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Imperialisten – Hände weg von Belarus!


karstenschoensee, 16. August 2020

https://maoistdazibao.files.wordpress.com/2020/08/belarus-pro-lukaschenko.jpg?w=1620

Eine antiimperialistische Front muss sich gegen die Einmischung vor allem der (NATO- und EU-)Imperialisten in die inneren Angelegenheiten des Volkes von Belarus und dessen wiedergewähltem Präsidenten Lukaschenko widersetzen. Insbesondere ist die von der sogenannten Opposition und ihren imperialistischen Auftraggebern angestrebte „Farbenrevolution“ zu verurteilen. Wie solche von den Imperialisten gesteuerten Konterrevolutionen konkret aussehen, zeigt das Beispiel des „Euro-Maidan“ in der Ukraine. Im Folgenden wird eine Stellungnahme der Landesorganisation NRW der Kommunistischen Partei Deutschlands zum Thema abgedruckt (Quelle: http://www.k-p-d.org/index.php/landesorganisationen/lo-nrw/lo-nrw-aktuell ) und auf einen englischen Text der Anti-imperialist Front verwiesen (Quelle: https://www.anti-imperialistfront.org/blog/2020/08/16/anti-imperialist-and-internationalist-solidarity-with-the-belarus-people-against-the-imperialist-aggression/ ):

Wahl in Belarus: Gegen imperialistische Einmischung

Die Landesorganisation der KPD in NRW verurteilt die imperialistische Einmischung bei der Präsidentschaftswahl in Belarus. Hierbei ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Opposition gewonnen, geschweige denn mit dem suggerierten überproportionalen hohen Ergebnis, der eigentlich nur einem größenwahnsinnigen Gehirn entsprungen sein kann. Der Wahlkampfstab der Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja behauptete ernsthaft, dass sie zwischen 70 und 80 Prozent(!) der Stimmen errungen hätte[1]. Der von der Opposition proklamierte „Generalstreik“ erwies sich als Gradmesser der tatsächlichen Verankerung in der Bevölkerung folgerichtig als Flop.

Das Monopolkapital der imperialistischen Mächte ist beständig auf der Suche nach neuen Profitmöglichkeiten und davon ausgehend nach Möglichkeiten in entsprechende Länder einzudringen, wo es sich neue erhofft. In Belarus regiert Präsident Lukaschenko, der im Gegensatz zu anderen postsozialistischen Staaten nach der Konterrevolution keine brachiale Privatisierungspolitik gestartet hat. Auch er als Abgeordneter des belarussischen Obersten Sowjets stimmte gegen die Loslösung der belarussischen SSR von der UdSSR. Nicht zu vergessen, unterstützte er den Augustputsch 1991 gegen Gorbatschow. Im Gegensatz zu anderen ehemals sowjetischen Republiken, fand in Belarus keine radikale Dekommunisierung statt, sowjetische Symbole blieben erhalten. Minsk betreibt eine eigenständige Politik und legt traditionell Wert auf guten Beziehungen zu Russland. Dennoch sind die Produktionsverhältnisse in Belarus selbstverständlich kapitalistische. Zwar stimmt es, dass heute in Belarus ein bürgerlicher Staat als ideeller Gesamtkapitalist der belarussischen Bourgeoisie herrscht und dieser, gute Beziehungen mit der Ukraine pflegt, dennoch weisen wir die Einmischung der USA und EU zurück.

Gerade der deutsche Faschismus hat sich in Belarus entsetzlicher Verbrechen schuldig gemacht. Besonders bizarr und unverschämt wird es, wenn die (stark deutsch dominierte) EU und mit ihr ausgerechnet der polnische Präsident Andrzej Duda[2] die Wahlen in Belarus kritisieren und Sanktionen fordern. Uns ist klar, man schlägt auf Belarus, meint aber in Wahrheit Russland. Das Ziel des deutschen Imperialismus ist es auf der einen Seite Geschäfte mit der Russischen Föderation zu machen, auf der anderen Seite jedoch Russland nicht zu stärken, dies erklärt die Doppeldeutigkeit der deutschen Außenpolitik. Geopolitisch will die BRD sich von den USA emanzipieren, will aber ebenfalls die Russen und Chinesen nicht stärken.

Es ist bekannt, dass die belorussische Opposition sozialen Kürzungen zustimmt und oft mit Schlagwörtern wie „Demokratie“ und „Gerechtigkeit“ um sich wirft. Dieses Vorgehen ist typisch für imperialistische Farbenrevolutionen. Solche erst ausgehend von Jugoslawien, gab es in einer ganzen Reihe von Staaten. Während soziale Fragen bei dieser Art von Revolutionen keine Rolle spielen, wird insbesondere ein Kleinbürgertum mobilisiert, welches sich durch mehr Freiheit im Handel, Möglichkeiten in Westeuropa und den Vereinigten Staaten erhofft. Aus genau diesem Grund ist sie leichtes Opfer für reaktionäres Gedankengut. Wir sehen aus genau diesem Nachbarland, der Ukraine, was eine Farbenrevolution bringt! Keineswegs soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie, sondern Privatisierung, Ausverkauf der Reichtümer des Landes und Sozialabbau. Überall unterstützen die imperialistischen Staaten mittels Stiftungen und Geheimdiensten ihnen genehme Gruppen. Im besonderen Fokus stehen hierbei Staaten, die entweder sozialistisch sind wie Kuba und die DVRK oder die sich erlauben, eine unabhängige Außen- und Innenpolitik zu betreiben, wie Syrien, Iran, Venezuela oder eben Belarus. Helfen wir den Kommunisten in Belarus, indem wir den deutschen Imperialismus bekämpfen und für ein sozialistisches Deutschland kämpfen, welches im solidarischen Einklang mit allen progressiven und kommunistischen Kräften in aller Welt ist, wie es die DDR während ihrer Existenz war. Dafür stehen wir! Wir fordern: Hände Weg von Belarus! Einzig die belarussische Arbeiterklasse hat zu bestimmen, wer sie regiert!

[1] https://www.rnd.de/politik/wahl-in-belarus-oppositions-kandidatin-tichanowskaja-erkennt-ergebnis-nicht-an-HUVWPDYJM2DYSGHGSIZJ64KIYI.html
[2] https://visegradpost.com/de/2020/06/24/der-polnische-praesident-vergleicht-die-lgbt-ideologie-mit-dem-bolschewismus/
[3] https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-08/belarus-eu-aussenminister-sanktionen-praesidentschaftswahl-alexander-lukaschenko

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Anti-Imperialist and internationalist solidarity with the Belarus people against the imperialist aggression!

Workers and employees!

We as Anti-Imperialist Front (https://www.anti-imperialistfront.org/) oppose imperialist meddling into internal affairs of Belarus and support the struggle of its people in its battle to become owners of their own destiny. Below we reproduce the declaration of Belarus Marxists, and we support their demands and struggle:

You have started uniting and making your demands to the authorities. Finally, not the voice of politicians, officials and businessmen, but the voice of WORKERS was heard in the country!

You are outraged by the election fraud and violence by the security forces and riot police. You are tired of poor working conditions and low wages, of lies and injustice, of iniquity and lawlessness. You want a CHANGE.

You were deceived in the election and vote counting processes. But the deception was committed even earlier, when you were given a choice of, in fact, two candidates: either the incumbent president, of whom everyone was tired, or the representative of radical market reforms that is bringing devastation and poverty for the working people.

We didn’t really have a choice! Many voted for Tikhanovskaya only because they were tired of Lukashenko and the policies pursued by his government.

Telegram channels “Nexta” and Telegram chats “97%” have made a great job to convince us believe that we have only one choice of two: either Lukashenko, or Tikhanovskaya against him. We know Lukashenko’s politics the hard way, and we believed that Tikhanovskaya and Babariko and Tsepkalo, who united with her, would bring us freedom, justice and prosperity.

Do you still believe the media? Do you still believe the politicians? And even those who have a lot of money? Do you think that big businessmen are just waiting to come to power to be able to start paying you high salaries, building hospitals and schools? The businessman has one goal – profit at any cost – at the cost of lower wages, layoffs of “excess” workers, reduction the cost of protective equipment, social benefits, reducing the quality of raw materials…

You want a CHANGE, but you are only offered changes in the form of radical market reforms: large-scale privatization of enterprises, sale of land to foreigners, “optimization” of jobs, increase in the share of private medicine and paid education, and many more that may only seem attractive, but in reality will be beneficial only to those who have big money.

No politician, especially a supporter of radical market reforms, will give you freedom, justice and prosperity. This can only be achieved by yourself, by your organized struggle to improve your life.

You have now begun to act collectively to stop the violence and bring a new president to power. But this new president will bring you even greater injustice and a decline in living standards. And he will bring freedom only for businessmen: the freedom to sell enterprises and land, fire you, reduce your wages and social benefits.

Why do you think the current protests in Belarus are supported by the European Union and the United States? Why do they disperse protesters on their streets with truncheons, bullets and tear gas, and condemn the dispersal of protests in our country? The answer is obvious: protests in Belarus are held in the interests of the European Union and the United States, but their interests are opposite to the interests of the working people of Belarus. Doesn’t it seem strange to you that we are protesting in the interests of the imperialist countries?

As long as we blindly trust politicians and try to elevate them to the presidency on our working shoulders, while we listen to advisers from abroad, how to protest and for what, we will be a blind crowd acting in the interests of others.

Our interest is in not to allow foreign advisers and businessmen in here, either those from the West or those from the East. We ourselves can decide how we shall live.

Our interest is in the management of factories not by “effective” managers, but by the workers themselves.

Our interest is free quality medicine and education for everyone.

Our interest is preservation of jobs, increase salaries and social benefits.

Our work flag has always been red! Under this flag, the workers take power and responsibility into their own hands, rather than relying on a “good” president.

Down with the white-red-white accomplices of the radical market reformers! Down with foreign advisers!

Let’s stand under the red banners for our Belarusian working people!

Belarusian Marxists

4 Gedanken zu „Imperialisten – Hände weg von Belarus!“

    1. Nicht gescheiter, – abgewehrt!
      Glaube mir, die US/Nato-Faschisten, ihre weißrussischen, verblödeten und gekauften Vasallen und Lakaien, geben nicht auf. Es ist noch lange nicht vorbei! Es ist wie in der Ukraine, zwar ein anderes Drehbuch, die Regisseure sind aber die gleichen.

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        1. Lukaschenko hat sich da aber auch selbst hineinmanövriert. Es geht nicht ein bisschen Sozialismus zu erhalten und den Kapitalismus zu restaurieren.
          Die Frage heißt: Entweder alles – oder nichts? Einen Mittelweg gibt es nicht.
          Das haben schon alle Volksregierungen seit den 1930er Jahren und auch alle Sozialismus-Experimente in Südamerika gezeigt. Entweder man hat die Macht und die Kraft, die alte Gesellschaftsordnung vollständig zu beseitigen und eine neue aufzubauen, so wie es uns die Bolschewiki vorgemacht hat, oder man solltest die Finger davonlassen.
          Bis eine revolutionäre Situation, nach Lenin, entstanden ist, muss man alle Kraft dafür einsetzen, die Lebensbedingungen der Lohnabhängigen zu verbessern.
          Zurzeit scheint es sowieso unmöglich zu sein eine Revolution durchzuführen, da es keine Kommunistischen Parteien und/oder sozialistische Staaten gibt, der weltweite Imperialismus mit seinen ihn innewohnenden Widersprüche beschäftigt, und so aggressivierst ist, wie nie zuvor. Wenn z.b. Russland Syrien unterstützt, und/oder zusammen mit China Venezuela, so tuen sie das nicht, um in diesen Ländern den Sozialismus einzuführen oder zu stärken, sie tunen das im innerkapitalistischen bzw. im innerimperialistischen Konkurrenzkampf zu den USA/Nato. Es geht nicht um das Wohl der Menschen dort,- das wohl der Menschen ist nur das „Abfallprodukt“ der Investitionen -, es geht um Macht, Profit und Ressourcen.
          Und hier sind wir Kommunisten in der Lemme. Wie gehen wird mit z.b. mit den Vorkommnissen in Weißrussland um? Schwierig? Nein!
          Ich stelle mich auf die Seite des revolutionären Volkes, denn ich weiß was es heißt, wenn der westlich Faschismus über ein Land herfällt (Ukraine) und verurteile die Angriffe des Westens auf Weißrussland, in welcher Form auch immer; ich bin aber auch kein Unterstützer Lukaschenkos, denn ich kann, wie ich den russischen Kapitalismus nicht verteidigen kann, auch den belrussischen Kapitalismus nicht verteidigen, auch wenn Lukaschenkos nicht zugelassen hat, dass sich Oligarchen herausgebildet haben und sich wie in Russland, sich maßlos bereicherten.

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