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RT- DEUTSCH NEWSLETTER, 15. März 2019


RT- DEUTSCH NEWSLETTER, 15. März 2019

IwanLiebe Leser,
diese Woche gab uns wieder mal Anlass, Licht ins Dunkel des Weltgeschehens zu bringen. Diesmal sogar wörtlich. Denn ein massiver und schmerzhafter Stromausfall in Teilen Venezuelas griff anscheinend auch auf Teile der hiesigen Medien über. Kaum jemand bemühte sich, wie von einem Blackout befallen, die mehr als plausible Möglichkeit einer Sabotageaktion zu thematisieren.

Die Brexit-Saga, die schon längst die Züge einer Burleske angenommen hat, erlebte diese Woche eine Neuaufführung. Spielorte: Brüssel, die EU-Kommission, und London, das Unterhaus. Das Letztere reimt sich in jeder Hinsicht auf „Chaos“. Eine Abstimmung jagt die nächste; es wird inbrünstig verhandelt und wieder verhandelt, doch es geht nicht einen Millimeter voran. Wie in „Alice hinter den Spiegeln“: „Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst.“ Mittlerweile ist schon nicht mehr klar, ob der Brexit überhaupt jemals stattfinden wird.

Zurück nach Deutschland, wo Sahra Wagenknecht angekündigt hat, in nächster Zeit etwas kürzer treten zu wollen. Sowohl in der linken Sammlungsbewegung Aufstehen als auch in der Partei. Sie werde nicht mehr für den Fraktionsvorsitz kandidieren, teilte sie mit. Der offenbare Impetus der langjährigen Symbolfigur der Linken: Partei und Fraktion nicht spalten zu wollen. Genau das Gegenteil ist passiert. Allein schon die Ankündigung spaltete das linke Lager. In der Resonanz hielten sich ein kaum verhaltener Jubel und kopfschüttelndes Bedauern die Waage.

Dabei wäre gerade heute eine Politikerin wie Wagenknecht als kritisches Gegengewicht im Deutschen Bundestag wichtig. Das sieht man deutlich an dem Halbkoma-Zustand der Großen Koalition, die offenbar versucht, sich nur noch mit klinischen Maßnahmen über die Zeit zu retten. Eine Perspektive der Neuwahlen übt gleichermaßen ihre abschreckende Wirkung auf die Koalitionäre aus. Besonders mulmig dürfte bei diesem Gedanken der SPD zumute sein. Ihr gefühlter Umfragen-Höhenflug erwies sich als kurzlebig.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und bereichernde Lektüre und hoffe, wir konnten Ihnen mit diesem Newsletter frischen Stoff zum Nachdenken liefern.

Ivan Rodionov, RT Deutsch-Chefredakteur

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