Alle Beiträge, Antifaschistischer Kampf, Antiimperialistischer Kampf, Bildungspolitik, DDR, Debatte, Deutsch-sowjetischen Geschichte, Europa, Geschichte, Gesellschaft, Ideologie, Internationalismus, Kleines Lexikon, KPdSU, Kultur, Linke Bewegung, Marx./Lenin. Philosophie, Oktoberrevolution, Poletarier aller Länder - Vereinigt Euch!, Politik, Politik des Friedens, Revisionismus, SED, Sowjetunion

Offener Brief an den Rotfuchsvorstand – Für eine offene und sachliche Auseinandersetzung mit Stalin beim Rotfuchs


 

die-großen-4-2

Ich unterstütze vorbehaltslos und nachdrücklich diese Initiative von Jens Röstel, Mitglied im Vorstand der Rotfuchs Regionalgruppe Frankfurt (Oder) und Mitglied der KPD Regionalorganisation Oder/Spree.
Viel zu lang verleugnen Revisionisten die Person Stalins, viel zu lang steckt schon das Bild, das Goebbels und Chruschtschow gezeichnet haben, in so vielen Köpfen, auch „linker“ Köpfe, viel zu lang ist die Rehabilitierung Stalins in der kommunistischen Bewegung ausgeblieben.
Diese Initiative hat Recht: „Der Antistalinismus ist der direkte Angriff auf den Leninismus; Antistalinismus ist Antikommunismus, wer das nicht begreift oder gar will, bleibt unweigerlich den politischen Kampferfordernissen unserer Zeit zurück und spielt damit am Ende, nur dem gemeinsamen Klassenfeind in die Hände.“
Auch meine Meinung!

 

Offener Brief an den Rotfuchsvorstand – Für eine offene und sachliche Auseinandersetzung mit Stalin beim Rotfuchs

(entnommen aus: Die Rote Fahne der KPD. Nr. 11, November 2019)

Lieber Rotfuchsvorstand, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde

Auf der letzten Rotfuchsveranstaltung, die wir am 11.10. in Frankfurt (Oder) zum Thema: „Die DDR würdigen heißt, sich dem Kampf gegen Kriegsgefahr und Rechtsentwicklung verpflichtet fühlen“ besuchten, stellte zum Ende der Veranstaltung unsere Regionalvorsitzende der KPD Genossin Noack, an den Referenten und stellvertretenden Vorsitzenden des Rotfuchsfördervereins Wolfgang Dockhorn, die Frage nach der geschichtlichen Auseinandersetzung mit J.W. Stalin. Leider lehnte Wolfgang Dockhorn die Beantwortung der Anfrage ohne weiteren Kommentar ab.

Wir kommunistischen Mitglieder des Rotfuchsfördervereins können diese Antwort nicht nachvollziehen, meinen, dass ein so wichtiges Thema wie Stalin, heute nicht mehr einfach beiseitegeschoben werden darf und muß endlich auch im Rotfuchs sachlich und vorurteilsfrei behandelt werden.

Der bei sogenannten linken, auch „ehrlichen“ Kommunisten, noch tief in den Köpfen sitzende und schon wieder an die nächste Generation weitergegebene Antistalinismus, dient nicht nur der Verleumdung und Verteuflung der erfolgreichen Entwicklung der Sowjetunion unter der Führung Stalins. Der Antistalinismus ist der direkte Angriff auf den Leninismus. Lenin war es, der es nicht nur wagte den Marxismus zu propagieren und weiter zu entwickeln, nein, unter seiner Leitung siegte auch die erste sozialistische Revolution auf russischem Boden. Die Lehren von Marx und Engels fanden damit erstmalig in der Praxis ihre erfolgreiche Anwendung.

„Die Theorie wurde zur materiellen Gewalt“, steht am Karl-Marx-Denkmal in Frankfurt (Oder) und damit zogen Lenin und Stalin sich den ewigen Hass der Kapitalistenklasse zu (und nicht nur der Kapitalisten – S.I.). Sie stießen das Tor, in eine neue Welt so weit auf, dass alle Arbeiter weltweit sehen konnten, dass ein Leben ohne Kapitalisten möglich ist. Darum also die Lügen, Verleumdungen und Verdrehungen der Wahrheit um die Person des Genossen Stalin.

Liebe Genossinnen und Genossen, der Marxismus ist keine starre, sondern eine durchaus lebendige Wissenschaft, wir Kommunisten daher verpflichtet, uns immer wieder neues Wissen anzueignen und wenn erforderlich altes neu zu überdenken. Nur so können heute die richtigen und notwendigen Schlussfolgerungen für den weiteren polit. Kampf gezogen werden, um die proletarische Revolution zum Sieg zu führen. Antistalinismus ist Antikommunismus, wer das nicht begreift oder gar will, bleibt unweigerlich den politischen Kampferfordernissen unserer Zeit zurück und spielt damit am Ende, nur dem gemeinsamen Klassenfeind in die Hände.

Wir schlagen daher vor, Genossen Michael Kubi, zu diesem Thema als Referenten einzuladen.

Außerdem gibt es einige sehr gute neue und vor allem auch ältere lesenswerte Bücher zum Thema Stalin und der Sowjetunion aus dieser Zeit und die Genossen werden bestimmt noch die einen oder anderen Bücher kennen. Folgende Bücher würden wir empfehlen, es gibt sie zu kaufen in Buchläden, Bibliotheken, Antiquariaten zu kaufen oder auch als kostenlose PDF Datei im Internet.

  1. Ludo Martens, „Stalin anders betrachtet“
  2. Gerald Schnehen, „Stalin Biografie“
  3. Grover Furr, „Chruschtschows Lügen“
  4. Michael Sayer und Albert E. Kahn, „Die große Verschwörung“
  5. Lion Feuchtwanger, „Moskau 37“
  6. Henri Barbusse, „Stalin, eine neue Welt“
  7. Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang
  8. Michael Kubi, „Die Sowjetdemokratie und Stalin“ und „Zur Geschichte der      Sowjetunion“
  9. Prof. Dr. phil. Domenico Losurdo, „Stalin – Geschichte und Kritik einer
    schwarzen Legende“
  10. Kurt Gossweiler, „Die Taubenfuß-Chronik“ sowie
    „Wie konnte es geschehen“ in 3 Bänden

Mit kommunistischen Grüßen,
Jens Röstel
Mitglied im Vorstand der Rotfuchs Regionalgruppe Frankfurt (Oder) und Mitglied der KPD Regionalorganisation Oder/Spree

Die o.g. Bücher kann ich nur empfehlen!

(Hervorhebung von mir.)

 

Ein offenes Wort zum Schluss:

Ich unterstütze diese Initiative vorbehaltslos und nachdrücklich, obwohl ich ihr keine Chance einräume.

Spätesten nach 1989, zusammen mit der Analyse der Niederlage des Sozialismus, hätte auch eine Diskussion zur Person Stalins einsetzen müssen, wenn nicht auch eine Rehabilitierung Stalins; war doch der Chruschtschowsche Revisionismus, weiter geführt von Breshnew und vollendet durch Gorbatschow, kläglich zusammengebrochen. Nicht die Angriffe des Klassenfeindes auf Stalin setzte dem Sozialismus zu, viel schlimmer waren die Diffamierungen und Kriminalisierung Stalins, die aus Moskau kamen.

Aber die Diskussion blieb aus! Selbst in „linken Kreisen“ wird das Bild, das Goebbels und Chruschtschow schufen, kommentarlos weiterverbreite. Einig verbreiten, mit geschwollener Brust, stolz, sie seinen Antistalinisten.

Sie wird auch nicht stattfinden, befinden sich doch noch in vielen heutigen „linke Organisation“ immer noch viele Revisionisten, die an ihr „Lebenswerk“ festhalten wollen und die Menschen nach wie vor belügen, dass der Revisionismus Sozialismus war. Nein, es wird keine Diskussion über Stalin geben, und wenn, dann höchstens in der gleichen Manier wie in der DDR und nach 1989 – totschweigen ist die beste Option für diese Leute.

Das sagen mir meine über 50-zigjährigen Beobachtungen des Revisionismus und des Untergangs des „Sozialismus“ im gesamten sozialistischen Lager, und der Umgang mit den Vertretern des DDR-Revisionismus. „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht“, – bis zum bitteren Ende.

(Jetzt hätte ich doch fast geschrieben: meine über 50-zigjährigen Kampf gegen den Revisionismus. Aber es war kein Kampf, es war Schweigen wie bei Kurt Gossweiler. Bei ihm war es die Parteidisziplin, bei mir, – die Angst vor Repressalien.)

Als ich aufwuchs hörte ich Namen wie Ulbricht, Grotewohl, Piek, Thälmann, Chruschtschow, Lenin, selten Stalin; hörte von den Parteitagen der KPdSU, der SED; sah mit Erschütterung die Thälmannfilme; las in der Zeitung, dass die Stalin-Alle in Karl-Marx-Alle umgenannt wurde und Stalin-Stadt in Eisenhüttenstadt. Danach hörte ich den Namen Stalin nicht mehr.

1963 kam ich in die Lehre, politisch interessiert wie es nun einmal 16jährige so sind.

Das änderte sich, als ich mit einem Mann bekannt wurde, der mir durch seinen watschelnden Gang auffiel. Das er mal zu meinem politischen Lehrmeister werden sollte, war uns beiden bei unserer Begegnung, wirklich nicht klar.

Ich will jetzt hier nicht mein ganzes Leben erzählen, das mache ich an einer anderen Stelle; erzählen möchte ich aber, was ich durch ihn erfahren habe.

Das wir im Sozialismus lebten, wusste ich. Soweit reichte mein politisches Verständnis noch. Das dieser Sozialismus stark bedroht war, wusste ich auch, hatten wir doch schon Fernsehen und sahen nicht nur die Fernsehsendungen des „Ostfernsehen“, sondern auch die des „Westfernsehen“; sah ich auch ein oder zwei Folgen: Der Schwarze Kanal. Was mir neu war, dass der Sozialismus auch aus dem Osten, aus Moskau und der KPdSU, gefährdet war, wurde doch ständig von der unzerbrechlichen Freundschacht zur Sowjetunion und der DDR geredet, – und dennoch. Von den Machtkämpfen zwischen Kommunisten und Revisionisten in Berlin und Moskau erfuhr ich erst durch meinen „politischen Lehrmeister“.

Kurt Gossweiler schrieb viele Jahre später, nämlich 1999, in, „Die Entfaltung des Revisionismus in der kommunistischen Weltbewegung und in der DDR“, und fast alles das, was ich damals mit meinem Lehrmeister diskutierte, sehr treffend zusammen:

„Zu erklären bleibt also schon, wie es überhaupt zur Übernahme der Partei- und Staatsführung durch eine antileninistische Gruppierung kommen konnte, und

wieso in all den Jahrzehnten seit 1953 die marxistisch-leninistischen Kräfte die Partei nicht wieder auf den richtigen Kurs zu bringen vermochte; wieso es den revisionistischen Kräften der KPdSU vielmehr gelang, auch international die meisten Parteien der kommunistischen Weltbewegung zur Billigung ihres Kurses zu bringen.

Unanfechtbare, auf Dokumente gestützte Antworten auf diese Fragen wird man erst geben können, wenn es möglich ist, die einschlägigen Akten der KPdSU und aller betroffenen Parteien in vollem Umfange einzusehen. Aber auch die bereits bekannten Tatsachen erlauben, erste begründete Antworten zu geben.

Auf einige dieser Antworten können übrigens all jene Genossen, die alt genug sind und schon in den fünfziger Jahren als Kommunisten das politische Geschehen verfolgten, selbst kommen, wenn sie sich fragen: Weshalb habe ich damals eine Politik Chruschtschows für richtig gehalten?

Sie werden sich mit ziemlicher Sicherheit die Antwort geben: Weil ich diese Politik als richtig, als in Übereinstimmung mit den Lehren von Marx und Lenin ansah. (Das sehe ich als eine Schutzbehauptung von Kurt Gossweiler an. Wer nur halbwegs mit dem Marxismus-Leninismus vertraut war, hätte spätestens nach dem XX. Parteitag sehen müssen, dass die Politik Chruschtschows Verrat am Marxismus-Leninismus ist. S.I.) Das hatte seine Gründe:

Ein erster und elementarer – und offenbar noch immer nachwirkender – Grund dürfte gewesen sein, dass es für einen Kommunisten einfach das absolut Undenkbare war, auch nur den Gedanken zuzulassen, an der Spitze der Partei Lenins könne ein anderer als ein absolut zuverlässiger, vertrauenswürdiger Leninist stehen. Das war für mich zunächst genauso undenkbar wie für alle anderen Genossen. Dass es bei mir nicht dabeiblieb, liegt daran, dass ein untrennbarer Bestandteil meines marxistischen Denkens die Maxime war: Tatsachen sind die höchste Instanz bei der Wahrheitsfindung und stehen höher als jede noch so autoritative Äußerung, von wem diese auch kommen möge. Chruschtschows Worte und Taten gaben mir in den Jahren von 1953 bis Ende 1956 immer unerklärlichere und beunruhigendere Beispiele krasser Widersprüche zu den unbestreitbaren Tatsachen und zu den Prinzipien marxistisch-leninistischer Politik, Beispiele von Handlungen und Erklärungen, die unserer Sache nichts nützen, sondern ihr offenkundigen Schaden zufügten und unsere Gegner zu Beifallsstürmen veranlassten, so dass mein bisheriges selbstverständliches Vertrauen ins Wanken geriet und ich mich schließlich gezwungen sah, sogar das Undenkbare in Erwägung zu ziehen, nämlich, dass mit Chruschtschow und Co. es einem verkappten Gegner gelungen ist, – dank einer jahrelang gut gespielten Rolle als der Partei treu ergebener Spitzenfunktionär – die Spitzenposition der Partei Lenins zu usurpieren. Eine nochmalige gründliche Betrachtung seiner Handlungen seit 1953 ließ bei mir am Ende des Jahres 1956 keinen Zweifel mehr zu, dass dem wirklich so war. Mit dieser Einschätzung Chruschtschows blieb ich aber im Kreis meiner Genossen sehr allein. Für sie blieb das Undenkbare, was auch immer geschah, weiterhin undenkbar.

(Es gab aber auch schon damals Kommunisten, die das Undenkbar dachten und dafür von den anderen isoliert wurden. Auch sie blieben im Kries ihrer Genossen sehr allein, wurden angegriffen und aus der Partei geworfen bzw. traten selbst aus.)

Mein Lehrmeister war Kommunist und alt genug und brauchte keine „einschlägigen Akten der KPdSU und aller betroffenen Parteien“. Er kämpfte mit Thälmann im Hamburger Aufstand, war 11 Jahre im KZ und was aus meiner heutigen Sicht das Wichtigste war und ist: Er war Kommunist geblieben, – kein Revisionist oder „Wendehalskommunist“, die sich heute Bücher von Stalin unter den Arm klemmen und den Menschen erklären wollen, was für gute Kommunisten sie sind, vor allen Dingen aber, schon immer waren. Er war Marxist-Leninist, so wie Stalin auch, und fand die Wahrheit in den Beurteilungen der Tatsachen und nicht in autoritativen Äußerungen, von wem diese auch immer kamen. Und er beherzigte das, was die Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung e.V., Information Nr. 4 / 2018, Wahrheiten und Lügen, Eine aktualisierte Wortmeldung zum 17. Juni 1953, schreibt:

„Wir meinen: Wenn heute über die Ereignisse um den 17. Juni 1953, deren Verlauf, Ur-sachen und Bedingungen sowie deren Wertungen sachlich debattiert werden soll, dann muss der alte Historikergrundsatz gelten, dass vergangene Vorgänge nur aus den zeitgenössischen Verhältnissen zu begreifen sind.“

(Obwohl gerade diese Gesellschaft an der Geschichtsklitterung, auch zur Person Stalin, einen großen Anteil hat und selbst diesen Historikergrundsatz in vielen Arbeiten nicht anwendet.)

Dazu zwei Zitat von der o.g. Gesellschaft:

„Diese Praxis (mit der sowjetische Kontrollkommission) war bestimmt von militärischem Denken in Realisierung sowjetischer strategischer und taktischer Zielstellungen und unter Anwendung sowjetischer Staats- und Parteiprinzipien. Die Entwicklung und Forcierung des Personenkults um Stalin gehörten dazu.“

„Verhängnisvoll wirkte sich die Stalinsche These von der gesetzmäßigen Verschärfung des Klassenkampfes beim Übergang zum Sozialismus in der Praxis aus. Vor allem in schwierigen Phasen der Entwicklung wurden absurde Beschuldigungen gegenüber politisch engagierten Menschen erhoben, um von eigenen Fehlern abzulenken. [sic] Auch viele deutsche Kommunisten und Antifaschisten fielen diesen unverzeihlichen und sozialismusfeindlichen Kampagnen zum Opfer. Diese spezifischen Hypotheken beeinflussten maßgeblich das sowjetische Sozialismus-Modell. Es war das bis dahin einzige real existierende. Zudem hatte es die Kraft der Gesellschaft und des Staates gezeigt, dem faschistischen Aggressor zu widerstehen und ihn zu besiegen.“
(Jetzt fehlt nur – trotz Stalin und wir wären bei der Demagogie des Klassenfeindes. S.I.)

So erfuhr ich schon Mitte der 1960er Jahre, was es mit der Diffamierung und Kriminalisierung Stalins auf sich hatte; erfuhr ich, warum die Namensänderung in Berlin und Eisenhüttenstadt vollzogen wurden; erfuhr ich wohin das alles führen wird, – und letztendlich auch geführt hat, – zur innen Konterevolution 1989. Die Konterrevolution fand zwar im Herbst 1989 statt, ihre Entwicklung begann aber schon vor dem XX. Parteitag.

Das alles wäre ja noch zu ertragen, wäre eine offene, ehrliche, kritische und selbstkritischer Umgang mit der Niederlage, des Scheitern des Sozialismus, heute endlich gegeben. Aber weit gefehlt.

Viel haben aus dem Untergang des Sozialismus nichts gelernt, verfahren immer noch nach dem selben Motto: „Wir haben alles richtig gemacht und Schuld am Untergang hat nur der Imperialismus und die Fehrer, die Stalin gemacht hat. Wir haben zwar Fehler gemacht, aber die DDR war sozialistisch, bis zum Herbst 1989.“

„Seit dem XX. Parteitag und Chruschtschows berüchtigter Geheimrede „wissen“ wir jedoch von den „Verbrechen“ Stalins. Doch auch schon vor ihm hat ein gewisser Leo Trotzki Stalin und den sowjetischen Sozialismus verunglimpft, doch, sein Geschrei gegen den „Stalinschen Thermidor“ wurde von der Arbeiterbewegung weitestgehend ignoriert.
Mit Chruschtschow aber wurde aus den eigenen Reihen behauptet, dass im Namen des Kommunismus unvorstellbare Verbrechen begangen worden seien; Trotzki hätte also doch Recht gehabt! Seit dem XX. Parteitag ist der Antistalinismus mit der antikapitalistischen Bewegung konform, ist in sie eingepflanzt.
(Kubi: Die Sowjetdemokratie und Stalin, Hrsg.: offen-siv, 2015, S. 5-6)

Damit diese Hetze und Diffamierung Stalins aufhört, unterstütze ich diese Initiative.

Noch einmal ein Zitat von Kurt Gossweiler, das für eine offene, ehrliche, kritische und selbstkritische Diskussion über Stalin, beitragen soll:

„Wäre Chruschtschows Ziel (und aller revisionistischen Verleugner Stalin – S.I.) nicht gewesen, mit seiner „Geheimrede” Stalins Autorität ein für alle Mal zu zertrümmern, (…) um für seine konterrevolutionäre Kursänderung freien Bahn zu haben; und hätte zu seinen Absichten nicht auch gehört, der Überzeugung der Sowjetbürger in die Gerechtigkeit ihrer Sache und dem Stolz auf ihre Sowjetmacht einen tödlichen Schlag zu versetzen; hätte er wirklich nur im Sinn gehabt, den unschuldigen Opfern der „Säuberungen” Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die geschichtliche Wahrheit über die Zeit der Repressionen darzulegen, dann hätte in seinem Bericht etwa das Folgende gesagt werden müssen:

1936, nach der Errichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland, nach der Aufrüstung des faschistischen Deutschland unter Duldung und sogar Mithilfe der Westmächte, nach dem Verrat der Westmächte an der spanischen Republik, standen wir vor der Gefahr, vom faschistischen Deutschland – möglicherweise sogar im Einvernehmen mit den Westmächten -, überfallen zu werden und uns allein der stärksten Militärmacht der ganzen Kriegsgeschichte gegenübergestellt zu sehen, von der wir aus dem Spanienkrieg schon wussten, was sich dann in Norwegen und Frankreich später wiederholte, nämlich, dass der faschistischen Wehrmacht im Hinterland der überfallenen Länder „fünfte Kolonnen” von Quislingen und Verrätern zu Hilfe kamen.

Wie groß die Gefahr des Überfalles war, zeigte sich noch viel deutlicher mit dem Münchener Abkommen der Westmächte mit Hitler und der Auslieferung der Tschechoslowakei an ihn, mit der Weigerung der Westmächte, mit uns einen Vertrag über kollektive Sicherheit und gegenseitigen Beistand zur Bändigung Hitlerdeutschlands abzuschließen.

Unsere Vorbereitungen auf den faschistischen Überfall mussten also auch der Verhinderung der Bildung einer 5. Kolonne in unserem Hinterland gelten. Noch gab und gibt es bei uns Feinde der Sowjetmacht, einst von uns enteignete Kulaken und ihre Nachkommen, Reste der zerschlagenen Gruppen der Trotzkisten und anderer Oppositionsgruppen – hatte doch Trotzki mehrfach in seinen Veröffentlichungen dazu aufgerufen, im Kriegsfalle den Aufstand gegen den „Stalinismus” zu beginnen; ferner Leute, die mit den Deutschen sympathisierten, z.B. unter den Wolgadeutschen oder bei bestimmten Nationalitäten, wie den Krimtataren und den Tschetschenen.

Also mussten wir angesichts der tödlichen Bedrohung alles tun, um es möglichen Feinden der Sowjetmacht unmöglich zu machen, im Hinterland mit Fünften Kolonnen den faschistischen Überfall zu unterstützen.

Dabei mussten wir in Rechnung stellen und in Kauf nehmen, dass es bei Säuberungen so großen Ausmaßes, wie wir sie für notwendig erachteten, nicht auszuschließen war, dass auch Unschuldige,- sei es wegen absichtlicher Falschbeschuldigungen durch feindliche Elemente, sei es aus Übereifer örtlicher Organe, sei es durch Anlegen eine zu pauschalen Rasters -, in erheblichem Umfange von den Maßnahmen betroffen sein würden, wie es dann auch der Fall war.

Aber wir hatten damals abzuwägen, was schwerer wog: wenn wegen ungenügender Sicherungsmaßnahmen die Sowjetmacht zugrunde ging – oder wenn bei unseren Sicherungsmaßnahmen nicht nur echte Feinde, sondern auch unschuldige und sogar eigene Leute getroffen würden.

Die Partei hat sich für die Sicherung der Sowjetmacht als der allem anderen übergeordneten Pflicht entschieden.

Jetzt aber ist es an der Zeit, dabei begangenes Unrecht aufzuklären und wiedergutzumachen.

So oder so ähnlich hätte eine ehrliche, kommunistische Stellungnahme, zu der für jeden Kommunisten schmerzlichsten Seite der Geschichte der Sowjetunion lauten müssen. Eine kommunistische, das heißt wahrheitsgemäße Schuldzuweisung auch für diese Opfer hätte darüber hinaus klar aussprechen müssen, dass auch ihre Leiden und ihr Tod wie der von (über) 25 Millionen Sowjetsoldaten und -bürgern und der von (über) 50 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges auf das Konto derer geht, die die Führung der Sowjetunion vor eine solch grausame Entscheidung stellten – auf das Konto Hitlers und des deutschen (internationalen) Imperialismus in erster Linie, in zweiter aber auch auf das Konto derer, die Hitlerdeutschland aufrüsteten, um es als Stoßkeil gegen die Sowjetunion zu lenken und seine Bändigung durch ein kollektives Sicherheitsbündnis sabotierten.

Indem er statt dessen Stalin als Massenmörder hinstellte, übernahm nun der Führer der KPdSU die bisher nur über die westlichen Medien verbreiteten antisowjetischen Hetz-Lügen aus den Küchen der imperialistischen Spezialisten für psychologische Kriegsführung und verkündete sie als Wahrheit.

Von daher kommt es, dass ehrliche und überzeugte Kommunisten auch heute noch bedenkenlos die giftige Verleumdung weitergeben, Stalin habe mehr Kommunisten umgebracht, als Hitler.

Die Wahrheit ist, dass alle Kommunisten, alle Kämpfer gegen den Faschismus und alle Juden, die im vom Faschismus besetzten Europa überlebt haben, dies vor allem der Sowjetunion, der Roten Armee und damit auch Stalin verdanken.

Dessen waren sich damals die Menschen weltweit bewusst. Und selbst seine imperialistischen Gegenspieler vom Format eines Churchill konnten nicht umhin, Stalins historische Größe anzuerkennen. Er würdigte Stalin nach dessen Tod mit folgenden Worten:

„Er war eine herausragende Persönlichkeit, die in unserer rauen Zeit, in der Periode, in der sein Leben verlief, imponierte. Stalin war ein außergewöhnlich energischer, belesener und äußerst willensstarker Mann, heftig, schroff, schonungslos in der Sache wie im Gespräch, dem selbst ich, der ich im englischen Parlament groß geworden bin, nichts entgegenzusetzen vermochte, (…)

In seinen Werken spürt man eine hünenhafte Kraft. Stalins Kraft war so groß, dass er unter den Führern aller Völker und Zeiten nicht seinesgleichen kennt. (…) Die Menschen konnten seinem Einfluss nicht widerstehen. Als er den Raum der Konferenz von Jalta betrat, erhoben wir uns alle, buchstäblich wie auf Kommando. Und, so seltsam es ist, wir legten die Hände an die Hosennaht. Stalin besaß einen tiefschürfenden, gründlichen und logischen Verstand. Er war ein unübertroffener Meister darin, in schweren Momenten einen Ausweg aus der auswegslosen Lage zu finden (…). Er war ein Mann, der seinen Feind mit den Händen seiner Feinde vernichtete, der uns, die er offen Imperialisten nannte, zwang, gegen Imperialisten zu kämpfen. Er übernahm das Russland des Hakenpflugs und hinterließ es im Besitz der Atomwaffe.” (Zitiert von Nina Andrejewa in ihrem Artikel „Ich kann meine Prinzipien nicht preisgeben”. ND v. 2./3. 4. 1988)

Revisionismus – Totengräber des Sozialismus, Zur Entstehung des modernen Revisionismus und zu seiner Etablierung in der Sowjetunion unter Chruschtschow 1953 – 1964

Weitere Ausführungen in:

Die Überwindung des Anti-Stalinismus – Eine wichtige Voraussetzung für die Wieder-herstellung der kommunistischen Bewegung als einer einheitlichen marxistisch-leninistischen Bewegung;

Über die rechte Gefahr in der KPdSU;
Rede Josef W. Stalin, 19. Oktober 1928, Rede auf dem Plenum des Moskauer Komitees und der Moskauer Kontrollkommission, und

Zur revisionistischen Entartung der SED und der illegalen KPD

Es wird Zeit, höchste Zeit, um endlich wieder glaubwürdig zu werden, mit der Glorifizierung des Revisionismus, in der UdSSR ab 1956 und in den andren Staaten seit Beginn der 1970er Jahre, aufzuhören. Hören wir auf, hinter „den politischen Kampferfordernissen unserer Zeit“ zurückzubleiben, lernen wir von Stalin, dem erfolgreichen Anwender des Marxismus-Leninismus und hören wir auf „dem gemeinsamen Klassenfeind in die Hände“ zu spielen.

 

Zum Schluss noch einige Zitat zu diesem Thema, über die man nachdenken sollte:

Wie schrieb Lenin:

„Eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn sie sich zu verteidigen versteht.“

Die Revisionisten haben es nicht verstanden, die Revolution zu verteidigen, war doch ihre Aufgabe, wissend oder nichtwissend, aktiv oder passiv, den Sozialismus zu zerstören und den Kapitalismus zu restaurieren.

„Alle revolutionären Parteien, die bisher zugrunde gegangen sind, gingen daran zu-grunde, daß sie überheblich wurden und nicht zu sehen vermochten, worin ihre Kraft bestand, daß sie fürchteten, von ihren Schwächen zu sprechen. Wir aber werden nicht zugrunde gehen, weil wir nicht fürchten, von unseren Schwächen zu sprechen, und es lernen werden, die Schwäche zu überwinden.“ (Lenin: „XI. Parteitag der KPR(B). Schlußwort zum politischen Bericht des ZK der KPR(B)“, 1922, Werke Band 33, S. 297; zitiert a. a. O., S. 450.)

„Entweder entartet die Partei zu einer Sekte, zu einer philosophischen Schule, denn nur in so engen Organisationen ist eine völlige Gesinnungsgleichheit möglich oder sie verwandelt sich in einen ständigen Diskussionsklub, der ewig berät und ewig räsoniert, der sich bis zur Bildung von Fraktionen, ja bis zur Spaltung der Partei versteigt.
Keine dieser Möglichkeiten kann von unserer Partei akzeptiert werden. Darum bin ich der Meinung, dass eine Beratung der Fragen notwendig, dass eine Diskussion notwendig ist, dass der Diskussion aber auch Grenzen gezogen werden müssen, die die Partei, diesen Kampftrupp des Proletariats, vor Ausartung in einen Diskussionsklub bewahren“
(Stalin, Bd. 5, Seite 324).

Der erste Feind – der kommunistische Hochmut.
Kommunistische Hochmut heißt, dass ein Mensch, der der Kommunistischen Partei angehört. …sich einbildet, alle seine Aufgaben durch Kommunistisches Dekretieren erledigen zu können. …bildet er sich aus diesem Grunde ein, dass ihm das erlaubt, … Nichts dergleichen! Das ist nur Kommunistische Hochmut. Man muß lernen, politisch aufzuklären, darum geht es. … (Lenin, Ausgew. Werke in sechs Bänden, Bd. VI, S.389/ 390.)

Ja, ich bin ein überzeugter „Stalinist“, ein Marxist-Leninist, weil Stalin, einer der größten Anwender das Marxismus-Leninismus war. Er war der führende Kopf beim Aufbau des Sozialismus und schuf die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Sieg über den Faschismus. Allein diese zwei Tatsachen reichen ihm zum ehrenden Gedanken!
Was die Völker der Sowjetunion, unter Führung der KPdSU und Stalin, aufgebaut haben, haben Generation von Revisionisten zerstört.

****