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RT – EUTSCH NEWSLETTER, 08. Februar 2019


RT – DEUTSCH NEWSLETTER, 08. Februar 2019

Iwan

Lieber Leser,
ist Ihnen auch aufgefallen, wie einig sich die sogenannten „Leitmedien“ in Deutschland sind, wenn es um bestimmte Themen geht? Wie eng wird dann plötzlich die Meinungsbandbreite – „Meinungsbandenge“ wäre in der Tat zutreffender? Das jüngste Beispiel, neben Venezuela, ist das nun hinfällige INF-Abkommen zwischen Russland und den USA. Werden Sie in den Mainstream-Medien etwa darüber informiert, dass Russland trotz der scheinbar festgefahrenen Situation in dieser Frage neue Vorschläge an die USA gerichtet hat, um das Abkommen doch zu retten? Oder findet sich dort die Darstellung der russischen Position als gleichberechtigte Seite in einer klassischen „Aussage-gegen-Aussage„-Kontroverse? Vermutlich sind die Informationen zu irrelevant.

Auch wenn es um die dramatischen Entwicklungen in Venezuela geht, ist die Einstimmigkeit des medialen Chors in Deutschland erschreckend. Die Mainstream-Medien folgen unkritisch und unisono dem Narrativ der Bundesregierung: Maduro ist der böse Diktator, Guaidó hingegen der edle Ritter der Freiheit. Niemand wagt die simple und entscheidende Frage, wer dieser Juan Guaidó überhaupt ist, und wie unabhängig er handelt? Auch die offensichtliche Einmischung der USA in Venezuela – geschweige denn deren Rolle in der Entstehung der Versorgungskrise – ist kein Thema. Für diejenigen, die eins und eins zusammenzählen und auf das kaum verhohlene Interessenspiel hinter der Eskalation kommen, ist die alte abgedroschene Keule parat: Verschwörungstheoretiker.

Wirtschaftliche Logik spielt offenbar eine Rolle, wenn bei der Europäischen Union über die Pipeline Nord Stream 2 abgestimmt wird. Dem deutsch-russischen Energieversorgungsprojekt wird in den Medien ständig der Begriff „umstritten„ vorgesetzt. Als notwendige „Einordnung“. Neu ist allerdings, dass nun auch der „Sonnenkönig 4.0“, Emmanuel Macron, Schwierigkeiten mit dem Projekt bekommt. Ein Konflikt zwischen Berlin und Paris in der Energiepolitik könnte die gesamte EU erschüttern. Doch nicht nur mit Deutschland legt sich Macron an – seit Wochen ist das Verhältnis zwischen Paris und Rom vergiftet. Ein Treffen des italienischen Vize-Premiers Luigi di Maio mit den französischen Gelbwesten brachte das Fass zum Überlaufen. Die Franzosen ziehen ihren Botschafter aus Rom ab.

In der Bundespolitik überrascht gerade die SPD mit einer „guten Idee„ nach der anderen. In der Substanz handelt es sich um einen eher kosmetischen Umbau des Hartz-IV-Modells. Dazu soll eine deutlich höhere Grundsicherung schwer zu Buche schlagen. Das Konzept soll im Wahljahr 2019 den älteren Menschen eine Absicherung vor dem sozialen Abwärtstrend versprechen. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich mit einer kritischen Meinung zu den Selbstrettungsversuchen seiner Partei nicht lange zurückgehalten.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. RT Deutsch bleibt dabei, Ihnen andere Perspektiven bei Themen zu bieten, wo mehr als nur eine zum Verständnis gehören. Denn nur aus der Gesamtheit diverser Standpunkte ergibt sich das ganze Bild.

Ihr Ivan Rodionov, RT Deutsch-Chefredakteur

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