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Fritz Dittmar: Zu: Ronald Reagan: Vortrag vor führenden Köpfen der US-Geheimdienste, Juni 1984


Mit einem Wort: dieser US-Präsident war Faschist. Nicht nur dieser!
So aktuell wie 1984, denn die imperialistische Ideologie hat sich nicht geändert – siehe Nato-Manöver Defender 2020!

Fritz Dittmar: Zu: Ronald Reagan: Vortrag vor führen-den Köpfen der US-Geheimdienste, Juni 1984

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Die kursiv gedruckten Stellensind Zitate aus dem offen-siv-Heft 6-19, in den Klammern ist die Seitenzahl angegeben.

Implosion:

Alle die dreißig Jahre seit der „Wende“ habe ich mich gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass die Sowjetunion nach 72 großartigen Jahren, nach dem Sieg im Bürgerkrieg, nach der Industriellen Revolution, nach dem Sieg über den faschistischen Aggressor, nach dem Erstarken zu einer der zwei Welt-mächte, so sang- und klanglos von der Weltbühne verschwinden konnte. Meine ganz allgemeine Einschätzung war, dass der materiellen eine ideologische Niederlage vorausgegangen sein musste, ein Sieg des Revisionismus über den Marxismus-Leninismus. Wie aber kam es dann von der Theorie zur konterrevolutionären Praxis? Der US-Präsident hat es nicht nur gewusst, er hat es geplant und in seinem Vortrag hat er erläutert, wie es funktionieren würde, und genauso ist es dann tatsächlich gekommen.

https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn%3AANd9GcTpOlrFhxcwrTHhfA-go1TkzfV7yMHLML_fHLKwLamYHL0fn_XoZur Person: Reagan war ein mittelmäßiger Schauspieler, ehe er Präsident der USA wurde. Er stand für eine konsequent reaktionäre Politik. Während seiner gesamten Amtszeit unterstützte er die Contras in Nicaragua in ihrem blutigen Terror gegen die Regierung und die Bevölkerung. 1983 stürzte er durch Invasion die linke Regierung in Grenada. (Andere US-Präsidenten hatten bedeutend mehr Blut an den Händen.) Seine Strategie gegenüber dem „Reich des Bösen“ (wie er die Staaten des Realsozialismus bezeichnete) wird in dem Vortrag von 1984 deutlich und erwies sich als durchschlagend erfolgreich.

Vortrag von Reagan 1984:

In diesem Vortrag vor dem Geheimdienst fasste er die Strategie der USA im kalten Krieg zusammen und erläuterte die Perspektive, „dass die Sowjet weder durch militärische noch durch ökonomische Blockaden zu schlagen sind. … Unser Kampf ist eine große Schlacht der Ideen.“(19) Es ging ihm um die Idee der Freiheit, die der Westen bietet: „Wenn unsere Leute in Russland an die Macht kommen, wird das erste, was sie tun werden, das Verbot der KP sein.“ (20) Die Freiheit der Ideen ist für ihn die Freiheit von der kommunistischen Idee. Mit dieser Strategie will er sich nicht direkt an die russischen Massen wenden. Seine Strategie zielt auf die Vernichtung der sozialistischen Machtstrukturen von innen heraus. „In den letzten Jahren sind tausende unserer Anhänger in die Partei eingetreten. Manche von ihnen haben es geschafft, in die zentralen Organe der KP einzudringen.“ (20) Da drängt sich doch die Frage auf, womit sich die Mitarbeiter des KGB ihre Zeit vertrieben haben, und wofür sie ihr Gehalt bezogen!

Verschwörungstheorie?

Vor und nach der „Wende“ war es üblich, Vermutungen über „Trojanische Pferde“ in Partei und Staat als „Verschwörungstheorien“ ab zu tun. Da half es auch nichts, dass Gorbatschow, freiwillig und in prahlerischen Ton, verkündete, sein Lebensziel sei die Zerstörung des Kommunismus gewesen. Wer aber nun nach Bekanntwerden von Reagans Planung immer noch behauptet, Gorbatschow, Schewardnadse und tutti quanti wären keine gekauften Verräter, der stellt sich blind.

(Anm.: Der Verrat des Marxismus-Leninismus begann schon gleich nach Stalins Tod und vollzog sich über Jahrzehnt. Die Konterrevolution von 1989 war also nicht ein spontanes Ereignis, ausgelöst durch den Verrat einen Gorbatschows, – seit seines Machtantritts 1985, sondern sie war das Ende einer Entwicklung, die mit dem XX. Parteitag begann.)

Was haben sich diese Verräter davon versprochen, ihr Land zu verraten? Es war immerhin mit einem Risiko verbunden, und ein kleines Handgeld als Belohnung hätte sicher nicht gereicht. Vermutlich hat Reagan ihnen in Aussicht gestellt, das Volkseigentum in ihr Privateigentum zu verwandeln, oder sie haben das hinter Reagans Rücken geplant.

Um die Infiltration von Staat und Partei zu erreichen, ließ Reagan den „Charakter der Sowjetmenschen“ erforschen, und kam zu dem Ergebnis, die Grundlage sei „eine langanhaltende Geduld und ein gewisser Herdencharakter“. (19) Wer würde da gleich von Rassismus sprechen? Oder gar auf die These vom slawischen Untermenschen aus den Zeiten des Dritten Reichs verweisen?

Wie weit war Reagan erfolgreich?

Für ihn war das wichtigste: „So bald der Westen das Reich des Bösen zermalmt haben wird, bekommt er endlich Zugang zu außerordentlichen Bodenschätzen und billigen Arbeitskräften.“ (23) Soweit die Position eines lupenreinen Imperialisten. Und was sah er für die vom Sozialismus befreiten sowjetischen Menschen vor? „Arbeitslosigkeit, Elend, Not, hohe Sterblichkeit und Aussterben der Nationen …“ (23) Das geht dann deutlich über durchschnittlichen Imperialismus hinaus. „Für ein Stück Brot werden sie alles tun, was die westliche Zivilisation(!) befehlen wird.“ Es erinnert an den Generalplan Ost der Nazis: Von den Slawen nur so viele am Leben lassen, wie wir als Arbeitskräfte brauchen! In etwa so hat Himmler die Zukunft der besiegten Russen geplant. Mit einem Wort: dieser US-Präsident war Faschist.

Reagan und die weitere Entwicklung

Die Verräter in der SU wollten aber mehr als Reagan für sie, wie gerade gezeigt, vorgesehen hat. Sie rissen sich das Volkseigentum unter den Nagel und haben ihr Ziel erreicht, es zu behalten und zu Imperialisten oder Oligarchen zu werden. Es gelang ihnen weiter, mit Putin eine Regierung zu schaffen, die ihr Eigentum sicherte und sie vor den weitergehenden Absichten Reagans beschützte. Statt die SU vollständig dem Willen des Westens zu unterwerfen, musste der Westen zur Kenntnis nehmen, dass die militärische Stärke Russlands bestehen geblieben war und Russland weiterhin einen westlichen militärischen Angriff mit Vernichtung beantworten könnte.

Ergebnis

Im Ergebnis hat sich der Westen nach dem Sieg über die SU einen weiteren imperialistischen Konkurrenten geschaffen. Für die russische Arbeiterklasse waren die Jahre1989 bis 1991 die Zeit einer fürchterlichen Niederlage, so wie für das Proletariat weltweit. Aber es bleibt für die Russen ein gewaltiger Vorteil, dass sie im Fall einer revolutionären Krise zunächst „nur gegen die eigenen Imperialisten“ siegen müssen, statt gegen eine äußere Besatzungsmacht, wie Reagan das vorgesehen hatte. Auch dass weiter eine Kommunistische Partei legal in Russland existiert, ist ein gewaltiger Vorteil. Möge sie die Erscheinungen ihrer früheren revisionistischen Versumpfung gründlich analysieren, sich davon und von den Vertretern dieser Verderben bringenden Politik befreien und eine konsequent marxistisch-leninistische Politik entfalte.

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