionären Kommunisten der Sowjetunion (Bolschewiki)“, 1966, in: GDS Nr. 59, März 1992. 2 Vgl. zu diesen beiden Artikeln genauer: l. Zu den Artikeln „Über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ und „Mehr über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, S. 477.

[23] Siehe dazu im Anhang: 2. Zur Einschätzung der Schrift „Es lebe der Leninismus!“ der KP Chinas von 1960, S. 483.

[24] Vgl. dazu genauer: Zu den Artikeln der KP Chinas gegen die modernen Revisionisten der KP Frankreichs, KP Indiens, KP Italiens und der KP der USA 1962/1963, S. 490.

[25] Wenn im Folgenden der Einfachheit halber von der „Polemik“ die Rede ist, so sind damit insgesamt der „Vorschlag zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung – Antwort des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas auf den Brief des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vom 30. März 1963“ einschließlich seiner neun „Kommentare“ gemeint. Diese Dokumente wurden von der KP Chinas als Einzelbroschüren und unter dem Titel „Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ als Buch auch auf Deutsch veröffentlicht. Dieses Buch wurde seitdem auf Deutsch mehrfach nachgedruckt. Im Anhang enthält dieses Buch auch den „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“ vom 30. März 1963 sowie den „Offenen Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“ vom 14. Juni 1963. Das Dokument „Vorschlag zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung – Antwort des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas auf den Brief des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vom 30. März 1963“ vom 14. Juni 1963 wird im weiteren kurz nur als „25-Punkte-Vorschlag“ bezeichnet. Die neun Kommentare der „Polemik“ nennen wir im Weiteren einfach „Polemik“.

[26] Auf der XI Plenartagung des VIII. ZK der KP Chinas wurde darauf hingewiesen, daß der „25-Punkte-Vorschlag“ unter der „persönlichen Führung des Genossen Mao Tse-tung verfaßt wurde“. (Siehe „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Peking 1970, S. 189) Damit wird nicht nur seine Bedeutung unterstrichen, sondern wird auch unmittelbar klar, daß mit unserer Kritik am Vorschlag auch die Auseinandersetzung mit der Linie und dem politischen und theoretischen Werk Mao Tse-tungs verbunden ist.

[27] Wir erinnern hier an die von Mao Tse-tung persönlich formulierten Solidaritätsaufrufe:

  • „Erklärung zur Unterstützung der Afroamerikaner in den USA in ihrem gerechten Kampf gegen die Rassendiskriminierung des US-Imperialismus“ vom 8. August 1963;
  • „Erklärung gegen die Aggression in Südvietnam und die Niedermetzelung seiner Bevölkerung durch die USA-Ngo-Dinh-Diem-Clique“ vom 29. August 1963;

  • „Gespräch zur Unterstützung des panamesischen Volkes in seinem gerechten patriotischen Kampf gegen den USA-Imperialismus“ vom 12. Januar 1964;

  • „Gespräch zur Unterstützung des japanischen Volkes in seinem gerechten patriotischen Kampf gegen den USA-Imperialismus“ vom 27. Januar 1964;

  • „Erklärung zur Unterstützung des Volkes von Kongo (L.) in seinem Kampf gegen die USA-Aggression“ vom 28. November 1964;

  • „Erklärung zur Unterstützung des dominikanischen Volkes in seinem Kampf gegen die bewaffnete Aggression der USA“ vom 12. Mai 1965 (Diese Erklärungen sind alle abgedruckt in: „Völker der ganzen Welt, vereinigt euch und besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien“, Peking 1970.)

  • „Erklärung des Genossen Mao Tse-tung, Vorsitzenden des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, zur Unterstützung der Afro-Amerikaner in ihrem Kampf gegen gewaltsame Unterdrückung“ vom 16. April 1968. Peking 1968

  • „Völker der ganzen Welt, vereinigt euch, besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien!“ Erklärung vom 20. Mai 1970. Peking 1970

[28] Vgl. dazu genauer: „Mao Tse-tung – Seine Verdienste – Seine Fehler“, Band l, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997.

[29] Die KP Chinas hat noch während der Zeit der Veröffentlichung der Dokumente der „Polemik“ selbst zumindest in einer Frage auch praktisch unter Beweis gestellt, daß sie durchaus fähig und willens war, ihre eigenen Positionen im Kampf gegen den modernen Revisionismus zu überprüfen und zu korrigieren. Im Kommentar „Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows“ wird geschildert, daß es auf der Beratung 1960 zwischen der Delegation der KP Chinas und der Delegation der KPdSU in der Frage des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus „wiederholt heftige Auseinandersetzungen“ gegeben habe, daß die KP Chinas dort zwar die KPdSU „mit aller Entschiedenheit“ kritisiert habe, daß sie sich „als ein weiteres Zugeständnis in dieser Frage, um noch einmal den Bedürfnissen der Führung der KPdSU entgegenzukommen“, aber damit einverstanden erklärt hatte, „daß einige diesbezügliche Sätze der Deklaration von 1957 wörtlich abgeschrieben und in die Erklärung von 1960 aufgenommen werden“. Dazu heißt es in dem Kommentar: „ Wenn heute Genossen uns kritisieren, wir seien damals der Führung der KPdSU zu Unrecht entgegengekommen, dann sind wir gern bereit, diese Kritik anzunehmen.“ („Polemik“, S. 417) Außerdem erklärt die KP Chinas, daß sie es für notwendig hält, „daß die in der Deklaration und der Erklärung enthaltene Formulierung dieser Frage durch Konsultationen der Bruderparteien auf der Grundlage der revolutionären Prinzipien des Marxismus-Leninismus neu abgefaßt wird“. (Ebenda, S. 418) Dazu ist es nie gekommen. Das unterstreicht aber gerade auch unsere heutige Aufgabe, die Fehler und Unzulänglichkeiten der „Polemik“ zu kritisieren und dafür zu kämpfen, daß insgesamt eine auf dem wissenschaftlichen Kommunismus beruhende internationale revolutionäre Plattform „neu abgefaßt“ wird.

[30] Zum Beispiel widmete die Partei der Arbeit Albaniens dem „25-Punkte-Vorschlag“ am 24. Juli 1963 in ihrem Zentralorgan einen ausführlichen Artikel uneingeschränkter Zustimmung, der in Broschürenform in vielen Sprachen verbreitet wurde, darunter in mehreren Auflagen auch in deutscher Sprache. Unter dem Titel „Ein Dokument von großer internationaler Bedeutung“ heißt es dort u. a.: „Seit dem Tag seiner Veröffentlichung steht dieses Schreiben im Blickpunkte der Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung aller Kommunisten der Welt (…)Die Linie, welche das ZK der KP Chinas in seinem Schreiben verteidigt, ist die Generallinie der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung. Diese Linie stützt sich auf die lebensspendenden Lehren des Marxismus-Leninismus (…); ihr Fundament ist die historische Mission des Proletariats, sie bringt die objektive Gesetzmäßigkeit der Entwicklung der Gesellschaft in Richtung des Sozialismus und Kommunismus zum Ausdruck(…) „ („Ein Dokument von großer internationaler Bedeutung“, Tirana 1963, S. 3f.) „Aus diesem Grund unterstützen unsere Partei und unser Volk voll und ganz dieses wichtige Dokument des ZK der KP Chinas. „ (Ebenda, S. 21) In einem Beschluß des ZK der KP Brasiliens vom 27. Juli 1963 hebt dieses hervor, der Vorschlag der KP Chinas zur Generallinie habe „ungeheure Begeisterung und große Genugtuung unter den Mitgliedern und Führern der KP Brasiliens sowie in breiten Kreisen der Arbeiterklasse und der fortschrittlichen Intelligenzwachgerufen. Diese Dokumente bilden einen äußerst wertvollen Beitrag im Kampfgegen den modernen Revisionismus und für die Verteidigung der revolutionären Prinzipien des Marxismus-Leninismus. „ („Antwort an Chruschtschow“, Peking 1964, S. 12.) Wir haben selbst 1974 in Nr. l von „Gegen die Strömung“ (S. 61) fälschlich in überschwänglicher Form herausgestellt, daß die KP Chinas und die PAA in der „Großen Polemik“ die „grundlegenden Lehren des Marxismus-Leninismus“ als nach wie vor gültig „bewiesen“ hätten, und haben diese Schriften 1975 in Nr. 3 (S. 31) als „unumgänglichen Ausgangspunkt“ des Studiums der Grundlagen des Marxismus-Leninismus propagiert. Siehe GDS Nr. 26, „Das Drei-Welten-Schema in der Linie 1974-1976 von Gegen die Strömung- Eine Selbstkritik“, November 1981, S. 44f.

[31] Als eine Ausnahme kann die 1966 erschienene Selbstkritik der KP Indonesiens angesehen werden, die – ohne namentlich auf den „Vorschlag“ einzugehen – dennoch eine Reihe von tiefgehenden und folgenreichen Fehlern des Vorschlags anhand der eigenen Linie diskutiert und kritisiert hat: Zwei Wege – friedlich und nichtfriedlich; Mißachtung der Bedeutung der Agrarrevolution; Illusionen in der Staatsfrage und der Haltung zur Bourgeoisie. Siehe GDS Nr. 55: „Die vor 25 Jahren veröffentlichte Selbstkritik der KP Indonesiens ist nach wie vor aktuell: Der einzige Weg zur Befreiung ist die bewaffnete Revolution“, Juli 1991.

[32] „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, zitiert nach „Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“, Peking 1964, S. 603.

[33] Ebenda, S. 603.

[34] Bekanntlich stellte Stalin im Zusammenhang mit der Definition des Leninismus das Wesen unserer heutigen Epoche klar heraus: „Der Leninismus ist der Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution.“ (Stalin: „Ober die Grundlagen des Leninismus“, 1925, Werke Band 6, S. 63.) Der ganze Haß der Chruschtschow-Revisionisten richtete sich gegen diese klare Bestimmung unserer Epoche, die für Kommunistinnen und Kommunisten der Ausgangspunkt ist. Direkt gegen diesen Ausgangspunkt formuliert das revisionistische ZK der KPdSU: „Der Ausgangspunkt der KPdSU ist folgender: Unsere Epoche, deren Hauptinhalt der durch die Große Sozialistische Oktoberrevolution eingeleitete Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus ist, ist die Epoche des Kampfes der beiden entgegengesetzten Gesellschaftssysteme, die Epoche der sozialistischen Revolutionen und der nationalen Befreiungsrevolutionen, die Epoche des Zusammenbruchs des Imperialismus und der Liquidierung des Kolonialsystems, die Epoche des Übergangs von immer mehr Völkern auf den Weg des Sozialismus, die Epoche des Triumphes des Sozialismus und Kommunismus im Weltmaßstab. „ („Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“, zitiert nach „Polemik“, S. 558.) Diese gegen Lenin und Stalin gerichtete Definition der Chruschtschow-Revisionisten ist zwar wesentlich länger, dafür jedoch ausgesprochen unklar und schwammig. Diese Definition hebt eben nicht das Wesentliche, die proletarische Revolution hervor, sondern degradiert durch Aufzählung aller möglichen Erscheinungen die proletarische Revolution zu einem Aspekt unter vielen – wobei zudem auch noch durch fragwürdige Formulierungen wie „Zusammenbruch des Imperialismus“ und „Liquidierung des Kolonialsystems“ bestimmte Aspekte der Epoche unpräzise, ja falsch dargelegt werden.

[35] Ebenda, S. 643.

[36] „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 41f.

[37] N. S. Chruschtschow: „Gespräch mit C. L. Sulzberger am 5. September 196T’, veröffentlicht

in der „Prawda“ vom 10. September 1961. zitiert nach „Polemik“, S. 273.

[38] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“ in: „Polemik“, S. 560.

[39] „Offener Brief des ZK der KPdSU…“, in: „Polemik“, S. 641.

[40] Ebenda, S. 634.

[41] Ebenda, S. 641.

[42] „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 80.

[43] Ebenda, S. 45.

[44] Ebenda, S. 46f.

[45] Wir werden ausführlich darauf zurückkommen im „Teil B: Das Schema vom .friedlichen und nichtfriedlichen Weg’ widerspricht dem wissenschaftlichen Kommunismus“. Dort werden wir auch die diversen demagogischen Manöver entlarven, womit die Chruschtschow-Breshnew-Revisionisten ihre konterrevolutionäre Position zu bemänteln versuchten.

[46] „Offener Brief des ZK der KPdSU…“, zitiert nach: Polemik, S. 643.

[47] Siehe dazu auch Anmerkung 3.: Über einige Quellen der heutigen „antidogmatischen“ Strömung, S. 521.

[48] Siehe Vorwort zum „Manifest der Kommunistischen Partei“, deutsche Ausgabe 1872, Marx/Engels Werke Band 18, S. 96.

[49] Marx: „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“, 1852, Marx/Engels’ Werke Band 8, S. 196.

[50] Siehe Engels: „Vorwort zur ,Kritik des Gothaer Programms’„, 1891, Marx/Engels Werke Band 19, S. 521.

[51] Lenin: „Was sind die ,Volksfreunde’ und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokraten“, 1894, Werke Band l, S. 140.

[52] Ebenda, S. 130.

[53] Siehe dazu auch Anmerkung 4.: Wie die modernen Revisionisten die Rolle der Theorie herabmindern am Beispiel Fidel Castros, S.525.

[54] „Programm der KI“, 1928, S. 123; Hervorhebungen im Original.

[55] Ebenda, S. 124; Hervorhebungen im Original.

[56] Mit dem Ziel des umfassenden Bruchs mit dem Revisionismus hatten Lenin und die Bolschewiki bereits unmittelbar nach Kriegsausbruch 1914 die Initiative ergriffen, um die linken, für die Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg kämpfenden Gruppen zusammenzuführen. Dazu diente auch die Teilnahme an den internationalen Beratungen von Zimmerwald im September 1915 und in Kienthal, beides Orte in der Schweiz, im April 1916. Die Bolschewiki nutzten dort die Möglichkeit, ihre Standpunkte international zu verbreiten. Bei der Teilnahme Lenins und der Bolschewiki an derartigen Konferenzen ließen diese sich niemals die Hände binden, sie bekämpften die Vertuschung der ideologischen Widersprüche energisch und bedienten sich der Methode der offenen und öffentlichen Kritik, um eine scharfe Trennungslinie zwischen Marxismus und Opportunismus zu ziehen. Sie verurteilten die versöhnlerischen Standpunkte der „Zimmerwalder Mehrheit“ und drängten mit ihrer Kritik an den Halbheiten und Inkonsequenzen auch die „Zimmerwalder Linken“ zum völligen ideologischen und organisatorischen Bruch mit dem opportunistischen Sumpf. Denn ohne diesen Bruch, ohne die vorherige vollständige Abgrenzung von den Opportunisten, war an die Schaffung der neuen, der dritten, der Kommunistischen Internationale gar nicht zu denken.

[57] „Der I. Kongreß der Kommunistischen Internationale [Protokoll der Verhandlungen in Moskau vom 2. bis 19. März 1919], Hamburg 1921, S. 171-182; zitiert nach: „Die Kommunistische Internationale in Thesen, Resolutionen, Beschlüssen und Aufrufen“, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1998, Band I, S. 7

[58] Lenin hatte zunächst 19 „Bedingungen für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale“ formuliert (vgl. Lenin, Werke Band 31, S. 193-199). Auf dem II. Kongreß der Komintern selbst hatte Lenin noch einen weiteren Punkt vorgeschlagen, der vom Kongreß auch angenommen wurde (Werke Band 31, S. 200). Der Kongreß ergänzte Lenins Thesen noch um die These 21 über die Anerkennung der Bedingungen und Leitsätze der Kommunistischen Internationale (siehe: „Der I. Kongreß der Kommunistischen Internationale [Protokoll der Verhandlungen in Moskau vom 2. bis 19. März 1919], Hamburg 1921, S. 387-395; siehe auch: „Die Kommunistische Internationale in Thesen, Resolutionen, Beschlüssen und Aufrufen“, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1998, Band I, S. 51). Seitdem wird im Allgemeinen kurz von den „21 Aufnahmebedingungen“ gesprochen.

[59] Siehe Lenin: „Bedingungen für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale“, 1920, Werke Band 31, S. 197.

[60] Die von der Komintern verabschiedeten „Leitsätze“ enthalten auch noch den Punkt, daß die Beschlüsse der KI für die einzelnen Kommunistischen Parteien bindend sind. Dieser Punkt ist selbstverständlich an die Existenz einer internationalen kommunistischen Organisation, einer Kommunistischen Internationale, gebunden und galt damit nach der Auflösung der Kommunistischen Internationale nicht mehr. (Siehe: „Der I. Kongreß der Kommunistischen Internationale [Protokoll der Verhandlungen in Moskau vom 2. bis 19. März 1919], Hamburg 1921, S. 387-395; siehe auch: „Die Kommunistische Internationale in Thesen, Resolutionen, Beschlüssen und Aufrufen“, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1998, Band I, S. 51).

[61] Bei der Betrachtung der Methode Lenins ist beeindruckend, wie er anhand von grundlegenden Schriften Kautskys „die Geschichte des nettesten Verrats Kautskys am Marxismus „untersucht und Wurzeln des Revisionismus Kautskys auch in den Büchern und Broschüren jener Zeit aufdeckt, in der Kautsky von Lenin noch als Vertreter des Marxismus eingeschätzt wurde. (Lenin: „Staat und Revolution“, 1917, Werke Band 25, S. 492ff.) Es war und ist in erster Linie die Aufgabe der deutschen Kommunistinnen und Kommunisten, eine tiefgehende und systematische Analyse des Opportunismus in der Geschichte der kommunistischen Bewegung in Deutschland zu erstellen. Dafür hat Lenin wertvolle Vorarbeiten geleistet und Ausgangspunkte formuliert.

[62] Übrigens: Allen Behauptungen und antikommunistischen Verleumdungen zum Trotz stand Stalin seinen eigenen Schriften kritisch gegenüber. So erschien beispielsweise zwei Jahre nach der Veröffentlichung von „Über die Grundlagen des Leninismus“ der Sammelband „Zu den Fragen des Leninismus“. Dieser enthält neben den „Grundlagen“ auch weitere Schriften Stalins, unter anderem „Fragen des Leninismus“, in der er ungenügende und unzureichende Formulierungen aus den „Grundlagen“ korrigierte und präzisierte (siehe: Stalin: „Zu den Fragen des Leninismus“, 1926, Werke Band 8, S. 54-57). Damit hat er seinen Fehler nicht vertuscht, die unzureichenden Formulierungen in einer zweiten Auflage nicht einfach nur ersetzt, sondern allen Genossinnen und Genossen, den gesamten parteilosen Massen, die Möglichkeit gegeben, aus diesem Fehler zu lernen.

[63] Siehe z. B. Lenin: „Über einige Besonderheiten der historischen Entwicklung des Marxismus“, 1910, Werke Band 17, S. 26f.

[64] Siehe z. B. Stalin: „Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU(B)“, 1939, Werke Band 14, S.222ff.

[65] Siehe z. B. Lenin: „Die Studentenbewegung und die gegenwärtige politische Lage“, 1906, Werke Band 15, S. 211 und „Die nationale Frage in unserem Programm“, 1903, Werke Band 6, S. 456.

[66] Siehe z. B. Lenin: „Die Aufgaben der Jugendverbände“, 1920, Werke Band 31, S. 273f.

[67] Lenin meint hier, wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, natürlich nicht, daß dort der Kampf gegen das eingedrungene Kapital der imperialistischen Länder unnötig sei, sondern stellt lediglich fest, daß in diesen Ländern im Wesentlichen kein eigener nationaler Kapitalismus vorrangig entwickelt ist, und daher auch nicht der Kampf gegen ein solches Kapital vorrangig ist.

[68] Beschluß des ZK der KPdSU(B), „Über die Gestaltung der Parteipropaganda im Zusammenhang mit dem Erscheinen des ,Kurzgefaßten Lehrgangs der Geschichte der KPdSU(B)’„, 1938, auf Deutsch veröffentlicht in „Politische Rundschau“, Nr. 58/1938, Sonderbeilage, S. 1998/1999.

[69] Siehe Stalin: „Über die Opposition“, 1921-1927, Peking 1979; siehe auch Stalin: „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“, Referat und Schlußwort auf dem Plenum der ZK der KPdSU(B), 3. und 5. März 1937, Werke Band 14, S. 119-160.

[70] Siehe „Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang“, S. 439 – 451.

[71] Ebenda, S. 410/411.

[72] Siehe: Stalin: „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“, Referat und Schlußwort auf dem Plenum des ZK der KPdSU(B), 3. und 5. März 1937, Werke Band 14, S. 119-160.

[73] Siehe „Über Fehler der Parteiorganisationen beim Ausschluß von Kommunisten aus der Partei, über die formal-bürokratische Behandlung der Berufung von aus der KPdSU(B) Ausgeschlossenen und Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel“, Beschluß des Plenums des ZK der KPdSU(B), 1938, in: Die Kommunistische Partei der Sowjetunion in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Konferenzen und Plenen des ZK 1898-1954, Band IX, Berlin 1957.

[74] Siehe Shdanow, „Abänderungen am Statut der KPdSU(B)“, Bericht auf dem XVIII. Parteitag der KPdSU(B) am 18. März 1939, Berlin 1950, Nachdruck Buchladen Georgi Dimitroff, Frankfurt/Main o. J.

[75] Siehe ebenda, S. 450.

[76] In dem von Malenkow erstatteten Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag der KPdSU(B) im Jahr 1952, also ein Jahr vor Stalins Tod, heißt es: „Es handelt sich darum, daß die Verhältnisse der Kriegszeit einige Besonderheiten indem von der Partei angewandten Leitungsmethoden bedingt und auch große Mängel in der Tätigkeit der Parteiorgane und der Parteiorganisationen mit sich gebracht hatten. Das fand vor allem darin seinen Ausdruck, daß die Parteiorgane der parteiorganisatorischen und ideologischen Arbeit weniger Beachtung schenkten, weswegen diese Arbeit in vielen Parteiorganisationen vernachlässigt wurde. (…)In vielen Parteiorganisationen wird die ideologische Arbeit unterschätzt, weshalb diese Arbeit hinter den Aufgaben der Partei zurückbleibt und in einigen Organisationen vernachlässigt ist.“ (Malenkow, „Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag über die Tätigkeit des Zentralkomitees der KPdSU(B)“, Moskau 1952, Nachdruck Berlin 1971, S. 115 und S. 130.) Unserer Meinung nach liegt die Ursache für das Anwachsen des Revisionismus auch in der Zeitspanne vor dem Tode Stalins gerade in der ungenügenden Propagierung und Anwendung der grundlegenden Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus über die Diktatur des Proletariats, über die Kommunistische Partei, die Rolle der Kader und der Massen usw. Die ungenügende, wirklich tiefgehende Aneignung der richtigen Linie Lenins und Stalins durch die guten und ehrlichen Genossinnen und Genossen ist der springende Punkt, wollen wir nicht bei der bloßen Anprangerung einiger revisionistischer Verräter stehenbleiben. Dies zeigt die konterrevolutionäre Entwicklung nach dem Tod Stalins unwiderlegbar. Hier vor allem muß unserer Meinung nach die Analyse ansetzen.

[77] Das Kominformbüro, das sich aus Vertretern von acht Kommunistischen Parteien zusammensetzte – der Bulgarischen Arbeiterpartei (Kommunisten), der Rumänischen Arbeiterpartei, der Ungarischen Partei der Werktätigen, der Polnischen Arbeiterpartei, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), der Kommunistischen Partei Frankreichs, der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, der Kommunistischen Partei Italiens -, verurteilte und kritisierte in seiner Resolution „Über die Lage in der Kommunistischen Partei Jugoslawiens“ vom 29. Juni 1948 prinzipiell und tiefgehend den Tito-Revisionismus. Vgl. dazu: „Der Kampf J.W. Stalins und des Kominform gegen den Tito-Revisionismus“, Wien 1979.

[78] Siehe Anmerkung 5.: Das „sympathische Konkrete“ und das „unsympathische Abstrakte“, S. 526.

[79] Weiter hinten werden wir diese Fragen grundlegend und detailliert behandeln.

[80] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 6. Siehe S. 561.

[81] Ebenda, S. 7. Siehe S. 561.

[82] Die KP Chinas formuliert in ihrem 4. Kommentar doch sehr vieldeutig, daß die Lage nach dem Zweiten Weltkrieg „grundlegend anders“ („Polemik“, S. 209) sei als zuvor. Vor allem im Zusammenhang mit der falschen These von der „konkreten Analyse“ als „Ausgangspunkt“ muß eine solche Formulierung als Kapitulation vor ähnlichen Behauptungen der Chruschtschow-Revisionisten angesehen werden. Richtig und notwendig wäre gewesen, im Kampf gegen die Chruschtschow-Revisionisten gerade zu betonen, daß trotz großer Änderungen die Lage nach dem Zweiten Weltkrieg nicht grundlegend anders ist als vorher, die Prinzipien des Leninismus daher weiter uneingeschränkte Gültigkeit haben.

[83] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 23. Siehe S. 572.

[84] Togliatti erklärte in seiner Rede auf dem Plenum des ZK der KP Italiens zur Einberufung des X. Parteitages 1962: „Die Leninsche These über die friedliche Entwicklung der Revolution, was Lenin seiner Zeit für schwer möglich hielt, haben wir heute zum Prinzip einer Weltstrategie der kommunistischen und Arbeiterbewegung erhoben. „ („Der Marxismus-Leninismus wird über den Revisionismus siegen“, Artikelsammlung aus Zeri iPopullit, Band l, Frankfurt/M. 1971, S. 113.) Wir werden im Folgenden sehen, daß der wesentliche Unterschied zwischen Lenin und Togliatti keineswegs in der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines friedlichen Weges liegt, sondern Lenin unter der Möglichkeit eines friedlichen Wegs bzw. einer relativ friedlichen Entwicklungsetappe der Revolution prinzipiell anderes verstand als Togliatti.

[85] „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 45.

[86] Ebenda, S. 46f.

[87] „Offener Brief des ZK der KPdSU“, zitiert nach: Polemik, S. 571.

[88] Siehe „Grundlagen der marxistischen Philosophie“, (Moskau 1958) Berlin 1959, S. 571.

[89] Chruschtschow berief sich z. B. auf dem VI. Parteitag der SED von 1962 auf Stalins Erwähnung eines ausnahmsweisen „friedlichen“ Weges der Revolution in einer fernen Zukunft. Leider hat auch die PAA in den Jahren nach dem XX. Parteitag einige Bemerkungen Stalins ganz in revisionistischem Sinn interpretiert. Siehe dazu im Anhang zum Teil B den Punkt 2. Die Haltung der Partei der Arbeit Albaniens zur gewaltsamen Revolution, S. 390.

[90] Siehe etwa „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, (Moskau 1960) Berlin I960, S. 579, oder auch später R. Fahrle und P. Schöttler „Chinas Weg – Marxismus oder Maoismus“, Frankfurt/M. 1969, S. 181f.

[91] Siehe A. Beljakow und F. Burlatzki im theoretischen Organ der KPdSU „Kommunist“ Nr. 3, 1960, zitiert nach: „Polemik“, S. 420, siehe auch: „Grundlagen der marxistischen Philosophie“, (Moskau 1958) Berlin 1959, S. 569.

[92] Siehe im Anhang zum Teil B den Punkt 1. Die Moskauer Erklärungen von 1957 und 1960 zur Frage der gewaltsamen Revolution des Proletariats und die Position der KP Chinas bei den damaligen Beratungen, S. 387.

[93] „Polemik“, S. 403-461.

[94] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 22. Siehe S. 572.

[95] Ebenda, S. 24. Siehe S. 573.

[96] Das revisionistische Standardwerk „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, das 1970 in Moskau erschien und von einem „Autorenkollektiv“ revisionistischer Professoren stammt (deutsche Ausgabe 1973, Frankfurt/M.), geifert auch gegen die treffenden kommunistischen Thesen des „Vorschlags zur Generallinie“ der KP Chinas von 1963. So heißt es dort über den September 1963 erschienenen Kommentar „Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows“: „Der Spruch ,Die gewaltsame Revolution ist ein allgemeines Gesetz der proletarischen Revolution’ wurde zum einzig marxistischen erklärt. „ („Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, (Moskau 1970) Frankfurt/M. 1973, S. 120.) Diese revisionistischen „Gelehrten“ scheuen sich also nicht, die von Lenin in Werken wie „Staat und Revolution“ und „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ dargestellte Lehre über die Gesetzmäßigkeit der gewaltsamen Revolution als irgendeinen „Spruch“ abzutun, darüber zu witzeln und sich zu mokieren. Es zeigt sich, daß sie in dieser Frage der damaligen kommunistischen Position der KP Chinas nichts, aber auch gar nichts an Argumenten entgegenzusetzen haben.

[97] „Polemik“, S. 411.

[98] Vgl. auch Mao Tse-tung, „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, Peking 1968, S. 255. Siehe auch Anmerkung 15.: Die Haltung der PAA zum XX. Parteitag der KPdSU, S. 390.

[99] Ebenda, S. 421 f. Siehe Lenin: „Zu den Losungen“, 1917, Werke Band 25, S. 182.

[100] Ebenda, S. 403 und S. 450^156.

[101] Ebenda, S. 426f.

[102] Ebenda, S. 461.

[103] Siehe: Punkt 11 des „25-Punkte-Vorschlags“, S. 22f. Siehe S. 571.

[104] Um sich bei der Bourgeoisie beliebt zu machen, propagierten die Revisionisten sogar, daß der friedliche Weg „den gesamtnationalen Interessen des Landes“ dienen würde. („Offener Brief des ZK der KPdSU“, zitiert nach: „Polemik“, S. 570f.) Damit dokumentierten die Revisionisten, wie sie sich um das Interesse der Bourgeoisie sorgten. Lenin dagegen ließ sich niemals von „gesamtnationalen Interessen“, also von den Sorgen und Nöten auch der Bourgeoisie, beeindrucken. Ihm ging es immer darum, unnötige Opfer unter der Arbeiterklasse, unter den werktätigen und ausgebeuteten Massen zu vermeiden.

[105] Wilhelm Liebknecht ging in Einklang mit Kautsky bereits 1891 einer solchen pazifistischen Fragestellung auf den Leim: „ Das Revolutionäre liegt nicht in den Mitteln, sondern in dem Ziel. Gewalt ist seit Jahrhunderten ein reaktionärer Faktor.“ („Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Erfurt“, Berlin 1891, S. 206.)

[106] Lenin: „Über eine Karikatur auf den Marxismus und über den , imperialistischen Ökonomismus’„, 1916, Werke Band 23, S. 64. Wir werden bei der Analyse der „Doppelherrschaft“ sehen, wie Lenin nach dem ersten Bürgerkrieg im Februar 1917, als er die Chance sah, einen zweiten Bürgerkrieg zu vermeiden und insofern „friedlich“ den Übergang zur sozialistischen Etappe der Revolution zu erreichen, natürlich die Realisierung dieser Chance als „wünschenswert“ einschätzte (Werke Band 25, S. 182), ohne dem bürgerliche Pazifismus allerdings irgendwelche Zugeständnisse zu machen.

[107] Siehe auch im Anhang zum Teil B den Punkt: 4. Einige Bemerkungen zur Anwendung der Formen des bewaffneten Kampfes vor Beginn eines bewaffneten Aufstands und zur Frage des individuellen Terrors, S. 404.

[108] „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, (Moskau 1960) Berlin 1960, S. 584.

[109] Siehe Lenins Polemik gegen das Argument Struves: „Im Bürgerkrieg wird der Angreifer stets im Unrecht sein“, Werke Band 9, S. 56.

[110] Siehe dazu im Anhang zum Teil B den Punkt 5. Über die Linie der KP Indonesiens im Kampf gegen die konterrevolutionäre Theorie des „friedlichen Wegs“ – Zu zwei Lehren, die die KP Indonesiens aus der Geschichte der Revolution von 1945 und aus den konterrevolutionären Ereignissen von 1965 in Indonesien für die Frage des Weges der Revolution gezogen hat, S. 410 sowie den Punkt 6. Über die Linie der RKP Chiles im Kampf gegen die konterrevolutionäre Theorie des „friedlichen Wegs“ 1973, S. 412.

[111] Die Formulierung „an keine Gesetze gebunden“ bei Lenin bezieht sich auf bürgerliche Gesetze. Denn es ist klar, daß das Proletariat im Kampf um die Errichtung und Sicherung seiner revolutionären Diktatur den Rahmen der bürgerlichen Gesetze, welche der Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ausbeutung und der bürgerlichen Klassendiktatur dienen, zerbricht und zerbrechen muß. Die von der Diktatur des Proletariats selbst erlassenen Gesetze werden eingehalten, nötigenfalls, insbesondere nach Beendigung der direkten militärischen Auseinandersetzung bzw. Beendigung des Bürgerkriegs gemäß den sich ändernden Bedingungen des Klassenkampfes abgeändert oder durch neue ersetzt.

[112] „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, (Moskau 1960) Berlin 1960, S. 581, siehe auch: „Grundlagen der marxistischen Philosophie“, (Moskau 1958) Berlin 1959, S. 572.

[113] „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, Moskau 1960 Berlin 1960, S. 578.

[114] Ebenda, S. 575.

[115] „Grundlagen der marxistischen Philosophie“, (Moskau 1958) Berlin 1959, S. 570.

[116] Siehe: „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, S. 582.

[117] „Grundlagen der marxistischen Philosophie“, (Moskau 1958) Berlin 1959, S. 571.

[118] Ebenda.

[119] Anders als bei Chruschtschow und in den offiziellen Lehrbüchern der KPdSU von Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre, die wir weiter oben zitiert haben, entwickelte sich in einigen revisionistischen Parteien so etwas wie eine pseudolinke Variante des modernen Revisionismus. In den 70er Jahren versuchte auch die Führung der KPdSU, ihren Revisionismus besser zu verstecken und zog es vor, bei gewissen pseudolinken Varianten in der Frage des „friedlichen Wegs“ ihr Heil zu suchen. Hatte Togliatti den „friedlichen Weg“ zum einzigen Weg erklärt, sprach Chruschtschow von zwei möglichen Wegen, dem gewaltlosen und dem gewaltsamen, so propagierten diese Revisionisten nun als dritte Variante folgendes: „Der auf friedlichem Wege errungene Sieg der sozialistischen Revolution leugnet nicht die gewaltsamen Methoden des Kampfes ab. (…) In diesem Sinne ist keine tiefgehende soziale Revolution ohne die Organisation der politischen Massenbewegung, ohne Anwendung von Zwangsmaßnahmen gegen die Ausbeuter, ohne Errichtung der Diktatur der revolutionären Klassen vorstellbar. „ („Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, (Moskau 1970) Frankfurt/M. 1973, S. 124f.) Die Revisionisten definierten damit ihren „friedlichen Weg“ nicht mehr als „gewaltlos“, sondern lediglich als Weg „ohne Bürgerkrieg“ (Ebenda, S. 122.), der dennoch auf Gewalt beruhe. Dies ist natürlich eine raffiniertere Variante als jene Chruschtschows, scheint sie doch Formulierungen Lenins näher zu kommen. In Wirklichkeit aber gehen die Revisionisten im Gegensatz zu Lenin auch bei dieser Version 1. nicht von den bewaffneten Volksmassen aus, sondern lediglich vom „außerparlamentarischen Kampf der Massen“, also von Streiks, Demonstrationen und dergleichen (Ebenda, S. 124.); 2. nicht von einer Analyse aus, ob der alte Staatsapparat schon zertrümmert ist oder nicht (wenn ja, wodurch, wenn nicht durch Waffengewalt?), sondern faseln lediglich von einer „revolutionären Massenbewegung“; 3. genauso wie in den anderen Varianten von der Vorstellung aus, „das Parlament in den Dienst des Volkes zu stellen“. (Ebenda, S. 124.) Somit kommt auch hier deutlich der parlamentarische Kretinismus hervor. Ganz im Gegensatz zu den Kommunistinnen und Kommunisten, die wissen, daß heute überall reaktionäre Staatsapparate existieren und ausgebaut werden, weshalb sie jedes Gerede über den „friedlichen Weg“ als reale Möglichkeit ablehnen, behauptet diese dritte Variante des Revisionismus schließlich, daß der „friedliche Weg“ eine Frage der „realenpolitischen Strategie und Taktik“ sei. (Ebenda, S. 123.)

[120] Siehe Lenin: „Siebente gesamtrussische Konferenz der SDAPR (B) (Aprilkonferenz). 2. Referat zur politischen Lage“, 1917, Werke Band 24, S. 225.

[121] Lenin erklärte 1919: „Eine friedliche Entwicklung zum Sozialismus kann es nicht geben „ (Lenin: „I. Gesamtrussischer Kongreß für außerschulische Bildung. 2. Rede über den Volksbetrug mit den Losungen Freiheit und Gleichheit“, 1919, Werke Band 29, S. 352.) Und in der „Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang“ heißt es: „Marx und Engels lehrten, daß es unmöglich sei, sich auf friedlichem Wege von der Herrschaft des Kapitals zu befreien… „ („Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang“, S. 15.)

[122] Ein anschauliches Beispiel dafür, welche Einschränkungen Lenin in Bezug auf gewisse Ausnahmesituationen macht, in denen es denkbar wäre, daß der Bürgerkrieg als typische Form der gewaltsamen Revolution vermieden werden kann und die Macht des bewaffneten Proletariats und die Ohnmacht der herrschenden Klasse so zusammentreffen, daß eine „friedliche“ Revolution die Bourgeoisie zum Abtreten zwingt, findet sich in den „Notizen eines Publizisten“ aus dem Jahr 1920. Lenin geht dort von dem Fall aus, daß „ in neun Ländern, darunter in allen Großmächten „, bereits die Diktatur des Proletariats errichtet und die Bourgeoisie vernichtend geschlagen ist. Es wäre dann, wie Lenin sagt, „ theoretisch, d. h. in diesem Fall ganz abstrakt gesprochen“ immerhin „denkbar“, daß dann in einem zehnten Land, „in einem der kleinsten und .friedlichsten’ Länder“, die dortige Bourgeoisie unter dem Druck der Verhältnisse sich bereit erklärt, sich mit ihrer systematischen Enteignung abzufinden und sie in „friedlicher“ Form über sich ergehen zu lassen. Natürlich kann man einen solchen Ausnahmefall nicht absolut ausschließen, konzediert Lenin, betont aber ein übriges Mal die folgenden reichlich unwahrscheinlichen Voraussetzungen: „ …vorausgesetzt: einen absolut festen Sieg des Proletariats, eine absolut hoffnungslose Lage der Kapitalisten (…) und ihre Bereitschaft sich ehrlich zu unterwerfen. (Lenin: „Notizen eines Publizisten“, 1920, Werke Band 30, S. 352.) Man sieht, daß Lenin den revisionistischen Vorstellungen vom „friedlichen Weg“ auch nicht die kleinste Lücke läßt. Daher sind diese gezwungen, zu der demagogischen Methode zu greifen, immer wieder zu beteuern, auch Lenin habe einen „friedlichen Weg“ vorausgesehen, ohne jedoch klarzumachen, in welchem Sinne und unter welchen ganz außergewöhnlichen Voraussetzungen Lenin von so einer „abstrakten“ Möglichkeit sprach.

[123] Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 262; vgl. auch „Polemik“, S. 412.

[124] Zur Position der Partei der Arbeit Albaniens zur gewaltsamen Revolution siehe den Punkt 2. Die Haltung der Partei der Arbeit Albaniens zur gewaltsamen Revolution, S. 390.

[125] Dieses Papier wird zitiert im Kommentar „Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows“, „Polemik“, S. 415.

[126] Dafür kann es militärische und andere Gründe geben. Die KP Chinas hat zum Beispiel nach dem militärischen Sieg über den japanischen Imperialismus 1945 aus militärischen Gründen, vor allem aber wegen der Notwendigkeit der Entlarvung Tschiang Kai-scheks und der Kuomintang unter den Volksmassen nicht die sofortige Eröffnung des revolutionären Bürgerkrieg gegen die vom US Imperialismus abhängigen Kuomintang-Reaktionäre propagiert, sondern sich sogar noch auf Verhandlungen mit der Tschiang Kai-schek-Clique über die Bildung einer Koalitionsregierung eingelassen. (Vgl. dazu ausführlich: Autorenkollektiv: Mao Tse-tung – seine Verdienste – seine Fehler, Band l, 1926-1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, S. 154-185.)

[127] Wir erinnern an dieser Stelle daran, wie Mao Tse-tung auf den „Vorwurf geantwortet hat: „Ihr seid Anhänger des Krieges!“ Er antwortete nicht vom Gesichtspunkt der „taktischen Vorteilhaftigkeit“ aus, sondern grundsätzlich und offensiv: Jawohl, wir sind Anhänger der Theorie von der Allmacht des revolutionären Krieges“ und „in diesem Sinne können wir sagen, daß die Welt nur durch die Gewehre umgestaltet werden kann!“ Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 262. (Vgl. dazu ausführlich im Anhang zum Teil B den Punkt 3. Die Haltung Mao Tse-tungs zur Gesetzmäßigkeit der gewaltsamen Revolution, S. 395.)

[128] Prompt haken hier auch die modernen Revisionisten ein, die der KP Chinas gerade die oben zitierte Passage vorwerfen – natürlich um herauszustreichen, daß bei ihnen der „friedliche Weg“ keine taktische Finesse, sondern realer Weg sei, auf den sie das Proletariat „ehrlich“ orientieren. (Siehe „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, (Moskau 1970) Frankfurt/M. 1973, S. 122.)

[129] „Resolution der Kominform“, 1949, in: Internationale Schriftenreihe, Berlin, 1951, Heft 7, S. 7.

[130] Ebenda.

[131] Nikita Chruschtschow: „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 4.

[132] „Entschließung des XX. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zum Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU“, in: Ebenda, S. 164.

[133] „Offener Brief des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, 14. Juli 1963, zitiert nach „Polemik“, S. 641.

[134] Ebenda, S. 634.

[135] „Glückwunschtelegramm von N. S. Chruschtschow und L. I. Breschnew an J.F. Kennedy“, 30. Dezember 1961, zitiert in: „Polemik“, S. 305.

[136] N. S. Chruschtschow: „Rede in der UNO-Vollversammlung“, 23. September 1960, zitiert in: „Polemik“, S. 305.

[137] B. N. Ponomarjow: „Einige Fragen der revolutionären Bewegung“, zitiert in: „Polemik“, S. 306.

[138] „Offener Brief des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, 14. Juli 1963, zitiert nach „Polemik“, S. 640.

[139] Ebenda.

[140] Zum Trick mit dem „Doppelbegriff’ vom sozialistischen Lager siehe auch: Anhang zum Teil C, 3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping, S. 432.

[141] Im Zusammenhang mit den antileninistischen Verfälschungen durch die „Drei-Welten- Theoretiker“ ist die Formulierung von einer „Revolution der unterdrückten Nationen“ sicherlich anfechtbar, und es wäre auf jeden Fall besser, von der national-demokratischen Revolution der Völker der unterdrückten Nationen zu sprechen. An und für sich müssen jedoch nicht, wie ein gründliches Studium der Werke Lenins und Stalins zeigt, mit dem Begriff „unterdrückte Nationen“ immer – wie es bei den „Drei-Welten-Theoretikern“ der Fall ist – die herrschenden Klassen dieser Länder gemeint sein.

[142] Eine solche Möglichkeit hatte sich im Verlauf des Zweiten Weltkrieg ergeben, als die Rote Armee der sozialistischen UdSSR durch die militärische Zerschlagung des Nazifaschismus in verschiedenen Ländern Ost- und Südosteuropas in der Folge den Sturz der dortigen Reaktion unterstützt hatte. Es ist klar, daß das alles nichts mit den imperialistischen Aggressionen zu tun hat, welche die russischen Sozialimperialisten, mit und ohne ihre Vasallen, etwa in Afghanistan durchgeführt haben. Ihre Berufung auf die befreiende Rolle der Roten Armee zur Zeit der Diktatur des Proletariats in der UdSSR ist reine Demagogie.

[143] Siehe Stalin: „Über die Grundlagen des Leninismus“, Kapitel „Strategie und Taktik“, Werke Band 6, S.137f.

[144] Es liegt uns fern, Wortklauberei zu betreiben, und sicherlich ist es, wenn Zusammenhang und Sinn klar sind, kein großes Problem, daß unter „sozialistischem Lager“ einmal das gesamte Lager der proletarischen Weltrevolution verstanden wird (Siehe etwa Stalin: „Zu den Ergebnissen der Arbeiten der XIV. Konferenz der KPR(B), 1915, Werke Band 7, S. 81.), ein anderes Mal aber damit nur die Staaten des Sozialismus gemeint sind. (Siehe etwa Stalin: „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, 1952, Werke Band 17, S. 284.) Es kommt aber eben auf den jeweils gegebenen Zusammenhang an, der da Klarheit gewährleisten muß. Unsere Kritik an der KP Chinas ist also keine Kritik an der Verwendung des Begriffs „sozialistisches Lager“ im oben genannten, bloß auf Länder bezogenen Sinn, sondern ist die Kritik, daß sie unfähig war, den Spekulationen der revisionistischen Führer der KPdSU mit der zweifachen Bedeutung dieses Begriffs entgegenzutreten.

[145] Bei der PAA sind ebenfalls Formulierungen und Positionen über die Rolle der sozialistischen Länder zu finden, die sich nicht entschieden von den modernen Revisionisten abgrenzen. So schreibt Enver Hoxha: „Das sozialistische Weltsystem (E. Hoxha versteht hierunter die sozialistischen Länder, A.d.V.), das mehr als eine Milliarde Menschen umfaßt und ein großes wirtschaftliches und militärisches Potential (…) besitzt, ist heute der entscheidende Faktor des Verlaufs der Weltgeschichte. „ (Enver Hoxha: „Rede – gehalten in der feierlichen Sitzung anläßlich des 20. Jahrestages der Gründung der Partei .der Arbeit Albaniens und des 44. Jahrestags der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“ am 7. November 1961 in Tirana, Tirana o. J., S. 32. Dies ist eine unzulässige Verabsolutierung einer Abteilung der Kräfte der proletarischen Weltrevolution.

[146] Siehe auch Anmerkung 11: Das falsche Schema vom „Übergewicht“ der revolutionären Kräfte im Weltmaßstab, S. 542.

[147] Unseres Wissens war es erstmals die KP Chinas, die diese Formel entwickelt hat. Vorher existierte in der kommunistischen Weltbewegung diese Formel nicht. Die Tendenz, die Formel von den „vier grundlegenden Widersprüchen“ als Axiom und Ausgangspunkt anzusehen, verstärkte sich unter dem Einfluß des IX. Parteitags der KP Chinas, auf dem die „ viergroßen Widersprüche“ nochmals hervorgehoben wurden. (Siehe: „IX. Parteitag der KP Chinas“, S. 94.)

[148] Siehe auch Anmerkung 7.: Über die angeblich neue „Epoche der Mao-Tse-tung-Ideen“, S. 531.

[149] Siehe „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 641.

[150] ebenda, S. 641.

[151] Als Variante des Großmachtchauvinismus haben die modernen Revisionisten bisweilen auch die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder als Haupttriebkraft erklärt. Dabei stört es sie nicht, daß dies ja im Widerspruch zur These „Hauptkraft sind die sozialistischen Länder“ steht. So heißt es in den Dokumenten der Renegaten Versammlung in Moskau 1969: „ …die Arbeiterklasse in den Hochburgen des Kapitalismus (ist) die Haupttriebkraft desrevolutionären Kampfes, der antiimperialistischen demokratischen Bewegung. („Dokumente der internationalen Beratung der Kommunistischen und Arbeiterparteien“, Moskau 1969, S. 28.) Siehe auch Anmerkung 12.: Zu einigen revisionistisch-chauvinistischen Positionen, die den Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie in den kapitalistisch-revisionistischen Ländern als „Hauptwiderspruch“ unserer Epoche bezeichnen, S. 543

[152] Die Frage des Programms und der Strategie innerhalb der Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas wird in Punkt 9 des Vorschlags sowie vor allem im Kommentar „Die Verfechter des neuen Kolonialismus“ von der KP Chinas behandelt. Diese Fragen sollen im Abschnitt „Ober die Linie der KP Chinas zu den Aufgaben des Proletariats in den halbkolonialen, halbfeudalen und abhängigen Ländern“ behandelt werden, siehe Seite 248f.

[153] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 4. Siehe S. 560.

[154] „Polemik“ S. 224f.

[155] Ebenda, S. 230.

[156] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 15. Siehe S. 567.

[157] Dabei erinnerte die KP Chinas daran, daß die Hetze von der „Gelben Gefahr“ auf den deutschen Kaiser Wilhelm II. zurückgeht: „ Wilhelm II. propagierte die Theorie von der .Gelben Gefahr’ in der Absicht, China weiteraufzuteilen, in Asien weitere Aggressionen zu verüben und die Revolutionen Asiens niederzuschlagen, die Aufmerksamkeit der europäischen Völker von Revolutionen abzulenken. Mit dieser Theorie als Rauchvorhang konnte er einen imperialistischen Weltkrieg aktiv vorbereiten, und den Versuch machen, seine Weltherrschaft aufzurichten. „ („Polemik“, S. 240)

[158] „Polemik“, S. 216f.

[159] Ebenda, S. 218.

[160] Über die reaktionäre Haltung der KPdSU-Revisionisten zum algerischen nationalen Befreiungskrieg heißt es: „Nicht nur, daß die Führerschaft der KPdSU ihn lange Zeit hindurch nicht unterstützte, sie stellte sich sogar auf die Seite des französischen Imperialismus. Chruschtschow sah Algeriens nationale Unabhängigkeit als eine ,interne Angelegenheit’ Frankreichs an. Am3. Oktober 1955 sagte er zur algerischen Frage: ,Ich war und bin vor allem der Ansicht, daß die UdSSR sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen soll.’ Einem Korrespondenten der französischen Zeitung , Figaro’ erklärte er am19. März 1958: ,Wir -wollen keine Schwächung Frankreichs, wir wollen eine Stärkung der Größe Frankreichs. ‘Um sich bei den französischen Imperialisten beliebt zu machen, wagten die Führer der KPdSU lange Zeit hindurch nicht, die provisorische Regierung der Republik Algerien anzuerkennen.“ („Polemik“, S. 222f.)

[161] Zur Beteiligung der Chruschtschow-Revisionisten an der blutigen Massakrierung der nationalen Befreiungsbewegung in Kongo heißt es: „Nicht nur, daß sie dem kongolesischen Volk in seinem bewaffneten Kampf gegen den Kolonialismus keine aktive Hilfe zukommen ließen, sie waren sogar flugs bereit, mit den USA-Imperialisten , zusammenzuarbeiten’, um den Funken in Kongo auszutreten. Am 13. Juli 1960 gab die Sowjetunion, zusammen mit den USA, einer Resolution des Sicherheitsrats der UNO ihre Stimme, wonach UNO-Truppen nach Kongo entsandt wurden. Das half den USA, unter der Flagge der Vereinten Nationen eine bewaffnete Intervention gegen Kongo durchzuführen. Die Sowjetunion stellte auch den Truppen der Vereinten Nationen Transportmittel zur Verfügung. In einem Telegramm an Kasavubu und Lumumba vom 15. Juli stellte Chruschtschow sogar fest: ,Der Sicherheitsrat der UNO hat eine nützliche Arbeit geleistet.’ Danach brachte die Sowjetpresse einen ganzen Lobesschwall für die Vereinten Nationen, die ,der Regierung der Republik Kongo helfen, die Unabhängigkeit und Souveränität ihres Staates zu verteidigen’. (.Iswestija’ vom21. Juli 1960) Weiter wurden von den Vereinten Nationen .entschlossene Maßnahmen’(,Komsomolskaja Prawda’ vom 30. Juli 1960) erwartet. Selbst in ihren Erklärungen vom21. August und 10. September war die Sowjetregierung immer noch voll des Lobes für die Vereinten Nationen, die das kongolesische Volk unterdrückten. Im Jahr 1961 wiederum überredeten die Führer der KPdSU Gizenga, am kongolesischen Parlament teilzunehmen, das unter dem ,Schutz’ von Truppen der Vereinten Nationeneinberufen worden war, und der Marionettenregierung beizutreten. Die Führung der KPdSU behauptete damals sogar fälschlich, die Einberufung des kongolesischen Parlaments sei ,ein großes Ereignis im Leben der jungen Republik’ und ,ein Sieg der nationalen Kräfte’. (,Prawda’ vom 18. Juli 1961)Die Tatsachen zeigen deutlich, daß diese falsche Politik der Führer der KPdSU dem US-Imperialismus bei seiner Aggression gegen Kongo große Dienste leistete. Lumumba wurde ermordet, Gizenga ins Gefängnis geworfen, viele andere Patrioten wurden verfolgt, und Kongos Kampf um nationale Unabhängigkeit erlitt einen Rückschlag. Fühlt sich die Führerschaft der KPdSU für all diese Dinge überhaupt nicht verantwortlich? „ („Polemik“, S. 223f.)

[162] Siehe Ebenda, S. 232f.

[163] Siehe Ebenda, S. 234f.

[164] Siehe Ebenda, S. 241 f.

[165] Siehe S. 167.

[166] „Polemik“, S. 226.

[167] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 14. Siehe S. 566.

[168] Ebenda. Siehe S. 566.

[169] „Polemik“, S. 227.

[170] Stalin: „Über die Grundlagen des Leninismus“, 1924, Werke Band 6, S. 85. Hervorhebungen im Original.

[171] Die Feststellung, daß die objektiven Bedingungen für die Revolution reif sind, ist nicht identisch damit, daß in allen Ländern objektiv eine revolutionäre Situation existiert in dem Sinne, daß die „unten nicht mehr wollen und die oben nicht mehr können wie bisher“. Denn im ersten Fall geht es um die historische Möglichkeit der Revolution und im zweiten Fall geht es um die unmittelbaren Bedingungen zur Realisierung dieser Möglichkeit.

[172] „Programm der KI“, 1928, S. 135.

[173] Ebenda, S. 168f. Hervorhebungen im Original.

[174] Siehe Lenin: „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“, 1918, Werke Band 28, S. 252.

[175] Siehe Stalin: „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, 1921, Werke Band 5, S. 68f.

[176] Siehe Lenin: „Rede über die äußere und innere Lage auf einer Konferenz der Rotarmisten der Lager auf dem Chodynka-Feld“, 1919, Werke Band 29, S. 506, und Stalin: „Vergeßt den Osten nicht!“, 1918, Werke Band 4, S. 149.

[177] Wie Lenin feststellt, verlangt der proletarische Internationalismus „erstens, daß die Interessen des proletarischen Kampfes in jedem einzelnen Lande den Interessen des proletarischen Kampfes im Weltmaßstab untergeordnet werden; zweitens, daß die Nation, die den Sieg über die Bourgeoisie erringt, fähig und bereit ist, die größten nationalen Opfer für den Sturz des internationalen Kapitals zu bringen.“ (Lenin: „Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und zur kolonialen Frage“, 1920, Werke Band 31, S.136f.)

[178] Bei den Verhandlungen in Brest-Litowsk zum Abschluß eines Friedensvertrags mit Deutschland hatte die junge Sowjetmacht 1918 zwei Möglichkeiten: die Möglichkeit, die harten Bedingungen der deutschen Imperialisten zu akzeptieren, um eine Atempause zu erhalten und die Sowjetmacht zu festigen – oder die Möglichkeit, den Krieg fortzusetzen, was bedeutet hätte, die Sowjetmacht insgesamt aufs Spiel zu setzen. Die Menschewiki, die Sozialrevolutionäre sowie Bucharin, Trotzki und Radek, die zusammen die sogenannte Gruppe „linker Kommunisten“ bildete, forderten, keinesfalls die brutalen Friedensbedingungen der deutschen Imperialisten anzunehmen, sondern den Krieg stattdessen fortzusetzen. Die Unterzeichnung eines solchen Friedensvertrags bezeichneten sie als „Kapitulation“ und „Verrat an der proletarischen Weltrevolution. Ja sie behaupteten, daß dadurch die Sowjetmacht „rein formal“ würde. Lenin entlarvte, daß diejenigen, die damals „Verrat“ schrien und den Abschluß des Friedensvertrags sabotierten, in Wirklichkeit selbst eine verräterische Position hatten. Sie wollten nicht den Verlust eines Teils hinnehmen, um das Ganze, die Diktatur des Proletariats, zu erhalten. Sie stellten die Frage der nationalen Integrität Rußlands über die Frage des Sozialismus: „Der ist kein Sozialist, der nicht begreift, daß man um des Sieges über die Bourgeoisie, um des Übergangs der Macht an die Arbeiter, um des Beginns der internationalen proletarischen Revolution willen keinerlei Opfer scheuen darf und soll, selbst nicht das Opfer, einen Teil des Territoriums zu verlieren oder schwere Niederlagen hinzunehmen, die uns der Imperialismus beibringen kann. Der ist kein Sozialist, der nicht durch Taten bewiesen hat, daß er zu schwersten Opfern von Seiten ,seines’ Vaterlands bereit ist, wenn nur die Sache der sozialistischen Revolution tatsächlich vorankommt.“ (Lenin: „Brief an die amerikanischen Arbeiter“, 1918, Werke Band 28, S. 52, Hervorhebungen im Original) Diese Position verteidigte Lenin auch in der Kontroverse um die Einschätzung der Lage und der Aufgaben in Deutschland nach dem Versailler Vertrag: „Es genügt nicht, sich von den himmelschreienden Absurditäten des ,Nationalbolschewismus’ … loszusagen, der sich – unter den gegenwärtigen Bedingungen der internationalen proletarischen Revolution – bis zu einem Block mit der deutschen Bourgeoisie zum Krieg gegen die Entente verstiegen hat. Man muß verstehen, daß eine Taktik von Grund aus falsch ist, die nicht zugeben will, daß es für ein Rätedeutschland … unbedingt notwendig sein kann, den Versailler Frieden eine Zeitlang anzuerkennen und sich ihm zu fügen. (…) Die Befreiung vom Versailler Frieden unbedingt, unter allen Umständen und unverzüglich an die erste Stelle, vor die Frage nach der Befreiung der anderen vom Imperialismus unterdrückten Länder vom Joch des Imperialismus zu setzen ist kleinbürgerlicher Nationalismus …, aber kein revolutionärer Internationalismus. Der Sturz der Bourgeoisie in einem beliebigen großen europäischen Land, darunter auch in Deutschland, ist ein solches Plus für die internationale Revolution, daß man seinetwegen — wenn es notwendig sein sollte – auf eine längere Gültigkeit des Versailler Friedens eingehen kann und muß.“ (Lenin: „Der ,linke Radikalismus’, die Kinderkrankheit des Kommunismus“, 1920, Werke Band 31, S. 61f.)

Im Übrigen muß auch bewußt sein, daß der Versailler Vertrag, der insgesamt einen imperialistischen, räuberischen Charakter hatte, auch einige konkrete Bestimmungen enthielt, welche besonders von Seiten der deutschen Kommunistinnen und Kommunisten auch auf Dauer keinesfalls in Frage gestellt oder angegriffen werden dürfen, darunter insbesondere das Verbot jeglicher Einverleibung Österreichs in einen deutschen Staat.

[179] Gegen die konterrevolutionäre, arbeiteraristokratische Vorstellung, daß das Proletariat keinerlei Opfer bringen bzw. sich seine Lage nach dem Sturz der Bourgeoisie umgehend verbessern müsse, stellte Lenin auf dem II. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale heraus: „Dann kam Crispien auf die hohen Löhne zu sprechen. In Deutschland seien die Verhältnisse so, daß es den Arbeitern im Vergleich mit den russischen Arbeitern und überhaupt mit den osteuropäischen Arbeitern recht gut gehe. Eine Revolution könne man, wie er sagte, nur dann durchführen, wenn sie die Lebenshaltung der Arbeiter, nicht allzu sehr’ verschlechtere. Ich frage, ist es statthaft, in einer kommunistischen Partei in einem solchen Ton zu reden? Das ist konterrevolutionär. Bei uns in Russland ist das Lebensniveau unstreitig niedriger als in Deutschland, und als wir die Diktatur errichteten, hatte das zur Folge, daß die Arbeiter noch mehr hungerten und ihr Lebensniveau noch weiter sank. Der Sieg der Arbeiter ist unmöglich ohne Opfer, ohne eine zeitweilige Verschlechterung ihrer Lage. Wir müssen den Arbeitern das Gegenteil von dem sagen, was Crispien hier gesagt hat. Will man die Arbeiter auf die Diktatur vorbereiten und sagt ihnen, die Lebenshaltung dürfe sich ,nicht allzu sehr’ verschlechtern, so vergißt man die Hauptsache, nämlich daß die Arbeiteraristokratie gerade dadurch entstanden ist, daß sie ,ihre’ Bourgeoisie bei der imperialistischen Eroberung und Unterdrückung der ganzen Welt unterstützte, um sich auf diese Weisebessere Löhne zu sichern. Wenn jetzt die deutschen Arbeiter revolutionäre Arbeit leisten wollen, so müssen sie Opfer bringen und dürfen nicht davor zurückscheuen.“ (Lenin: „Rede über die Bedingungen für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale“, 1920, Werke Band 31, S. 236) Lenin polemisierte auch auf dem III. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale entschieden gegen „Genossen, die in ihrer Propaganda so argumentieren: Wir sind bereit, die Revolution zu machen, aber sie darf nicht allzu schwer sein“ und „keinen Bürgerkrieg“ haben wollten. Lenin erklärte, „daß eine solche Agitation nicht kommunistisch und nicht revolutionär ist. Natürlich erheischt jede Revolution gewaltige Opfer von der Klasse, die die Revolution macht. Die Revolution unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Kampf dadurch, dass zehnmal, hundertmal mehr Menschen an der Bewegung teilnehmen, und in dieser Hinsicht bedeutet jede Revolution Opfer nicht nur für einzelne Personen, sondern für die ganze Klasse. Die Diktatur des Proletariats in Rußland hat so viele Opfer, so große Not und Entbehrung für die herrschende Klasse, für das Proletariat, mit sich gebracht, wie sie niemals in der Geschichte zu verzeichnen waren, und es ist höchstwahrscheinlich, daß das auch in jedem anderen Lande genauso sein wird.“ (Lenin: „III. Kongreß der Kommunistischen Internationale. Thesen zum Referat auf dem III. Kongreß der Kommunistischen Internationale über die Taktik der KPR“, 1921, Werke Band 32, S. 511)

[180] Die Hervorhebung der Spaltung der Welt in diese zwei Lager in Bezug auf die nationale Frage bedeutet nicht, daß damit der fundamentalste Widerspruch der Epoche zwischen der ganzen Front des Weltimperialismus und der proletarischen Weltrevolution überschattet wird, wie die „Drei-Welten-Theoretiker“ durch faule Zitiermethoden glauben machen wollen. Die Klassenfrage ist der nationalen Frage übergeordnet: „Wir müssen daran denken, daß es außer dem Recht der Völker auf Selbstbestimmung auch ein Recht der Arbeiterklasse auf Festigung ihrer Macht gibt, und diesem Recht ist das Selbstbestimmungsrecht untergeordnet. (…) Bei der Behandlung eines Briefes von Marx zur nationalen Frage zieht Genosse Lenin in seinem Artikel über die Selbstbestimmung folgende Schlußfolgerung: Es unterlag für Marx keinem Zweifel, daß im Vergleich mit der ‘Arbeiterfrage’ die nationale Frage von untergeordneter Bedeutung ist.’„ (Stalin: „Der XII. Parteitag der KPR(B). 4. Schlußwort zum Referat über die nationalen Momente im

Partei- und Staatsaufbau“, 1923, Werke Band 5, S.232)

[181] Dieser Kampf muß gemäß den Bedingungen und „Traditionen“ des jeweiligen Landes auch gegen Formen chauvinistischer Verhetzung gegen andere Nationalitäten geführt werden. Ganz falsch ist die Position, daß es in Ländern, die selbst vom Imperialismus unterjocht werden, keinen „eigenen“ Chauvinismus gegenüber anderen Völkern geben könnte.

[182] Ähnlich wie Bucharin führen die Anhänger der ,.Drei-Welten-Theorie“ gerade den niedrigen Entwicklungsstand der Produktivkräfte als Beweis dafür an, daß die „Länder der Dritten Welt“ die „Hauptkraft“ gegen den Imperialismus seien. (Siehe Anhang zu Teil C,3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping) Eine ausgesprochen peinliche „Kritik“ an diesem Fehler Deng Xiaoping leistet sich die KP Britanniens/Marxisten-Leninisten, die schreibt: „Die Definition der ,dritten Welt’ stützt sich auf die Theorie, wonach das revolutionäre Potential mit der Rückständigkeit des Landes wächst. Der Mensch, der mit dem Ochsenpflügt, sei kämpferischer, eine größere Kraft zur Umwälzung als der Mensch, der dieses Stadium hinter sich gelassen hat. Danach wäre er sogar noch revolutionärer, wenn er überhaupt keinen Ochsen hätte. So war also der primitive Mensch, der das Rad noch nicht erfunden hatte, eine größere umwälzende Kraft, als der Mensch, der es bereits hatte. Es ist eine ganz falsche Voraussetzung, daß die Unentwickelten, die Unterprivilegierten, Ausgebeuteten mehr zum Fortschritt und zur Revolution neigen. „(Zitiert nach: „Ausgewählte Sendungen von Radio Tirana“, Nr. 22/77, Kiel, S. 35f.)Indem die KP Britanniens/Marxisten-Leninisten derart den Stand der Produktivkräfte in nicht entwickelten Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas und die Menschen, die diese unentwickelten Produktivkräfte benützen müssen, ins Lächerliche zieht und als „primitiv „erklärt, verfällt sie gegenüber der revisionistischen Linie der KP Chinas lediglich in eine diametral entgegengesetzte Position. Dieser extreme europäische Chauvinismus ignoriert völlig, daß vom kommunistischen Standpunkt aus jene, deren materielle Lage schlechter ist als die des Proletariats Europas, zwar nicht unbedingt revolutionärer sind, daß aber auch umgekehrt der Besitz von Fernseher und Waschmaschine bei einem Teil des europäischen Proletariats nicht unbedingt zur Revolutionierung beitragen. Daß eine Fülle von sozialen Widersprüchen und politischen Faktoren hier wie dort ein ungeheures revolutionäres Potential produziert, davon ist bei der KP Britanniens/Marxisten-Leninisten in der zitierten Passage nichts zu spüren.

[183] „Protokoll des I. Weltkongresses der KI“, 1919, Nachdruck Erlangen 1972, S. 177.

[184] Stalin hob gerade gegen den europäischen Chauvinismus in der Darlegung des Entwurfs des Programms der Komintern hervor: „1. Der Entwurf ist ein Programm nicht für die kommunistische Partei dieses oderjenes einzelnen Landes, sondern für alle kommunistischen Parteien zusammengenommen, denn er erfaßt all das, was sie miteinander gemein haben und was für sie von grundsätzlicher Bedeutung ist. Daher sein prinzipiell-theoretischer Charakter.2. Früher war es üblich, ein Programm für die zivilisierten’ Nationen aufzustellen. Im Gegensatz dazu berücksichtigt der Programmentwurf alle Nationen der Welt, Weiße und Farbige, die Metropolen und die Kolonien. Daher sein allumfassender, zutiefst internationaler Charakter.3. Der Entwurf nimmt als Ausgangspunkt nicht diesen oder jenen Kapitalismus dieses oder jenes Landes oder Erdteils, sondern das ganze Weltsystem des Kapitalismus, dem er das Weltsystem der sozialistischen Wirtschaft gegenüberstellt. Dadurch unterscheidet er sich von allen bisherigen Programmen.4. Der Entwurf geht von der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der Länder des Kapitalismus aus und zieht die Schlußfolgerung von der Möglichkeit des Sieges des

Sozialismus in einzelnen Ländern, wobei er zu der Perspektive der Bildung zweier paralleler Anziehungszentren gelangt eines Zentrums des Weltkapitalismus und eines Zentrums des Weltsozialismus. 5. Statt der Losung der Vereinigten Staaten von Europa stellt der Entwurf die Losung der Föderation der aus dem imperialistischen System ausgeschiedenen oder ausscheidenden Sowjetrepubliken der entwickelten Länder und der Kolonien auf, einer Föderation, die sich in ihrem Kampf für den Weltsozialismus dem kapitalistischen Weltsystem entgegenstellt.“ (Stalin: „Ober die Ergebnisse des Juliplenums des ZK der KPdSU(B)“, 1928, Werke Band 11,S. 180f.)

[185] Einige Leute spekulieren darüber, warum Lenin im Kampf gegen diese Fehler davon spricht, daß die weltweite sozialistische Revolution nicht nur und nicht hauptsächlich ein Kampf der revolutionären Proletarier eines jeden Landes gegen die eigene Bourgeoisie sei. Es wird – insbesondere von den Vorläufern und Verfechtern der „Drei-Welten-Theorie“ – angedeutet, nahegelegt oder auch ausgesprochen, daß damit die Weltrevolution „nicht hauptsächlich“ proletarischen Charakter, sondern hauptsächlich antiimperialistisch-demokratischen Charakter habe, daß die „Hauptkraft“ daher die nationalen Befreiungsbewegungen seien. Es handelt sich hierbei um eine Argumentation, die bewußt oder unbewußt den Gedankengang Lenins, seine Zielrichtung in der Polemik völlig übersieht und entstellt. Lenin ging es nicht um den Charakter der proletarischen Weltrevolution, sondern um das Problem der unterschiedlichen Kräfte dieser proletarischen Weltrevolution, wobei er insbesondere gegen die Vorstellung polemisierte, die Weltrevolution mit der Revolution in den imperialistischen Metropolen mehr oder minder gleichzusetzen und darauf zu reduzieren.

[186] In ihrem Bemühen die konterrevolutionäre „Drei-Welten-Theorie“ zu rechtfertigen, haben die Deng-Revisionisten seinerzeit mißbräuchlich auch einige Zitate von Lenin angeführt. So wurde auch dieses Zitat, in dem Lenin vom „Kampf aller vom Imperialismus unterdrückten Kolonien und Länder, aller abhängigen Länder gegen den internationalen Imperialismus“ spricht, mißbraucht, um die These der „Drei-Welten-Theorie“ zu legitimieren, daß angeblich die „Länder der 3. Welt“ die „Hauptkraft“ im Kampf gegen den Imperialismus seien, womit diese Revisionisten bekanntlich nicht den revolutionären Kampf der Völker dieser Länder meinen, sondern den angeblichen „Kampf der reaktionären Staaten der vom Imperialismus abhängigen Kompradoren-Bourgeoisie und Großgrundbesitzer dieser Länder. Dagegen steht eindeutig fest, daß Lenin keineswegs die reaktionären Staaten und Kräfte gemeint hat, als er vom Kampf der „unterdrückten Kolonien und Länder, aller abhängigen Länder“ gesprochen hat. Lenin geht es, wie er unmittelbar danach mehrmals in derselben Rede sagt, um die „Volksmassen des Ostens“ (Werke Band 30, S. 144), um die „werktätigen und ausgebeuteten Massen des Ostens“ (Ebenda, S. 146) und nichts anderes. Schließlich hat Lenin auch auf dem II. Weltkongreß der Komintern im diametralen Gegensatz zur „Drei-Welten-Theorie“ grundsätzlich gefordert, „unentwegt jenen Betrug aufzudecken und anzuprangern, den die imperialistischen Mächte systematisch begehen, indem sie scheinbar politisch unabhängige Staatenschaffen, die jedoch wirtschaftlich, finanziell und militärisch vollständig von ihnen abhängig sind.“ (Lenin: „Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und zur kolonialen Frage“, 1920, Werke Band 31, S. 138) (Vgl. dazu ausführlich Anhang zu Teil C. 3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping, S. 432.)

[187] Siehe auch Anmerkung 6.: Die revolutionären nationalen Befreiungsbewegungen: Eine von zwei „Hauptkräften“, aber auch „Reserve“ – ein Widerspruch?, S. 529.

[188] Vgl. Lenin Werke Band 31, S. 260.

[189] „Programm der KI“, 1928, S. 130f. Hervorhebungen im Original.

[190] In Europa wurde die Lage, fünf Jahre später, am ehesten bedrohlich für die französischen Imperialisten, als es im Mai 1968 in Frankreich zunächst ausgehend von den Kämpfen von fortschrittlichen und revolutionären Studentinnen und Studenten zu militanten Massenkämpfen kam, als Millionen von Arbeiterinnen und Arbeiter in den Generalstreik traten, als sich der Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter, Studentinnen und Studenten sowie anderer Werktätiger in gewaltigen Kampfdemonstrationen und auf Straßenbarrikaden zu vereinigen begann. Der französischen Bourgeoisie, die bereits im Begriff war, Panzer um Paris zusammenzuziehen, gelang es nur mühsam, vor allem mit Hilfe der KPF-Revisionisten, die militante Kampfbewegung abzuwürgen und zu unterdrücken.

[191] Hier müßte im Grunde auch die Übersetzung geprüft werden. Verschiedentlich hat sich z. B. bei den Werken Mao Tse-tungs gezeigt, daß die deutsche, englische, französische und spanische Übersetzung nicht übereinstimmen. (Vgl. dazu: Autorenkollektiv: „Mao Tse-tung, seine Verdienste – seine Fehler“, Band I, 1926 bis 1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, S. 10) Auch ist etwa der spanische Begriff „epoca“ nicht identisch mit dem deutschen Begriff „Epoche“, kann auch „Zeitraum“ oder „Zeit“ bedeuten.

[192] Siehe Anmerkung 7.: Über die angeblich neue „Epoche der Mao-Tse-tung-Ideen“, S. 531.

[193] Siehe Anmerkung 8.: Mögliche Wurzeln einiger Fehler der KP Chinas: Schematische Übertragung der eigenen Praxis auf andere Länder, S. 533.

[194] Die Notwendigkeit der Unterordnung der nationalen Frage unter die Klassenfrage wird auch nicht deutlich, sondern verwischt, wenn es im Kommentar „Die Verfechter des neuen Kolonialismus“ heißt: „Letzten Endes ist in der heutigen Welt die nationale Frage eine Frage des Klassenkampfes und des Kampfes gegen den Imperialismus. „ („Polemik“, S. 238)

[195] In diesem Punkt propagierte die PAA zunächst genau dieselbe Position wie die KP Chinas gegenüber dem modernen Revisionismus: „Eines der -wichtigsten Kriterien, um zu beurteilen, ob eine Partei (…) auf revolutionären Stellungen steht, ist heute die Haltung gegenüber der nationalen Befreiungsbewegung und der revolutionären Bewegung der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, welche die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung ausmachen. Diese Länder sind heute die schwächsten Glieder in der imperialistischen Kette, die Knotenpunkte der Widersprüche der kapitalistischen Welt und mächtige Herde des antiimperialistischen und revolutionären Kampfes. „ („Chruschtschow entfaltet offen das Banner der Spaltung und des Verrates“, Zeri i Popullil, 4. Oktober 1963, in: „Der Marxismus-Leninismus wird über den modernen Revisionismus siegen!“, Band l, Nachdruck Frankfurt a. M. 1971, S. 417f.)

[196] Siehe auch Anmerkung 8.: Mögliche Wurzeln einiger Fehler der KP Chinas: Schematische Übertragung der eigenen Praxis auf andere Länder, S. 533.

[197] Shdanow: „Ober die internationale Lage“, in: „Informationskonferenz der Vertreter einiger kommunistischer Parteien in Polen Ende September 1947“, Moskau 1948, S. 18f.

[198] Ebenda, S. 20f.

[199] Ebenda, S. 24.

[200] Mao Tse-tung: „Die gegenwärtige Lage und unsere Aufgaben“, Dezember 1947, Ausgewählte Werke Band IV, S. 178f.

[201] Siehe Anmerkung 9.: Charakter und Probleme des Zweiten Weltkriegs, S. 536.

[202] Vgl. dazu „Der Kampf J. W. Stalins und der Kominform gegen den Tito-Revisionismus“, Wien 1979.

[203] Vgl. dazu die Rede Shdanows auf der Philosophentagung in Moskau im Juni 1947: „Kritische Bemerkungen zu G. F. Alexandrows Buch: ,Geschichte der westeuropäischen Philosophie’„, in: A. A. Shdanow: „Ausgewählte Reden zu Kunst, Wissenschaft und Politik“, Westberlin 1972, S. 80f.

[204] Vgl. dazu die Reden von Shdanow zu Fragen der Kunst, Literatur, Musik: „Referat über die Zeitschriften ,Swesda’ und ,Leningrad’„, 1946; „Eröffnungsrede auf der Beratung von Vertretern der sowjetischen Musik im ZK der KPdSU(B)“, Januar 1948; „Fragen der sowjetischen Musikkultur. Diskussionsbeitrag auf der Beratung von Vertretern der sowjetischen Musik im ZK der KPdSU(B)“, Januar 1948, alle in: A. A. Shdanow: „Ausgewählte Reden zu Kunst, Wissenschaft und Politik“, Westberlin 1972. Siehe dazu auch die Beschlüsse des ZK der KPdSU(B): „Über die Zeitschriften ,Swesda’ und .Leningrad’„, 14. August 1946; „Über das Repertoire der Schauspielhäuser und Maßnahmen zu seiner Verbesserung“, 26. August 1946; „Über den Film ,Das große Leben’„, 4. September 1946; „Über die Oper ,Die große Freundschaft’ von W. Muradeli“, 10. Februar 1948, alle nachgedruckt in: „Beschlüsse des Zentralkomitees des KPdSU(B) zu Fragen der Literatur und Kunst (1946-1948)“, Westberlin o. J.

[205] Vgl. dazu Stalin: „Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft“, 1950, Werke Band 15, S. 191f.

[206] Direkt nach dem Erscheinen von „Ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ schrieb der Vorsitzende der KPD, Max Reimann, der sich schon damals als übler Revisionist entpuppte: „Die deutschen Imperialisten befinden sich in vollständiger Abhängigkeit vom Monopolkapital der USA. Westdeutschland ist unter den Bedingungen der Kriegsverträge von Bonn und Paris ein USA-Protektorat und darum niemals in der Lage, eine selbständige Rolle zu spielen. „ (Reimann, Max: „Die Lehren der Bundestagswahlen“, Berlin 1953, S. 11.) Reimann verkündete also gerade das Gegenteil von dem, was Stalin herausstellte. Dieser unverfrorene Revisionist schlußfolgert seiner revisionistischen Logik nach dann auch, daß alles (ob rot oder schwarz ist egal), was sich gegen die USA richtet, fortschrittlich sei, ja versteigt sich sogar dazu, den Wiederaufstieg Deutschlands zur „Großmacht“ als Programmziel der KPD zu formulieren (siehe Reimann, Max: „Die nationale Bedeutung der Volksbewegung in Westdeutschland und die Aufgaben der Kommunistischen Partei Deutschlands“, Referat auf der 15.Tagung des Parteivorstandes der KPD, Berlin 1954, S. 53).

[207] Malenkow: „Rechenschaftsbericht an den XIX. Parteitag der KPdSU“, Moskau 1952, S. 14.

[208] Ebenda, S. 6.

[209] Ebenda, S. 14.

[210] Ebenda, S. 39.

[211] Ebenda, S. 34.

[212] Ebenda, S. 36.

[213] Siehe N. S. Chruschtschow: „Gespräch mit C. L. Sulzberger am 5. September 1961“, veröffentlicht in der „Prawda“ vom 10. September 1961, zitiert in: „Polemik“, S. 273.

[214] Ebenda.

[215] „Entschließung des XX. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zum Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU“, in: Nikita Chruschtschow, „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 168.

[216] Ebenda.

[217] Chruschtschow in einem Interview mit einem Korrespondenten des „Figaro“ am 19. März 1958, zitiert in: „Polemik“, S. 222.

[218] Nikita Chruschtschow, „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, Berlin 1956, S. 43.

[219] Die sogenannte „Drei-Welten-Theorie“ wurde vor allem ab 1974 verbreitet, als Deng Xiaoping Kernpunkte dieses antimarxistischen Schemas in einer UNO-Rede dargelegt hatte. Das Drei-Welten-Schema besagt, daß es angeblich eine sogenannte „Erste Welt“ gibt, bestehend aus den beiden „Supermächten“ USA und Sowjetunion, die weltweit die „Hauptfeinde“ seien. Die sogenannte „Dritte Welt“, bestehend aus den abhängigen „Ländern und Völkern“ in Asien, Afrika und Lateinamerikas, sei die „Hauptkraft“ gegen die „Erste Welt“ (wobei schon rasch die Tendenz bestand, offen auch noch den US-Imperialismus aus der Schußlinie zu nehmen, da der russische Sozialimperialismus angeblich „aggressiver“ sei). Die kapitalistisch-imperialistischen Länder Europas, aber auch z. B. Japan und Kanada, bildeten die „Zweite Welt“, die angeblich einen „zwiespältigen Charakter“ hätten, im Wesentlichen aber auch gegen die „Supermächte“ bzw. die „Erste Welt“ unterstützt werden könnten und müßten. Faktisch war dies ein sozialchauvinistisches Programm zur Unterstützung der reaktionären Staaten der Kompradoren-Bourgeoisie und Großgrundbesitzer in den vom Imperialismus unterdrückten Ländern, zur Unterstützung solcher imperialistischen Mächte wie des westdeutschen, französischen, englischen, japanischen Imperialismus, ein Programm zur Liquidierung jeglichen Kampfes gegen den Imperialismus weltweit. (Siehe dazu Anhang zu Teil C, 3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping, S. 432.)

[220] Chruschtschow in einem Interview mit einem Korrespondenten des „Figaro“ am 19. März 1958, zitiert in: „Polemik“, S. 222.

[221] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 9. Siehe S. 563.

[222] „Polemik“, S. 343.

[223] Chruschtschow in einem Interview mit einem Korrespondenten des „Figaro“ am 19. März 1958, zitiert in: „Polemik“, S. 222.

[224] Siehe dazu auch Anmerkung 10.: Einheitsfront der Weltrevolution und Einheitsfront gegen den imperialistischen (Welt-)Krieg, S. 541

[225] Diese Unterlassung ist auch unverzeihlich für den Fall eines Krieges der imperialistischen Länder gegen die sozialistischen Länder. Diese Möglichkeit wird von der KP Chinas erwähnt, aber ohne die diesbezüglichen Lehren Lenins gegen die modernen Revisionisten umfassend zu verteidigen.

[226] Die modernen Revisionisten gaben 1959 eine vom revolutionären Geist „gesäuberte“ neue Fassung der „Geschichte der KPdSU“ heraus. Dort wurde unter anderem diese Passage gestrichen und durch die „harmlosere“ Passage „ Unterstützung aller revolutionären Massenaktionen des Proletariats“ ersetzt. („Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“, (Moskau 1959) Berlin 1960, S. 232.)

[227] Siehe auch im Anhang zum Teil C den Punkt 1. Ursprünge und Entwicklung der Theorie vom „Hauptfeind der proletarischen Revolution“, S. 414.

[228] Siehe dazu auch im Anhang zum Teil C den Punkt 2. Dokumente der Partei der Arbeit Albaniens zur Theorie vom „Hauptfeind der Völker der Welt“, S. 423.

[229] Aus diesem Grund haben wir, im Unterschied zu den anderen Dokumenten der PAA, die Auseinandersetzung mit den Ausführungen von Nexhmije Hoxha in den Haupttext genommen.

[230] Nexhmije Hoxha: „Einige grundlegenden Fragen der revolutionären Politik der Partei der Arbeit Albaniens zur Entfaltung des Klassenkampfes“, Tirana 1977, S. 64f.

[231] Ebenda, S. 65f.

[232] Lenin hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine klare Theorie der proletarischen Weltrevolution aufgestellt. Unter anderem fußte sie auf Erkenntnissen wie der, daß infolge des Gesetzes der ungleichmäßigen Entwicklung der Länder im Imperialismus die proletarische Weltrevolution nicht mit einem Schlag erfolgen kann, daß alle Imperialisten zerschlagen werden müssen, in einem jeden Land die „eigene“ reaktionäre, machthabende Klasse oder Macht gestürzt werden muß, und daß der „Hauptfeind im eigenen Land steht“. All dies sind prinzipielle und generelle, keine zeitweiligen, nur in einer bestimmten Phase gültigen Argumente. Sie gelten die ganze Epoche und machen deutlich, daß die Bestimmung eines „internationalen Hauptfeinds“ gegen die in sich geschlossene Theorie des Leninismus über Entwicklung und Verlauf der proletarischen Weltrevolution gerichtet ist. (Vgl. auch Teil C. I „Kräfte und Verlauf der proletarischen Weltrevolution“)

[233] Siehe Stalin: „Der XV. Parteitag der KPdSU(B)“, 1927, Werke Band 10, S. 238.

[234] Siehe Stalin: „Über die Ergebnisse des Juliplenums des ZK der KPdSU(B)“, 1928, Werke Band 11, S. 176.

[235] Siehe Stalin: „Der XV. Parteitag der KPdSU(B)“, 1927, Werke Band 10, S. 238.

[236] „Protokoll des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale“, 1935, Nachdruck Erlangen 1974, Band II, S. 998.

[237] Ebenda, S. 762, S. 765, S. 770.

[238] Ebenda, S. 770.

[239] Siehe hierzu auch den „V. Parteitag der PAA“, der selbst die obengenannten Passagen S. 7 und S. 8 zitiert.

[240] Nexhmije Hoxha: „Einige grundlegende Fragen der revolutionären Politik der Partei der Arbeit Albaniens zur Entfaltung des Klassenkampfes“, Tirana 1977, S. 67. Hervorhebungen im Original.

[241] Ebenda, S. 68.

[242] Ebenda, S. 70.

[243] Vgl. dazu im Anhang zum Teil C den Punkt 2e) Wahlrede Enver Hoxha 1978, S. 431. Enver Hoxha propagiert dort die Unterstützung des Kampfes der „kleinen Fische“ gegen die „großen Fische“, wobei er den Kampf der tatsächlich oder vermeintlich weniger starken Imperialisten gegen die tatsächlich oder vermeintlich stärksten Imperialisten meinte: „Nach dem Gesetz des Dschungels, das in den Beziehungen zwischen den kapitalistischen und revisionistischen Staaten besteht, frißt ,der große Fisch’ den kleinen. Der ‚Meine Fisch’ muß deshalb um seine Existenz kämpfen, und gerade in diesen Anstrengungen treten die Widersprüche zutage. Unsere Republik bemüht sich, die Widersprüche im Interesse der Revolution auszunutzen, und unterstützt den Kampf gegen ,den großen Fisch’ mit dem Ziel, ihn zu schwächen, der revolutionären Bewegung der Arbeiterklasse und dem Kampf der Völker für Freiheit und gesellschaftlichen Fortschritt zu helfen. „ (Enver Hoxha: „Albanien schreitet sicheren Schrittes und unerschrocken voran“, in: „Albanien heute“, 6/78, S. 11.)

[244] Den Punkt 9, aber auch den Punkt 8 des „25-Punkte-Vorschlags“ hatte die KP Chinas in ihrem vierten Kommentar „Die Verfechter des neuen Kolonialismus“ vom 22. Oktober 1963 erläutert. Die dort behandelten Fragen der Bedeutung und des Stellenwerts der revolutionären nationalen Befreiungsbewegungen im Prozeß der proletarischen Weltrevolution klammern wir an dieser Stelle aus, da wir unsere Bewertung und Kritik der diesbezüglichen Positionen der KP Chinas schon im Teil C: Über die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution, ausführlich erörtert haben.

[245] „Programm der KI“, 1928, S. 170.

[246] Siehe hierzu „Programm der KI“, 1928, S. 170.

[247] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“, vom 30. März 1963, in „Polemik“, S. 571.

[248] Ebenda.

[249] Ebenda, S. 572.

[250] „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, vom 14. Juli 1963, in: „Polemik“, S. 645.

[251] „Polemik“, S. 573.

[252] Ebenda, S. 214.

[253] Ebenda, S. 220f.

[254] Ebenda, S. 222.

[255] Ebenda, S. 222f.

[256] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 17. Siehe S. 569.

[257] Siehe hierzu „Baut die PKI entlang der marxistisch-leninistischen Linie auf, um die volksdemokratische Revolution in Indonesien anzuführen. Selbstkritik des Politbüros des ZK der PKI vom September 1966“, in: „Die KP Indonesiens reinigt und stärkt sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus!“. Münster 1973, S. 72.

[258] „Polemik“, S. 212f.

[259] Vgl. zu dieser Frage Anhang zu Teil C, 3. Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping, vor allem S. 462f.

[260] Mao Tse-tung: „Analyse der Klassen in der chinesischen Gesellschaft“, 1926, Ausgewählte Werke Band I, S. 11.

[261] Auch hierzu hat die KP Indonesiens in ihrer Selbstkritik von 1966 ausführlich Stellung genommen. Sie hat klargemacht, daß es ein rechtsopportunistischer Fehler mit schweren politischen Konsequenzen war, die indonesische nationale Bourgeoisie, die an der Staatsmacht beteiligt war, als fortschrittlich einzuschätzen und zu unterstützen, da der Staatsapparat insgesamt ein Instrument im Interesse des Imperialismus und Feudalismus war.

[262] Auf die Frage, warum es unter den konkreten Bedingungen Chinas und weltweit unter den Bedingungen der Anti-Hitler-Koalition möglich und richtig war, daß von Seiten der KP Chinas eine Koalitionsregierung mit dem Komprador Tschiang Kai-schek vorgeschlagen worden war – auch wenn sie nie zustande kam -, sind wir ausführlich eingegangen im Teil „Prinzipielle und konkrete Fragen der Taktik der chinesischen Revolution“ in „Mao Tse-tung – seine Verdienste – seine Fehler“, Band l, 1926-1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, S. 109f. Dort wird ausgeführt, daß gewisse taktische Maßnahmen der KP Chinas in Unterabschnitten der antiimperialistischen-demokratischen Revolution nicht die grundlegende strategische Orientierung aufhoben, die Kompradoren-Bourgeoisie als Zielscheibe der antiimperialistischen und Agrarrevolution anzusehen.

[263] Siehe hierzu in „Mao Tse-tung – seine Verdienste – seine Fehler“, Band l, 1926-1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, die Anmerkung: „Zur Verwendung des Begriffs ,nationale Bourgeoisie’„, S. 191f.

[264] Mao Tse-tung: „Die chinesische Revolution und die Kommunistische Partei Chinas“, 1939, Ausgewählte Werke Band II, S. 371.

[265] Siehe hierzu Mao Tse-tung: „Analyse der Klassen in der chinesischen Gesellschaft“, 1926, Ausgewählte Werke Band I, S. 10f.

[266] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 19. Siehe S. 570.

[267] Ebenda, S. 16. Siehe S. 568.

[268] Ebenda, S. 19. Siehe S. 570.

[269] Ebenda, S. 17. Siehe S. 568.

[270] Diese eher schwachen Formulierungen waren, neben anderem, dann auch Anlaß für die modernen Revisionisten, die KP Chinas dahingehend zu attackieren, sie würde in ihrem „25-Punkte-Vorschlag“ die Führung der Arbeiterklasse angreifen und durch die Führung des „Kleinbürgertums“, der „nationalen Bourgeoisie“ oder „einige patriotisch gesinnte Könige, Prinzen und Aristokraten“ ersetzen. (Vgl. „Polemik“, S. 228.) Diesen Vorwurf weist die KP Chinas entschieden zurück – und zitiert als Beleg für das Unhaltbare einer solchen Unterstellung aus der „Polemik“. Hierbei führt sie auch die oben schon erwähnte Passage, in der vom „Recht der Führung“ gesprochen wird, an, läßt aber das in der Tat zu kritisierende „Recht“ stillschweigend unter den Tisch fallen. Jetzt heißt es, daß die proletarische Partei „auf der Führung in der Revolution bestehen“ (Ebenda.) muß, das Wörtchen „Recht“ taucht nicht mehr auf. Diese Formulierung ist nun korrekt, doch leider war die KP Chinas nicht so souverän, die unzureichende erste Formulierung selbstkritisch zuzugeben. Die Bedeutung der doch eher unscharfen Formulierungen der KP Chinas zur Frage der Hegemonie des Proletariats und der Führung durch seine Partei im Punkt 9 des „Vorschlags“ liegt nicht vor allem darin, daß dies für die modernen Revisionisten und ihre Demagogie ein gefundenes Fressen war. Sie liegt vielmehr darin, daß die verschiedenen revisionistisch degenerierten Parteien in verschiedenen Ländern in der Praxis nicht mehr um die Führung in der Revolution kämpften, sondern sich sogar an Kompradoren-Regierungen beteiligten. Vor diesem Hintergrund sind die Passagen zur Frage der Hegemonie des Proletariats in der Tat ungenügend.

[271] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 17. Siehe S. 568.

[272] Ebenda, S. 17.

[273] Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 261.

[274] Ebenda. S. 255.

[275] Siehe dazu ausführlich: Autorenkollektiv: „Mao Tse-tung – seine Verdienste – seine Fehler“, Band l, 1926-1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, S.212-301.

[276] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 17. Siehe S. 569.

[277] Siehe „Offener Brief des ZK der KPdSU…“ vom 14. Juli 1963, zitiert in „Polemik“, S. 638.

[278] A. Beljakow und F. Burlatzki, „Die Leninsche Theorie der sozialistischen Revolution und die Gegenwart“, „Kommunist“ (Moskau), Nr. 13, 1960, zitiert in „Polemik“, S.441.

[279] Siehe „Brief des ZK der KPdSU…“ vom 30. März 1963, zitiert in „Polemik“, S. 581 und S. 562.

[280] Wenn wir diese Passage als positiv anführen, dann müssen wir gleichzeitig darauf hinweisen, daß die KP Chinas an keiner Stelle erklärt, inwiefern und warum sie diese Unterscheidung zwischen den „imperialistischen und kapitalistischen Ländern“ vornimmt, welche Bedeutung sie in Hinblick auf die Aufgabe der proletarischen Revolution möglicherweise ihrer Meinung nach hätte.

[281] Lenin: „Über eine Karikatur auf den Marxismus und über den ,imperialistischen Ökonomismus’„, 1916, Werke Band 23, S. 49. Hervorhebung im Original.

[282] Die entsprechende Formulierung im Kommentar „Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows“ ist nicht besser: „In den kapitalistischen Ländern, die der Aggression, der Kontrolle, der Einmischung und der Mißhandlung seitens des amerikanischen Imperialismus ausgesetzt sind, muß die Partei des Proletariats das nationale Banner des antiamerikanischen Kampfes hochhalten und in den Massenkämpfen den Hauptschlag gegen den US-Imperialismus sowie gegen das Monopolkapital und die anderen reaktionären Kräfte, die die nationalen Interessendes eigenen Landes verschachern, führen. „ („Polemik“, S. 440.)

[283] Siehe dazu ausführlicher den Abschnitt „Die Masse der Werktätigen und Ausgebeuteten auf dem Land sind die nächsten Bündnispartner des Proletariats“, in „Rot Front“, Nr. 2, Berlin 1996, S. 138f.

[284] Engels formulierte in seiner wichtigen, für das Studium der Bauernfrage zentralen Schrift „Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland“ den Gedanken: „Um aber die politische Macht zu erobern, muß die Partei (die Kommunistische Partei, A.d.V.) vorher von der Stadt aus aufs Land gehen, muß eine Macht werden auf dem Land.“ (Engels, „Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland“, 1894, Marx/Engels Werke Band 22, S. 486)

[285] Diese Passage bezieht sich auf die Erfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg in China, Kuba und „einer Reihe anderer Länder“, womit offenbar Vietnam, Korea, aber auch die Volksdemokratien in der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien angesprochen sind.

[286] „Polemik“, S. 441f.

[287] Vgl. „Polemik“, S. 494, S. 496, S. 505, S. 630.

[288] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 37. Siehe S. 582.

[289] Ebenda, S. 38. Siehe S. 582.

[290] Ebenda, S. 39. Siehe S. 583.

[291] „Polemik“, S. 505f.

[292] Lenin: „Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus“, 1916, Werke Band 23, S. 115.

[293] Siehe Lenin: „Die große Initiative“, 1919, Werke Band 29, S. 410.

[294] „Brief der KPdSU(B) an die KP Jugoslawiens“, 4. Mai 1948, in: „Der Kampf J. W. Stalins und der Kominform gegen den Tito-Revisionismus“, Wien 1979, S. 22.

[295] Auch wenn zur Zeit des XVII. Parteitags der KPdSU(B), 1934, in sehr großen Bereichen der Sowjetunion schon sozialistische Produktionsverhältnisse vorherrschend waren, stand dennoch weiterhin die Aufgabe an, den „Kapitalismus in der Wirtschaft“ weiter zu „überwinden“, wie Stalin feststellte. Ganz besonders interessant und wesentlich ist aber, was Stalin über die Frage der „ Überwindung der Überreste des Kapitalismus“ „im Bewusstsein der Menschen“ herausstellte. Er machte klar, daß diese Überreste im Bewußtsein der Menschen nicht mechanisch und automatisch, sozusagen im Selbstlauf, verschwinden, sondern nur im Kampf überwunden werden können: „Kann man jedoch sagen, daß wir bereits alle Überreste des Kapitalismus in der Wirtschaft überwunden haben? Nein, das kann man nicht sagen. Umso weniger kann man sagen, daß wir die Überreste des Kapitalismus im Bewußtsein der Menschenüberwunden haben. Das kann man nicht nur deshalb nicht sagen, weil das Bewußtsein der Menschen in seiner Entwicklung hinter ihrer ökonomischen Lage zurückbleibt, sondern auch deshalb, weil immer noch die kapitalistische Umwelt besteht, die bestrebt ist, die Überreste des Kapitalismus in der Wirtschaft und im Bewußtsein der Menschen in der UdSSR zu beleben und aufrechtzuerhalten, und gegen die wir immer unser Pulver trocken halten müssen.“ (Stalin: „Rechenschaftsbericht an den XVII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU(B)“, 1934, Werke Band 13,5.310.) Die „Entfaltung des Klassenkampfes“, die „Stärkung der Organe der Diktatur des Proletariats“, wie er einige Absätze weiterschrieb, sind entscheidende Mittel in diesem Kampf. (Siehe ebenda, S. 31.1.)

[296] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 41. Siehe S. 584.

[297] Ebenda, S. 38. Siehe S. 582.

[298] Siehe Anmerkung 14.: Nicht jede unter Führung des Proletariats stehende revolutionäre Staatsmacht ist eine Diktatur des Proletariats, S.548.

[299] Ebenda, S. 42. Siehe S. 585.

[300] Die modernen Revisionisten nutzten diesen Fehler der KP Chinas dann auch genüßlich aus, um das Richtige dieser Passage, nämlich die Betonung des Klassenkampfes und der Diktatur des Proletariats, über Bord werfen zu können. In ihrem „Offenen Brief vom 14. Juli 1963 schrieben sie: „Man muß schon sagen, die chinesischen Genossen haben von den Klassen und vom Klassenkampf eine originelle Vorstellung. Seit wann werden solche parasitären Elemente als Klassen betrachtet? Und als was für eine Klasse? Die Klasse der Nichtstuer oder die Klasse der Rowdys, die Klasse der Diebe am Staatseigentum oder die Klasse der Parasiten? Verbrecher haben in keiner Gesellschaft eine bestimmte Klasse dargestellt. Das wissen selbst Schulkinder. Selbstverständlich bilden diese Elemente auch in der sozialistischen Gesellschaft keine Klasse. Da treten die Überbleibsel des Kapitalismus in Erscheinung.“ Soweit kann man noch nichts gegen diese Passage der modernen Revisionisten einwenden. Doch dann folgt die entscheidende Behauptung: „ Zum Kampf mit solchen Menschen braucht man nicht die Diktatur des Proletariats. Der Volksstaat ist voll und ganz in der Lage, mit dieser Aufgabe fertig zu werden und wird auch mit ihr fertig. (…) die Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats entfällt. „ („Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“ vom 14.7.1963, in: „Polemik“, S. 6291)

[301] Als Quellen für die von der KP Chinas angeführten zwei Zitate werden in der „Polemik“ die Reden Stalins „Über den Entwurf der Verfassung der Union der SSR“ von 1936 und der „Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU(B)“ von 1939 angegeben. Die Formulierung „keine antagonistischen Klassen mehr“ ist in der deutschsprachigen Ausgabe von Stalins Rede über den Verfassungsentwurf von 1936 wörtlich so nicht zu finden. Es heißt dort wörtlich, nachdem dargelegt wurde, daß die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt, das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln und – instrumenten sich durchgesetzt hatte: „Alle Ausbeuterklassen sind somit liquidiert.“ (Stalin: „Über den Entwurf der Verfassung der Union der SSR“, 1936, Werke Band 14, S. 61.) Das war eine begründete und richtige Feststellung. Im Rechenschaftsbericht Stalins an den XVIII. Parteitag gibt es (zumindest) in der deutschsprachigen Ausgabe die Formulierung „frei von Konflikten zwischen den Klassen „ wörtlich ebenfalls nicht. Dort heißt es: „Die Besonderheit der Sowjetgesellschaft der Gegenwart besteht zum Unterschied von jeder kapitalistischen Gesellschaft darin, daß es in ihr keine antagonistischen, feindlichen Klassen mehr gibt; die Ausbeuterklassen sind liquidiert, und die Arbeiter, die Bauern und die Intelligenz, die die Sowjetgesellschaft bilden, leben und wirken auf der Grundlage freundschaftlicher Zusammenarbeit. Während die kapitalistische Gesellschaft von unversöhnlichen Gegensätzen zwischen Arbeitern und Kapitalisten, Bauern und Gutsbesitzern zerrissen wird, was ihre innere Lage so unsicher macht, kennt die vom Joche der Ausbeutung befreite Sowjetgesellschaft solche Gegensätze nicht, ihr sind Klassenzusammenstöße fremd…“ (Stalin: „Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU(B)“, 1939, Werke Band 14, S. 209.) Auch dies war eine korrekte Feststellung.

[302] Siehe dazu auch Stalin: „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“, 1937, Werke Band 14, S. 136f.

[303] 1956 hatte das ZK der KP Chinas bzw. sein Politbüro in seiner Schrift „Mehr über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ Stalin gerade umgekehrt kritisiert: „Nach der Beseitigung der Klassen hätte nicht betont werden sollen, der Klassenkampfspitze sich zu, wie es Stalin tat. (…) Die Kommunistische Partei der Sowjetunion ist völlig im Recht, wenn sie Stalins Fehler in dieser Hinsicht entschlossen korrigiert. „ („Die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, S. 56) Zog die KP Chinas in den Artikeln von 1956 aus der richtigen Tatsache, daß nach Errichtung sozialistischer Produktionsverhältnisse die antagonistischen Klassen liquidiert sind, den faulen, kapitulantenhaften, revisionistischen Schluß, daß damit auch der Klassenkampf erlösche und es absurd sei, von einer Verschärfung des Klassenkampfes zu sprechen, so leugnete die KP Chinas nunmehr 1964 einfach die Tatsache, daß in der Sowjetunion 1936 die Bourgeoisie als Klasse bereits liquidiert war. So oder so geht es im Grunde darum, daß die enge, an die Existenz einer bürgerlichen Klasse gebundene Vorstellung der KP Chinas vom Klassenkampf tödliche Gefahren für die Diktatur des Proletariats bedeutet.

[304] So muß unserer Meinung nach die Frage gestellt werden, ob nicht Stalin und die Bolschewiki in der KPdSU(B), insbesondere in den letzten Lebensjahren Stalins, in verschiedenen Schriften und Dokumenten sowie in der tagtäglichen ideologischen Erziehung deutlicher, eindeutiger und umfassender den sich bis zum Kommunismus verschärfenden Klassenkampfund seine Gesetzmäßigkeiten anknüpfend an den Analysen im Kampf gegen Bucharin und andere Renegaten in den zwanziger und dreißiger Jahren – hätten herausstellen müssen. Denn es zeigte sich, daß nach dem Sieg über die Trotzkisten und Bucharin-Leute, nach dem Sieg im antifaschistischen Krieg die prinzipiellen Lehren über den sich verschärfenden Klassenkampf und den innerparteilichen Kampf, die Gefahr der revisionistischen Verbürgerlichung in der KPdSU nicht genug verstanden wurden, um den Chruschtschow-Revisionismus zu besiegen. Die Gefahr, daß durch den Revisionismus alles verloren gehen konnte, daß es im verschärften Klassenkampf immer noch um die Machtfrage ging – dieses Bewußtsein war in dieser Zeitspanne sicherlich nicht ausreichend in der Partei und unter den Arbeiterinnen und Arbeitern verankert. (Vgl. dazu ausführlicher „Der XX. Parteitag der KPdSU 1956: Entscheidender ideologischer Wendepunkt zur Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und zur imperialistischen Konterrevolution“, „Gegen die Strömung“, Nr. 7-8, 1996, abgedruckt auch in: Politische Stellungnahmen 1995-1996 zu Themen und Fragen des revolutionären Kampfes und des wissenschaftlichen Sozialismus in Flugblättern und Plakaten von „Gegen die Strömung“, März 1997.)

[305] So macht Stalin in seinem 1934 geschriebenen und 1941 veröffentlichten Artikel „Über Engels’ Artikel ,Die Auswärtige Politik des russischen Zarentums’„ einige kritische Bemerkungen zu dieser Schrift von Engels. Er kritisiert insbesondere, daß darin bei der Aufzählung der Ursachen, die zum Weltkrieg führen, ein Moment außer acht gelassen wurde, das dann eine entscheidende Rolle gespielt hat, „das Moment des imperialistischen Kampfes um Kolonien, um Absatzmärkte und Rohstoffquellen, das schon damals von sehr ernster Bedeutung war“, und daß im Gedankengang des Artikels von Engels daher kein Raum ist für die Leninsche Politik der Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg. (Siehe Stalin, Werke Band 14, S. ff.)

[306] So geht Stalin in seinem Vorwort zum ersten Band seiner Gesammelten Werke auf Fehler von sich in diesem Band und zum Teil auch noch im Band 2 in der Frage des Agrarprogramms und in der Frage nach den Voraussetzungen des Sieges der sozialistischen Revolution ein (vgl. Stalin Werke Band l, S. XIII-XVI). Stalin verweist darauf, daß diese Werke in der Frühperiode der Tätigkeit Stalins (1901-1907) geschrieben wurden, als die Herausarbeitung der Ideologie und Politik des Leninismus noch nicht beendet war. Er wertet diese Werke als „Werke eines jungen Marxisten …, der noch nicht zu einem fertigen Marxisten und Leninisten geworden war“ und betont, daß daher „sich in diesen Werken noch Spuren gewisser später veralteter Leitsätze der alten Marxisten finden, die von unserer Partei in der Folgezeit überwunden worden sind.“ (Ebenda, S. XIII) Ebenso berichtet Stalin von gewissen Schwankungen von sich vor der Ankunft Lenins in Rußland 1917, aus denen jedoch keine Plattform usw. hervorgegangen ist (siehe Stalin Werke Band 6, S. 298, Stalin Werke Band 9, S. 57 und S. 66.) Er stellte klar: „Nicht nur meine Fehler, auch flüchtige Schwankungen habe ich nie verheimlicht.“ (Stalin Werke Band 10, S. 54) So widmete Stalin der Korrektur seiner Fehler in der Agrarfrage und der Frage nach den Voraussetzungen des Sieges der sozialistischen Revolution das Vorwort zum ersten Band der Werke Stalins. In „Fragen des Leninismus“ und in anderen späteren Werken korrigiert Stalin gewisse Formulierungen in „Über die Grundlagen des Leninismus“, etwa die Frage des vollständigen und endgültigen Sieges des Sozialismus betreffend. (Siehe Stalin Werke Band 8, S. 55 und S. 312.)

[307] Lenin: „Über den Staat“, Werke Band 29, S. 463.

[308] „Die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, Peking 1963, S. 10.

[309] Ebenda, S. 37.

[310] Ebenda, S. 38.

[311] Ebenda, S. 38.

[312] Vgl. dazu ausführlich im Anhang zum Teil E den Punkt: 1. Zu den Artikeln „Über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ und „Mehr über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, S. 477.

[313] Siehe „Erklärung der Beratung von Vertretern der kommunistischen und Arbeiterparteien“ 1960, in: „Moskauer Beratungen 1957 und 1960“, S. 67.

[314] Die KP Chinas entlarvt treffend auch das konterrevolutionäre Doppelzünglertum Chruschtschows, der zu Lebzeiten einer der eifrigsten Lobhudler war und sich als „Hundertfünfzigprozentiger“ ausgab: „Wenn man die Worte Chruschtschows, die er zu Stalins Lebzeiten sprach, mit denen nach dem Tod Stalins vergleicht, sieht man, daß er bei der Einschätzung Stalins eine Wendung um 180 Grad vollzogen hat. Wenn Chruschtschow kein zu kurzes Gedächtnis hat, sollte er sich selbstverständlich daran erinnern, daß gerade er während Stalins Führerschaft die damalige Politik der Unterdrückung von Konterrevolutionären mit größtem Eifer unterstützte und durchführte. Am 6. Juni 1937 erklärte Chruschtschow auf der V. Moskauer Gebietsparteikonferenz: ,Unsere Partei wird unbarmherzig die Verräterbande zerschlagen und den ganzen Abschaum der rechtsstehenden Trotzki-Clique von der Erde hinwegfegen … Die Garantie dafür ist die entschlossene Leitung des ZK unserer Partei und unseres Führers, Genossen Stalin … Wir werden die Feinde völlig vernichten, bis auf den letzten Mann, und ihre Asche in den Wind streuen.’„ („Polemik“, S. 146) Hieran zeigt sich auch, wie groß unter der Diktatur des Proletariats das Problem solcher konterrevolutionären Doppelzüngler in der Kommunistischen Partei ist, vor allem nachdem die richtige Linie in der Kommunistischen Partei sich eindeutig durchgesetzt, sich in aller Deutlichkeit in der Praxis des Klassenkampfes als die einzig richtige erwiesen hat. Dadurch sehen sich die Feinde des Proletariats gezwungen, sich äußerlich als „glühende Verfechter“ der korrekten Parteilinie auszugeben, während sie in der Tat durch verschiedene Manöver wie Übertreibungen und andere Entstellungen sowie Sabotageaktionen im verborgenen der richtigen Linie und Politik entgegenarbeiten, um sie beim Vorhandensein entsprechender Voraussetzungen ganz offen zu attackieren und offen zu revidieren, wie dies die Chruschtschow-Revisionisten machten. Stalin hat bereits 1937 vor dieser Gefahr sehr eindringlich gewarnt in seiner Rede „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“ (siehe Werke Band 14, S. 119ff).

[315] Mao Tse-tung auf einem Empfang für den Botschafter der Sowjetunion in China am 23. Oktober 1956, zitiert im Kommentar: „Ursprung und Entwicklung der Differenzen zwischen der Führung der KPdSU und uns“, in: „Polemik“, S. 73.

[316] Nur in einer Frage allerdings versucht die KP Chinas eine theoretische Kritik an Stalin zu üben. Es werden sogar zwei Stellen aus dem Werk Stalins zitiert, um sie zu kritisieren. Es handelt sich dabei um die Frage der Ursachen der Existenz des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats nach Errichtung sozialistischer Produktionsverhältnisse. Wir sind darauf inhaltlich bereits eingegangen im Teil D III, Punkt 3. Fehlerhafte Begründung der Notwendigkeit des Klassenkampfes im Sozialismus durch die KP Chinas, S. 284f.

[317] „Polemik“, S. 133.

[318] Ebenda, S. 136.

[319] Dies wird ganz klar, wenn man sich vergegenwärtigt, daß auch die modernen Revisionisten aus demagogischen Gründen durchaus zugestehen mußten, daß Stalin große Verdienste hatte. So war etwa Breschnew nach seinem Machtantritt gezwungen, Stalin zu loben und auf die gröbsten Anwürfe, wie sie für Chruschtschow typisch waren, zu verzichten. Ursache dafür war nicht zuletzt, daß sich die Breschnew-Revisionisten von ultrarevisionistischen Kräften abgrenzen mußten, die „zu weit“ gingen und zu offensichtlich eine Abschaffung des „Sowjetsystems“ forderten, oftmals verbunden mit einer Propaganda für eine noch stärkere Einflußnahme der westlichen Imperialisten. In einer von den Breschnew-Revisionisten herausgegebenen „Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“ heißt es im Abschnitt über den XX. Parteitag über Stalin etwa: „Als Theoretiker und bedeutender Organisator hatte er (Stalin, A.d.V.) den Kampf gegen Trotzkisten, rechte Opportunisten und bürgerliche Nationalisten wie auch gegen die Ränke der kapitalistischen Kräfte ringsum geleitet. Er hatte sich nicht nur um die Sicherung des Sieges des Sozialismus in der UdSSR, sondern auch um die Entwicklung der kommunistischen Bewegung und der Befreiungsbewegung in der ganzen Welt bedeutende Verdienste erworben. „ („Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“, (Moskau 1976) Frankfurt/M. 1977, S. 643.) Und folgende Passage könnte auch von der KP Chinas geschrieben sein: „ In der Tätigkeit J. W. Stalins sah die Partei zwei Seiten: eine positive, die sie schätzt, und eine negative, die sie kritisiert und verurteilt. „ (Ebenda, S. 644.)

[320] Die Partei der Arbeit Albaniens hat zu dieser Zeit eine konsequentere Haltung eingenommen. Vgl. dazu Anmerkung 16.: Der Artikel „Die gefährlichen Manöver der Chruschtschow-Gruppe im Zusammenhang mit dem sogenannten Kampf gegen den ,Personenkult’ muß man bis zum Schluß enthüllen“ (1964) – ein herausragendes Dokument der PAA zur Verteidigung Stalins gegen die modernen Revisionisten, S. 551.

[321] So verkündete etwa der nach Mao Tse-tungs Tod vorübergehend an der Spitze der KP Chinas stehende Revisionist Hua Guo-feng, daß man von der Sowjetunion Stalins nur als „warnendes Beispiel“ lernen könne. (Vgl. „Peking Rundschau“, Nr. l, 1977, S. 31.)

[322] Sehr richtig ist der Hinweis der KP Chinas, daß es zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und danach an der Kritik am sogenannten Browderismus mangelte. Browder war seinerzeit Leiter der KP USA, der unter dem Vorwand des antifaschistischen Kampfes und der Anti-Hitler-Koalition den kommunistischen Standpunkt und danach auch gleich die KP USA liquidierte. Damals gründeten die gegen den Browderismus kämpfenden Kommunistinnen und Kommunisten zwar die KP USA neu, doch es wurde unterschätzt, daß der Browderismus kein isoliertes Phänomen war, sondern Teil einer revisionistischen Strömung war, die damals international in Erscheinung trat. Die KP Chinas stellte dazu richtig fest: „ …was die ganze kommunistische Weltbewegung betrifft, so fehlte es an einer vernichtenden Kritik an der durch den Browderismus repräsentierten ideologischen Strömung des Revisionismus, an einer gründlichen Abrechnung mit ihr. „ („Polemik“, S. 453)

[323] Wiederveröffentlicht in der Broschüre „Der Kampf J. W. Stalins und der Kominform gegen den Tito-Revisionismus“, Wien 1979.

[324] „Die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, Peking 1963, S. 9f.

[325] Ebenda, S. 47.

[326] „Polemik“, S. 198.

[327] Die Partei der Arbeit Albaniens hat in der Tito-Frage eine grundsätzlich andere, prinzipienfeste Haltung eingenommen. Die Partei der Arbeit Albaniens hat unablässig das konterrevolutionäre Gesicht des Tito-Revisionismus entlarvt und dabei keinerlei Ausflüchte über „mögliche positive Änderungen“ etc. eingebaut. Sie hat die korrekte Linie Stalins und des Kominformbüros zu Jugoslawien propagiert und verteidigt; wie z. B. in der Broschüre „15 Jahre nach der Veröffentlichung der Resolution des Informationsbüros ,Über die Lage in der Kommunistischen Partei Jugoslawiens“, in: „Der Marxismus-Leninismus wird über den Revisionismus siegen“, Band 2, Frankfurt 1971. S. 197f; auch enthalten in „Der Kampf J. W. Stalins und der Kominform gegen den Tito-Revisionismus“, Wien 1979, S. 73f), oder in der Rede Enver Hoxhas 1960 auf der Beratung in Moskau, wo er den gesamten historischen Kampf der Partei der Arbeit Albaniens gegen den Tito-Revisionismus dokumentierte. Die Partei der Arbeit Albaniens hat in einem internen Brief gegenüber den Chruschtschow-Revisionisten schärfsten Protest gegen jeden Schritt, den diese zur Rehabilitierung der Tito-Clique unternahmen, eingelegt.

[328] So heißt es etwa in dem redaktionellen Artikel der „Renmin Ribao“, „Über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ vom April 1956, der in der „Polemik“ (S. 75) noch 1963 als völlig korrekt propagiert wurde: „ Der XX. Parteitag der KPdSU hat die neuen Erfahrungen in den internationalen Beziehungen und beim Aufbau der UdSSR zusammengefaßt und eine ganze Reihe wichtiger Beschlüsse angenommen. (…)Die Frage des Kampfes gegen den Personenkult nahm in der Arbeit des XX. Parteitagseinen -wichtigen Platz ein. „ („Die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“, Peking 1963, S. 1.) Mao Tse-tung erklärte auf dem VIII. Parteitag der KP Chinas, der XX. Parteitag der KPdSU habe „ … viele richtige Weisungen gegeben und die Fehler der Partei kritisiert“. („VIII. Parteitag der KP Chinas“, S. 10.) Siehe dazu auch Anmerkung 13.: Zum VIII. Parteitag der KP Chinas, S. 545.

[329] Siehe Anmerkung 15.: Die Haltung der PAA zum XX. Parteitag der KPdSU, S. 549.

[330] „Polemik“, S. 75.

[331] „Moskauer Beratungen 1957 und 1960“, S. 48. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Seitenangaben auf den folgenden Seiten auf diese Quelle.

[332] Nikita Chruschtschow, „Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU an den XX. Parteitag“, S. 43.

[333] Vgl. „Rot Front“, Zeitschrift für den wissenschaftlichen Kommunismus, Nr. 8-10: „Die Gründung der SED und ihre Vorgeschichte (1945-1946)“, Berlin 2000, S. 319f. Unter demselben Titel auch erschienen im Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 2000.

[334] Ein Beweis für den Kampf der Antirevisionisten um die Erklärungen von 1957 und 1960, sowie dafür, daß sich durch ihren Kampf am Inhalt dieser Dokumente doch einiges veränderte, sind die Bemerkungen Enver Hoxhas zu dem von der KPdSU vorgelegten ersten Entwurf für die Erklärung von 1960, den er als faules, revisionistisches Dokument ablehnte. Enver Hoxha schrieb dazu in einem Telegramm an Mehmet Shehu: „Die Erklärung ist faul, revisionistisch, eine flaue Wiederholung und ein Auswalzen der Fragen, um das Gift zu versprühen… Man hat einige .Finten’ eingebaut, angeblich Rückzüge, die uns aber keineswegs befriedigen, darum habe ich Hysni gewarnt und ihn angewiesen, wie die Fragen formuliert werden müssen. „ (Enver Hoxha: „Radiogramm an Genossen Mehmet Shehu“ vom 4. 10. 60, in: „Der Kampf der Partei der Arbeit Albaniens gegen den Chruschtschow-Revisionismus – Aus dem 19. Band der Werke Enver Hoxhas“, Wien o. J., S. 170.) Für die Gesamteinschätzung der verabschiedeten Dokumente von 1957 und 1960 durch die PAA ist jedoch die folgende Position Enver Hoxhas wesentlich: „Die Grundfragen, bei denen es unterschiedliche Ansichten gab, sind in der Erklärung richtig dargestellt und nach marxistischem Standpunkt ausgelegt (…)Doch eines muß stets beachtet werden. Es besteht die Möglichkeit, daß jeder die Thesen der Erklärung auf seine Weise auslegt. „ (Ebenda, S. 321.) Hier wird von Enver Hoxha nicht gesehen, daß die Möglichkeit der unterschiedlichen Auslegung der beiden Erklärungen sich nicht, wie bei jedem Dokument, einfach daraus ergibt, daß einseitig zitiert werden kann usw., sondern dadurch, daß Richtiges und Falsches nebeneinander steht.

[335] „Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“, (Moskau 1976) Frankfurt/ M. 1977, S. 660. Sofern nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich alle Seitenangaben im Abschnitt a) auf diese Quelle.

[336] „Moskauer Beratungen 1957 und 1960“, S. 21.

[337] Ebenda.

[338] Die Partei der Arbeit Albaniens stimmt mit der KP Chinas in der Einschätzung der Dokumente von 1957 und 1960 überein, ja sie geht fast noch einen Schritt weiter, indem sie die Zugeständnisse, die auf den Beratungen an die revisionistischen Führer der KPdSU gemacht wurden, als wesentlich weniger schwerwiegend einschätzt als die KP Chinas: „Natürlich enthielt diese (die Erklärung der Moskauer Beratung von 1960, A.d.V.) einige falsche Einschätzungen und Thesen, worüber die PAA ganz entgegengesetzte Ansichten hatte, die sie auch in der Beratung offen äußerte. Trotzdem unterzeichnete die Delegation der PAA die Deklaration, da sie von der Tatsache ausging, daß ihr Inhalt im Allgemeinen richtig war. Indem aber die PAA, der Einheit zuliebe, einige Konzessionen in den minderwichtigen Fragen machte, machte sie in den Hauptprinzipien des Marxismus-Leninismus absolut keine einzige Konzession. „ (Vorwort zu Enver Hoxha: „Rede gehalten auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau am 16. November 1960“, Tirana 1971, S. VI.)

[339] Allein die Tatsache, daß weder die KP Chinas noch irgend eine andere kommunistische Partei vor der Beratung von 1957 den offensiven ideologischen Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus eröffnet hatte, genügt bereits für die Feststellung, daß etwa ein bloßes Fernbleiben der KP Chinas von den Beratungen keineswegs dem Kampf der Marxisten-Leninisten, sondern vielmehr den Chruschtschow-Revisionisten genützt hätte, denen die Isolierung der Marxisten-Leninisten erleichtert worden wäre. Aber eine solche Überlegung basiert eben auf dem Umstand, daß ein frontaler Kampf nach dem XX. Parteitag nicht stattgefunden hat, obwohl gerade dies eine schmerzliche Tatsache ist, die kein Vorbild im Kampf gegen den Revisionismus sein kann.

[340] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“, in: „Polemik“, S. 584.

[341] Vgl. „25-Punkte-Vorschlag“, S. 49. Siehe S. 590.

[342] Zitiert nach „Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens“, Tirana 1971, S. 582.

[343] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 58. Siehe S. 596.

[344] „Polemik“, S. 388.

[345] „Polemik“, S. 388.

[346] Vgl. dagegen Anmerkung 18.: Der V. Parteitag der PAA 1966 über den prinzipiellen und offensiven Kampf gegen den modernen Revisionismus, S. 554.

[347] Tatsächlich richtet sich die Einschätzung, daß ein Chruschtschowismus ohne Chruschtschow unmöglich sei und nur zu den Wunschträumen der Imperialisten und Revisionisten gehöre, direkt gegen die Partei der Arbeit Albaniens, die bereits am 1. November, also fast einen Monat vor diesem Kommentar, feststellte: „Mit der Ausschließung N. Chruschtschows aus der Partei- und Staatsführung der Sowjetunionist der Chruschtschow-Revisionismus nicht tot, werden seine Politik und Ideologie, die in der Linie des 20. Kongresses der KP der Sowjetunion zutage traten, nichtliquidiert. (…) Wir dürfen keine Illusionen hegen und uns ihnen hingeben. Wir dürfen uns von der Demagogie und den Masken nicht verführen lassen. „ („Mit dem Sturze N. Chruschtschows ist der Chruschtschowismus nicht liquidiert“, „Zeri i Popullit“, 1.11.1964, Tirana 1964, S. 10.)

[348] Leitartikel der „Prawda“ vom 4.11.1961, zitiert nach „Polemik“, S. 393.

[349] „Offenen Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten in der Sowjetunion“ vom 14.7.1963, in: „Polemik“, S. 596.

[350] Vgl. Ebenda, S. 590.

[351] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“ vom 30. März 1963, in: „Polemik“, S. 586.

[352] Ebenda.

[353] Ebenda, S. 586f.

[354] Ebenda, S. 590.

[355] Ebenda, S. 585.

[356] „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“ vom 14. Juli 1963, in: „Polemik“, S. 599.

[357] Vgl. dazu in diesem Teil den Abschnitt c) Gründe, warum es manchmal richtig sein kann, nicht oder noch nicht namentlich zu kritisieren, S. 352.

[358] Vgl. „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“ vom 30. März 1963, in: „Polemik“, S. 587.

[359] Ebenda, S. 585.

[360] In diesem Kommentar wird offensichtlich bewußt, um die modernen Revisionisten „nicht zu provozieren“ bzw. in Zusammenhang mit der falschen Haltung der KP Chinas zu Stalin, der Kampf Stalins gegen den Opportunismus nicht einmal erwähnt.

[361] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 3. Siehe S. 559.

[362] „Polemik“, S. 89.

[363] Ebenda, S. 75.

[364] Ebenda, S. 82.

[365] Vgl. „Warum Chruschtschow von der Bühne abgetreten ist“, in: „Polemik“, vor allem S. 539 und S. 549f.

[366] Hier bei diesem Zitat fällt ins Auge, daß in der Reihe der Klassiker des Marxismus-Leninismus nur Marx, Engels und Lenin aufgeführt werden, während Stalin offenbar „vergessen“ wurde. Wir halten diese Haltung zu Genossen Stalin für opportunistisch, denn der Kampf, den Stalin an der Spitze der KPdSU(B) gegen die Trotzkisten und andere Opportunisten führte, ist ein großartiges Vorbild für den prinzipienfesten und unversöhnlichen Kampf gegen die Opportunisten; dafür, wie der ideologische Kampf und die ideologische Überzeugung in richtiger Weise kombiniert wird mit angemessenen organisatorischen Maßnahmen, um irregeführte Genossen für die richtige Linie zu gewinnen und unverbesserliche Opportunisten hinaus zu säubern, um eine solide marxistisch-leninistische Einheit herzustellen.

[367] „Polemik“, S. 89.

[368] Vgl. „Polemik“, S. 378.

[369] Die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung kennt seit der Oktoberrevolution als Formen des internationalen Zusammenschlusses im Wesentlichen nur drei: die Komintern von 1919 bis 1943, das Kominformbüro von 1947 bis 1956 und die – schon vom Revisionismus zerfressenen – internationalen Beratungen von 1957 und 1960. Die Auswertung der mit diesen Formen gemachten Erfahrungen im Hinblick auf künftige organisierte Zusammenarbeit der internationalen kommunistischen Bewegung muß an anderer Stelle gründlich erörtert werden.

[370] Beispiel einer offenen, d. h. namentlichen, aber nicht öffentlichen Kritik, die auf einer internen Beratung vorgetragen wurde, ist die Rede von Enver Hoxha, die er 1960 auf der Beratung der Vertreter der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau gehalten hat. Die Praxis des Kampfes gegen den Chruschtschow-Revisionismus damals zeigt, daß zwar auf internen Beratungen durchaus offen kritisiert wurde, jedoch in der öffentlichen Parteipresse wurde der Chruschtschow-Revisionismus ausschließlich indirekt kritisiert, ohne ihn beim Namen zu nennen. Beispiel einer solchen öffentlichen, jedoch nicht offenen Kritik, die revisionistischen Führer der KPdSU nicht beim Namen nennende, sondern lediglich indirekt polemisierende Kritik ist die Artikelsammlung der KP Chinas „Es lebe der Leninismus!“ von 1960. In den Schriften der KP Chinas, die im nachfolgenden Text zitiert werden, ist eine solche begriffliche Unterscheidung nicht zu finden (und auch sicherlich nicht unbedingt nötig), so daß aus dem jeweiligen Zusammenhang geprüft werden muß, ob es um diese oder jene Form der Kritik geht.

[371] „Polemik“, S. 388.

[372] Leitartikel der „Prawda“ vom 4.11.1961, in: „Polemik“, S. 393.

[373] Zitiert in: „Polemik“, S. 388.

[374 ] Ebenda, S. 388.

[375] Ebenda, S. 390.

[376] Die Partei der Arbeit Albaniens vertritt in dieser Frage im Wesentlichen denselben Standpunkt wie die KP Chinas. So begründete sie 1971, warum sie die Rede Enver Hoxhas auf der Beratung von 1960 nicht sofort veröffentlichte, mit den Normen der Beziehungen zwischen den marxistisch-leninistischen Parteien. Sie erklärte, „ daß die Gegensätze nur dadurch beseitigt werden könnten, indem man die Normen respektierte, welche die Beziehungen zwischen marxistisch-leninistischen Parteien regeln.(…) Deshalb veröffentlichte die PAA damals nicht die Rede, welche Genösse Enver Hoxha auf der Moskauer Beratung hielt… „ (Vorwort zur „Rede, gehalten auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau am 16. November 1960“, Tirana 1971, S. VI.)

[377] Siehe Lenin Werke Band 31, S. 97f., vgl. auch „Brief an die österreichischen Kommunisten“, Werke Band 31, S. 256f. und „Brief an die deutschen Kommunisten“, 1921, Werke Band 32, S. 537f.

[378] Siehe Stalin Werke Band 8, S. 97f.

[379] Siehe Stalin Werke Band 11, S. 262f. Wenn wir hier Beispiele anführen, wie Lenin und Stalin zur Zeit der Existenz der Kommunistischen Internationale andere Parteien, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, in aller Öffentlichkeit kritisierten, so mag bei denjenigen, die heute eine solche Form der Auseinandersetzung zwischen marxistisch-leninistischen Parteien kategorisch ablehnen und die interne Beratung als einzigen Weg propagieren, der Einwand kommen: „Ja, damals gab es die KI!“. Dieser Einwand wendet sich bei näherem Hinsehen gegen sie selbst. Denn wenn heute eine solche in aller Öffentlichkeit vorgetragene direkte Kritik unzulässig sein soll, so hätte sie damals schon zweimal unzulässig sein müssen. Gerade der Rahmen der Komintern, des Zusammenschlusses aller marxistisch-leninistischen Parteien in einer einheitlichen Organisation mit demokratisch-zentralistischem Aufbau, hätte jede nicht interne offene Kritik und Selbstkritik, folgt man der Logik der KP Chinas und all derjenigen, die ihre Auffassung teilen, in der internationalen kommunistischen Bewegung völlig unnötig gemacht. Und sie wäre erst recht unzulässig gewesen, da sie doch bedeutete, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Organisation „in die Öffentlichkeit zu tragen“.

[380] Siehe dazu Lenin: „Der ,linke Radikalismus’, die Kinderkrankheit im Kommunismus“, 1920, Werke Band 31, Kapitel VI und VII.

[381] Vgl. Anmerkung 18.: Der V. Parteitag der PAA 1966 über den prinzipiellen und offensiven Kampf gegen den modernen Revisionismus, S. 554.

[382] Chruschtschow zitiert in: „Polemik“, S. 105.

[383] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“, in: „Polemik“, S. 585.

[384] „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 589.

[385] Enver Hoxha: „20 Jahre des neuen sozialistischen Albaniens“, Tirana 1964, S. 75f.

[386] „Brief des ZK der KPdSU an das ZK der KP Chinas“, in: „Polemik“, S. 586.

[387] „Polemik“, S. 393.

[388] Ebenda.

[389] Auch die Partei der Arbeit Albaniens negierte nach dem XX. Parteitag, z. T. auch später, die positive Seite der offenen Kritik, wie sie Lenin und Stalin hervorhoben und ging einseitig davon aus, daß eine offene und öffentliche Kritik dem Feind genützt hätte. Sie vertrat die Position, daß die öffentliche Kritik am XX. Parteitag der KPdSU bedeutet hätte, das „Spiel der Feinde des Kommunismus mitzumachen“. (Enver Hoxha, Ausgewählte Werke, Bd. 2, Vorwort S. IX.) Enver Hoxha gab 1960 folgende Begründung, warum die Partei der Arbeit Albaniens ihre Kritik am Revisionismus der KPdSU, insbesondere an ihrem XX. Parteitag, viele Jahre lang nicht öffentlich geäußert hatte: „ …weil bekanntlich infolge der Kritik an Stalin, als die Reaktion und die Revisionisten anfingen, das ganze sowjetische System in Zweifel zu ziehen, und besonders infolge der Ereignisse in Polen und Ungarn die Anstrengungen der ganzen Weltreaktion sehr großwaren, die Autorität der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und das Ansehen der Sowjetunion selbst herabzusetzen. Unter diesen Umständen verlangte die internationalistische Pflicht, die Sowjetunion und ihre Kommunistische Partei zu verteidigen, der Reaktion keine Waffe in die Hand zu geben und der sowjetischen Führung durch kameradschaftliche Kritik zu helfen, auf den richtigen Weg zu gelangen. So handelte auch unsere Partei. Sie verteidigte öffentlich die Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die Sowjetunionselbst, doch kritische Bemerkungen, besonders über die Haltung gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus, gegenüber den Ereignissen in Ungarn, gegenüber den Einmischungen in die inneren Angelegenheiten unserer Partei, haben wir bereits seit1957 und danach, je nach Gelegenheit, den sowjetischen Führern gegenüber geäußert. Diese Haltung unserer Partei ist eine korrekte, internationalistische, marxistisch-leninistische Haltung. Anders zu handeln, hätte damals bedeutet, das Spiel des Feindes zu treiben, der allgemeinen Sache des Sozialismus und der internationalen Arbeiterklasse zu schaden.“ (Enver Hoxha: „Ober die Beratung der Vertreter der kommunistischen und Arbeiterparteien im November 1960 in Moskau. Aus dem Bericht auf dem 21. Plenum des ZK der PAA vom 19. Dezember 1960“, in: „Der Kampf der Partei der Arbeit Albaniens gegen den Chruschtschow-Revisionismus – Aus dem 19. Band der Werke Enver Hoxhas“, Wien o. J., S. 283.) Gerade eine solche Argumentation ist unserer Meinung nach aber falsch und widerspricht den Prinzipien Lenins und Stalins wie auch der konkreten Erfahrung im Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus.

[390] „Offener Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 596.

[391] Auch die Partei der Arbeit Albaniens maß dieser Frage eine große Bedeutung bei. So stellt Enver Hoxha ganz besonders heraus: „…während N. Chruschtschow als erster öffentlich auf dem 22. Parteitag unsere Meinungsverschiedenheiten erwähnte (…), lud er auf sich eine schwere historische Verantwortung als Spalter der Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung und dessozialistischen Lagers. „ (Enver Hoxha: „Rede, gehalten in der feierlichen Sitzung anläßlich des 20. Jahrestages der Gründung der PAA und des 44. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, Tirana 1961, S. 73f.)

[392] Eine ähnliche „äußerste Zurückhaltung“ wie die KP Chinas praktizierte auch die PAA bis zum XXII. Parteitag der KPdSU im Jahre 1961, auf dem Chruschtschow offen zum Sturz der albanischen Partei- und Staatsführung aufrief. Die PAA äußerte bis dahin „trotz des großen Drucks durch die sowjetischen Führer“ ihre Meinungsverschiedenheiten mit diesen nicht direkt und offen, „weil nach dem XX. Parteitag alle Angriffe der imperialistischen und revisionistischen Feinde darauf konzentriert waren, die Einheit unserer kommunistischen Bewegung zu spalten. Daher mußten wir uns, dieser Einheit zuliebe, zurückhalten und konsequent die marxistisch-leninistische Linie anwenden, ohne an der sowjetischen Führung offen Kritik zu üben. „ (Enver Hoxha: „Aus dem Bericht auf dem 21. Plenum des ZK der PAA vom 19. Dezember 1960“, „Der Kampf der Partei der Arbeit Albaniens gegen den Chruschtschow-Revisionismus – Aus dem 19. Band der Werke Enver Hoxhas“, Wien o. J., S. 282f.)

[393] „V. Parteitag der PAA“, 1966, S. 264.

[394] Siehe auch Anmerkung 16.: Der Artikel „Die gefährlichen Manöver der Chruschtschow-Gruppe im Zusammenhang mit dem sogenannten Kampf gegen den ,Personenkult’ muß man bis zum Schluß enthüllen“ (1964) – ein herausragendes Dokument der PAA zur Verteidigung Stalins gegen die modernen Revisionisten, S. 551.

[395] „Offener Brief der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 648f.

[396] „25-Punkte-Vorschlag“, S. 47. Siehe S. 589.

[397] „Offener Brief der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 651.

[398] Siehe auch Anmerkung 17.: Auswirkungen der revisionistischen Umwandlung einer KP eines sozialistischen Landes auf die zwischenstaatlichen Beziehungen, S. 553.

[399] Siehe dazu die selbstkritischen Ausführungen der KP Chinas zu ihren Positionen bezüglich des „friedlichen Wegs“ im Anhang zum Teil B, Punkt 1. Die Moskauer Erklärungen von 1957 und 1960 zur Frage der gewaltsamen Revolution des Proletariats und die Position der KP Chinas bei den damaligen Beratungen, S. 387.

[400] Siehe hierzu im Anhang zum Teil B den Punkt 5. Über die Linie der KP Indonesiens im Kampf gegen die konterrevolutionäre Theorie des „friedlichen Wegs“ – Zu zwei Lehren, die die KP Indonesiens aus der Geschichte der Revolution von 1945 und aus den konterrevolutionären Ereignissen von 1965 in Indonesien für die Frage des Weges der Revolution gezogen hat, S. 410.

[401] Siehe hierzu Lenin: „Materialismus und Empiriokritizismus“, 1909, Werke Band 14, S. 138.

[402] Es wäre eine eigene Aufgabe, diese Frage genauer zu beleuchten. Das Kriterium der Praxis beinhaltet, daß der Umfang der theoretischen Frage derselbe sein muß wie der Umfang des Kriteriums Praxis. Die These von der welthistorischen Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus kann nur anhand der welthistorischen Praxis entschieden werden und nicht im Verlauf von zwanzig bis dreißig Jahren. Daß eine richtige Linie (etwa die Linie Lenins) unbedingt zum Sieg der Revolution führt, kann ebenfalls nur im Verlauf der gesamten Entwicklung Rußlands betrachtet werden und wird nicht durch eine falsche und enge Auslegung des Kriteriums Praxis widerlegt wie etwa: „Die Linie Lenins 1905 war falsch. Das zeigt die Niederlage der Revolution von 1905“. Insofern ist es unserer Meinung nach sehr wichtig zu verstehen, daß das Kriterium Praxis nicht absolut ist. Lenins Formulierung des Kriteriums der Praxis richtet sich sowohl gegen Stillstand des Denkens, gegen Selbstzufriedenheit und Verknöcherung als auch gegen Skeptizismus, Relativismus und Agnostizismus. Lenin erklärte: „Der Gesichtspunkt des Lebens, der Praxis muß der erste und grundlegende Gesichtspunkt der Erkenntnistheorie sein. Und er führt unvermeidlich zum Materialismus, da er von vornherein die zahllosen Schrullen der Professorenscholastik beiseite wirft. Freilich darf dabei nicht vergessen werden, daß das Kriterium der Praxis schon dem Wesen der Sache nach niemals irgendeine menschliche Vorstellung vollständig bestätigen oder widerlegen kann. Auch dieses Kriterium ist ,unbestimmt’ genug, um die Verwandlung der menschlichen Kenntnisse in ein ,Absolutum’ zu verhindern, zugleich aber auch bestimmt genug, um gegen alle Spielarten des Idealismus und Agnostizismus einen unerbittlichen Kampf zuführen.“ (Lenin: „Materialismus und Empiriokritizismus“, 1909, Werke Band 14, S. 137. Hervorhebung im Original.) Und Lenin führte weiter aus, daß daraus folgt, daß die aus der Praxis gewonnene und durch die Praxis bestätigte marxistische Wissenschaft nicht Schlußpunkt, sondern Ausgangspunkt der weiteren Forschung sein muß, gerade weil die Praxis die Theorie von Marx bestätigt hat und weil ohne diese Theorie zum Ausgangspunkt zu nehmen, nur Konfusion herauskommen kann. Ohne Frage spielen in der Debatte über das „Kriterium der Praxis“ die philosophischen Schriften Mao Tse-tungs, vor allem die Schrift „Über die Praxis“ eine große Rolle. Ohne hier auf die in der Diskussion befindlichen Fragen, die diese Schrift unserer Meinung nach aufwirft, eingehen zu können, sei doch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß Mao Tse-tung in einer anderen sehr knappen Schrift (die der Schrift „Über die Praxis“ im Sammelband „Vier Philosophische Monographien“ zugeordnet ist) unserer Meinung nach klar und deutlich (und sicher mit anderer Akzentsetzung als in „Über die Praxis“) feststellt: „Allgemein gesagt, ist richtig, was Erfolg bringt, und falsch, was mißlingt; das trifft besonders auf den Kampf der Menschheit mit der Natur zu. Im gesellschaftlichen Kampfhaben die Kräfte, die die fortschrittliche Klasse repräsentieren, manchmal Misserfolg, und zwar nicht etwa, weil ihre Ideen unrichtig wären, sondern weil sie, „wenn man die im Kampf stehenden Kräfte miteinander vergleicht, zeitweilig noch nicht so stark sind wie die reaktionären Kräfte; daher erleiden sie vorläufig Niederlagen, doch werden sie früher oder später siegen. „ (Mao Tse-tung: „Woher kommen die richtigen Ideen der Menschen?“, Mai 1963, zitiert nach „Vier philosophische Monographien“, S. 150.) Hier wird sichtbar, daß der Begriff der Praxis nicht eng aufgefaßt werden darf, wenn die zur Entscheidung stehende Frage eben einen großen Komplex umfaßt. Die Betonung des jeweiligen Umfangs der Praxis ist auch unbedingt notwendig, um gegen engen Pragmatismus und Opportunismus die Schädlichkeit jener praktischen „Tageserfolge“ nachweisen zu können, die die grundlegende revolutionäre Praxis des Proletariats untergraben statt vorwärtsbringen.

[403] Stalin: „Über die Grundlagen des Leninismus“, 1924, Werke Band 6, S. 79.

[404] „Moskauer Beratungen 1957 und 1960“, S. 19 bzw. S. 65.

[405] Ebenda, S. 18 bzw. S. 64.

[406] Ebenda.

[407] Ebenda, S. 19 bzw. S. 65.

[408] Ebenda.

[409] Ebenda, S. 18 bzw. S. 64. Diese These unterscheidet sich in nichts von den diesbezüglichen Äußerungen der Chruschtschow-Revisionisten, die propagierten, daß der friedliche Weg „ den gesamtnationalen Interessen des Landes „ („Offener Brief des ZK der KPdSU“, in: „Polemik“, S. 570f.) dienen würde. Somit dokumentierten die Revisionisten, wie ihnen die Schonung der Bourgeoisie am Herzen lag.

[410] „Polemik“, S. 415.

[411] Enver Hoxha: „Lasset uns die revisionistischen Thesen des XX. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und die antimarxistischen Stellungen der Chruschtschow-Gruppe verwerfen! Lasset uns den Marxismus-Leninismus verteidigen!“, Rede in Moskau am 16. November 1960, Tirana 1971, S. 21f.

[412] „Über die Thesen des X. Parteitags der KPI“, „Zeri i Popullit“ vom 17./18. November 1962, in: „Der Marxismus-Leninismus wird über den Revisionismus siegen“, Band l, Frankfurt/Main 1971, S. 119. Diese Thesen, die dem Chruschtschow-Revisionismus zwar scheinbar widersprachen, in Wahrheit aber dessen antileninistischen, illusionären Kern unangetastet ließen und akzeptierten, wurden nicht nur von der PAA vertreten, sondern auch von vielen der jungen Parteien und oppositionellen Gruppen, die sich Anfang der sechziger Jahre im Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus herausbildeten.

[413] Ramiz Alia: „Der Marxismus-Leninismus wird triumphieren“, Tirana 1963, S. 29.

[414] „Der faschistische Staatsstreich in Indonesien und die Lehren, welche die Kommunisten daraus ziehen“, Tirana 1966, S. 10.

[415] „Chile – eine Lehre für die Revolutionäre in aller Welt“, „Zeri i Popullit“ vom 2. Oktober 1973, in: „Rote Fahne“ der MLPÖ, Nr. 147/1973, S. 6.

[416] „Historischer Sieg des Marxismus-Leninismus über den Revisionismus“, Tirana 1971, S. 32.

[417] Siehe: „Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens“, Tirana 1971, S. 497f.

[418] Unter anderem zeigt sich das in den Auffassungen, die Enver Hoxha in seinem Buch „Imperialismus und Revolution“ 1978 vertritt: „ … (die Revolution) siegt nicht auf friedlichem Weg. Lenin hat in besonderen Fällen auch von dieser Möglichkeit gesprochen, er hat aber den Hauptakzent stets auf die revolutionäre Gewalt gelegt, weil die Bourgeoisie niemals die Macht freiwillig aus der Hand gibt. „ (Enver Hoxha: „Imperialismus und Revolution“, Tirana 1978, S. 272.) Nach dieser Darstellung scheint es, als ob der ganze Unterschied zwischen Lenin und Chruschtschow einfach darin liege, daß Lenin als besondere Möglichkeit eingeschätzt habe, was Chruschtschow als allgemeine Möglichkeit erschien, als seltenen Fall, was jener als häufigen betrachtete. Diese Darlegung geht jedoch gerade am Wesen des Problems vorbei, nämlich an der unbedingten Notwendigkeit der Anwendung revolutionärer Gewalt, die jedoch unter den besonderen Bedingungen des Fehlens oder weitgehender Funktionsunfähigkeit des alten Staatsapparats einerseits, der Bewaffnung der revolutionären Massen andererseits, nicht unbedingt die Form des Bürgerkriegs annehmen muß. Für Lenin lag also nicht nur der „Hauptakzent“ auf der Anwendung revolutionärer Gewalt, sondern er trat immer und unter allen Umständen für die Notwendigkeit der gewaltsamen Revolution ein. Daß es bei Lenin keineswegs um die Frage „mit Gewalt oder gewaltlos“ ging, sondern lediglich um die Formen der Gewaltanwendung, also mit oder ohne Bürgerkrieg – das geht bei Enver Hoxha völlig unter und Lenin erscheint im Vergleich zu Chruschtschow lediglich als ein Revisionist mit weniger Illusionen.

[419] „Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung“, Peking 1967. Positiv war die Popularisierung wichtiger Aussagen Mao Tse-tungs, problematisch war aber die Methode der Zusammenstellung von meist kurzen Zitaten, die teilweise ohne Kenntnis ihres konkreten Zusammenhangs in ihrer Bedeutung leicht mißverstanden werden konnten oder wie Passagen aus dem Jahre 1957 revisionistische Positionen wiederspiegelten.

[420] Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 261. Auch die „Polemik“ zitiert diese Worte Mao Tse-tungs im Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus (S. 411 f.)

[421] Ebenda, S. 255.

[422] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970, S. 113f.

[423] Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 256.

[424] Ebenda, S. 262. Auch in der „Polemik“ S. 41 If. zitiert.

[425] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970, S. 118.

[426] Mao Tse-tung: „Probleme des Krieges und der Strategie“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 262.

[427] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970, S. 186.

[428] Mao Tse-tung: „Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China“, 1936, Ausgewählte Werke Band I, S. 213f.

[429] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970, S. 118.

[430] Mao Tse-tung: „Über den langwierigen Krieg“, 1938, Ausgewählte Werke Band II, S. 150.

[431] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970 S 148 und S. 150.

[432] „Kritik der theoretischen Auffassungen Mao Tse-tungs“, Moskau 1970, S. 104.

[433] Ebenda, S. 103f.

[434] Solche Fälschungen setzen keineswegs umfangreiche Änderungen voraus. Schon die Änderung oder Weglassung eines einzigen Wortes, ja eines Pinselstrichs der chinesischen Zeichen, kann den Sinn total verfälschen. Darüber hinaus gibt die Übersetzung gerade aus dem Chinesischen vielfältige Fälschungsmöglichkeiten, insbesondere dort, wo es schon auf Nuancen ankommt.

[435] „Seid aktive Förderer der Revolution“, 1957, Band V, S. 562.

[436] Vgl. dazu ausführlicher „Der Kampf zur Vernichtung des westdeutschen Imperialismus erfordert die Auseinandersetzung mit der RAF!“, GDS Nr. 41, Oktober 1987. In dieser Nummer wird solidarisch die Verfolgung und Ermordung der Kämpferinnen und Kämpfer der RAF angeprangert und mit einer ausführlichen Kritik des Konzeptes „Stadtguerilla“ sowie der anderen zentralen Fehler der politischen Linie der RAF vor allem zu folgenden Fragen verbunden: Der westdeutsche Imperialismus wurde aus der Schußlinie genommen, ab Mitte der siebziger Jahre gab es eine schlimme Entwicklung hin ins Lager der Konterrevolution, die an der Unterstützung und Verbindung mit dem russischen Sozialimperialismus deutlich wurde; ein weiterer zentraler Fehler der RAF ist ihr europäisch-chauvinistisches Denken, das sich in der Propaganda für eine „westeuropäische Front“ ausdrückt.

[437] Siehe dazu „Marx, Engels, Lenin, Stalin: Über den Partisanenkampf’ mit einem Anhang: „Lenin und Stalin zu einigen Fragen des bewaffneten Kampfes der Massen und des individuellen Terrors“, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997.

[438] Lenin: „Was tun?“, 1902, Werke Band 5, S. 432 und S. 434.

[439] Ebenda, S. 23 und S. 432f.

[440] Stalin: „Die Erdölindustriellen über den ökonomischen Terror“, 1908, Werke Band 2, S. 111f

[441] Mitglied des Präsidiums des Petrograder Sowjets, 1918 von „Sozialrevolutionären“ ermordet.

[442] „Die KP Indonesiens reinigt und stärkt sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus- Fünf wichtige Dokumente des Politbüros des ZK der KP Indonesiens“, Münster 1973, S. 39.

[443] Ebenda, S. 26.

[444] Ebenda, S. 54.

[445] Ebenda, S. 55f.

[446] Ebenda, S. 100.

[447] Ebenda, S. 115.

[448] G. Branchero: „Von der bürgerlichen zur sozialistischen Staatlichkeit“, in: „Probleme des Friedens und des Sozialismus“, Nr. 8/1973, S. 1031.

[449] „Causa Marxista-Leninista“, Ausgabe Juli/August 1973, nach einer Übersetzung aus dem Französischen, Westberlin 1973.

[450] Siehe dazu auch „Die Revolution in Chile unterstützen“, „Gegen die Strömung“, Nr. 40, September 1987.

[451] „Die historischen Lehren des antifaschistischen Krieges“, Peking 1965, S. 22.

[452] Ebenda, S. 23.

[453] „Gespräch zur Unterstützung des panamesischen Volkes in seinem gerechten patriotischen Kampf gegen den USA-Imperialismus“, in: Mao Tse-tung: „Völker der ganzen Welt, vereinigt euch und besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien, Peking 1970, S. 14.

[454] So wäre es 1965, als die Broschüre der KP Chinas verfaßt wurde, oder auch unter den heutigen Bedingungen falsch, in allen von einer imperialistischen Macht besetzten halbfeudalen Ländern Bündnisse mit den Teilen der Kompradoren-Bourgeoisie einzugehen, die von jenen Imperialisten abhängig sind, die das betreffende Land nicht bzw. noch nicht besetzt haben. (Vgl. dazu: Mao Tse-tung – seine Verdienste – seine Fehler, Band l, 1926-1949, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 1997, S. 363f.)

[455] Mao Tse-tung: „Gespräch zur Unterstützung des japanischen Volkes in seinem gerechten patriotischen Kampf gegen den USA-Imperialismus“, in: „Völker der ganzen Welt, vereinigt euch und besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien“, Peking 1970, S. 18.

[456] Mao Tse-tung: „Erklärung zur Unterstützung des dominikanischen Volkes in seinem Kampf gegen die bewaffnete Aggression der USA“, in: „Völker der ganzen Welt, vereinigt euch und besiegt die US A-Aggressoren und alle ihre Lakaien“, Peking 1970, S. 26.

[457] Dies äußerte sich bei Mao Tse-tung 1970 so, daß er beim Tod De Gaulles, des Henkers des algerischen Volkes und Vertreters der „nationalen Interessen“ der französischen Monopolbourgeoisie, diesem Imperialisten „ aufrichtige Hochachtung“ als „unbeugsamen Kämpfer (…) zur Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit Frankreichs“ zollte. (Vgl. Telegramm an „Madame de Gaulle“ vom 11. 11. 1970, zitiert in: „Peking Rundschau“, Nr. 46, 1970, S. 3.)

[458] „Widerlegung der sogenannten ,Aktionseinheit’ der neuen Führung der KPdSU“, Peking 1965, S. 27f.

[459] Von den modernen Revisionisten und ihren diversen Nachbetern im „antiimperialistischen“ Gewand wurde und wird die Existenz angeblich unterschiedlich gearteter oder ausgerichteter „Teile“ oder „Fraktionen“ der Monopolbourgeoisie von jeher nur behauptet, um klassenversöhnlerische und sozialchauvinistische Schlußfolgerungen zu ziehen und diese plausibel erscheinen zu lassen. Ohne Widersprüche innerhalb des Monopolkapitals generell abzustreiten, die je nach der Zuspitzung der Widersprüche international und im Inneren des jeweiligen Landes auch eine gewisse Schärfe erreichen können, muß gegen die revisionistischen Thesen vor allem betont werden: Erstens gibt es für diese Widersprüche innerhalb des Finanzkapitals keine feste oder dauerhafte ökonomische Basis („militärisch-industrieller Komplex“) und auch keine feste Zuordnung bestimmter politischer Parteien zu diesen „Fraktionen“. Zeitweilige Unterschiede können sich jederzeit ändern. Zweitens bedeuten solche bestehenden oder potentiellen Widersprüche auf keinen Fall, daß der eine oder andere „Teil“ einen anderen grundlegenden Charakter habe, „eher friedliebend“ oder „aggressiver“ sei. Das Finanzkapital hat insgesamt und in allen seinen Teilen die von Lenin festgestellten Merkmale der Reaktion und der imperialistischen Aggressivität. Drittens und für den revolutionären Kampf gegen den Hauptfeind im eigenen Land besonders zu betonen ist, daß die imperialistischen Gesamtinteressen des Finanzkapitals des jeweiligen imperialistischen Landes im imperialistischen Staatsapparat ihren konzentrierten Ausdruck finden. Der bürgerliche Staatsapparat ist im Kern das Instrument der imperialistischen Bourgeoisie insgesamt zur Klassenunterdrückung des Proletariats und zur imperialistischen Aggression. Aus alledem ergibt sich, daß alle revisionistischen Spekulationen und Schlußfolgerungen zurückgewiesen werden müssen, welche dazu führen, die Unversöhnlichkeit des Klassenhaltung des Proletariats gegenüber der imperialistischen Bourgeoisie, zur Bourgeoisie überhaupt, abzuschwächen oder in Frage zu stellen.

[460] Fan Hsiu-Dschen: „Kampf zwischen zwei Linien im Verhalten zum USA-Imperialismus“, Peking 1965, S. 30.

[461] Lin Biao: „Es lebe der Sieg im Volkskrieg“, Peking 1965, S. 59.

[462] Die Tatsache, daß auf dem IX. und X. Parteitag der KP Chinas nicht von zwei Hauptfeinden, der USA und der Sowjetunion geredet wird, mag unter anderem darin seine Ursache haben, daß im Bericht an den X. Parteitag durch den Vergleich der Sozialimperialisten mit Hitler schon der Sozialimperialismus unter der Hand als der „Hauptfeind der Völker“ nahegelegt wird, man die anderen imperialistischen Großmächte in Europa und Asien nicht mehr indirekt als „Nebenfeinde“ darstellen wollte, die man de facto schon als „Freunde“ betrachtete. Möglicherweise wollte sich die Führung der KP Chinas auch in Bezug auf den US-Imperialismus nicht allzu sehr festlegen.

[463] „IX. Parteitag der KP Chinas“, Peking 1969, S. 114.

[464] Ebenda, S. 117.

[465] Der Artikel enthält leider keine Angaben über den Zeitpunkt und die Quelle dieses Zitats von Mao Tse-tung.

[466] „Peking Rundschau“, Nr. l, 1970, S. 8.

[467] „X. Parteitag der KP Chinas“, S. 28.

[468] Ebenda, S. 28f.

[469] Der V. Parteitag der PAA 1966 ist unserer Meinung nach das mit Abstand beste Dokument der Partei der Arbeit Albaniens. Sehr entschieden werden darin die Aufgaben des unversöhnlichen Kampfes gegen den modernen Revisionismus gestellt. Besonders hervorstechend ist auch die Entlarvung der expansionistischen und aggressiven Ziele des (west)deutschen Imperialismus, Militarismus und Revanchismus.

[470] „V. Parteitag der PAA“, S. 39.

[471] Ebenda, S. 16.

[472] Ebenda, S. 9.

[473] Ebenda, S. 13f.

[474] Ebenda, S. 15.

[475] Ebenda, S. 16.

[476] „VI. Parteitag der PAA“, S. 20.

[477] Ebenda, S. 24.

[478] Ebenda, S. 28.

[479] Ebenda, S. 32.

[480] Die japanischen und westeuropäischen Imperialisten werden auf dem VI. Parteitag der PAA als imperialistische Mächte charakterisiert, die sich bemühen, „Einflußbereiche zuschaffen“ und eine Politik „des Neokolonialismus“ („VI. Parteitag der PAA“, S. 22) betreiben. Keinesfalls werden diese Imperialisten als Bündnispartner der Völker eingeschätzt. Allerdings spricht der VI. Parteitag davon, daß diese imperialistischen Mächte „stets zur Unterstützung der Weltreaktion „ (Ebenda) auftreten, was angesichts dessen, daß sie selber zur Weltreaktion gehören, schon eine verharmlosende Einschätzung darstellt.

[481] „VII. Parteitag der PAA“, S. 170.

[482] Ebenda, S. 191.

[483] Das hat sich daran bestätigt, daß die PAA dazu übergegangen ist, auch von China als „Supermacht“ zu sprechen, wodurch bereits von „drei Supermächten“ die Rede ist. Der theoretische Wirrwarr hat sich noch dadurch vergrößert, daß gleichzeitig weiter nur zwei dieser drei „Supermächte“ als „Hauptfeind“ bezeichnet worden sind, nicht aber alle drei. Mehmet Shehu hat am 28. 11.1979 bereits über den „Haß der Völker auf die drei Supermächte“ geschrieben (Mehmet Shehu: „Großartige Bilanz von Siegen auf dem 35-jährigen Weg des sozialistischen Albaniens“, Tirana 1979, S. 80f.)

[484] Enver Hoxha: „VII. Parteitag der PAA“, S. 184.

[485] Ebenda, S. 184f.

[486] Ebenda, S. 184.

[487] Ebenda, S. 185f.

[488] „Theorie und Praxis der Revolution“, in: „Rote Fahne“ der MLPÖ, Nr. 164, S. 23. Die Anführungszeichen im Zitat beziehen sich auf die Formulierungen des VII. Parteitags der PAA, S. 191.

[489] Ebenda, S. 24.

[490] Ebenda, S. 8.

[491] Enver Hoxha: „Albanien schreitet sicheren Schrittes und unerschrocken voran“, Rede auf dem Treffen mit den Wählern des Wahlbezirks Nr. 209 in Tirana am 8. November 1978, Tirana 1978, S. 12f.

[492] Vgl. „Kritik am Drei-Welten-Schema Deng Xiaoping“, „Gegen die Strömung“, Nr. 6, August 1977. Die nachfolgende Fassung wurde leicht redaktionell verändert und um damals aktuelle Passagen gekürzt.

[493] Zu welchen rechtsopportunistischen Konsequenzen dies führte, veranschaulicht der Versuch Lin Biaos, eine bestimmte Phase der chinesischen Revolution innerhalb der antiimperialistisch- demokratischen Etappe, nämlich während des nationalen Widerstandskrieges gegen Japan, zum Schema für alle Völker der Welt, ja für den Gang der proletarisch-sozialistischen Weltrevolution zu machen. Nachdem er die einstige Politik der japanischen Imperialisten, die darauf abzielte, China zu unterwerfen, als „genauso“ bezeichnet wie „die Politik der US-Imperialisten, die nach Welthegemonie trachten“, folgert er auch, daß die Politik der „Völker überall in der Welt“ „genauso“ sein soll wie damals die Politik des chinesischen Volkes. (Diese bestand bekanntlich darin, den Interessen des nationalen Befreiungskampfes die Klasseninteressen zeitweilig unterzuordnen.) Nach der – wirklich nur dem Titel nach – „linken“ Schrift „Es lebe der Sieg im Volkskrieg“ sollten also die Völker der ganzen Welt den Klassenkampf gegen die innere Reaktion, den Klassenfeind im eigenen Land einstellen beziehungsweise an zweite Stelle rücken: „Kein Volk oder Land … kann anders, als die Speerspitze seines Kampfes gegen den US-Imperialismus richten.“ (Alle Zitate aus: Lin Biao, „Es lebe der Sieg im Volkskrieg“, Peking 1965, S. 58-59) Die Aufgabe der proletarischen Revolution in den kapitalistischen Ländern ist also vorbei, auch in keinem halbfeudalen und halbkolonialen Land steht die Agrarrevolution mehr an erster Stelle; ja auch der Kampfeiner ganzen Reihe von kolonial unterdrückten Völkern aus den französischen, britischen und anderen Imperien gab es nicht mehr. Das waren nur einige Konsequenzen aus der Verleugnung Lin Biaos, daß wir in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Weltrevolution leben und der Marxismus dieser Epoche, der Leninismus seine volle Gültigkeit behält.

[494] Deng Xiaoping: „Rede auf der TJNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 8

[495] Stalin: „Über die Grundlagen des Leninismus“, 1924. Werke Band 6, S. 64.

[496] In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, daß es nicht ausreicht, lediglich von den vier wichtigsten oder grundlegenden Widersprüchen in der Welt zu sprechen und davon auszugehen. Viele Fehler ergaben sich dadurch, daß einer dieser vier Widersprüche zum „Hauptwiderspruch“ erklärt und verabsolutiert wurde. Andere Fehler ergeben sich daraus, daß ein solcher Widerspruch wie jener der Imperialisten untereinander in Bezug auf die Strategie der Revolution als gleichwertig mit den klassenmäßigen Widersprüchen zwischen Proletariat und Bourgeoisie der kapitalistischen Länder, den unterdrückten Völkern und den Imperialisten sowie mit dem Widerspruch zwischen kapitalistischen Ländern und sozialistischen Ländern betrachtet und behandelt wird. Daher betonen wir hier, daß der in der Definition des Leninismus zum Ausdruck kommende Gegensatz zwischen Weltimperialismus und ihren reaktionären Anhängern einerseits und den Kräften der proletarischen Weltrevolution andererseits der eigentliche Ausgangspunkt ist, von dem aus die Marxisten-Leninisten die Bedeutung eines jeden der vier grundlegenden Widersprüche der heutigen Welt für die Weltrevolution und die Revolution in ihrem Land analysieren und gemäß den Bedingungen ihres Landes den Hauptwiderspruch und das Hauptkettenglied für die gegebene Etappe der Revolution festlegen müssen. Im Grunde heißt das nichts anderes, als stets vom Klassenstandpunkt auszugehen.

[497] Die Klassiker des Marxismus-Leninismus und die kommunistische Weltbewegung haben zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Anlässen sowohl den Begriff „sozialistisches Lager“ als auch den Begriff „sozialistische Welt“ mehr oder weniger umfassend gebraucht. In all diesen Fällen klärt der jeweilige konkrete Zusammenhang für Marxisten-Leninisten eindeutig, wovon die Rede ist, von den sozialistischen Ländern oder von den Kräften der proletarischen Weltrevolution überhaupt, von denen die sozialistischen Länder lediglich ein wichtiger Teil sind. Das Problem bei diesen Begriffen beginnt im Grunde erst dort, wo die Opportunisten eine konkrete Bedeutung solcher Begriffe verabsolutieren, um unter demagogischer Berufung auf die Klassiker den Marxismus-Leninismus zu entstellen und zu revidieren. So haben Chruschtschow und Breschnew als Großmachtchauvinisten einige Zitate von Lenin über die Bedeutung der „sozialistischen Welt“ und „das sozialistische Lager“ in zweifacher Beziehung mißbraucht: Einmal, insofern die Sowjetunion inzwischen eine imperialistische Großmacht geworden ist und nur dem Namen nach sozialistisch ist, dann aber auch im Sinne der Verabsolutierung der sozialistischen Länder und der maßlosen Geringschätzung der revolutionären Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder und der revolutionären Völker der halbkolonialen und halbfeudalen Länder. Deng Xiaoping seinerseits – als Propagandist und Aktivist der revisionistischen Entwicklung eines ökonomisch noch relativ zurückgebliebenen Landes wie China — „kritisiert“ angeblich diese sowjetrevisionistische Verabsolutierung „antirevisionistisch“, um dann umgekehrt aus der Restauration des Kapitalismus in einigen sozialistischen Ländern zu schlußfolgern, das sozialistische Lager überhaupt sei verschwunden, die sozialistische Welt gäbe es nicht mehr usw. Die „Argumentationen“ scheinen entgegengesetzt, sind aber in Wahrheit nur zweierlei Formen des Verrats am Marxismus-Leninismus und der proletarischen Weltrevolution.

[498] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 8

[499] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15,1974,8. 12.

[500] Ebenda, S. 9.

[501] Dieses „auch“ bezieht sich darauf, daß kurz zuvor laut Deng Xiaoping bereits das sozialistische Lager verschwunden ist! Der Leser erwartet nun von Deng Xiaoping, daß „auch“ das imperialistische Lager als Gegenpol des sozialistischen Lagers verschwindet. Doch Deng Xiaoping erfüllt diese Erwartung nicht, sondern spricht statt vom imperialistischen Lager zunächst vorsichtiger vom „imperialistischen Block im Westen“, also einer bestimmten imperialistischen Koalition, obwohl es ihm vor allem darum geht, eine „Auflösung“ des imperialistischen Lagers überhaupt zu behaupten.

[502] Ebenda, S. 8.

[503] Die These „Rivalität ist absolut“ führt bei den Anhängern Deng Xiaopings auch unmittelbar zu der politischen Schlußfolgerung, daß der dritte Weltkrieg „unvermeidbar“ ist, daß es zu ihm kommen „muß“. Zu diesem Fehlschluß siehe den Abschnitt „Die Verabsolutierung der Kriegsgefahr führt zur Propaganda der Unvermeidbarkeit eines neuen Weltkrieges“.

[504] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 9

[505] Wieder operiert Deng Xiaoping hier mit einer der für ihn typischen Manipulationen. Er knüpft an die bekannte Tatsache an, daß die Imperialisten bei ihren Übereinkünften natürlich niemals offen und ehrlich sind, alle möglichen Hintergedanken und heimlichen Pläne haben, einander ständig übers Ohr hauen wollen und vor allem jederzeit bereit sind, jedes beliebige Abkommen als Fetzen Papier beiseite zu werfen, wenn ihr Interesse das erfordert. Davon ausgehend „schlußfolgert“ Deng Xiaoping jedoch, daß die imperialistischen Abkommen an und für sich „bloßer Schein“, somit ohne die geringste reale Bedeutung seien.

[506] Wie alle einfachen Formeln hat auch die kurze Formel Deng Xiaoping eine große Anziehungskraft, zumal ihre Anhänger, wenn man ihnen politisch auf die Zehen steigt, stets versuchen, „philosophisch“ zu werden und zu reklamieren, diese Formel entspreche dem Gesetz der „Einheit der Gegensätze“, wobei die Kollaboration der „Einheit“ (die eben relativ sei) entspreche und die Rivalität dem „Gegensatz“ (der eben absolut sei). Der ganze Trick dabei ist nur (abgesehen davon, daß man sowieso richtige philosophische Leitsätze nicht mechanisch auf ökonomische und politische Zusammenhänge übertragen kann, sondern deren Besonderheiten mit ihrer Hilfe studieren muß), daß willkürlich ein bestimmter Ausschnitt aus der Realität eklektisch herausgegriffen und verabsolutiert wird. In Wirklichkeit ist der Komplex „Kollaboration und Rivalität zwischen den Imperialisten“ isoliert betrachtet überhaupt nicht zu klären. Vielmehr ist dieser Komplex als Ganzes genommen selbst wieder nur eine Seite in einem wesentlich größeren Komplex, nämlich eine Seite in dem die ganze Welt in die zwei großen Lager spaltenden Widerspruch zwischen proletarischer Weltrevolution und imperialistisch-reaktionärer Konterrevolution. Betrachtet man das Verhältnis dieser beiden großen Kräfte, deren Kampf auf Leben und Tod der springende Punkt der heutigen Welt ist, so wird klar, daß die Frage der Rivalität und der Kollaboration zwischen den Imperialisten den Gesetzmäßigkeiten des gigantischen Klassenkampfes in unserer Epoche untergeordnet ist und letzten Endes wesentlich von ihm bestimmt wird. Nebenbei muß auch daran erinnert werden, daß der Begriff „absolut“ im philosophischen Sprachgebrauch eine etwas andere Bedeutung hat als im politischen Sprachgebrauch, wo man darunter einfach „ohne Ausnahme“, „einzig und allein“ etc. versteht.

[507] Siehe Stalin: „Über die Grundlagen des Leninismus“, 1924, Werke Band 6, S. 137.

[508] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 13.

[509] 1952 kämpfte Stalin schon gegen die These, daß der US-Imperialismus angeblich ein unerreichbarer und für andere imperialistische Mächte nicht anfechtbarer Imperialismus sei. Er kritisierte jene, die nicht „die in der Tiefe wirkenden Kräfte“ sehen und zeigte auf, daß bedingt durch das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder im Imperialismus auch Kriege zwischen den damals noch sehr geschwächten Ländern, wie England, Frankreich, Westdeutschland und Japan und dem US-Imperialismus (der damals einen viel größeren Abstand zu diesen Ländern hatte als 1977) möglich sind. (Siehe Stalin: „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, 1952, Werke Band 15, S. 284-288.) 1977, 25 Jahre nach dieser Analyse Stalins, bewahrheitete sich die Voraussage Stalins zunehmend und half gleichzeitig theoretisch zu verstehen, wie grundlegend falsch und antimarxistisch es ist, die „Supermächte“ als in allen Fragen und in jedem Fall unangreifbare imperialistische Mächte aus dem Weltlager des Imperialismus herauszuheben oder gar als „einzigen Feind“ darzustellen.

[510] Ebenda, S. 9.

[511] Ebenda.

[512] Ebenda, S. 10.

[513] Chruschtschow im „Figaro“, 19. März 1958, zitiert nach: „Polemik“, S. 222.

[514] Diese komplexe Frage eines weltweiten Hauptfeinds wird dadurch noch komplizierter, daß die Frage der Aufgaben des Weltproletariats und der unterdrückten Völker nicht nur (wenn auch hauptsächlich) in Hinblick auf die Vorbereitung und Durchführung der proletarischen Weltrevolution gestellt werden kann, sondern daß in der Tat die Gefahr neuer imperialistischer Kriege, insbesondere die Gefahr eines imperialistischen dritten Weltkrieges, droht und dagegen gekämpft werden muß. Das Verhältnis des Kampfes für die Erhaltung des „gegebenen Friedens“ zum Kampf für die Revolution ist seit jeher Gegenstand des Kampfes zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus. Es ist also nicht verwunderlich, wenn hier auch Deng Xiaoping anknüpft, um mit einer Art Kriegshysterie von den Fragen der Revolution abzulenken. Was die große Aufgabe des Kampfes für den Weltfrieden angeht, so ist wesentlich, sie der Frage der proletarischen Weltrevolution unterzuordnen, vor allem die Stärkung der Kräfte der Revolution als größten Beitrag im Kampf für die Verhinderung bestimmter imperialistischer Kriege zu begreifen.

[515] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 8.

[516] Ebenda, S. 9

[517] Siehe Stalin: „Zur nationalen Frage in Jugoslawien“. Rede in der jugoslawischen Kommission des EKKI, 30. März 1925, Werke Band 7, S. 61. Zuerst in „Bolschewik“, Nr. 7, 25. April 1925.

[518] Ebenda, S. 11 f.

[519] Ebenda, S. 12.

[520] Chruschtschow in der UNO, zitiert nach: „Polemik“, S. 242f.

[521] Mao Tse-tung: „Über die Neue Demokratie“, 1940, Ausgewählte Werke Band II, S. 413f.

[522] Mao Tse-tung: „Analyse der Klassen in der chinesischen Gesellschaft“, 1926, Ausgewählte Werke Band I, S. 11.

[523] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 12

[524] Zweifellos hat die Vorstellung, innerhalb der sogenannten „Dritten Welt“ existiere quasi kein Imperialismus mehr, höchstens noch „Überreste“, Pate gestanden bei der von Deng Xiaoping in der UNO-Rede 1974 ebenfalls propagierten These vom „strategischen Schwerpunkt Europa“. Denn wenn die US-Imperialisten und die russischen Sozialimperialisten in der „Dritten Welt“ so gut wie keinen Einfluß mehr haben, da dort die Länder sowieso schon unabhängig sind, dann bleibt ja offensichtlich außer Europa kein Gebiet mehr, um das sie rivalisieren können. Eine weitere Konsequenz dieser fragwürdigen These, mit der man sich noch ausführlicher wird auseinandersetzen müssen, ist die Behauptung, daß ein imperialistischer Krieg zwischen imperialistischen Großmächten nur in Europa ausbrechen könnte, nicht aber in anderen Regionen der Welt. Die Erfahrungen beweisen jedoch, daß lokal begrenzte Kriege zwischen Imperialisten und ihren jeweiligen Werkzeugen in scheinbar „nicht so wichtigen Ländern“ den Beginn und die Vorbereitung weltweiter imperialistischer Kriege bilden können und bilden.

[525] Ebenda, S. 13.

[526] Ansprache des Außenministers Tjiao Guan-hua auf einem Empfang von westdeutschen Politikern wie Alfred Dregger (CDU) und Medienvertretern wie Herbert Kremp („Die Welt“) und Gerhart Löwenthal (ZDF) und anderen in Peking. Zitiert nach: „Peking Rundschau“, Nr. 8, 1976,8,3.

[527] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974, S. 13.

[528] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15, 1974,8.9

[529] Mao Tse-tung, zitiert nach: „IX. Parteitag der KP China“, S. 94

[530] Vgl. etwa „Rede des Ministerpräsidenten Hua Guo-feng. Auf dem Bankett zu Ehren des Ministerpräsidenten Muldoon (Auszug)“, in: „Peking Rundschau“, Nr. 19, 1976, S. 12; „Die chinesische Regierung wird weiterhin entschieden die revolutionäre Linie und Politik des Vorsitzenden Mao für auswärtige Angelegenheiten befolgen. Rede des Leiters der chinesischen Delegation Tjiao Guan-hua auf der UNO-Vollversammlung“, in: „Peking Rundschau“, Nr. 42, 1976, S. 13f.

[531] Siehe Stalin: „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, 1952, Werke Band 15, S. 287f.

[532] Deng Xiaoping: „Rede auf der UNO-Vollversammlung“, 1974, in: „Peking Rundschau“, Nr. 15,1974,8.8.

[533] Mao Tse-tung: „Über die demokratische Diktatur des Volkes“, 1949. Ausgewählte Werke Band IV, S. 449.

[534] Unter dem Titel „Die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ wurden 1963 die beiden Artikel „Über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ und „Mehr über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ abgedruckt. Wir zitieren die beiden Artikel nach dieser Ausgabe, Peking 1963. Alle Seitenangaben in diesem Abschnitt beziehen sich auf diese Ausgabe, hier S. 1.

[535] Zur Frage des „friedlichen Wegs“, der „friedlichen Koexistenz“ nimmt die Schrift ebenso wie die zweite Schrift „Mehr über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats“ keine Stellung.

[536] Die KP Chinas bringt inhaltlich folgende Kritik vor: ,,So gab es z. B. bei Stalin die Formel: In den verschiedenen Perioden der Revolution muß der Hauptstoß darauf abzielen, die gesellschaftlich-politischen Zwischenkräfte zu isolieren. An diese Stalinsche Formel muß man kritisch, vom marxistischen Standpunkt und von verschiedenen Seiten herangehen. In einigen Fällen kann es als richtig erachtet werden, die Zwischenkräfte in der Gesellschaft zu isolieren. Doch nicht unter allen Umständen ist dies richtig. Unserer Erfahrung nach müssen die Hauptschläge der Revolution gegen die Hauptgegner geführt werden, um sie zu isolieren. Was die Zwischenkräftebetrifft, so muß man gegen sie kämpfen, doch zugleich bemüht sein, sie auf unsere Seite zu bringen, oder sie müssen mindestens neutralisiert werden, und es ist nach Möglichkeit zu erreichen, daß sie von der neutralen Position zu uns herüberwechseln und ein Bündnismit uns eingehen, damit dies die Entwicklung der Revolution fördert. „ (S. 17) Obwohl es in der Schrift der KP Chinas keinen Quellenbeleg für diese Kritik gibt, bezieht sich diese offensichtlich auf Ausführungen Stalins über Strategie und Taktik in seinem Werk „Grundlagen des Leninismus“. Die Kritik ist allerdings falsch. Der Fehler besteht darin, daß nicht geklärt wird, was eigentlich unter „Zwischenkräfte in der Gesellschaft“ zu verstehen ist. Daß gleichzeitig auch von „gesellschaftlich-politischen Zwischenkräften“ die Rede ist, verwirrt nur weiter. Unterstellt wird faktisch, daß Stalin damit die nach klassenanalytischen Kriterien zu bestimmenden Zwischenschichten in der Gesellschaft gemeint habe, wie etwa Teile der Bauernschaft oder der städtischen Mittelschichten. Das ist jedoch nicht der Fall. In Wirklichkeit geht es Stalin um die Notwendigkeit, den „Hauptschlag“ so zu richten, daß diejenigen politischen Kräfte maximal isoliert werden, welche mit dem Hauptfeind paktieren, die Verständigung mit ihm suchen. Unbeschadet von der Notwendigkeit, taktisch in Unterabschnitten und besonderen Phasen der Entwicklung (wie zum Beispiel im Zusammenhang mit der Taktik der antifaschistischen Einheitsfront) noch genauere Differenzierungen vorzunehmen, ist eine solche strategische Festlegung der Richtung des Hauptschlags auf der Grundlage der gegebenen Etappe der Revolution richtig und notwendig, weil ohne die weitgehende Zerschlagung des Einflusses der paktierenden Kräfte unter der Masse der Ausgebeuteten und Werktätigen an einen siegreichen Kampf gegen den Hauptfeind der Revolution nicht zu denken ist. So analysierte Stalin etwa für die Etappe der Revolution in Rußland von März 1917 bis Oktober 1917: „Richtung des Hauptschlags: Isolierung der kleinbürgerlichen Demokratie (Menschewiki, Sozialrevolutionäre), die bestrebt ist, die werktätigen Bauernmassen unterihren Einfluß zu bringen und die Revolution durch eine Verständigung mit dem Imperialismus zu beenden. Plan der Aufstellung der Kräfte: Bündnis des Proletariats mit der armen Bauernschaft.“ (Stalin: „Ober die Grundlagen des Leninismus“, 1924, Werke Band 6, S.134f. Hervorhebung im Original)

[537] Bei der Formulierung „und der Klassen“ bleibt unklar, wann welche Klasse beseitigt wird. Nach der Liquidierung der Bourgeoisie als Klasse bleibt noch die Arbeiterklasse sowie die Kollektivbauernschaft.

[538] Inhaltlich nehmen wir dazu im Haupttext Stellung. Vgl. dazu im Teil D den Abschnitt: III. Über die Linie für die Länder der proletarischen Diktatur: Zur Frage des Klassenkampfes bis hin zum Kommunismus, S. 275.

[539] Es handelt sich genau gesagt um drei Artikel: – „Es lebe der Leninismus!“ vom Redaktionskollegium der Zeitschrift „Hongqi“ („Rote Fahne“) -“Vorwärts auf dem Weg des großen Lenin!“ vom Redaktionskollegium der „Renmin Ribao“ (Volkszeitung) -“Vereinigt euch unter Lenins revolutionärem Banner!“ von Lu Ding-i, Rede auf der vom ZK der KP Chinas am 22. April 1960 in Peking abgehaltenen Festveranstaltung zum 90. Geburtstag Lenins. Diese drei Artikel zusammen wurden 1960 unter dem Titel „Es lebe der Leninismus“ in Peking in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Alle Seitenangaben in diesem Abschnitt beziehen sich auf diese Quelle.

[540] Im „Offenen Brief des ZK der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“ vom 14. Juli 1963 heißt es etwa: „Im April 1960 legten die chinesischen Genossen ihre Meinungsverschiedenheiten mit der kommunistischen Weltbewegung offen dar, indem sie unter dem Titel ,Es lebe der Leninismus!’ eine Sammlung von Artikeln veröffentlichten. Dieser Sammelband, dem Verfälschungen sowie zurechtgestutzte und unrichtig ausgelegte Leitsätze bekannter Arbeiten Lenins zugrunde lagen, enthielt Thesen, die dem Wesen nach gegen die Grundlagen der vom Genossen Mao Tse-tung im Namen der KPCh unterschriebenen Deklaration der Moskauer Beratung von 1957 gerichtet waren, gegen die Politik der friedlichen Koexistenz von Staaten mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung, gegen die Möglichkeit der Verhinderung eines Weltkrieges in der gegenwärtigen Epoche, gegen die Ausnutzung sowohl des friedlichen als auch des nichtfriedlichen Entwicklungsweges der sozialistischen Revolutionen.“ (Zitiert nach „Polemik“, S. 596f.) Der französische Revisionist Thorez entrüstete sich ebenso darüber, daß durch die Veröffentlichung von „Es lebe der Leninismus“ die ideologischen Gegensätze von der KP Chinas öffentlich bekannt gemacht wurden. (Vgl. den Artikel der KP Chinas „Woher die Differenzen? – Antwort an Maurice Thorez und andere Genossen“, Leitartikel der „Renmin Ribao“ (Volkszeitung) vom 27. Februar 1963, in: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch gegen den gemeinsamen Feind!“, Peking 1963, Nachdruck Berlin 1971, S. 146.

[541] Vgl. „Proletarier aller Länder, vereinigt euch gegen den gemeinsamen Feind!“, Peking 1963, Nachdruck Westberlin 1971, S. 5. Alle Seitenangaben in diesem Abschnitt beziehen sich auf diese Quelle.

[542] „Woher die Differenzen? – Antwort an Maurice Thorez und andere Genossen“, 27. Februar 1963, S. 140.

[543] Siehe etwa „Ein Kommentar zur Erklärung der Kommunistischen Partei der USA“ vom 8. März 1963, S. 417f.

[544] So heißt es: „Als der Leiter der zu diesem Parteitag geladenen Delegation der KP Chinas in seiner Anspräche die Verurteilung des jugoslawischen Revisionismus aus der Moskauer Erklärung zitierte und diskutierte, versuchte der Exekutiv-Vorsitzende des Parteitags wiederholt, ihn an der Fortsetzung seiner Rede zu hindern. Mit dieser Regie wurde im Konferenzsaal ein Tumult hervorgerufen, bei dem gepfiffen und mit den Füßen getrampelt wurde, ein unerhörter Vorfall, wie er in der internationalen kommunistischen Bewegung völlig unvorstellbar ist. Nach der Rede des Vertreters der KP Chinas erhob der Exekutiv-Vorsitzende des Parteitages der SED sogar einen Protest, bei dem er ,aufs entschiedenste ‘die vom Vertreter der KP Chinas am jugoslawischen Revisionismus geübte Kritik .zurückwies’. „(s. Hof.)

[545] Die KP Chinas stellt selbst einen Bezug zwischen Dühring und Togliatti her: „Zweifellos stellen diese neuen Begriffe Togliattis und anderer Genossen eine äußerst ernste Herausforderung der Lehren des Marxismus-Leninismus dar, einen Versuch, diese Lehren völlig umzustoßen. Hier denken wir an das Werk, das Engels zu seiner Debatte mit Dühring schrieb und dem er den Titel , Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft ‘gab. Ist es etwa Genosse Togliattis Absicht, in die Fußstapfen Dührings zu treten, um erneut eine , Umwälzung’ der Lehren des Marxismus-Leninismus hervorzurufen?“(S. 195)

[546] Lenin: „X. Gesamtrussische Konferenz der KPR(B). 3. Schlußwort zum Referat über die Naturalsteuer“, 1921, Werke Band 32, S. 439.

[547] Lenin: „Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus“, 1913, Werke Band 19, S. 3f.

[548] Lenin: „Staat und Revolution“, 1917, Werke Band 25, S. 307f., Hervorhebung im Original.

[549] Lenin: „Staat und Revolution“, 1917, Werke Band 25, S. 445. Hervorhebung im Original.

[550] Vgl. S. 286f. Die KP Chinas war in diesem Punkt von den Togliatti-Revisionisten herausgefordert worden. Gegen den ersten Artikel der KP Chinas gegen die KPI-Revisionisten „Die Differenzen zwischen Genossen Togliatti und uns“ sowie gegen andere Artikel der KP Chinas erklärten Togliatti und Konsorten, daß diesen Artikeln angeblich „der Sinn für die Realität fehlt“ usw. (vgl. S. 180f.). Die KP Chinas erklärte dazu: „Als Antwort auf ihre fortgesetzten Angriffe gegen uns -wollen wir in diesem Artikel die falschen Behauptungen Togliattis und anderer Genossen seit vielen Jahren noch eingehender analysieren und kritisieren. Wir werden sehen, welche Haltung sie einnehmen werden, nachdem sie unsere Antwort zur Kenntnis genommen haben – ob sie dann immer noch behaupten, daß es unseren Artikeln ,oft an deutlicher Klarheit mangelt’? Daß sie ,sehr abstrakt und formell scheinen’, daß uns ,der Sinn für Realität fehlt’? Daß wir überitalienische Verhältnisse und die Arbeit der KPI .nicht genau informiert sind’ und dass der von uns dargelegte Standpunkt der KPI, eine offensichtliche Fälschung’ ist? Daß wir Dogmatiker und Sektierer sind, die versuchen, ihren Opportunismus hinter einer ultrarevolutionären Phraseologie zu verstecken’? Warten wir einmal ab!“ (S. 181.)

[551] A. Pesenti: „Direkte und indirekte Formen der staatlichen Intervention“, „Rinascitä“ vom 9. Juni 1962, zitiert, S. 318.

[552] Lenin: „Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa“, 1915, Werke Band 21, S. 345.

[553] Das Zitat im Zitat stammt aus der Deklaration der Beratung von 1957.

[554] Darauf sind wir genauer eingegangen im Teil C des Haupttexts im Punkt: Sind die Lehren des Leninismus über ein „schwächstes Kettenglied“ und über die „Konzentration der grundlegenden Widersprüche“ auf ganze Kontinente anwendbar?, S. 210.

[555] Vgl. dazu im Haupttext Teil C vor allem den Punkt Konzentration des ideologischen Kampfes auf die Herstellung eines Bündnisses des Proletariats der kapitalistischen Länder mit den unterdrückten Völkern, S. 201.

[556] Liu Schao-tschi, der lange Jahre die Position des Staatspräsidenten Chinas innehatte, wurde in der Kulturrevolution als der „chinesische Chruschtschow“ bekämpft und gestürzt.

[557] Liu Schao-tschi: „Über die Partei“, Peking 1950 (Chin.), zitiert, S. 393.

[558] Diese wurde am 4. Juni 1956 vom US-Außenministerium veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung dieser Version wurde in der Zeitschrift „Ost-Probleme“ (8. Jg. 1956, Nr. 25/26) abgedruckt. Alle Zitate hier nach: „Chruschtschow erinnert sich“, hrsg. von Strobe Talbott, Reinbek bei Hamburg 1971. Diese Quelle hat den Text von Chruschtschows Rede aus der vorgenannten Quelle übernommen. Sofern nicht anders angegeben stammen alle Seitenangaben in dieser Anmerkung daraus.

[559] Wir verwenden im Weiteren die Kurzbezeichnung „Geheimbericht“.

[560] Der „Geheimbericht“ wurde von den Chruschtschow-Revisionisten 1956 und in den Jahren danach niemals selbst veröffentlicht, der von den Imperialisten veröffentlichte Text wurde nicht autorisiert. Ein offizielles Dementi der Chruschtschow-Revisionisten gab es aber auch nie. „Offiziell“ veröffentlicht wurde der „Geheimbericht“ in der Sowjetunion erst unter Gorbatschow.

[561] „Polemik“, S. 69f.

[562] Ein Problem der Entlarvung der Demagogie Chruschtschows ist, daß wir auch in Bezug auf die „Tatsachen“, Zahlen und Schilderungen grundsätzlich nichts von dem glauben dürfen, was der konterrevolutionäre Revisionist Chruschtschow von sich gibt, daß wir die von Chruschtschow angeführten „Fakten“ vielfach aber auch nicht überprüfen können, da die dafür nötigen Dokumente nicht zugänglich sind.

[563] Chruschtschow behauptet, daß Stalin in die 1948 herausgegebene Stalin-Biographie angeblich die ärgsten Lobhudeleien „sogar eigenhändig in das Manuskript eingefügt hat.“ (S. 574). Außerdem unterstellt Chruschtschow Stalin: „…er strich ausgerechnet jene Stellen an, wo seine Verdienste seiner Ansicht nach nicht genügend gerühmt wurden.“ (S. 574) Einen Beweis dafür kann Chruschtschow nicht anführen. Genau zu beweisen ist aber durch einen Textvergleich, daß in der 1947 erschienenen Version der Stalin-Biographie, auf die sich Chruschtschow bezieht (er nennt das Jahr 1948) im Vergleich mit der 1939 erschienenen ersten Auflage die an die Adresse Stalins und seiner Werke gerichteten Übertreibungen teilweise stark abgeschwächt, keineswegs aber verstärkt worden sind. Allerdings gibt es auch in dieser „Zweiten, verbesserten und ergänzten“ Auflage von 1947 der Biographie Stalins nicht zu akzeptierende hohle Lobhudeleien auf Stalin. Wer aber hat diese Biographie verfaßt? Als Verfasser sind mit G. F. Alexandrow, M. P. Galaktionow, W. S. Krushkow, M. B. Mitin, W. D. Motschalow, P. N. Pospelow gerade auch Personen genannt, die wie Pospelow nach Stalins Tod unter Chruschtschow Karriere gemacht haben!

[564] Zitiert nach: Nils Holmberg: Friedliche Konterrevolution, Teil I, Berlin 1976, S. 33.

[565] Zitiert nach „Polemik“, S.146. Dort werden noch mehr derartige Äußerungen Chruschtschows angeführt.

[566] „Über Fehler der Parteiorganisationen beim Ausschluß von Kommunisten aus der Partei, über die formal-bürokratische Behandlung der Berufung von aus der KPdSU(B) Ausgeschlossenen und Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel“, Beschluß des Plenums des ZK der KPdSU(B), 1938, in: Die Kommunistische Partei der Sowjetunion in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Konferenzen und Plenen des ZK 1898-1954, Band IX, Berlin 1957, S. 229f. Alle Seitenangaben auf den folgenden Seiten beziehen sich auf diese Quelle.

[567] Hier eins von den vielen aufgeführten Beispielen, eine Lehrerin aus der Stadt Smijewo betreffend: „ In der Lokalzeitung erschien eine Notiz, daß ihr Bruder, der als Pädagoge in der Stadt Isjum arbeitet, Nationalist sei. Das genügte, um die Genn. Shurko zu entlassen. Im Zusammenhangmit der Entlassung der Genn. Shurko wurde ihrem Mann das politische Misstrauen ausgesprochen und auch die Frage seiner Entlassung aufgeworfen. Bei der Überprüfung stellte sich jedoch heraus, daß die Notiz über den Bruder der Genn. Shurko eine Verleumdung darstellte und dieser nicht entlassen worden war. „ (S. 233)

[568] Zitiert nach GDS Nr. 59, „Ein Dokument des Kampfes gegen die revisionistische Konterrevolution: programmatische Erklärung der Revolutionären Kommunisten der Sowjetunion (Bolschewik!)’ von 1966“, März 1992, S. 42.

[569] Ebenda, S. 43.

[570] Ebenda, S. 44.

[571] Zitiert nach: Nils Holmberg: Friedliche Konterrevolution, Teil I, Westberlin 1976, S. 119.

[572] G. Lukacs: „Schriften zur Ideologie und Politik“, Neuwied und Berlin 1967, S. 41 f.

[573] Rabehl: „Zur Methode der revolutionären Realpolitik des Leninismus“, in: „Lenin, Revolution und Politik“, Frankfurt/Main 1970, S. 63. Rabehl betreibt heute mehr oder weniger offen nazistische Propaganda.

[574] Unter Apriorismus wird das vor allem auf Kant zurückgehende idealistische Denksystem verstanden, welches die Prinzipien und andere Denkformen idealistisch als „a priori“ vorgegeben hinstellt.

[575] „Ein Grundprinzip des Marxismus“, in: „Peking Rundschau“, Nr. 28, 1978, S. 12.

[576] Vgl. dazu ausführlicher: „Kampf um das revolutionäre Erbe Ernesto Che Guevaras!“, GDS Flugblatt 10-11/1997, in: Politische Stellungnahmen 1997-1998 zu Themen und Fragen des revolutionären Kampfes und des wissenschaftlichen Sozialismus in Flugblättern und Plakaten von Gegen die Strömung, März 1999

[577] F. Castro: Interview in „Cuba Si“, Zeitschrift der österreichisch-kubanischen Gesellschaft, Dezember 1978, S. 3.

[578] Ebenda.

[579] Siehe „Programm der KI“, S. 131.

[580] Vgl. „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, (Moskau 1960) Berlin 1960, S. 405.

[581] „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, S. 334.

[582] Siehe ebenda, S. 194f.

[583] Ebenda, S. 332f.

[584] Ebenda, S. 338.

[585] „X. Parteitag der KP Chinas“, S. 24f.

[586] „Politischer Bericht von Hua Guo-feng“, „Peking Rundschau“, Nr. 35, 1977, S. 24.

[587] „ Warum greift der imperialistisch revisionistische Chor die KP Chinas und die Große Proletarische Kulturrevolution wütend an“, Artikel aus „Zeri i Popullit“ vom 29. Januar 1966, Tirana 1966, S. 41.

[588] „Die gemeinsame albanisch-chinesische Deklaration“ vom 11. Mai 1966, in: „Ewige Freundschaft“, Tirana 1966, S. 80f.

[589] Lin Biao: „Es lebe der Sieg im Volkskrieg“, Peking 1965, S. 53f.

[590] Peng Dschen: „Rede in der indonesischen Alarcham-Akademie für Sozialwissenschaften“, 25. Mai 65, Peking 1965, S. 9.

[591] Lin Biao: „Es lebe der Sieg im Volkskrieg“, Peking 1965, S. 59.

[592] Peng Dschen: „Rede in der indonesischen Alarcham-Akademie für Sozialwissenschaften“, 25.5.1965, Peking 1965, S. 9.

[593] Lenin: „Das revolutionäre Proletariat und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“, 1915, Werke Band 21, S. 416; siehe auch „Polemik“, S. 238.

[594] Für eine tiefgehende Analyse der Entwicklung der internationalen Lage in der Epoche

des Imperialismus und der proletarischen Revolution ist auch der Vergleich mit dem Ersten

Weltkrieg bedeutsam.

Lenin schrieb, daß sich mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen die Gruppe der englischen

und französischen Imperialisten „eine andere, noch beutegierigere, noch räuberischere

Gruppe“, nämlich die deutschen Imperialisten und ihre Verbündeten in Bewegung gesetzt

hatten (siehe Lenin, „Krieg und Revolution“, 1917, Werke Band 24, S. 401), die bei der

Aufteilung der Welt am Ende des 19. Jahrhunderts zu kurz, zu spät gekommen waren und

nun nach Neuaufteilung drängten. In diesem Sinn kann gesagt werden, daß der mit Deutschland

verbündete Block den Ersten Weltkrieg ausgelöst hat. Allerdings war der Erste Weltkrieg

von seinem Charakter her insgesamt, von beiden Seilen her ein imperialistischer,

ungerechter Krieg. Lenin hat gezeigt, daß es auch im Ersten Weltkrieg durchaus ein nationales

Element gab (konkret in Serbien). Aber dieses war unwesentlich im Gesamtzusammenhang

der räuberischen Interessen, die zum Ersten Weltkrieg geführt hatten und diesen

insgesamt zu einem imperialistischen Weltkrieg machten. (Siehe Lenin: „Über die Junius-

Broschüre“, 1916, Werke Band 22, S. 316)

Während Lenin im Kampf gegen den Sozialchauvinismus betonte, daß zwar der Erste Weltkrieg

kein „nationaler“ Krieg war, stellte er zugleich klar, daß aber auch in der Epoche des

Imperialismus und der proletarischen Revolution gerechte nationale Kriege keineswegs

ausgeschlossen sind, unter gewissen Voraussetzungen selbst in Europa nicht, daß nationale

Befreiungskriege der vom Imperialismus unterjochten Völker sogar unvermeidlich sind und

vom revolutionären Proletariat unterstützt werden müssen.

595 Wie Stalin 1946 ausführte, „kam es infolge der ersten Krise des kapitalistischen Systems der Weltwirtschaft zum ersten Weltkrieg und infolge der zweiten Krise zum zweiten Weltkrieg. Das heißt natürlich nicht, daß der zweite Weltkrieg eine Kopie des ersten ist. Im Gegenteil, der zweite Weltkrieg unterscheidet sich seinem Charakter nach wesentlich vom ersten. Man muß berücksichtigen, daß die ausschlaggebenden faschistischen Staaten – Deutschland, Japan, Italien -, ehe sie die verbündeten Länder überfielen, bei sich zu Hause die letzten Reste der bürgerlich-demokratischen Freiheiten vernichteten, bei sich zu Hause ein brutales Terrorregime aufrichteten, das Prinzip der Souveränität und freien Entwicklung der kleinen Länder mit Füßen traten, die Politiker Eroberung fremder Gebiete als ihre eigene Politik verkündeten und vor aller Welt erklärten, daß sie die Weltherrschaft und die Ausdehnung des faschistischen Regimes auf die ganze Welt anstreben, wobei die Achsenmächte durch die Annexion der Tschechoslowakei und der Zentralgebiete Chinas zeigten, daß sie bereit sind, ihre Drohung wahrzumachen, d. h. alle freiheitsliebenden Völker zu versklaven. Infolgedessen nahm der zweite Weltkrieg gegen die Achsenmächte, zum Unterschied vom ersten Weltkrieg, gleich von Anfang an den Charakter eines antifaschistischen, eines Befreiungskrieges an, dessen eine Aufgabe denn auch die Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten war. Der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen die Achsenmächte konnte den antifaschistischen und Befreiungscharakter des zweiten Weltkrieges lediglich verstärken und hat ihn auch tatsächlich verstärkt.“ (Stalin: „Rede in der Wählerversammlung des Stalin-Wahlbezirks der Stadt Moskau“, 1946, Werke Band 15, S. 38f.)

[596] Der Überfall Italiens auf Abessinien, die militärische Intervention Deutschlands und Italiens gegen die spanische Republik, die Annexion Österreichs, die Aggression der japanischen Imperialisten gegen China, all dies zeigte, daß der Zweite Weltkrieg „in der Tat schon begonnen hat.“ („Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang“, S. 415.)

[597] Stalin analysierte: „Man sagt, daß die Gegensätze zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismusstärker sind als die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern. Theoretisch ist das natürlich richtig. Das ist nicht nur jetzt, in der gegenwärtigen Zeit, richtig, das war auch vor dem zweiten Weltkrieg richtig. Und dessen waren sich die Machthaber der kapitalistischen Länder mehr oder weniger bewußt. Und dennoch begann der zweite Weltkrieg nicht mit einem Krieg gegen die UdSSR, sondern mit dem Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern. (…) Natürlich verfolgten die USA und England, als sie Deutschland halfen, sich ökonomisch aufzurichten, die Absicht, Deutschland, nachdem es sich aufgerichtet hat, gegen die Sowjetunion zu lenken, es gegen das Land des Sozialismus auszuspielen. Deutschland richtete seine Kräfte jedoch in erster Linie gegen den englisch-französisch-amerikanischen Block. Und als Hitlerdeutschland der Sowjetunion den Krieg erklärte, schloß sich der englischfranzösisch-amerikanische Block nicht nur nicht Hitlerdeutschland an, sondern war im Gegenteil gezwungen, eine Koalition mit der UdSSR gegen Hitlerdeutschland einzugehen.“ (Stalin: „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, 1952, Werke Band 15, S. 325f.)

[598] Stalin: „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, 1952, Werke Band 15, S. 326.

[599] Mao Tse-tung: „Einige Erwägungen zur gegenwärtigen internationalen Lage“, 1946, Ausgewählte Werke Band IV, S. 88.

[600] Zitiert nach „Polemik“, S. 264.

[601] „Verurteilen und bekämpfen wir die ,Theorie der drei Welten’ – Auszug aus dem Bericht des II. Parteitags der KP Spaniens/ML“, zitiert nach: „Westberliner-Kommunist“, Sondernummer, Oktober 1977, S. 1.

[602] „Resolution des 31. Plenums des ZK der KP Japans (Linke), in: „Kritik der KP Japans (Linke) an der ,Drei-Welten-Theorie’„, in: „Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus“ (MLSK),Nr. 3/78, S. 3.

[603] E. Aust: „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der KPD/ML. Erstattet auf dem 4. Parteitag der KPD/M1. Dezember 1978“, in: „Der Weg der Partei. Theoretisches Organ der KPD/ML“, 1/79, S. 64f.

[604] Zitiert nach „Rote Fahne“ der KPD, Nr. 14/77, S. 12.

[605] „VIII. Parteitag der KP Chinas“, S. 91. Alle Seitenangaben in dieser Anmerkung beziehen sich auf diese Quelle.

[606] „VIII. Parteitag der KP Chinas“, Band III, S. 81.

[607] „Protokoll der Verhandlungen der III. Parteikonferenz der SED“, Bd. I, Berlin 1956, S. 441.

[608] Enver Hoxha: „Lasset uns die revisionistischen Thesen des XX. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und die antimarxistischen Stellungen der Chruschtschow-Gruppe verwerfen! Lasset uns den Marxismus-Leninismus verteidigen!“, Rede in Moskau am 16. November 1960, Tirana 1971, S. 21f.

[609] Ebenda, S. 130f.

[610] Ebenda, S. 133.

[611] Enver Hoxha: „Rede – gehalten in der feierlichen Sitzung anläßlich des 20. Jahrestages der Gründung der Partei der Arbeit Albaniens und des 44. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, 7. November 1961“, Tirana 1962, S. 46.

[612] „Geschichte der PAA“, Tirana 1971, S. 444.

[613] Vgl. „Die gefährlichen Manöver der Chruschtschow-Gruppe im Zusammenhang mit dem sogenannten Kampf gegen den ,Personenkult’ muß man bis zum Schluß enthüllen“, Tirana 1964, S. 99f. Darin zitiert: J. W. Stalin: „Fragen und Antworten. Rede in der Swerdlow- Universität“, 1925, Werke Band 7, S. 144f.

[614] „Offener Brief des Zentralkomitees der KPdSU an alle Parteiorganisationen, an alle Kommunisten der Sowjetunion“, in: „Polemik“, S. 599.

[615] „5. Parteitag der PAA“, S. 230.

[616] Ebenda, S. 259.

[617] Ebenda, S. 264f.

[618] Ebenda, S. 265f. Vgl. Stalin: „Noch einmal über die sozialdemokratische Abweichung in unserer Partei“, 1926, Werke Band 9, S. 4.

[ 619] Lenin, „ Der II. Kongreß der Kommunistischen Internationale“, Werke, Bd. 31

[620] Lenin, „Ein neues Blutbad“, Werke, Bd. 5

[621] Lenin, „Die Außenpolitik der russischen Revolution“, Werke, Bd. 25

[622] Lenin, „Krieg und Revolution“, Werke, Bd. 24

[623] Lenin, „Krieg und Revolution“, Werke, Bd. 24

[624] Lenin, „Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“, Werke, Bd. 23

[625] Marx/Engels, Ausgewählte Schriften, Bd. II, S. 25, Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau 1950

[626] Lenin, „Staat und Revolution“ (V, 2), Werke, Bd. 25

[627] Lenin, „Staat und Revolution“ (11. 3), Werke, Bd. 2

[628] Die in Fettschrift hervorgehobenen Wörter oder Wortteile stellen den jeweiligen Kurztitel dar, der in den Quellenangaben angegeben ist.

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