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Lügen haben lange Beine


Lügen haben lange Beine

ich-war-dabeiHier einen Beitrag, der bezeugt wie die Lügen (DDR-Sozialismus, kein Revisionismus), die die DDR zu Grunde gerichtet haben, auch über das Jahr 1989 aufrechterhalten werden.
Das, was hier Berghofer (ehm. Oberbürgermeister von Dresden) in einem Gespräch aussagt, ist noch heute die offizielle Meinung viele ehemaligen SED-Mitglieder: Nicht die Partei, mit Honecker an der Spitze, also der Revisionismus in der Partei, war schuld am Untergang der DDR, sondern Schalck-Golodkowski und das Versagen des MfS. (Erst vor kurzem auf Facebook erlebt.)
Der ganze Beitrag kann hier nachgelesen werden: Offen-siv, 9/2018: Ausgabe November-Dezember 2018, https://offen-siv.net/

WILKE: Der dritte Faktor, der verschwinden musste, war die Belastung durch das MfS.

BERGHOFER: Und das möglichst mit großer Distanz und mit dem Weichmacher Markus Wolf, der in bestimmten Kreisen der Intellektuellen und auch innerhalb der Partei mit seinem angeblichen Widerstand gegen Mielke als Perestrojkaner akzeptiert war.
Es war am 3. Dezember 1989, unmittelbar vor dem Weggang von Schalck in dem Westen. Modrow lud zum Gespräch ins Haus des Ministerrates, in sein Arbeitszimmer. Eingeladen waren Berghofer, Wolf und Wolfgang Pohl.
Kurze Beratung, keiner wusste, worum es eigentlich geht, das war auch ein Novum: Bis dato hatten ja Parteifunktionäre die Staatsfunktionäre zum Gespräch eingeladen. Es war das erste Mal, dass führende Parteifunktionäre zum Ministerrat gingen.

Modrow sagte: „Genossen, wenn wir die Partei retten wollen, brauchen wir Schuldige!

„Ich (Berghofer) fragte: „Wie stellst du dir das vor? Die Schuldigen sind wir.“

„Nein, das kann man so nicht sehen. Wir brauchen Verantwortliche, zu denen es in der Gesellschaft schnell einen Konsens gibt und die Massen sagen, jawohl, das sind die Schuldigen. Das kann nicht die SED sein.

„Wer soll das sein?“

„Das Ministerium für Staatssicherheit „, sagte er.

Daraufhin sprang Wolf in die Höhe und sagte: „Hans, wir – Schild und Schwert der Partei – haben doch nie etwas ohne Befehle von Euch gemacht.“

„Ja“, sagte er, „Mischa, bleib ruhig. Die Aufklärung des MfS halten wir selbstverständlich aus dieser Einschätzung heraus.“

„Ach so.“ Wolf setzte sich wieder hin und war einverstanden.

Dann sagte Modrow: „Wir brauchen natürlich auch eine hauptverantwortliche Person für die Misere. Das kann nicht Honecker sein, denn er steht für die Partei. Wir müssen uns hier nicht streiten über dessen Rolle. Wir brauchen einen Schuldigen, bei dem das Volk sagt, der hat auf unsere Kosten gelebt.“

„Und wer ist das?“

„Das ist Alexander Schalck-Golodkowski.“

So wurde es verkündet. So fing die neue Partei an zu agieren.
Zu nächst wurde die SED auf einen Sonderparteitag am 9. Dezember 1989 in „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Partei des Demokratischen Sozialismus (SED-PDS)“ umbenannt und am 4. Februar 1990, in Partei des „Demokratischen Sozialismus (PDS)“.

Natürlich will das heute keiner mehr wahrhaben. Man findet aber in den damals nachfolgenden Aktivitäten den Beweis.

Nachtrag:

Ich schreibe schon seit langem (und werde deshalb, noch heute immer wieder von DDR-Revisionisten angegriffen und diffamiert): Solange wie sich die kommunistischen Weltbewegungen, und hier die Kommunistischen Parteien, nicht vom Revisionismus, den Lügen und Verfälschungen des Marxismus-Leninismus-Stalinismus reinigen, diese Lügen und Fälschung als das sehen, was sie sind – Antikommunismus, solange wie sie diese Leute in ihren Reihen dulden und diese Leute sich heute als großartige Kommunisten aufspielen können, die diesen Revisionismus immer noch als Sozialismus verkaufen, kritisches Nachfragen und Analysieren, als „Leichenfledderei“ und „Delegitimierung der DDR“ sehen, wird es keinen Neuanfang geben.

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