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Die KPD und ihr „kommunistisches“ Verständnis im Umgang mit anderen Meinungen


kpd-fahne  Kommunistische Partei Deutschlands-KPD

04.02.2019

Unter dem o.g. Datum veröffentliche die KPD folgenden Statement:

ich-war-dabei1989 war ich 40 Jahre alt. Habe in der DDR fast die ganze Zeit gelebt. ABI, 2x HS Studium, fast 20 Jahre als Schlosser, HS Ingenieur und Wirtschaftspolitiker gearbeitet sowie ein Familienleben mit Kinder gehabt
Ich kann mir jetzt mit 30 Jahren Abstand selbst ein konkret historisches Bild über den Staat DDR machen. Über ihren Stand beim Aufbau des Sozialismus, ihre ökonomische und wirtschaftliche Situation, der Politik der SED bei der Umsetzung der Diktatur des Proletariats und der subjektiven Situation der Bevölkerung. (!!!)
Dazu brauche ich keine Bürger jedweder Schattierung der ehemaligen Bonner Republik oder sonstige „Historiker“.
Stephan Messerschmidt

Unter dieses Statement, das nur so von großkotziger Unbelehrbarkeit, Arroganz und Hochmut strotzt, habe ich folgenden Kommentar geschrieben:

„‚Alle revolutionären Parteien, die bisher zugrunde gegangen sind, gingen daran zugrunde, daß sie überheblich wurden und nicht zu sehen vermochten, worin ihre Kraft bestand, daß sie fürchteten, von ihren Schwächen zu sprechen. Wir aber werden nicht zugrunde gehen, weil wir nicht fürchten, von unseren Schwächen zu sprechen, und es lernen werden, die Schwäche zu überwinden.‘
(Lenin: „XL Parteitag der KPR(B). Schlußwort zum politischen Bericht des ZK der KPR(B)“, 1922, Werke Band 33, S. 297; zitiert a. a. O., S. 450.)

1989 gingen die „revolutionären Parteien“ zugrunde – die Überheblichkeit und das nicht sehen wollen aber, – hält bis heute an!‘“

Keine zwei Stunden später war der Kommentar gelöscht!

Mein Kommentar zu diesem Vorgang:

Es hat sich nichts geändert, seit dem Untergang der DDR. Der „linke“ und der rechte Revisionismus beherrscht die linke Bewegung. Hat der Revisionismus einst die DDR zugrunde gerichtet, so hat er heute in vielen KPs Einzug gehalten. Es wird nur ignorieren, gelöscht und blockieren. Eine offene Diskussion zu führen, war schon in der DDR nicht möglich (auch ein Grund warum sie untergegen ist, – „Die Partei – die Partei – die hat immer Recht!“ – ein „fest verankertes antikommunistisches Vorurteil“, (Stalin), das in der SED weit verbreitet war – bis 1989).

Die gleichen Leute, die heute Ignorieren, Löschen und Blockieren, sind die gleichen SED-Funktionäre, die mich in der DDR, als nicht „linientreu“ eingestuft, die mich in eine Ecke gedrängt haben und mich zu einer Gratwanderung zwangen. Trotzdem bezeichnen sie sich, obwohl die Geschichte ihnen nachgewiesen hat, und sie es mit diesem Ignorieren, Löschen und Blockieren bestätigen, dass sie nie Kommunisten waren oder sind – sie sind höchstens „Wendehals-Kommunisten“.

Eine andere Meinung ertragen, können sie nicht. – Sie ertragen ja noch nicht einmal die Wahrheit eines Lenins. Von Stalin ganz zu schweigen, – mit dessen Diskreditierung und Stigmatisieren die revisionistische Entwicklung begann, – die sie heute immer noch Sozialismus nennen. Richtiger müsste es heißen: wirtschaftlich – sozialistisch, politisch – revisionistisch und zwar, in der Sowjetunion ab 1953 und in der DDR ab 1971.
Jahrzehnte wurde Stalin, auch in der DDR, verteufelt, Walter Ulbricht weggeputscht und trotzdem reden sie vom Sozialismus, als ob das alles zum Kommunismus dazugehört, oder verschweigen es völlig. Mit den Büchern Stalins „unter dem Arm“ wollen sie heute den Menschen erklären, dass sie schon immer richtig gehandelt haben.

Nee, so wird ein Neuanfang der kommunistischen Bewegung, ausgeschlossen. Sollte er wiedererwarten doch zustande kommen, führt er wieder in den Revisionismus – denn aus der Geschichte wurde nichts gelernt, auch nicht aus der Tatsache, dass Millionen Menschen, durch ihr Versagen, wieder dem Kapitalismus überantworte wurden.

Ich kann nur vor einer Entwicklung waren, in der die Klassiker wieder missbraucht werden, um wieder den Revisionismus zu rechtfertigen! Vergessen wir nie, was uns Lenin und Stalin hinterlassen haben:

„Die Notwendigkeit von Kritik und Selbstkritik als ein Kernpunkt der leninistischen Methode, die anderen gegenüber ohne Ansehen der Person und ebenso sich selbst gegenüber kritisch und revolutionär ist, zieht sich wie ein roter Faden durch diese Schrift. (Lenins) Für manche, die nun bloß die revisionistischen Zerrbilder Kommunistischer Parteien vor Augen haben, mag es vielleicht verwunderlich klingen, aber Kritik und Selbstkritik sind nicht allein Prinzipien der proletarischen Revolution schlechthin, sondern gerade auch des Parteiaufbaus!

Über die Selbstkritik als Wesensmerkmal der Kommunistischen Partei – im Gegensatz zu revisionistischen Vorstellungen nach dem Motto „die Partei, die Partei hat immer recht“, das darüber hinaus auch als fest verankertes antikommunistisches Vorurteil weit verbreitet ist – wird in „Über die Grundlagen des Leninismus“ Lenin wie folgt zitiert:

„Das Verhalten einer politischen Partei zu ihren Fehlern ist eines der wichtigsten und sichersten Kriterien für den Ernst einer Partei und für die tatsächliche Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber ihrer Klasse und den werktätigen Massen. Einen Fehler offen zugeben, seine Ursachen aufdecken, die Umstände, die ihn hervorgerufen haben, analysieren, die Mittel zur Behebung des Fehlers sorgfältig prüfen – das ist das Merkmal einer ernsten Partei, das heißt Erfüllung ihrer Pflichten, das heißt Erziehung und Schulung der Klasse und dann auch der Masse.“
(Aus:
Die revisionistische Linie des 20. Parteitags der KPdSU (1956) und die grundlegenden Fehler der berechtigten Kritik der KP Chinas (1963) – als pdf-Datei,  https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/12/20/die-revisionistische-linie-des-20-parteitags-der-kpdsu-1956-und-die-grundlegenden-fehler-der-berechtigten-kritik-der-kp-chinas-1963-als-pdf-datei/)

 

Siehe auch:

„Sozialismus in den Farben der DDR“ – Über den Revisionismus Erich Honeckers – Überarbeitete Version
https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/12/01/sozialismus-in-den-farben-der-ddr-ueber-den-revisionismus-erich-honeckers-ueberarbeitete-version/

„Leichenfledderei“ oder nüchterne, kritische und selbstkritische Analyse?
https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/10/24/leichenfledderei-oder-nuechterne-selbstkritische-analyse/

Rückwärts immer – vorwärts nimmer!
https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/11/30/rueckwaerts-immer-vorwaerts-nimmer/

Über Selbstkritik, Kritik und den wissenschaftlichen Kommunismus
https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/12/23/ueber-selbstkritik-und-kritik-und-den-wissenschaftlichen-kommunismus/

… und wie es zum heutigen Geschichtsbild, der ehemaligen SED-Funktionäre, kam:

Lügen haben lange Beine
https://saschasweltsicht.wordpress.com/2019/01/18/luegen-haben-lange-beine/

… und viel andere Artikel auf meinem Blog.

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