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74 Jahre Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDK) (10. November 1945) und das 1. Parlament der FDJ (8.-10. Juni 1946)


74 Jahre WBDJ – Wir werden uns mit der Jugend der Welt weiterhin solidarisieren

karstenschoensee, 11. November 2019

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Am 10. November jährt sich der Gründungstag des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) zum 74. Male.

Als eine mächtige internationale Organisation, die die politische, soziale und wirtschaftlichen Rechte der Jugendlichen und deren Interessen der Existenz verteidigt und gegen den Imperialismus und die Reaktion sowie für Frieden und Demokratie, für die nationale Unabhängigkeit und den sozialen Fortschritt kämpft, hat sie bisher die Jugendbewegung der Welt hervorragend zum Kampf für den Aufbau einer neuen, aufblühenden und friedlichen Welt geführt.

Der Kimilsungistisch-Kimjongilistische Jugendverband, dessen Vorläufer, der am 17. Januar 1946 gegründeten Demokratischen Jugendverband Nordkoreas war, trat am 24. Juni 1946 in den WBDJ ein und wirkt seitdem im Juni 1966 in Bulgarien stattgefundenen 7. Kongress dieser Organisation als Vizevorsitzendenstaat.

Der Kimilsungistisch-Kimjongilistische Jugendverband sieht als eine einzige politische Massenorganisation, die sich von der Führung der PdAK leiten lässt, seine Pflicht darin, die Jugend und Schulkinder zu wahren Revolutionären heranzubilden und sie dazu zu veranlassen, beim Aufbau des Sozialismus ihrer Rolle als Avantgarde und Stoßabteilung voll gerecht zu werden.

Die Aufmerksamkeit und Fürsorge der Partei und des Staates, in jeder Zeit und Etappe der sich entwickelnden Revolution großes Interesse für die Lösung der Jugendfrage bekunden und die Wertschätzung der Jugend als die größte der Staatsangelegenheiten, als eine strategische Linie der Revolution in den Vordergrund zu stellen, sind der Triebkraft unseres Jugendverbandes beim hervorragenden Spielen seiner Rolle.

Heute demonstrieren die koreanischen Jugendlichen in der Verteidigung des Vaterlandes und beim sozialistischen Aufbau die Klugheit und Mutigkeit der heroischen Jugend vollauf. Die progressiven Jugendorganisationen und Persönlichkeiten der Welt geizen nicht mit Lob, dass es kein Land außer der DVRK die Jugendfrage gelöst hätte und alle anderen Jugendorganisationen dem Vorbild, die Erfahrung dieses Landes, nacheifern sollen.

Der Kimilsungistisch-Kimjongilistische Jugendverband entfaltet durch aktive Beteiligung an Konferenzen, Vollversammlungen und Festival der Weltbund der Demokratischen Jugend solidarische Tätigkeiten mit den progressiven Jugendlichen und Studenten der Welt für Frieden, Solidarität und soziale Gerechtigkeit.

Vor allem unter dem Motto „Für die Solidarität gegen den Imperialismus, für Frieden und Freundschaft“ veranstalteten wir im Juni 1989 in Pyongyang die 13. Weltfestspiele der Jugend und Studenten erfolgreich und leisteten einen großen Beitrag zur Verstärkung der Freundschaft und Geschlossenheit sowie der Solidarität mit den Jugendlichen und Studenten der fünf Kontinenten, die sich zum Kampf für die Schaffung eine neue friedliche Welt ohne Herrschaft und Unterjochung, ohne Aggression und Krieg erhoben haben.

Der Weltbund der Demokratischen Jugend unterstützt den Kampf der Jugendlichen unseres Landes für den sozialistischen Aufbau und die Vereinigung des Vaterlandes aktiv. Er schätzt die Stellung und Rolle unseres Jugendverbandes in dem WBDJ und der Bewegung der progressiven Jugend der Welt hoch und spricht die große Erwartung aus, dass unserer Jugendverband bei der Weiterentwicklung des WBDJ wirkt.

Der Kimilsungistisch-Kimjongilistische Jugendverband wird sich künftig unter dem Ideal – Antiimperialismus, Souveränität, Frieden und Freundschaft – mit den progressiven Organisationen der Jugend und Studenten der Welt zusammenschließen und Unterstützung, Solidarität und Zusammenarbeit verstärken.

Kim Song Ho, Abteilungsleiter des Zentralen Vorstandes des Kimilsungistisch-Kimjongilistische Jugendverbandes

Quelle: http://www.naenara.com.kp/main/index/ge/first

 

Erstes Parlament der FDJ (8.-10. Juni 1946): Grundrechte der jungen Generation

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An die deutsche Jugend!

Wir, die deutsche Jugend, stehen am Beginn eines neuen Weges. Hinter uns liegen die bitteren Jahre des Hitlerkrieges, in denen unser Land und unsere Jugend zerstört, Freude und Frohsinn vernichtet, die gesunden Ideale der Jugend missbraucht und die Blüte des Volkes, die junge Generation, für eben diesen ungerechten und verbrecherischen Hitlerkrieg geopfert wurde.

Vor uns liegt der neue Weg, steinig und hart, der allein uns aus den Trümmern und dem Elend wieder herausführen kann und wird. Es ist der Weg des Neuaufbaues unserer Heimat und unserer Volksgüter. Es ist der Weg friedlicher, aber wahrhaft heldenhafter Arbeit. Es ist der Weg, der zur Wiedergeburt unserer Ideale führt, wo Mut, jugendliche Begeisterung und Elan am rechten Platze sind und die großen Gedanken des Humanismus, das Gute und Edle zum Gemeingut der Menschen und zur Richtschnur unseres Handelns werden. Es ist auch der Weg, der Freude und Frohsinn und die demokratischen Freiheiten wieder erstehen lässt.

Aus der Not und den Ruinen wächst unter unsäglichen Schwierigkeiten das neue demokratische Deutschland empor. Wir wollen und können beim Bau dieses Hauses nicht abseits stehen. In unseren Händen liegt es, die Zukunft zu gestalten. Wenn wir als junge Generation nicht noch einmal die Höllenqualen der faschistischen Herrschaft und des mörderischen Krieges über uns ergehen lassen wollen, dann müssen wir mit ganzem Herzen mittun, Baumeister der neuen Zeit und ergeben der Sache des demokratischen, antifaschistischen Staates zu sein. Deshalb wollen und können wir auch nicht eher ruhen, bis die letzten Verderbnis bringenden Lehren des Nazismus ausgerottet und alle Garantien dafür vorhanden sind, dass niemals wieder das Volk und seine Jugend Gefahr laufen, in die Zwangsjacke des Militarismus gesteckt zu werden.

Das Schicksal der jungen Generation ist verbunden mit dem Schicksal des ganzen Volkes und damit die Angelegenheit der gesamten Nation. Hier entscheidet sich Sein oder Nichtsein und die Zukunft eines Volkes. Wir wollen ein freies, ein glückliches, ein friedliches und ein einiges Deutschland, das mit allen friedliebenden Völkern in Eintracht lebt. Wirt wollen ein Deutschland, das alles ehrlich schaffenden Menschen ein erträgliches Einkommen gewährleistet, ein Deutschland, aus dessen Ruinen ein neues und schöneres Leben durch unserer Hände Arbeit erblüht. Ausgehend von diesen Erwägungen proklamieren wir feierlich

Die Grundrechte der jungen Generation Deutschlands, für deren Verwirklichung wir uns mit ganzer Kraft einsetzen.

Wir sind uns dabei bewusst, dass die sittliche Verpflichtung unseres Lebens und die Erkenntnis der tiefen Verantwortung für die Proklamierung dieser Grundrechte die Voraussetzung bilden. Neben der Pflicht zum tätigen Schaffen an dem Bau eines neuen, demokratischen Deutschlands wollen wir kämpfen gegen die Überheblichkeit der Rasse wie der Person, wir wollen uns einsetzen für die Solidarität mit allen Völkern der Welt, wie wollen demokratische Disziplin und Toleranz üben und an die Stelle der Lüge das Verantwortungsbewusstsein setzen. Wir selbst wollen uns zum politischen Denken erziehen.

Die junge Generation erhebt Anspruch auf vier Rechte, die zu gewähren Pflicht aller demokratischen Organe ist:

  • die politischen Rechte,
  • das Recht auf Arbeit und Erholung, das Recht auf Bildung,
  • das Recht auf Freude und Frohsinn.

Die Gewährung politischer Grundrechte

Um zu gewährleisten, dass die junge Generation tätig am Neuaufbau des demokratischen Staates mithilft, wollen wir, dass befähigte Jugendliche zur Bekleidung öffentlicher Ämter herangezogen werden.

Jene öffentlichen Organe (z.B. Jugendämter), die die Probleme der Jugend zu entscheiden haben, sollen überwiegend mit Jugendlichen selbst besetzt werden.

Die aktive Mitarbeit der Jugend an den demokratischen Organen des neuen Deutschlands muss sichergestellt werden. Daher möge zum Gesetz erhoben werden, dass allen Jugendlichen vom 18. Lebensjahr an das Wahlrecht zu den Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und anderen Volksvertretungen sowie zu allen übrigen Volksabstimmungen zugebilligt wird. Jugendliche, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, sollen wählbar sein. (…)

Das Recht auf Arbeit und Erholung

  • Um das Recht auf Arbeit und Erholung für die junge Generation zu garantieren, fordern wir:
  • die 42-Stunden-Woche für Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren einschließlich der Berufsschulzeit;
  • die 45-Stunden-Woche für Jugendliche von 16 bis 18 Jahren einschließlich der Berufsschulzeit;
  • die Mehrarbeit der Landjugend während der Saat und Ernte durch verkürzte Arbeitszeit oder erhöhten Urlaub in den Wintermonaten auszugleichen;
  • gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Leistung;
  • die Umwandlung des Lehrvertrages in einen Ausbildungsvertrag mit dem Ziel, die schnelle Heranbildung eines tüchtigen Facharbeiternachwuchses zu gewährleisten; (…) die generelle Erhöhung der Lehrlingsvergütung durch Abschluss von neuen Tarifverträgen unter Berücksichtigung der verteuerten Lebensverhältnisse; (…)
  • die Verbesserung des bestehenden Jugendschutzes durch Schaffung eines neuen Jugendschutzgesetzes;
  • das Verbot von Kinderarbeit;
  • das Verbot von Nachtarbeit für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, Jugendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahr dürfen nicht unter Tage beschäftigt werden;
  • das Verbot der Lehrlingsmisshandlung und die strenge Bestrafung bei Missachtung des Verbotes; (…)
  • Als dringende Maßnahme für die Arbeitsbeschaffung fordern wir:
  • die Gründung von produktiven Ausbildungswerkstätten durch die kommunale Selbstverwaltung und die Industrie unter Kontrolle der Gewerkschaften und der Jugend;
  • die allgemeine und vorbehaltlose Zulassung der Mädel zu allen Berufen, die sie ausführen können (…);
  • die planmäßige Lenkung der jugendlichen Arbeitskräfte in solche Berufe, die eine Zukunft haben;
  • die Reform der Berufsausbildung für die bäuerliche Jugend durch die Schaffung von landwirtschaftlichen Berufsschulen und die Einrichtung von Lehrgütern;
  • die Herstellung von Wohnraum für eltern- und heimatlose Jugendliche;
  • geeignete Arbeitsplätze für Kriegsbeschädigte und Körperbehinderte.

Das Recht auf Erholung

  • Das Recht auf Erholung wird garantiert durch:
  • die Gewährung von bezahltem Erholungsurlaub in der Höhe von 24 Arbeitstagen bis zum vollendeten 16. Lebensjahr bzw. bis zur Vollendung des 2. Lehrjahres und 18 Arbeitstagen für Jugendliche vom 16. Bis 18. Lebensjahr, das heißt bis zur Vollendung des 3. Lehrjahres bzw. bis zur Vollendung der Lehre;
  • die Einrichtung von Jugenderholungsheimen in den Schlössern der Junker und Kriegsverbrecher;
  • den Ausbau von Jugendheimen.

Das Recht auf Bildung

  • Das demokratische Recht auf Bildung wird garantiert durch:
  • den unentgeltlichen Besuch und die Gewährung von ausreichend Stipendien für Minderbemittelte an Mittel-, Fach- und Hochschulen sowie an Universitäten;
  • die Gewährung einer besonderen Beihilfe für befähigte Jugendliche, die für den Unterhalt der Geschwister bzw. erwerbsunfähiger Eltern zu sorgen haben;
  • den Ausbau des Berufsschulwesens;
  • die Durchführung von Vorbereitungskursen für befähigte Jugendliche, die unter Hitler keine Möglichkeit zum Studium hatten;
  • die Schaffung von Volkshochschulen und Jugendbibliotheken für die Stadt- und Landjugend.

Das Recht auf Freude und Frohsinn

  • Den Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, Theater, Konzerte, Kinos und sonstige kulturelle Veranstaltungen zu verbilligten Preisen besuchen zu können.
  • Es ist anzustreben, dass für die Jugend besondere Theater und Kinos eingerichtet werden und die Jugendlichen zur Mitwirkung bei der Programmgestaltung herangezogen werden.
  • Einrichtung von Wanderkinos für die Landjugend.
  • Maßnahmen zur Entwicklung des Jugendwanderns und des ausgleichenden Jugendsports sind unverzüglich durchzuführen.
  • Gewährung von 50 Prozent Fahrpreisermäßigung auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln bei Gemeinschaftsfahrten.
  • Den kulturellen Bestrebungen der Jugend soll stärkste Unterstützung zuteil werden durch Überlassung von der Jugend dienenden Anlagen, Einrichtungen und Geräten wie z.B. Jugendherbergen, Sportanlagen, Bootshäusern und so weiter.

Diese Grundrechte der jungen Generation sind durchführbar. Sie entsprechen den dringenden Notwendigkeiten unserer Zeit. Ihre Verwirklichung werden wir umso schneller erreichen, wenn alle Jungen und Mädel sich in einer einheitlichen, großen Organisation, der Freien Deutschen Jugend, zusammenschließen und gemeinsam Hand ans Werk legen, diese unsere Grundrechte in die Tat umzusetzen.

Wir sind auch gewiss, dass die durch harte Jahre erprobten Männer und Frauen, die heute in den Organen der demokratischen Selbstverwaltung arbeiten, die gerechten Belange der jungen Generation verstehen und ihren Teil zur Verwirklichung unserer Forderungen beitragen werden.

Gemeinsam wollen wie den Weg in eine bessere und frohere Zukunft gehen und mit der Kraft unserer Organisation, der Freien Deutschen Jugend, und zusammen mit den demokratisch-antifaschistischen Kräften unseres Volkes werden die Grundrechte der jungen Generation Leben werden.

Denn der Wille des Volkes und seiner Jugend soll oberstes Gesetz sein!

Freie Deutsche Jugend, beschlossen 1946 auf dem I. Parlament der FDJ

Kurzer Nachtrag der Redaktion:

In der BRD kämpfte die FDJ gegen die Widerbewaffnung und die Einführung der Bundeswehr.

Am 26. Juni 1951 wurde die Freie Deutsche Jugend in der BRD von der Adenauer-Regierung verboten, viele Jugendliche mussten wegen ihres Friedenskampfes ins Gefängnis.

Am 11. Mai 1952 wurde der FDJler Philipp Müller bei einer Friedensdemonstration in Essen von der Polizei erschossen. Durch Polizeikugeln schwer verletzt wurden der Sozialdemokrat Bernhard Schwarze aus Münster und der Gewerkschafter Albert Bretthauer aus Kassel.

Der Schusswaffengebrauch durch die Polizei wurde vom Landgericht Dortmund am 2. Oktober 1952 als Notwehr eingestuft, dutzende Jugendliche wurden festgenommen, elf von ihnen später zu Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt.

Quelle:  pdf Heinz Kessler, Briefe aus dem Gefängnis, hrsg. von offen-siv und KPD

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