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Der unbelehrbare Revisionist Egon Krenz findet China toll


Der unbelehrbare Revisionist Egon Krenz findet China toll

Hosteni
Hosteni

„China – Wie ich es sehe“ ist der Titel eines Buches, das der letzte DDR-Partei- und Staatschef Egon Krenz 2018 im Verlag „edition ost“ veröffentlicht hat.

https://i1.wp.com/www.deanreed.de/AmericanRebel/2017/wp-content/uploads/2019/11/vvv.jpg„China liefert ein Beispiel, wie gesellschaftliche Probleme so gelöst werden können, dass alle Bürger etwas davon haben.“ Das hat Egon Krenz (Jahrgang 1937), letzter SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzender, in einem Interview am Mittwoch in Berlin erklärt. Er stellte in der Ladengalerie der Tageszeitung „junge Welt“ sein neues Buch „China – Wie ich es sehe“ vor. Darin berichtet er von seinen insgesamt sechs Besuchen im „Reich der Mitte“ und seinen Eindrücken: …Ich sehe China vor allem als ein sozialistisches Land. Oder besser gesagt: als ein sozialistisches Land, das auf dem Wege ist, den Sozialismus aufzubauen.

Der chinesische Pseudo-Kommunismus hat sich zur Schutzmacht des Kapitals aufgeschwungen. Mittlerweile ist China das Land mit den rauesten Gepflogenheiten auf dem Arbeitsmarkt. Der Staat spielt bei der Neuverteilung von Reichtum und Macht eine wichtige, die entscheidende Rolle. Hierzu noch ein wichtiger Artikel über das imperialistische China:

Noch immer halten einige linke Organisationen China für ein Land auf dem Weg zum Sozialismus. Aus unserer Sicht ist es das schon lange nicht mehr. Doch nun lässt die herrschende Klasse in China jede pseudo-sozialistische Maske fallen und fordert selbst unverblümt, international als kapitalistische Marktwirtschaft anerkannt zu werden. In einem Grundsatzartikel der Beijing Rundschau vom 7.12.2011 beklagt der Autor Hu Yue:

„China kämpft weiter um Anerkennung als freie Marktwirtschaft“.

Schon in der Einleitung klagt er:

„Nach 30 Jahren marktorientierter Reformen und zehn Jahren WTO-Mitgliedschaft kann China beachtliche Erfolge bei der Öffnung seiner Märkte vorweisen. Trotzdem sprechen Chinas wichtigste Handelspartner – darunter die EU, die USA, Japan und Indien – dem Land noch immer den Status einer freien Marktwirtschaft ab. Die Folge: China wird vermehrt Ziel von Dumping- und Subventionsvorwürfen. Vor allem Chinas Exportunternehmen leiden unter der Situation.“

Mit der Nicht-Anerkennung als kapitalistische Marktwirtschaft soll der Konkurrent China gebremst werden. Damit lassen sich offiziell Handelsbarrieren rechtfertigen. Darüber beschwert sich die herrschende Klasse Chinas, denn das schadet ihrem Profit.

Das ist Marktwirtschaft, das ist Kapitalismus: Die Konkurrenz ist real niemals „frei“, sondern immer ein Kampf, ein Kampf, in dem die Stärksten den Ton angeben und die Konkurrenz niederhalten, ausschalten, übernehmen. Mal findet dieser Kampf als „friedlicher“ Wirtschaftskrieg statt, mal gibt es imperialistische Raubkriege, wo man Gebiete unter seine Kontrolle bringt wie in Afghanistan, Libyen, Irak oder, wo man direkt die großen imperialistischen Konkurrenten angreift und niederringen will wie in den Weltkriegen. Fairness, gleiche Rechte, freier Handel? Das sind nur lächerliche Phrasen, die die brutale Realität verschleiern sollen.

Hu Yue verkündet stolz:

„Dabei hat China die Weltgemeinschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten mit beachtlichen Fortschritten bei seinen marktwirtschaftlichen Reformen verblüfft. Bis heute haben bereits 97 der insgesamt 153 Mitglieder der Welthandelsorganisation Chinas Status als Marktwirtschaft anerkannt. Die wichtigsten Handelspartner des Landes aber – darunter die EU, die USA, Japan und Indien – zögern noch immer nachzuziehen.“

Ja, wir kennen diese „Reformen“ auch bei uns. Sie bedeuten immer die Stärkung des Kapitals und Angriffe auf die große Mehrheit in der Gesellschaft, die Arbeiterklasse, die Angestellten, die Bauern, die Frauen, die Jugend, die Rentner usw. In China kennen wir diese Reformen in Form eines Millionen-Heeres von Wanderarbeitern, von Billigstlöhnen von 30-40 Euro monatlich, von Polizeieinsätzen gegen Streikende usw.

Song Hong, Forscher am Institut für globale Ökonomie und Politik der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften sagt offen:

„Die niedrigen Preise, die von chinesischen Exporteuren veranschlagt werden, spiegeln tatsächlich die realen Marktbedingungen im Billig-Land China wider. Sie sind kein Resultat von Subventionen oder anderen Verzerrungsmechanismen, wie man sie üblicherweise in planwirtschaftlichen Systemen findet.“

Hu Yue belehrt die Hüter des freien Marktes aus den westlichen imperialistischen Staaten:

„Eine Marktwirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Angebot und Nachfrage über die Verteilung von Ressourcen sowie die Preise von Waren und Dienstleistungen bestimmen. In nicht-marktwirtschaftlichen Systemen hingegen entscheidet die Regierung über Produktionsgüter und Produktionsmengen sowie die Preisgestaltung für Waren und Dienstleistungen.“

Und stolz erklärt er weiter:

„Nicht von der Hand zu weisen ist, dass der staatliche Einfluss sowie planwirtschaftliche Mechanismen in China in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. 2008 machten die Einnahmen der chinesischen Regierung nur noch rund 21,8 Prozent des BIP des Landes aus. Das geht aus dem „Bericht über die Entwicklung der chinesischen Marktwirtschaft 2010″ hervor, der vom Institut für Ökonomie und Ressourcenmanagement der Beijing Normal University veröffentlicht wurde. Der Anteil lag damit unter dem weltweiten Durchschnitt von 26,9 Prozent. Der einst dominante, staatliche Sektor schrumpft verhältnismäßig, wohingegen der private Sektor zunehmend wächst und immer produktiver und profitabler wird.“

„Der private Sektor macht heute mehr als die Hälfte der chinesischen Wirtschaft aus und stellt mindestens 70 Prozent aller Arbeitsplätze“, erklärt Huang Mengfu, Vorsitzender des Gesamtchinesischen Dachverbandes für Industrie und Handel.

2008 waren bereits 988 der insgesamt 1293 staatlichen Betriebe, d.h. rund 77 Prozent, in Kapitalgesellschaften mit mehreren Aktionären umgewandelt Laut Beijing Rundschau sagt „Zhuang Jian, Chefökonom für den Bereich China bei der Asiatischen Entwicklungsbank, China sei mittlerweile im Großen und Ganzen zu einer freien Marktwirtschaft geworden, in der die Preise der meisten Produkte durch die Bedürfnisse des Marktes bestimmt würden.“

Und weiter Beijing Rundschau:

„’China ist mit seinen Marktreformen noch lange nicht am Ende‘, prophezeit Fan Gang, Leiter des Nationalen Instituts für Wirtschaftsforschung. ‚Um eine moderne Marktwirtschaft aufzubauen, muss China seine Finanzindustrie noch weiter öffnen…’“

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1989: Revisionist Egon Krenz trifft Revisionist Deng Hsiao Ping (Revisionist: Einer, der sich als Marxist ausgibt, den Marxismus aber verfälscht und entstellt). Bild: Bundesarchiv

Offen wird die starke Konzentration des neuen Reichtums in den Händen weniger zugegeben. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften führte eine Studie unter Chinas 100 führenden börsennotierten Unternehmen durch. Dabei zeigte sich, dass bei 71 Prozent der Unternehmen die fünf größten Anteilseigner mehr als die Hälfte der gesamten Vermögenswerte des Unternehmens hielten. Hier will man „Kleinaktionäre fördern“. Das kennen wir aus der Privatisierung von VW, der Post usw., wo so genannte Volksaktien ausgegeben wurden – zu hohen Kursen, die kurz darauf rasant fielen. Die Kleinaktionäre waren die Betrogenen, auch das ein beliebtes Betrugsmanöver der kapitalistischen Gesellschaften, um sich als „offen“, „demokratisch“ zu präsentieren. In der Realität ist das aber nur eine Methode, den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. So ist der Tenor in der Beijing Rundschau: wir sind sehr weit auf dem Weg zu offenem Kapitalismus vorangekommen, aber wir wollen noch weiter zu noch mehr Ausbeutung.

Ich gebe den Schreibern der Beijing Rundschau recht. China hat wirklich nichts mehr mit Sozialismus zu tun. Es ist kein Modell für Fortschritt, sondern ein Modell für besonders brutale Ausbeutung.

Lest dazu auch:
Diethard Möller: China fordert Anerkennung als kapitalistische Marktwirtschaft
Volkskorrespondentin Anne Roesgen: Machtverschiebungen im Weltsystem
Fiete Jensen: Der Aufstand gegen die Millionäre der KP Chinas
Sascha: Zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublick China

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Erstveröffentlichung heute oder vor wenigen Tagen in Arbeit Zukunft online. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.
Bilder und Bildunterschriften wurden komplett oder zum Teil von der Redaktion AmericanRebel hinzugefügt.


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2 Gedanken zu „Der unbelehrbare Revisionist Egon Krenz findet China toll“

  1. Sehr guter Artikel. Egon krenz ist auch für mich einer der unbelehrbarsten „Sozialisten“. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls präsentierte er sich mit einer Rede vor Altgenossen und erhielt viel Beifall. Wir erinnern uns an den nicht enden wollenden Beifall am letzten Parteitag der Rentnerregierung der DDR. Minutenlanger Beifall, um sich selbst zu feiern.
    Bezeichnend für die veränderten, politischen Verhältnisse der Neuzeit ist seine Aussage, die auch durch die Medien ging. Er würdigte die politische Arbeit von Angela Merkel. Der extreme Linksruck in der Gesellschaft, der immer wundersamere Blüten treibt, fällt vielen leider nicht auf. Man wundert sich aber, dass der Osten (zumindest viele Menschen) dies als Angriff auf die Demokratie sehen und einen Ruck in die Richtung der alten DDR-Diktatur. Wer es nicht erlebt hat, weiß natürlich nicht darum und man tut alles, um die Vergangenheit den Menschen, die es nicht wissen auch nicht zu nahe zu bringen. WAS die DDR wirklich war, wird verschwiegen oder nur am Rand erwähnt. Mit all ihren Schattenseiten, natürlich aber auch den Sozialen Seiten, die postiv waren, leider aber auf Dauer nicht bezahlbar. Man glaubt heute tatsächlich: Zitat aus einem Interview mit Kevin Kühnert(das mir in Erinnerung ist) „Wir können es BESSER machen…“ NEIN…können wir nicht, denn was Krenz in seinem Buch glorifziert, zeigt uns, wie verstellt der Blick schon wieder auf reale Dinge ist, die in deinem Artikel gut beschrieben sind. Wir müssen nur auf Hongkong schauen und sehen, was China wirklich ist. Sehr gut auf den Punkt gebracht! Vielen Dank

    Liken

    1. Ich möchte aus deinem Kommentar die Sätze herausnehmen, die mir „sauer aufgestoßen“ sind, also den ganzen Kommentar 😊:

      „Der extreme Linksruck in der Gesellschaft, der immer wundersamere Blüten treibt, fällt vielen leider nicht auf. Man wundert sich aber, dass der Osten (zumindest viele Menschen) dies als Angriff auf die Demokratie sehen und einen Ruck in die Richtung der alten DDR-Diktatur.“

      Schon ein Widerspruch in sich. Nehmen wir nur die beiden Begriffe: „extreme Linksruck“ und „alten DDR-Diktatur“.
      Nun, zu nächst einmal gibt es keinen „Linksruck in der Gesellschaft“, sondern einen schleichenden, aber immer sichtbareren Rechtsruck. Das Erstarken der AfD, was auf die Politik der heutigen herrschenden Klasse und ihrer Vasallen (Regierung und Medien) zurückzuführen ist, beweist das.
      Prof. Max Horkheimer, ein Verfolgter des deutschen Faschismus, hat Recht, wenn er schreibt: „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten durch den Faschismus. Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll über den Faschismus schweigen.“
      Dass die im „Osten (zumindest viele Menschen) dies als Angriff auf die Demokratie sehen“ halte ich auch für falsch. Im Osten herrscht ein anderes Demokratieverständnis vor, als im Westen. Viele wissen, dass sie nicht in einer „Demokratie“ leben, sondern im Kapitalismus.
      Ich weiß, als „Ossi“, dass in den neuen Bundesländern eine sehr große politische Verwirrung herrscht, über die Politik im heutigen Deutschland. Man hatte ihnen „blühende Landschaften“ versprochen und dieses Verspechen nicht gehalten, was zu eine großen Unmutsbewegung im Osten geführt hat und immer noch führt. Hinzu kommt, dass die jahrzehntelange Indoktrination, dass alles im Osten verdammungswürdig sei, bis auf das Sandmännchen, langsam Früchte trägt. Und das in mehreren Hinsichten. Die einen wollen die alte DDR wiederhaben und die anderen, lehnen die Schein-Demokratie ab und wählen die AfD. Beide hat ihre Ursachen in der heutigen Politik.

      „Man glaubt heute tatsächlich: Zitat aus einem Interview mit Kevin Kühnert (das mir in Erinnerung ist) „Wir können es BESSER machen…“ NEIN…können wir nicht, denn was Krenz in seinem Buch glorifziert, zeigt uns, wie verstellt der Blick schon wieder auf reale Dinge ist, die in deinem Artikel gut beschrieben sind.“

      Zuerst einmal muss man analysieren was „Krenz in seinem Buch glorifiziert“.
      Krenz glorifiziert nicht den Sozialismus, denn der war in der UdSSR schon 1956 (unter Chruschtschow, später Breshnew, Gorbatschow) untergegangen; in der DDR, 1971 (unter Honecker) und in China 1978 (unter Deng Xiaoping). Krenz glorifiziert den entarteten Sozialismus, den Revisionismus, nicht nur in der DDR, sondern auch in China. Denn, erst mit dem Untergang des Sozialismus, wurde die Entwicklung ermöglicht, die die heutige Situation in der Welt geschaffen hat.
      Es ist nun einmal so, dass die antagonistischen Widersprüche des Imperialismus, die Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalt der Staaten zuspitzen lassen. Das alles kann man an der Innen-, als auch an der Außenpolitik, (Rüstungs- und Kriegspolitik) sehr gut ablesen.
      Kevin Kühnert hat, formal gesehen, recht, wenn er sagt: „Wir können es BESSER machen…“. Nun, nicht Leute wie Kevin Kühnert, aber Kommunisten.
      Wir brauchen doch nur in die Geschichte schauen: Russland 1917, „das Land des hölzernen Hackfuges“ (Churchill), besiegt 1945, als Sowetunion, – ja, mit Hilfe der USA und GB, – den deutschen Faschismus, der ganz Europa als Kriegsmateriallieferer hinter sich hat; – und, die DDR, unter Walter Ulbricht, fast ohne Schwerindustrie, – denn die lag im Westen, – erzielt die ersten wirtschaftlichen Erfolge, auch ohne Marschallplan und als alleiniger Zahler der Reparationszahlungen an die SU. – Tatsachen!
      Wenn wir in die heutige Welt schauen, müsste eigentlich jeder begreifen. dass der globale Imperialismus, mit seinem Raubbau an der Natur, seinen unendlichen Kriegen und dem Streben nach Maximalprofit, die Welt an den Abgrund geführt hat.
      Das müssen wir, und zwar auf dem schnellsten Weg, besser machen, oder die Welt und die Menschheit, ist dem Untergang geweiht. – Tatsachen.

      „Wir müssen nur auf Hongkong schauen und sehen, was China wirklich ist.“
      China ist heute kein sozialistisches Land mehr, wie ich oben schon festgestellt habe. Und was Hongkong angeht, dort findet ein Kampf um die Weltherrschaft zwischen eine imperialistisch/faschistoiden Staat und einem nicht mehr sozialistischen Land statt, wobei die Hongkonger, von der „Demokratie“ verblödete, aufgeputschte und bezahlte Marionetten des US-Imperialismus sind, – denn es gibt auch in Hongkong deine Demokratie.

      Liken

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