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Kommunistische Organisation: Die Plattform „Bolsche-Wiki“


ich-war-dabeiAn dieser Stelle befand sich ein Artikel über die Online-Plattform der Kommunistischen Organisation: BolscheWiki. Diesen Artikel habe ich wieder entfernt.

Leider konnte ich mich im Vorfeld der Veröffentlichung nicht intensiv mit dieser Plattform beschäftigen und übersah, dass diese Plattform den Revisionismus, der die sozialistischen Staaten zerstörte, als Sozialismus verteidigt wird. Die revisionistische Entwicklung in der Sowjetunion, nach Stalins Tod und die revisionistische Entwicklung in der DDR, von 1971 an, werden völlig ausgeblendet. (Zitat: Obwohl es in der DDR verschiedene problematische Entwicklungen gab, war sie ein sozialistischer Staat und erst die Konterrevolution und Zerschlagung der DDR 1989/90 hat daran etwas geändert.).

Erst mehrere Kommentare wiesen mich darauf hin.

Seit Beginn meines politischen Denkens war ich ein Gegner des sich, im sozialistischen Lager ausbreitenden Chruschtschowschen/Breshnewschen Revisionismus. Voller Nachdenklichkeit verfolgte die Gruppe, der ich angehört, diese revisionistische Entwicklung, die letzten Endes zur Sozialdemokratisierung der KPdSU führte, zum Verräter Gorbatschow und der Konterevolution von 1989/90.

„Die führende Partei der kommunistischen Weltbewegung, die Kommunistische Partei der Sowjetunion, bislang eine zuverlässige Bastion der Verteidigung des Marxismus-Leninismus, war unter der Führung Chruschtschows (und ich füge hinzu: unter der Weiterführung Breshnews, s. Breshnew-Doktrin) zur Hauptkraft der Bekämpfung der marxistisch-leninistischen Führungen der Bruderparteien, zum Förderer und Beschützer der revisionistischen Kräfte in der kommunistischen Bewegung geworden.“ Kurt Gossweiler: Stärken und Schwächen der SED im Kampf gegen den Revisionismus (http://kurt-gossweiler.de/?p=757#more-757)

Schon früh stellte sich uns die Frage: Bis wann ist die DDR ein sozialistischer Staat und ab wann, ist sie ein revisionistischer Staat, auf dem Weg zur Restauration des Kapitalismus? Für alle Mitglieder unserer Gruppe stand fest, – mit der unsäglichen Machtübernahme Erich Honecker, die einem Putsch gleichkam; das Verlassens der Ulbrichtschen Politik vom Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung in der Wirtschaftspolitik hin zur Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, hatte der Revisionismus auch in der DDR gesiegt. Unsere Vorhersage, dass, – wenn es den revolutionären Kräften nicht gelingt, die Rückkehr auf den marxistisch-leninistischen Weg bei Aufbau des Sozialismus, zu erkämpfen, – es den Sozialismus zur Jahrtausendwende nicht mehr geben wird, – erfüllte sich 1989/90.

Nun sollte man der Meinung sein, jeder Kommunist, der den Revisionismus kennt und deshalb ablehnt, sollte bereit sein, – für einen Neuanfang, – diese Tatsachen anzuerkennen, zumindest aber eine genaue Analyse dieser Entwicklung zu fordern. Doch weit gefehlt. In Bolsche-Wiki wird lapidar festgestellt:

„Obwohl es in der DDR verschiedene problematische Entwicklungen gab, war sie ein sozialistischer Staat und erst die Konterrevolution und Zerschlagung der DDR 1989/90 hat daran etwas geändert. Die kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung revisionistischer Positionen und entsprechenden ökonomischen Maßnahmen ist notwendig. Allerdings ist dafür die Zurückweisung der verfälschenden und selbst revisionistischen Thesen über einen angeblichen ‚Staatskapitalismus‘ in der DDR und der Sowjetunion eine Voraussetzung.“

Die revisionistischen Thesen, dass in der DDR der „Staatskapitalismus“, und bezogen auf die Sowjetunion, der „Sozialimperialismus“ herrschte, sind bedeutungslos vor der Frage nach der revisionistischen Politik der Partei- und Staatführungen.

Ein weiterer Punkt für das Entfernen des Artikels sind die Aussagen zum Verhältnis der KP Chinas und Albaniens zum Chruschtschowschen Revisionismus, die ich als Verteidigung des Revisionismus Chruschtschows, Breshnews und Honeckers sehe.

Wer sich über dieses Verhältnis wirklich informieren will, sollte die Beiträge: „Die revisionistische Linie des 20. Parteitags der KPdSU (1956) und die grundlegenden Fehler der berechtigten Kritik der KP Chinas (1963)“ (https://saschasweltsicht.wordpress.com/2018/12/17/die-revisionistische-linie-des-20-parteitags-der-kpdsu-1956-und-die-grundlegenden-fehler-der-berechtigten-kritik-der-kp-chinas-1963-vorbemerkung-und-einleitung/) lesen.

Weitere Ergänzungen zu meinen Aussagen befinden sich hier: Heinz Hamm: DDR, ein Meilenstein der Geschichte (https://saschasweltsicht.wordpress.com/2019/01/20/ddr-ein-meilenstein-der-geschichte/), bzw. im Beitrag: Machtwechsel in Ost-Berlin (https://saschasweltsicht.wordpress.com/2019/01/23/machtwechsel-in-ost-berlin/)

Eine weitere gute Quelle ist das Kurt Gossweiler-Archiv (https://kurt-gossweiler.de/) wobei man zu Kurt Gossweiler schreiben muss, das er, womöglich aus Parteidisziplin, den Zeitraum der Breshnew-Ära, nur am Rande streift und die Folgen dieser Zeit nicht zu Ende denkt.

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