Alle Beiträge, Debatte, Geschichte, Gesellschaft, Ideologie, KPCh, Parteien, VR China

Ökonomische Analyse Chinas


Bei Offen-siv ist ein Broschüre erschienen die ich hier übernehme.

Ökonomische Analyse Chinas

Von Frank Flegel und Jürgen Gepper

Daraus das Schlusskapitel:

V. Schlussresümee zur ökonomischen und politischen Verfasstheit Chinas

Die Kommunistische Partei Chinas ist heute nicht mehr die Partei der Arbeiterklasse. Den Anspruch hat sie bereits 2002 aufgegeben. Sie will seitdem Volkspartei sein.[88] Aber auch das ist sie nicht. Die Kommunistische Partei Chinas ist – in ihrer Mitgliedschaft zum Teil, in ihrer Politik vollständig – die Partei der chinesischen Bourgeoisie.

Der chinesische Staat ist dem entsprechend nicht mehr die als Staat organisierte Macht der Arbeiterklasse, er ist in seiner Funktion der Staat der chinesischen Bourgeoisie.

Die chinesische Ökonomie befindet sich nicht auf dem Weg, die Produktivkräfte für den Sozialismus zu entwickeln. Stattdessen befindet sie sich auf dem Weg zu einer imperialistischen Weltmacht.

Wir haben es mit einer neuen Form der Konterrevolution zu tun.

Neu daran ist nicht, dass die kommunistische Partei die Konterrevolution anführt. Das haben wir schon in Ungarn1956, in der CSSR 1968 und in der UdSSR schleichend ab 1956, rasant ab Gorbatschow mit dem bitteren Ende der Konterrevolution erlebt. In Ungarn 1956 und in der CSSR 1968 wurde die unmittelbare Katastrophe abgewendet, in der Sowjetunion nicht. Revisionistisch zerfressen warf die KPdSU ihr Land und damit das sozialistische Lager in Europa1989/1991dem Imperialismus zum Fraße vor. Dabei gingen die Parteien – von den konterrevolutionären Führern der Sowjetunion mindestens billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar so gewollt – im Strudel der Konterrevolution unter oder wurden zu sozialreformistischen Parteien verbogen.

Neu an der Situation in China ist, dass die Partei nicht nur den Sozialismus von innen ausgehöhlt und unterminiert hat, wie es die KPdSU auch tat, sondern dass die Partei Chinas die Konterrevolution eben nicht nur selbst vorbereitet, sondern darüber hinaus auch erfolgreich, kontrolliert und schrittweise durchgeführt hat, wobei sie den Staat und die Partei als Vertreter der unterdrückten Klasse natürlich transformieren musst in einen Staat und eine Partei der Bourgeoisie.

Einen solchen Sieg des Revisionismus muss man erst mal begreifen: Die Kommunistische Partei, in einem sozialistischen Staat an der Macht, entwickelt sich zum Organisator der Restauration des Kapitalismus und wird zu dessen Verwalter! Schlimmer geht es nimmer. Deshalb kann es nur heißen: Kampf dem Revisionismus, in welcher Form er auch immer auftritt.

Rot Front!

[88] Siehe S. 28: „Mit dem 16. Parteitag 2002 hat die Partei sich mit der Parole des „Dreifachen Vertretens“ auch für Privatunternehmer geöffnet und kam damit auch dem erstarkten chinesischen „Mittelstand“ entgegen. Die KPCh betrachtet sich nun als Volkspartei, die offen ist sowohl für die Bauern, die Arbeiter und die Unternehmer. Man wolle sich vom „vulgären Marxismus“ endlich trennen, hieß es.“

Hier die ganze Broschüre als pdf-Datei:

3/2020: Ökonomische Analyse Chinas

****

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s